Mit Musik und dem Segen der Kirche gegen das Virus

Andreas Mühlhans spielte den schottischen Dudelsack, die Great Highland Bagpipes, während des ökumenischen Musik Flashmob in Maulburg

Maulburg (hjh). Die Christen der Wiesentalgemeinde waren am Sonntag vom Pfarrerpaar Bärbel und Paul Wassmer eingeladen, nach dem Geläut zum Ostergottesdienst in diesen harten, kontaktarmen Zeiten räumlich getrennt voneinander und doch gemeinsam „ein Zeichen von Hoffnung und Leben zu setzen.“ Und sie ließen sich nicht lange bitten. Zahlreiche Gläubige der beiden großen Konfessionen fühlten sich verpflichtet, dem Ruf der Kirchengemeinde zu folgen, ihre Instrumente zu stimmen und zusammen eines der ältesten Lieder in deutscher Sprache zu spielen und zu singen und die frohe Botschaft durch die Straßen tönen zu lassen: „Christ ist erstanden, von der Marter allen. Des sollen wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein.“ Trompeten, Orgel, Harmonium, Flöten und Gitarren sorgten für den instrumentalen Background, der aus allen Richtungen hörbare Stimmen begleitete. Und als dann noch der Dudelsack, die „Great Highland Bagpipes“ des Andreas Mühlhans ertönte, der seine Liebe zum schottischen Traditionsinstrument vor Jahren bei den von Pfarrer Wittes initiierten „Highland-Games“ entdeckte, fand der vom evangelischen Pfarrerpaar organisierte „ökumenische Musik-Flash-Mob am Ostersonntag” den riesigen Applaus, den das Event wohl auch verdient hatte. Auch danach noch, wie Andreas Mühlhaupt auf Nachfrage versicherte: „Nach dem Auftritt vor der ev. Kirche zog ich noch eine Weile weiter durch Maulburg‘s Straßen, um den Menschen während dieser denkwürdigen Zeit mit meiner Musik eine Freude zu bereiten.“

„Es war vor allem zu Beginn e bisseli chaotisch, aber das musste wohl so sein“, schmunzelte Paul Wassmer, um dann zufrieden festzustellen: „Alles hat sehr gut gepasst!“ Natürlich habe sich der Flash-Mob konzentriert auf die Straßen und Häuser rund um die ev. Kirche. Aber es gab durchaus auch viele Menschen, die in den übrigen Straßen Maulburgs erfolgreich versuchten, den Funken Hoffnung zu schüren, der auch in schweren Zeiten Halt verspricht und Zuversicht ausstrahlt. Das, so Wassmer, sei ihm wichtig gewesen. Eine andere Möglichkeit, gemeinsam etwas zu unternehmen und dabei den notwendigen Abstand zu halten, habe es nicht gegeben. Und er freue sich wie seine katholischen Mitstreiter, dass auch reichlich Gebrauch gemacht wurde von der Möglichkeit, die vor der Kirche neben dem inzwischen fertig gestellten „Steingarten“ (der wegen der Virus-Pandemie an Palmsonntag nicht eingeweiht werden konnte) bereit gestellten kleinen Osterkerzen mitzunehmen, die am Abend zuhause entzündet werden sollten, um „nicht nur am Morgen, sondern auch am Abend ein Zeichen des Miteinanders setzen zu können.“