Dreilandecho

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OR – Sitzung Langenau: Baugebiet im Loh neu aufgelegt

OR – Sitzung Langenau: Baugebiet im Loh neu aufgelegt

Langenau (hjh). Durchaus deutlich wurde der „enorme Aufwand“, mit dem das Bauamt der Stadt in den letzten Monaten die mittlerweile „achte Teiländerung“ des Bebauungsplans „Im Loh“ vorangetrieben hatte. „Wir haben sehr gewissenhaft geplant“, versicherte Bernd Benz, der die Änderungen des 1971 aufgestellten Bebauungsplans bei der Sitzung des Ortschaftsrates am Montag zusammen mit Peter Egi vorstellte. Als quasi „kampferprobtes“ Duo aus dem Fachbereich Bau der Stadtverwaltung präsentierte erste Ergebnisse einer Arbeit, deren Ziel es ist, auf einem weiteren Stück Langenau die Vorgaben des Bundes zur „Nachverdichtung“ umzusetzen. Bernd Benz betonte, dass es durchaus üblich sei, alte Bebauungsplänen ein „Update“ zu verpassen, anstatt bestehende Pläne völlig umzukrempeln. Korrekturen an Teilstücken würden dadurch möglich. Ihre Realisierung könne dann nach dem vereinfachten „beschleunigten Verfahren“ ohne Umweltbericht erfolgen. Werden sie rechtskräftig, würden die berichtigten Teilbereiche ungültig, gaben die Herren aus Schopfheim zu Protokoll. Sie wiesen außerdem darauf hin, dass Langenau einer der Teilorte sei, in denen neue Baugebiete ausgewiesen werden können, die über den Begriff Eigenbedarf hinausgehen. Das gelte in diesem Fall speziell auch für das 2000 Quadratmeter große Grundstück Im Loh, auf dem nun nach Auswertung von „vier oder fünf Planungsvarianten“ drei Doppelhäuser mit bis zu 45 Grad Dachneigung gebaut werden sollen.

Und wohl auch können. Denn die Ortschaftsräte segneten die Planung von zwei Investoren einstimmig ab. Sie waren wohl wie Ortsvorsteher Walter Würger nach einer Ortsbegehung der Meinung: „Wir haben uns alles angeschaut und finden das Vorhaben sehr gelungen. Die Häuser passen dort rein.“ Auch wenn es von Seiten der Anwohner Bedenken wegen der Gebäudehöhen gab, die laut Peter Egi von den Planern perfekt der Umgebung angepasst wurden. „Es gibt kein Recht auf freie Aussicht“, stellte Bernd Benz klar. Es kristallisierte sich also lediglich ein einziger Wermutstropfen heraus, der aber nicht von Pappe zu sein scheint: Die vorhandene Infrastruktur, in diesem Fall der Kinderspielplatz, hinkt der baulichen Entwicklung des zweitgrößten Schopfheimer Ortsteils deutlich hinterher. Aber auch das hat man bei der Stadt erkannt. „Uns allen ist klar, dass die Infrastrukturen ausgebaut werden müssen“, sagte der Leiter des Baurechtsamtes, der die Gelegenheit dazu nutzte, sich nach 34 Dienstjahren von den Langenauern zu verbschieden, mit denen ihn viele gute und manchmal auch etwas getrübte Erinnerungen verbinden. „Ich gehe in den wohlverdienten Ruhestand“, kündigte Benz auf der ersten Station einer „Abschiedstour“ durch die Stadt an. Eine Antwort auf die Frage eines Zuhörers blieb er auch an diesem Abend nicht schuldig: „Die Preise für Grundstücke bilden sich wie überall sonst durch Angebot und Nachfrage. Jeder private Grundstückverkäufer versucht, das maximal mögliche an Preisen zu erzielen. Die Stadt hat da keinerlei Möglichkeiten regulierend oder bremsend auf die Preisgestaltung einzuwirken. Da geht nur bei Grundstücken, welche die Stadt zur erworben hat, um junge Familien hier zu behalten“, sagte der angehende Ruheständler bei seinem letzten Auftritt in Langenau.