Kein Verständnis für Verwaltungsvorschlag

Fröhnd (hjh). Es war ein kleiner Kreis, der sich am Montag in großzügig bestuhlter Runde, der sich am Montag zur vorläufig letzten öffentlichen Sitzung in Corona-Zeiten traf. Bürgermeisterin Tanja Steinebrunner hatte sich zunächst beim Landratsamt und beim Chef des Gemeindeverwaltungsverbandes rückversichert, ob sie zur Gemeinderatssitzung überhaupt einladen durfte.

Dann hat sie vorgesorgt: Jedes Mitglied des Gremiums hatte im Gemeindesaal einen eigen Tisch. Und für die Zuschauer standen Stühle mit großem Abstand zueinander parat, auf denen dann einer, der auf seinem Grundstück eine Garage errichten will und das am Ende dann positive Votum der Verwaltung live erleben wollte, Platz nahm. Ansonsten fand die Sitzung ohne Publikum statt, was vielleicht auch der Tagesordnung geschuldet war, die jetzt nicht eben sonderlich dazu verleitete, sich mit dem Virus anzulegen.

Für etwas Diskussionsstoff sorgte zunächst der bereits viel beschriebene Grundsatzbeschluss zur Bildung eines interkommunalen Gutachterausschusses für den Bereich „Lörrach-Wiesental“, die schon deshalb nicht die ungeteilte Zustimmung des Gremiums fand, weil sich die von der Gemeinde zu tragenden jährlichen Kosten für die künftige öffentlich-rechtliche Einrichtung mit Sitz in Lörrach auf 1700 bis 2000 Euro belaufen, was im Gegensatz zum bisher zu berappenden Sitzungsgeld für ortsansässige Rats- und Ausschussmitglieder in Höhe von rund jährlich maximal 100 Euro darauf hindeute: „Die Kleinen werden mal wieder über den Tisch gezogen, ohne sich wehren zu können.“ Trotzdem stimmten die Fröhnder der Vorlage zu, wohlwissend, dass dem Grundsatzbeschluss nun die Ausarbeitung der genauen Modalitäten folgt, über die – so die Bürgermeisterin – erst im Jahr 2021 endgültig abgestimmt werden muss. Die Einsicht, gegen den Beschluss über die Verfassungswidrigkeit der bisherigen Ermittlung von Bodenrichtwerten nichts ausrichten zu können, setzte sich am Ende dann halt doch durch.

Keine Gnade dagegen fand in Fröhnd der Verwaltungsverbands-Vorschlag, die Grundschulen Todtnaus und Schönaus einem gemeinsamen Rektorat zuzuordnen. Vor allem Tanja Steinebrunner wehrte sich vehement dagegen, dieses Vorhaben ohne detailliertere Informationen und vor allem ohne die ihrer Meinung nach notwendige Anhörung der Lehrerschaft und der bisherigen Rektorate abzusegnen. Zu wichtig sei der Stellenwert, den die Bildung des Nachwuchses einnehmen sollte. Ein Gemeinderat fand sich, der für eine „Bündelung der Kräfte“ plädierte. Alle anderen ließen sich von der Bürgermeisterin überzeugen, die mit dem Hinweis punktete, dass persönliche Kontakte der Schulleitungen hinein in jeden Ort „unersetzlich“ seien, wenn man den guten Standard der jetzigen Konstellationen vor allem in  Bezug auf die vorhandenen persönlichen Kontakte bis hinein ins Elternhaus der Schülerinnen und Schüler erhalten wolle.