Dreilandecho

Klatsch, Tratsch und Kulinarisches aus dem Dreiländereck zwischen Müllheim, Lörrach, Schopfheim, Zell, Todtnau und Feldberg

Archives 2020

Schwerer Verkehrsunfall auf der B317

Schopfheim: (ots) – Die Sperrung der B317 ist aufgehoben. Nach derzeitigem Ermittlungsstand wollte eine Citroen-Fahrerin an der Einmündung Fahrnau auf die B317 in Richtung Hausen einfahren. Hierbei stieß sie im Kreuzungsbereich mit einem aus Richtung Lörrach kommenden Opel zusammen. Die Citroen-Fahrerin wurde in ihrem Fahrzeug eingeklemmt und durch die Feuerwehr Schopfheim befreit. Beide Autofahrer wurden bei dem Unfall schwer verletzt. Die B317 musste während des Rettungseinsatzes, der Bergung der Fahrzeuge und zur Reinigung der Fahrbahn bis gegen 10:00 Uhr gesperrt werden. Zur Klärung des genauen Unfallherganges werden durch den Verkehrsdienst Weil am Rhein, Tel. 07621 9800-0, Zeugen gesucht.

Erstmeldung:

Am 28.10.2020, gegen 07.20 Uhr, kam es im Bereich des Langenfirsttunnels auf der B317 zu einem schweren Verkehrsunfall. Nach derzeitigem Stand sind zwei Autos zusammengestoßen und zwei Personen verletzt. Neben der Feuerwehr, dem Rettungsdienst und der Polizei ist auch ein Rettungshubschrauber im Einsatz. Die B317 war zwischen der Einmündung Fahrnau und Kürnberg voll gesperrt.

Zwei Einbrüche – Zeugenaufruf

Todtnau: (ots) – Im Zeitraum zwischen Samstag, den 24.10.2020, 12:00 Uhr, bis Dienstag, den 27.10.2020, 08:20, ereigneten sich im Bereich Todtnau – Muggenbrunn und Aftersteg – zwei Einbrüche.

Im ersten Fall sollen Unbekannte in Muggenbrunn an der Rückseite des Gebäudes ein Fenster zum Betriebsraum der Wasenlifte und an der Vorderseite des Gebäudes ein Fenster zu den Gastronomieräumen eingeschlagen haben. Die Unbekannten sollen in beide Räumlichkeiten eingedrungen sein und diese durchsucht haben. Entwendet wurde nach bisherigen Erkenntnissen etwas Kleingeld.

Außerdem sollen Unbekannte in den Kiosk beim Todtnauer Wasserfall eingebrochen sein. Hier wurden zwei Fenster beschädigt, wobei es den Tätern gelang ein Fenster zu öffnen und das Gebäude zu betreten. Es wurden Bargeld und Souvenirs entwendet. Der Sachschaden liegt bei etwa 1000 EUR. Es ist davon auszugehen, dass die beiden Einbrüche im Zusammenhang stehen.

Der Polizeiposten Oberes Wiesental, 07673 8890-0, sucht Zeugen.

Rollstuhlfahrer bestohlen – Zeugensuche

Schopfheim: (ots) – Bereits am Samstag, 24.10.2020, gegen 13 Uhr, soll im Bereich des Marktplatzes ein älterer Herr im Rollstuhl bestohlen worden sein. Der Senior wurde durch einen Mann angesprochen und um Wechselgeld gebeten. Diesem Anliegen kam der Herr nach und bemerkte einige Zeit später, dass aus der Geldbörse sämtliches Scheingeld entwendet worden war. Möglicherweise wurde er beim Wechseln des Kleingeldes abgelenkt und ihm dann unbemerkt das Scheingeld gestohlen.

Bei dem möglichen Tatverdächtigen soll es sich um einen etwa 180cm großen Mann mit grauer Kapuzenjacke gehandelt haben. Das Polizeirevier Schopfheim, Tel. 07622 66698-0, sucht Zeugen. Die Polizei mahnt zur Vorsicht und rät, in solchen Fällen stets auf räumliche Distanz zu achten.

Verkehrsunfall mit zwei Schwerverletzen

Rheinfelden: (ots) – Am Mittwoch, den 28.10.2020, gegen 11:15 Uhr, befuhr ein 64-jähriger Opelfahrer die K6336 von Minseln kommend in Fahrtrichtung Nordschwaben. Hier kam es zum Zusammenstoß mit einem 65-jährigen Mercedesfahrer.

Dieser soll Ausgangs einer langgezogenen Rechtskurve in den Gegenverkehr geraten sein. Beide Unfallbeteiligten wurden schwer verletzt. Der Opelfahrer wurde eingeklemmt, musste durch die Feuerwehr befreit werden und wurde anschließend vom Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Der Gesamtschaden beläuft sich auf etwa 18.000 EUR. Beide Fahrzeuge erlitten einen wirtschaftlichen Totalschaden. Die Feuerwehren aus Rheinfelden und Minseln waren mit 7 Fahrzeugen und 19 Mann im Einsatz.

Zeugen nach möglichem gefährlichem Verkehrsverhalten gesucht.

Efringen-Kirchen: (ots) – Am Dienstag, den 27.10.2020, gegen 06:40 Uhr, befuhr ein Zeuge mit seinem PKW den linken Fahrstreifen der A5 in Richtung Basel. Im Bereich der Anschlussstelle Efringen-Krichen soll dieser, und ein vor ihm fahrender PKW-Fahrer, durch einen Opelfahrer mit hoher Geschwindigkeit rechts überholt worden sein. Bei dem darauffolgenden Fahrstreifenwechsel soll es ebenfalls zu einer Gefährdung gekommen sein. In der Überleitung der A5 auf die A98 soll er in der dortigen Rechtskurve versucht haben einen weiteren PKW rechts zu überholen.

Bei diesem Versuch soll es fast zu einer Kollision der beiden Pkws gekommen sein. Der Verkehrsdienst Weil am Rhein, 07621 9800-0, sucht Zeugen und möglicherweise weitere gefährdete Verkehrsteilnehmer.

Tour de Zell: CDU beeindruckt vom EWS-Wärmenetz

Beeindruckt nahm die CDU-Delegation die hochmoderne Zentrale mit dem 200 Tonnen fassenden Hackschnitzellager und einem 50000 – Liter – Warmwasser-Pufferspeicher und dem eigentlichen vollautomatisch betriebenen und elektronisch bis ins kleinste Detail kontrollierten Heizkessel sowie der imposanten Abgasreinigungssystem unter die Lupe. Niemand widersprach, als Daniel Weiß betonte, dass das Zeller Wärmenetz einen überaus wichtigen Umweltbeitrag leiste, der nun noch etwas gewichtiger werde, weil sich sieben der neun Hausbesitzer in der Schwarznau entschlossen haben, das Wärmenetz für sich zu nutzen. Und zwar mit einem kleinen, aber dennoch wichtigen „Nebeneffekt“, den Weiß natürlich gerne unterstreicht: Weil wir unser Netz in der Schwarznau ausbauen bzw. erweitern, erhalten die Anwohner dort gleichzeitig auch das so heiß ersehnte Breitband. Der Lörracher „Eigenbetrieb Breitband“ ist nämlich wie an mitunter an anderen Orten auch so eine Art Trittbrettfahrer. Wie die EWS im umgekehrten, durchaus auch nachvollziehbaren und lobenswerten Fall nutzen die Breitbandler Grabarbeiten dazu, auch eigene Leitungen oder zumindest Leerrohre in den Straßen mit zu verlegen, erläutert Daniel Weiß das Procedere, das nicht nur für günstige, umweltfreundliche Wärme, sondern nun auch noch für den Ausbau der Datenautobahn sorgt.

Zell (hjh). Mit dem Besuch der EWS-Heizzentrale wollte der CDU-Stadtverband  nicht nur einen weiteren Beitrag leisten zur Tour de Zell 2020, die in diesem Jahr zwangsläufig unter den Nebenwirkungen der Pandemie leiden musste, sondern ganz aktuell auch auf Zells wichtige Rolle im Kampf gegen Klimawandel und Umweltkatastrophen hinweisen. EWS-Mitarbeiter Daniel Weiß empfing die Delegation zu einer spannenden Führung durch den Ausgangspunkt der Fernwärmeeinrichtung in der Schwarznau, die derzeit rund 7000 MWh Wärme über den regenerativen Energieträger Holz (Hackschnitzel) erzeugt und damit aktuell 80 Gebäude, darunter etwa 400 Wohnungen zwischen der Liebeck und der Kirchstraße bis zum Pfarrhaus, ein Seniorenzentrum mit Pflegeheim, ein Hotel, das Schulzentrum sowie zwei Industriebetriebe, über ein 7,6 Kilometer langes Leitungsnetz beliefert. Außerdem erzeugen laut Daniel Weiß drei Blockheizkraftwerke rund 450000 kWh Strom, der genüge, um 150 Haushalte der Stadt bei einem Wirkungsgrad von mindestens 90 Prozent mit Strom zu versorgen. Insgesamt, so Weiß recht stolz auf die Leistung seines Schönauer Arbeitgebers, trägt das Wärmenetz zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um ca. 2200 Tonnen pro Jahr bei, was einer CO2-Belastung durch etwa 750 PKW per Anno entspreche.

Im übrigen wies Daniel Weiß darauf hin, dass seine Fernwärmezentrale auch für zukünftige Anforderungen bestens gerüstet sei. „Wir sind etwa an der Hälfte der Leistungen angelangt, die wir mit unserer jetzigen Anlage bringen können.“ Die EWS werde Interessenten gerne und ausführlich über Anschlussmöglichkeiten informieren, kündigte er an. Und auch die CDU Zells steht den Zellern selbstverständlich bei Fragen gerne zur Verfügung, versprechen der CDU-Vorsitzende Klaus Wetzel und Fraktionssprecher Matthias Kiefer unisono.

AfD informierte in Steinen – Spießrutenlauf zum Versammlungsort

Steinen (hjh). Sie wollten Dr. Alexander Gauland „den Abend vermiesen“. Aber der Ehrenvorsitzende der Bundes-AfD, der am Samstag Gast der Bundesfraktion und der Landesgruppe Baden-Württemberg war, ließ sich am Nationalfeiertag von seinem Vorhaben nicht abbringen, die rund 100 Gäste in der Wiesentalhalle an die Vorgänge rund um die deutsche Wiedervereinigung vor 30 Jahren zu erinnern und auf den ursprünglich angekündigten „Bericht aus Berlin“ zu verzichten. Nicht nur AfD-Mitglieder waren im großzügig auf Abstand bestuhlten Saal neugierig auf das, was der Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag und frühere CDU-Bundestagsabgeordnete aus der Zeit um 1990 zu erzählen wusste, sondern auch viele Bürgerinnen und Bürger, die sich – wie einer ausdrücklich betonte – „auch mal einige Reden von Politikern aus einer ganz anderen Ecke anhören“ wollte, um sich selbst ein Urteil zu bilden „und nicht nachzuplappern, was mir an anderen aufs Auge gedrückt wird.“ Leicht allerdings wurde ihm das zunächst einmal nicht gemacht. Wie fast alle anderen war es nämlich unmöglich, das Gros von rund 700 Antifa-Demonstranten zu passieren, die zum Widerstand gegen den „rechten Flügel rund um Neonazi Björn Höcke“ auf dem von einem recht großen Polizeiaufgebot gut abgeriegelten Parkplatz vor der Halle aufmarschiert waren. Die Besucher der Veranstaltung wurden über Schleichwege zum Eingang gebracht und – jeder kam einzeln und für sich in den zweifelhaften Genuss – auf den letzten Metern dorthin von einem gellenden Pfeifkonzert begleitet, wobei dem Verfasser dieses Artikels neben den Pfiffen in Sprechchören noch die „Lügenpresse“ um die Ohren „gehauen“ wurde.

„Eine sehr demokratische Begrüßung“, wunderte sich einer der Spießrutenläufer, die sich in absoluter Sicherheit fühlen durften, wenn sie die Eingangskontrollen des Sicherheitspersonals überstanden und einen der nummerierten Stühle im Saal ergattert hatten. Jeder und jede wurde maskiert „gefilzt“. Taschen wurden durchsucht, die Kleidung unter die Lupe genommen und selbstverständlich musste auch der Eintrag in die Coronaliste erfolgen, den Gastgeber Thomas Seitz mit dem Argument begründete: „Wir sind eine dem Rechtsstaat verpflichtete Partei. Und auch wenn wir die Masken wie fast alle anderen Coronamaßnahmen für überzogen, gänzlich falsch oder längst für unsinnig halten, werden wir die erteilten Auflagen erfüllen.“ Im übrigen gehe er, Seitz, davon aus, dass „die Pandemie in Deutschland erst vorbei ist, wenn die derzeitig hohen Umfragewerte der CDU wieder auf ein normales Maß gesunken sind“, betonte der Bundestagsabgeordnete und behauptete, dass „sämtliche bisher getroffenen Maßnahmen der Regierung zu jedem Zeitpunkt falsch oder zu spät erfolgten.“

„Es ist eine Schande, wenn Menschen daran gehindert werden, sich politisch zu orientieren“, kritisierte Thomas Seitz das „wieder einmal unglaubliche Aufgebot der Antifa“ draußen, den man mit den Aufmärschen von 1929, als „Gewalt ein übliches Mittel der Auseinandersetzung auf den Straße in Deutschland gewesen“ sei. „Die Gewalt kommt zurück. Aber sie geht nicht von uns aus“, sagte Seitz und fügte hinzu: „Es erfordert unglaublich viel Mut, in Deutschland Gesicht zu zeigen“. Er ziele damit nicht auf die Zwangsmaske ab, sondern auf „das völlig undemokratische Schauspiel draußen vor der Türe, mit dem eindeutig Besucher abgeschreckt werden sollen.“ Für ihn beginne übrigens eine Diktatur damit, wenn demokratische Parteien und ihre Mandatsträger daran gehindert werden, über ihre Arbeit frei zu berichten, „zum Beispiel dadurch, dass draußen keine freier Zugang zu dieser Halle geschaffen wird, wofür der Staat verantwortlich“ Seine Kritik richte sich nicht gegen Polizeibeamte vor Ort, sondern gegen die Herren mit den goldenen Sternen auf den Schulterklappen. Seitz wurde konkret: „Heute hätten deutlich mehr Personal und Ausrüstungsgegenstände vorhanden sein müssen, denn es kann einfach nicht sein, dass politisch interessierte Menschen attackiert werden, nur weil sie sich informieren wollen.“

„Die Grünen und die Leute, die da draußen stehen, mögen sie nicht und sie mögen auch das deutsche Volk nicht“, begann Alexander Gauland mit einer Rede, die unterm Strich darauf abzielte, die Wiedervereinigung Deutschlands als ausgeklügeltes Werk der Stasi anzuprangern. „Am dritten Oktober ist die DDR der Bundesrepublik beigetreten. Aber stimmt das überhaupt?“ Spätestens seit der Kanzlerschaft von Frau Merkel stehe die Frage im Raum: „Wer ist da eigentlich wem beigetreten?“ Der von Merkel geschasste Chef des Verfassungsschutzes habe sich kürzlich gefragt, was er getan hätte, wenn er Stasi-Chef gewesen wäre. Und seine Antwort in einem Satz: „Genau das, was passiert ist!“ In seinen weiteren Ausführungen erläuterte der Fraktionschef, welche Maßnahmen damals getroffen wurden und wie intensiv die Stasi in Ost und längst auch schon in vielen Positionen des Westens in das Projekt Wiedervereinigung involviert waren. Und während die Linken im Westen noch in Schockstarre verharrten, handelten ihre Kollegen im Osten diskret, aber massiv, sagte Gauland und zählte nach und nach all die Leute des Ostens auf, die politische Ämter übernahmen und vor dieser Zeit samt und sonders „IM der Stasi“ gewesen seien. „Die Stasi konnte die Einheit nicht aufhalten, aber sie konnte ihre Leute unterbringen“, betonte Gauland und begründete u.a. damit die Methoden, die mittlerweile dazu führen, dass z.B. Polizei und Militär unter Generalverdacht gestellt werden, während dasselbe bei Islamisten verboten sei. Das und vieles mehr seien „ungeheuerliche Freiheitseinschränkungen, gegen die man als Demokrat einfach aufstehen muss“, klagte Gauland und ärgerte sich über die „heuchlerische Regierung dieses Landes“, die nicht einmal in der Lage sei, öffentlich anzuerkennen, dass die Linke keine Nachfolgerin der SED, sondern ganz klar die SED sei. Das würden zahlreiche Personalien und die Konstrukte dahinter im Westen und Osten eindeutig belegen. „Was würde Helmut Kohl wohl sagen, wenn er erführe, wohin sein ‚Mädchen‘ dieses Land gebracht hat, fragte Gauland und meinte: „Es ist hier bei uns zusammengewachsen, was zusammengehört – aber in einem ganz anderen Sinne als Willy Brand einst gemeint hat.“  1990 sei ein totalitäres System zusammengebrochen, ein Grund zur Freude also. Aber, so Gauland, „der Untote ist zurückgekehrt“. Er halte es nur für ein kleines bisschen übertrieben, dass mit dem Regierungsantritt von Frau Merkel der Beitritt der Bundesrepublik zur DDR vollzogen wurde. Die Frage sei also nur, ob und wie man einen solchen Tag feiert. „Meine Antwort: Durch beharrlichen demokratischen Widerstand gegen diese autoritären, demokratiefeindlichen Entwicklungen. „Und dazu“, kam Alexander Gauland vor den abschließenden Referaten zu diversen bundespolitischen Themen von Dirk Spaniel und Volker Münz zu seinem persönlichen Schluss, „brauchen wir sie, meine Damen und Herren.“

Zustupf für Aiterns Feuerwehr vom BGV

Auf dem Foto vlnr. Kommandant Markus Wunderle, Ulrich Franz,
Roland Fahrner und Sigrid Böhler

Aitern (hjh). Der Zustupf ist längst überwiesen. Aber trotzdem ließen sich Beschenkte und Schenker die Freude nicht nehmen, über die edle Geste publikumswirksam laut nachzudenken. Getreu dem Motto „tue Gutes und rede darüber“ trafen sich Bürgermeisterin Sigrid Böhler, ihr Stellvertreter Roland Pfefferle, die Gemeinderäte Julian Asal und Christian Kiefer, die Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Markus Wunderle und Jürgen Walliser und natürlich auch die Vertreter des Badischen Gemeindeversicherungsverbandes (BGV) Roland Fahrner und Ulrich Franz, um die Gründe, die zur Übergabe einer BGV-Spende von 10000 Euro führten, im Vereinsraum der Landfrauen in gebührendem Abstand zu erläutern. Es ging um ein LF8, ein Fahrzeug, das bereits 30 Jahre auf dem Buckel hat und laut Markus Wunderle und nach der Bedarfsplanung 2013 spätestens im Jahr 2016 ersetzt werden sollte. Aber nichts dergleichen geschah. Aiterns Finanzlage ließ eine Ersatzbeschaffung einfach nicht zu. Also wurde 2018 eine Generalüberholung des Löschfahrzeugs ins Auge gefasst. Und der damals schon happigen Investition von 30000 Euro stimmte der Gemeinderat zu. Das Fahrzeug wurde in eine Sanierungswerkstatt überführt. Und danach häuften sich die Hiobsbotschaften. Aus 30 wurden 40000, aus 40 dann 50000 Euro und schließlich gabs die Punktlandung bei 60000 Euro und damit bei einer Summe, die laut Sigrid Böhler „für die Gemeinde eine finanzielle Kraftanstrengung sondergleichen“  bedeutete.

Die Bürgermeisterin sah sich nach Fördermöglichkeiten um und wurde bei der Jahreshauptversammlung des BGV, deren Mitglied alle Landkreise und Kommunen im Land sind, fündig. „Vorstandsmitglied Roland Fahrner und der Direktionsbevollmächtigte Ulrich Franz waren die beiden Menschen, die unser Bemühen um Zuschüsse von Anfang an wohlwollend unterstützt haben“, sagte Sigrid Böhler. Die beiden hatten da bereits bei der Direktion vorgefühlt und konkret eine Finanzspritze von 10000 Euro in Aussicht gestellt. Stellen sie sich vor, was das für ein grandioses Weihnachtsgeschenk gewesen wäre“, erinnerte sie im Pressgespräch am Dienstag an die Gespräche mit dem BGV, die sie aufpeppte mit einer Art Dringlichkeits-Mail an den Vorstand, mit der sie kurz vor Weihnachten 2018 mit dem Hinweis darauf punktete, dass man sich zur Sanierung des „eigentlich gut gepflegten LF8“ entschlossen habe, um es für mindestens weitere zehn Jahre diensttauglich auszustatten. Danach war die Sache so gut wie geritzt. Das Geld wurde vom Verband zugesagt. Schließlich, so Roland Fahrner nun bei der Übergabe des symbolischen Schecks, überweise die Versicherung Jahr für Jahr zwischen 300000 und 500000 Euro an die Mitgliedsgemeinden zur Förderung von Einrichtungen wie die Feuerwehren. „Selbstverständlich wollen wir damit nicht zuletzt auch das Ehrenamt nachhaltig belohnen“, sagte Fahrner und wies darauf hin, dass in Bereichen, in denen sich Menschen für ihre Mitbürger unentgeltlich einsetzen und teilweise Gesundheit oder Leben riskieren, „wenigstens das dazu notwendige Equipment in Ordnung sein sollte.“ Es sei für seinen Verband also geradezu unumgänglich gewesen, für das Ziel locker zu machen, einen „rundum gut gepflegten Oldtimer“ zu sanieren. Schade nur, dass das Ergebnis der Sanierung bisher noch nicht vor Ort zu bewundern ist. Denn noch immer befinde sich der Oldie nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in der Heimat in der Werkstatt. Dort erhalte er den letzten Schliff und werde auf den neusten Stand der (Ausrüstungs-)Technik gebracht. „Wenn das LF8 fertig ist, können wir eine große Steigerung seines einsatztaktischen Wertes melden“, sagte Kommandant Wunderle. Das Fahrzeug habe schon wegen der Ausrüstung mit 850 Liter Löschwasser und vollgetankt um rund eine Tonne auf 8,5 t Gesamtgewicht zugelegt, rechnete er vor und schmunzelte: „Gott sei Dank wird die Besatzung nicht gewogen. Ihr Gewicht wird pauschal mit in das Gesamtgewicht einbezogen.“

CDU-Stadtverband Zell will Baugebiet Leisenberg II (re-)aktivieren

Es soll voran gehen: 36 Bauplätze warten auf neue Eigentümer

Zell. Um die finanzielle Lage der Stadt sorgt sich u.a. natürlich auch die CDU-Fraktion. Deren Sprecher Matthias Kiefer lud die Mitglieder des Stadtverbandes auch im Namen des Vorsitzenden Klaus Wetzel zum Ideenaustausch ein. Treffpunkt war am Wochenende das Schützenhaus auf dem Leisenberg. Und dort erinnerten sich vor allem die altgedienten (Rats-)Mitglieder um die früheren Fraktionssprecher Siegfried Kiefer und Thomas Schmidt an den „rechtskräftigen Flächennutzungsplan von 1983“, in dem die Flächen am Leisenberg als Wohnbaufläche dargestellt sind, was schließlich zur Bebauung des Abschnitts Leisenberg I führte und was zur Folge hatte, dass der Gemeinderat in der Sitzung am 19.12.1991 öffentlich beschloss, den Bebauungsplan Leisenberg II aufzustellen. Und der gilt nach wie vor. Die Bürgerbeteiligung wurde im August 1992 durchgeführt, der Entwurf lag zur Einsichtnahme aus. „Damit sind alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt worden. Und damit könnte Leisenberg II ohne großen Aufwand jederzeit realisiert werden“, hieß es in der CDU-Runde, in der darauf hingewiesen wurde, dass sich die 36 geplanten Bauplätze samt und sonders im Besitz der Stadt befänden und dass sich da fast schon so etwas wie eine Goldgrube auftäte, weil sich die Grundstückspreise auf dem 3,6 Hektar umfassenden Gelände so positiv entwickelt hätten, dass sich die Investitionen der Stadt in Erschließungskosten mittlerweile gut rechnen. Es müsste sich nur noch jemand daran machen, die aktuellen Kosten zu ermitteln. Das sollte, so hieß es weiter, auch in der „etwas träge wirkenden Stadtverwaltung“ bei sinnvoller Nutzung der zur Verfügung stehenden Arbeitszeiten locker möglich sein. Zumal als Voraussetzung für eine detaillierte Kostenaufstellung lediglich ein paar Aktenordner aus dem Schrank geholt werden müssten, in denen sämtliche anfallenden Arbeiten exakt beschrieben sind, wie Thomas Schmidt ergänzte.

Siegfried Kiefer belegte die Theorie mit der schriftlichen „Begründung zum Bebauungsplan Leisenberg II“ der Stadt vom 28.7.1999. Damals ging die Veraltung davon aus, dass die Stadt mit Gesamtkosten von 2.5 Mio. „D-Mark“ oder 1,25 Mio. Euro kalkulieren müsse, von denen „ein erheblicher Teil durch die Erhebung von Anliegerbeiträgen wieder vereinnahmt“ werden könnten. Unterm Strich sind in der Begründung die Anlage eines Kinderspielplatzes, die Grünordnung, der Natur- und Landschaftsschutz, die Höchstgrenzen der baulichen Nutzung die Handhabung von Leitungsrechten zur Stromversorgung, die Abwasserbeseitigung sowie die Wasserversorgung oder die Oberflächenentwässerung detailliert beigelegt. Eine Sonderregelung erfordere das Schützenhaus, dessen Schießbetrieb damals für „nicht vereinbar mit dem Wohnbau“ eingestuft worden ist, was aber nach heutigen Maßstäben und nach heute üblichen Schutzbauten oder Änderungen des Schießbetriebs – beispielsweise Umstellung auf elektronische Anlage – durchaus revidiert werden könnte.

Wichtig ist der CDU, dass der aktuelle Pächter des landwirtschaftlich genutzten Bereichs eine Ausgleichsfläche für den Weidebetrieb erhält. Ohne eine solche Maßnahme fehle es dem Landwirt an Futter- und Weidewiesen, die existenziell wichtig zur Weiterführung seines Betriebes sind.

Für die Mitglieder der CDU stand an diesem Abend hoch oben über der Stadt fest: „Viele der finanziellen Sorgen der Stadt könnten sich mit Realisierung des Projekts „Leisenberg II“ lösen lassen. Es gelte, in die Hände zu spucken und die Dinge, die dazu nötig sind, in Angriff zu nehmen. Aber dazu, da waren sich viele in der Runde einig, fehle es der Verwaltung am nötigen Schwung. Es liege also am Gemeinderat, dessen Mitglieder vom Volk gewählte Vertreter sind, den nötigen Druck aufzubauen, um dieses Projekt voran treiben zu können. Alleine der Antrag zur Sichtung der Unterlagen von 1999 zur Bebauung des Leisenberg II reicht leider nicht. Es müsse nun der Antrag zur aktuellen Kosten- und Erlösermittlung gestellt werden als Basis für einen endgültigen Beschluss des Gremiums. Fest steht: Es muss jetzt endlich zügig voran gehen. Allein durch die Corona-Pandemie haben sich riesige Löcher im laufenden Finanzhaushalt der Stadt Zell aufgetan. Das Projekt müsse also 2021 unbedingt umgesetzt werden!

Bürstenmacher im Fokus

Todtnau eröffnet das neue Bürstenmuseum

Bürstenmacherlegende Friedrich Busse in Aktion

Todtnau (hjh). Karl-Ludwig Nessler, der Erfinder der Dauerwelle, hat Gesellschaft bekommen. Er ist umgezogen ins Obergeschoss des Kulturhauses und thront dort quasi über einem weiteren spannenden Kapitel aus der industriellen Erfolgsgeschichte der Stadt: Exponate zur Geschichte der Bürstenbinderei oder besser die sehr umfangreiche Dokumentation über 250 Jahre Bürstenhandwerk, dessen Geschichte Leodegar Thoma mit der Einführung der Arbeitsteilung 1770 zu schreiben begann. Am Samstag wurde das neu gestaltete Bürstenmuseum in – coronabedingt mehreren – Etappen eröffnet. Wie die Nessler-Ausstellung steht die in Handwerk und maschinelle Fertigung zweigeteilte Bürstenpracht zusammen ab sofort der Öffentlichkeit vorerst mal bis Dreikönig Mittwoch und Sonntag von 14 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt zur Verfügung. „Aber“, so Kulturhaus-Ressortleiter Dr. Ralf Andreas Thoma in seiner Begrüßungsrede, „das sollte niemand daran hindern, einen Beitrag in die bereit gestellten Körbchen zu geben. Denn das Museum, das Kulturhaus, der Betreiberverein brauchen Geld.“ Auch wenn dort vor allem sehr viel ehrenamtliche Arbeit geleistet wird, gelte für Besucher die Regel: „Het’s dir g’falle, dann zahl, was de magsch!“

„Es hat ein paar Jahre gedauert, bis die Idee zu diesem Museum Realität geworden ist“, sagte Thoma, bevor sich die Türen öffneten. Alle Beteiligten hätten einen langen Atem bewiesen. „Viele, viele Stunden Arbeit“ hätten seine Mitstreiter in die Einrichtung des Museums investiert und ihr „historisches Wissen“ mit ihm, Ralf Thoma, geteilt. Es sei „ihr“ Museum, betonte er. Es fehle noch an Kleinigkeiten und auch an einer „moderneren Maschine“, die von der Firma Zahoransky zur Verfügung gestellt werde. Und es werde natürlich immer wieder Veränderungen bei den Exponaten geben, die teils Leihgaben, zum großen Teil aber Eigentum des Museums sind und bleiben werden. Kurz: „Es gibt immer wieder ausreichend Gründe, auch nach der Eröffnung hie und da bei uns vorbeizuschauen“, warb Ralf Thoma um nicht nachlassendes Interesse der Museumsfreunde, die er schließlich auch mit der Erinnerung daran „impfte“, dass „unsere Heimat, der Schwarzwald“, voll sei mit Geschichten findiger Schwarzwälder und dass wohl allein die Erzählungen rund um den Silberbergbau Museen füllen könnten. Er denke u.a. an die ersten Skifahrer, an den aufkommenden Tourismus und an die vielen Geschichten, die Großeltern aus früheren Zeiten zu erzählen wüssten. Er denke aber auch an die ganz besondere Geschichte von Karl Ludwig Nessler, dem das Kulturhaus seit Jahren eine äußerst spannende Ausstellung gewidmet habe. Deshalb freue er sich sehr, auch dieses neu gestaltete Museum heute hier eröffnen zu können, versicherte der Ressortleiter. Trotzdem stehe nun natürlich die Geschichte der Bürstenindustrie im Fokus. Natürlich könnten die alten Bürstenbinder und Händler solche Geschichten erzählen. Und weil diese Erzählungen noch so frisch in den Erinnerungen haften, könne man sich durchaus die Frage stellen, wozu es eines solchen Museums bedarf. Die Antwort darauf liege auf der Hand: „Ohne die mutigen Bürstenmacher von damals wären wir alle nicht da, wo wir heute sind.“ Ein Museum habe unter anderem die Aufgabe, Geschichte lebendig zu machen und uns daran zu erinnern, wer wir sind und wo wir herkommen. Da könne es sich durchaus auch mal der Hilfe eines Mannes bedienen, der von langen und kalten Winternächten erzählen kann. Den, so Thoma, habe man gefunden: Lorenz Wunderle, der erste Schwarzwälder Bürstenhändler.

Die älteste Bürste aus dem Jahr 1760

Ein Schauspieler schlüpfte in dessen Rolle und begann zu beschrieben, was die Besucher im Museum erwartet: „Im ersten Raum sehen Sie Exponate aus der Geschichte von 1770 bis 1902, die sich mit der Bürstenmanufaktur befasst.“ Zu dieser zeit seien die Todtnauer noch in ihren kleinen Stuben gesessen, haben Bürstenhälse gefertigt, Borsten eingezogen und ihre Erzeugnisse dann von Bürstenhändlern in die weite Welt hinaus tragen lassen. Beide Stuben, die Einziehstube und die Hölzlemacherei, zeigen das eindrucksvoll. Zu sehen sind dort die verwendeten Hölzer und Borsten. In den Vitrinen seien ein paar ganz besonders schöne Stücke, u.a. wundervolle, handeingezogene Silberbürsten, darunter die Bürsten der Luise von Baden oder die allererste Bürste aus dem Jahr 1760 zu bewundern.

Der zweite Bereich der Ausstellung sei der Zeit nach 1902 bis heute gewidmet. 1902 habe Anton Zahoransky seine Firma gegründet und damit die Industrialisierung in der Stadt eingeleitet. Deshalb seien dort auch Maschinen und Werkzeuge der Todtnauer Maschinenfabriken zu finden, sagte „Lorenz Wunderle“. Wie die Maschinen funktionieren, werde den Gästen von Mitarbeitern des Museums erklärt. Und auch bekannt gemacht mit der „Ahnengalerie“ mit Bildern aus den Familien der Todtnauer Bürstenhersteller. Und selbstredend Bilder von heute noch international tätiger Todtnauer Unternehmen und deren Produkten. Dann gab der Bürstenhändler den Weg frei: „Nun raus aus der Kälte und rein in die warme Stube: Viel Spaß in unserem Bürstenmuseum.“ Und den hatten die Gäste dann auch u.a. bei Vorführungen wie der von Friedrich Busse, dem Oldie, der seit 65 Jahren Bürstenmacher ist, mit seinem Tisch schon in Amerika Werbung für die Todtnauer machte und seit 25 Jahren ehrenamtliche Museumsarbeit leistet.