Verschoben: Auf Schusters Rappen für Dikome – jetzt gilt “Plan B”


Das Orga-Team: Richard Renz, Jürgen Ekert, Sebastian Sladek,
Nicole Grether und Kai Horschig

Wiesental (hjh). Das „Corona-Virus“ sei (noch) kein Thema im Organisationsteam des „Wiesentäler Wasserlaufs“. Aber ganz wollten sich Richard Renz, Jürgen Ekert, Kai Horschig und Nicole Grether dann doch nicht aus der Verantwortung stehlen. Für den Notfall haben sie Plan B in der Schublade, hoffen aber, dass der Sponsorenlauf von der Wiesenquelle am Feldberg bis zur Mündung der Wiese in den Rhein in Basel über eine Gesamtstrecke von 59 Kilometern, die auch in Teilstrecken zu bewältigen sein wird, am 25. April 2020 pünktlich um 8 Uhr gestartet werden kann.

Anmerkung der Redaktion: Der Wasserlauf wurde wegen der Krise verschoben auf den 19.9.2020.

Auf rund 500 Läuferinnen und Läufer – darunter etwa 200 Grundschüler aus dem ganzen Wiesental, Firmen-Teams, Sport- und andere Freizeitvereine – wartet an diesem Tag eine eingespielte Mannschaft um Event-Sprecher Jürgen Ekert. Alle sind „heiß aufs gemeinsame Laufen“ für einen guten Zweck: Mehrere tausend Menschen in Dikome/Kamerun mit sauberem Wasser zu versorgen. „Wir wollen gemeinsam in Bewegung etwas bewegen, das bewegt“, werben die Veranstalter von „Teamworx4“ für ein Spektakel, das 2014 erstmals entlang der Wiese stattfand und sich seitdem zunehmender Beliebtheit erfreut. 250 Teilnehmer waren im Jahr 2014 auf Achse. 2019 waren schon 585 Läufer nicht mehr zu bremsen. „In diesem Jahr haben wir zum jetzigen Zeitpunkt schon weit über 300 Anmeldungen und damit so viele wie noch nie zuvor. Und täglich kommen rund fünf Anmeldungen dazu“, freute sich Jürgen Ekert beim Pressegespräch am Mittwoch in den Räumen eines weiteren neuen Hauptsponsors neben dem Maulburger Unternehmen Endress + Hauser, das von Anfang an mit im Boot saß: den Energiewerken Schönau (EWS).

EWS-Vorstandsmitglied Sebastian Sladek war sichtlich beeindruckt von dem Engagement, das dieses Orgateam an den Tag legte. Er bewundere aber auch die brillante Arbeit des Dikome-Vereins, Menschen hin zu eigenverantwortlichem Denken und Handeln anzuleiten. Und zwar ehrenamtlich und so einsatzfreudig wie die Helferinnen und Helfer aus den Reihen der Blaulichtfraktionen, die sich ums körperliche Wohlergehen der Sportler, um deren Verpflegung an sieben Verpflegungsstationen entlang der Wiese und um den reibungslosen Ablauf des Projektes kümmern. Selbstverständlich werden auch die EWS ein Laufteam an den Start schicken. Für sie wie für alle anderen gilt: Wer mitläuft, spendet pro gelaufenem Kilometer mindestens einen Euro. Gestartet bzw. abgerechnet wird an den Verpflegungsposten (VP) in Todtnau, Schönau/Wembach, Zell, Schopfheim, Steinen, Lörrach und schließlich Basel oder am Ziel in Kleinhüningen, das gegen 15.45 Uhr erreicht wird, wenn die Rechnung von „Pacemaker“ Kai Horschig aufgeht, der dafür sorgen will, dass die anvisierten 6:30 Minuten pro Kilometer eingehalten werden.

Natürlich dürfen auch die spenden, die nicht mitlaufen (können). Ungesiebt gehen die Spendengelder dorthin, wo Not am Mann ist: nach Dikome in Kamerun, wo sich der gleichnamige Schopfheimer Verein seit Jahren um ein besseres Leben der Menschen müht. Das sei zwar derzeit nicht ganz so einfach, weil Unruhen dem Land und der Bevölkerung gehörig zusetzen, sagte Richard Renz, der Vereinsvorsitzende. Er beruhigt aber auch: „Alle Einrichtungen, die wir aufgebaut haben und betreuen, blieben bisher ungeschoren.“ Das gelte für bisher drei Wasserversorgungen und die acht Brunnen, die mit Unterstützung von bisher 2700 Läufern und einer Spendensumme von 120000 Euro im Bezirk Dikome gebaut wurden. Momentan seien weitere Quellfassungen in Arbeit, die bald einen Hochbehälter speisen werden, der ein ganzes Dorf an sieben Entnahmestellen mit sauberem Wasser versorgen wird. 25 – 30000 Euro werde der Dikome-Verein in dieses Projekt investieren. Dafür dürfte es sich lohnen, auf Schusters Rappen vom Feldberg nach Basel zu joggen oder einfach nur so in den Geldbeutel zu greifen und Spenden locker zu machen wie die Frau, von der Jürgen Ekert schwärmt: „Die Dame spendet in jedem Jahr 2000 Euro aus ihrer Privatschatulle, weil sie helfen will und davon überzeugt ist, dass ihr Geld auf direktem Weg denen zugutekommt, die diese Hilfen wirklich brauchen.“

Info:

Spendenkonto teamworx4: IBAN DE60 6835 1557 0018 2752 30 / BIC SOLADES1SFH Sparkasse Wiesental, Verwendungszweck: Name (und Buchungsnummer)

Anmeldungen und weitere Informationen unter www.teamworx4.de