Dreilandecho

Klatsch, Tratsch und Kulinarisches aus dem Dreiländereck zwischen Müllheim, Lörrach, Schopfheim, Zell, Todtnau und Feldberg

Archives Juli 2020

Radfahrerin muss abbremsen und stürzt – …

Grenzach (ots) – Am Montag, 20.07.20, gegen 06.25 Uhr, fuhr eine 21-jährige Fahrradfahrerin talwärts an die Kreuzung De-Bary-Weg / Hornacker heran. Hier soll ihr ein 25-jähriger Audi-Fahrer die Vorfahrt genommen haben, weshalb die Frau mit ihrem Rad stark abbremsen musste. In der Folge stürzte die Frau und wurde leicht verletzt. Sie musste vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht werden. Der Autofahrer soll nach dem Unfall kurz angehalten und sich nach dem Befinden der Radlerin erkundigt haben, anschließend jedoch weggefahren sein. Er konnte aufgrund des abgelesenen Kennzeichens später ermittelt werden. Der Polizeiposten Grenzach-Wyhlen, Tel. 07624 9890-0, sucht Zeugen, welche den Unfall wahrgenommen hatten.

Offener Brief: Beschwerden mit der Bitte, endlich etwas zu unternehmen

Offener Brief in der Hoffnung, endlich etwas in Bewegung zu bringen:

Hallo, guten Tag zusammen,

ich beziehe mich auf die frommen Sprüche des Bürgermeisters auf der Webseite der Stadt Zell, die da lauten:

Zell im Wiesental gilt als aktiver Wirtschaftsstandort, Bildungsstandort, Wohnort, guter Gastgeber der sich auch mit sozialer Kompetenz und ökologischen Schwerpunkten beschäftigt.
Als Einwohner von Zell im Wiesental genießen Sie viele Vorteile einer kleinen Stadt: Attraktive Geschäfte, Hausärzte und Apotheken, Banken, eine Postfiliale, Kirchen, ein Stadtpark, Gastronomien und vieles mehr in unmittelbarer Nähe.

Und um das etwas zu relativieren, wende ich mich erneut an die Fraktionen und ans Ordnungsamt mit der Bitte (oder besser vielleicht Aufforderung), dem nach wie vor äußerst gesundheitsschädlichen Treiben offensichtlich verhaltensgestörter Poser auf zwei und vier Rädern, die uns und unseren Nachbarn seit Monaten den Aufenthalt in der Stadt Zell und das Wohnen in einem an und für sich wunderbaren Umfeld nachhaltig vermiesen, ein Ende zu machen. Es ist eine Schande, dass diese Typen mit ihren hochgezüchteten und teilweise manipulierten, auf Lärm und Fehlzündungen getrimmten Fahrzeugen, ungehindert und ohne Maßregelung durch die Behörden ihr Unwesen treiben dürfen. Tempo 30 kümmert diese Helden der Bahnhof- und Wiesenstraße ebenso wenig wie die Tatsache, dass grundlose Fahrten hin und her verboten sind. Und das Schlimme daran ist: Alle Kontrollinstanzen wissen ganz genau, wovon die Rede ist. Aber niemand unternimmt etwas gegen diese Typen, die letztendlich dafür sorgen werden, dass niemand mehr hier wohnen will.

Interessieren würde uns, warum sämtliche Beschwerden, Anrufe bei der Polizei, beim Ordnungsamt oder den Gemeinderäten bisher im Sande verliefen. Mir persönlich scheint, alle haben – wie Polizei und Ordnungsamt in Schopfheim – Angst vor den Typen, die jenseits aller Gesetze operieren und sich einen Teufel um bestehende Vorschriften scheren bestes Beispiel sind die Autohändler in der Hohe-Flum-Straße in Schopfheim, die ohne Kennzeichen auf öffentlichen Straßen herumfahren, auf Gehwegen parken und das Geld bündelweise hin- und her jonglieren, ohne sich um Steuern oder Finanzämter zu kümmern. Wie sagte mir ein befreundeter Polizeibeamter vom Revier Schopfheim doch bezeichnend: „Wenn wir da etwas dagegen unternehmen, lachen die nur, bezahlen die paar Euro und machen so weiter wie gehabt. Und die übrigen Mitarbeiter von zur Debatte stehenden Dienststellen – sprich: Finanzamt – haben einfach nur Angst.“ Das lässt tief blicken. Wie viel einfacher ist es doch, Parksündern, Leuten, die mal den einen oder anderen Groschen nicht in die Parkuhr werfen oder die Zeiten überschreiten und alten Menschen, welche sich mehr oder weniger aus Versehen nicht an die Abstandsregeln in Corona-Zeiten halten, auf die Pelle zu rücken.

Und wenn wir schon mal dabei sind: Warum interessiert es eigentlich niemanden, dass die öffentliche Toilette am Bahnhof in vielen Nächten störend pfeift, weil irgendjemand bewusst oder unbewusst die Türe nicht richtig geschlossen hat? Es gibt tatsächlich im Gebäude Bahnhofstraße 15 Menschen, die des Nachts nicht mehr richtig schlafen können, weil die Anlage permanent Pfeifgeräusche von sich gibt, die erst abgestellt werden können, wenn man die Türe fest zuknallt. Das funktioniert aber nur, wenn man mitten in der Nacht aufsteht und zur Toilette marschiert. Ich möchte mal sehen, ob diese Tortur einer der Fraktionsmitglieder, ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes oder gar der Bürgermeister klaglos auf sich nehmen würden.

Grüße aus dem Wiesental (auch im Auftrag anderer geplagter Bewohner der Bahnhofstraße 15) mit dem Versprechen, keine Ruhe zu geben, bis endlich Maßnahmen eingeleitet werden

Hans Hege
Freier Journalist

OR – Sitzung Langenau: Baugebiet im Loh neu aufgelegt

Langenau (hjh). Durchaus deutlich wurde der „enorme Aufwand“, mit dem das Bauamt der Stadt in den letzten Monaten die mittlerweile „achte Teiländerung“ des Bebauungsplans „Im Loh“ vorangetrieben hatte. „Wir haben sehr gewissenhaft geplant“, versicherte Bernd Benz, der die Änderungen des 1971 aufgestellten Bebauungsplans bei der Sitzung des Ortschaftsrates am Montag zusammen mit Peter Egi vorstellte. Als quasi „kampferprobtes“ Duo aus dem Fachbereich Bau der Stadtverwaltung präsentierte erste Ergebnisse einer Arbeit, deren Ziel es ist, auf einem weiteren Stück Langenau die Vorgaben des Bundes zur „Nachverdichtung“ umzusetzen. Bernd Benz betonte, dass es durchaus üblich sei, alte Bebauungsplänen ein „Update“ zu verpassen, anstatt bestehende Pläne völlig umzukrempeln. Korrekturen an Teilstücken würden dadurch möglich. Ihre Realisierung könne dann nach dem vereinfachten „beschleunigten Verfahren“ ohne Umweltbericht erfolgen. Werden sie rechtskräftig, würden die berichtigten Teilbereiche ungültig, gaben die Herren aus Schopfheim zu Protokoll. Sie wiesen außerdem darauf hin, dass Langenau einer der Teilorte sei, in denen neue Baugebiete ausgewiesen werden können, die über den Begriff Eigenbedarf hinausgehen. Das gelte in diesem Fall speziell auch für das 2000 Quadratmeter große Grundstück Im Loh, auf dem nun nach Auswertung von „vier oder fünf Planungsvarianten“ drei Doppelhäuser mit bis zu 45 Grad Dachneigung gebaut werden sollen.

Und wohl auch können. Denn die Ortschaftsräte segneten die Planung von zwei Investoren einstimmig ab. Sie waren wohl wie Ortsvorsteher Walter Würger nach einer Ortsbegehung der Meinung: „Wir haben uns alles angeschaut und finden das Vorhaben sehr gelungen. Die Häuser passen dort rein.“ Auch wenn es von Seiten der Anwohner Bedenken wegen der Gebäudehöhen gab, die laut Peter Egi von den Planern perfekt der Umgebung angepasst wurden. „Es gibt kein Recht auf freie Aussicht“, stellte Bernd Benz klar. Es kristallisierte sich also lediglich ein einziger Wermutstropfen heraus, der aber nicht von Pappe zu sein scheint: Die vorhandene Infrastruktur, in diesem Fall der Kinderspielplatz, hinkt der baulichen Entwicklung des zweitgrößten Schopfheimer Ortsteils deutlich hinterher. Aber auch das hat man bei der Stadt erkannt. „Uns allen ist klar, dass die Infrastrukturen ausgebaut werden müssen“, sagte der Leiter des Baurechtsamtes, der die Gelegenheit dazu nutzte, sich nach 34 Dienstjahren von den Langenauern zu verbschieden, mit denen ihn viele gute und manchmal auch etwas getrübte Erinnerungen verbinden. „Ich gehe in den wohlverdienten Ruhestand“, kündigte Benz auf der ersten Station einer „Abschiedstour“ durch die Stadt an. Eine Antwort auf die Frage eines Zuhörers blieb er auch an diesem Abend nicht schuldig: „Die Preise für Grundstücke bilden sich wie überall sonst durch Angebot und Nachfrage. Jeder private Grundstückverkäufer versucht, das maximal mögliche an Preisen zu erzielen. Die Stadt hat da keinerlei Möglichkeiten regulierend oder bremsend auf die Preisgestaltung einzuwirken. Da geht nur bei Grundstücken, welche die Stadt zur erworben hat, um junge Familien hier zu behalten“, sagte der angehende Ruheständler bei seinem letzten Auftritt in Langenau.

Bernd Benz auf Abschiedstour

Langenau (hjh). Viel zusammen erlebt hat Fachgruppenleiter Bernd Benz mit den Ortsvorstehern Elke und Walter Würger, aber auch mit deren Vorgänger Hans Weinbrechtinger. Verschlissen hat Benz nach eigenem Bekunden während seiner 34jährigen Amtszeit die Bürgermeister Klaus Fleck und Christof Nitz bei deren jeweils zwei Amtsperioden und nun auch schon über ein Jahr den amtierenden Bürgermeister Dirk Harscher. Eine reife Leistung, fand auch Walter Würger, der sich bei Bernd Benz mit einer Flasche Wein für seinen Einsatz im Ortsteil Langenau revanchierte.

Vogelhochzeit

Schopfheim (hjh). Besungen wurden „Vogelhochzeiten“ schon vor mehr als 500 Jahren. Beschrieben werden die Hochzeiten der Vögel aber immer wieder in sehr wechselhaften Geschichten, die im Jahr 1470 im Wienhäuser Liederbuch zunächst 37, später – nach Streichung von fünf zu stark „erotischen“ Texten – noch 32 teilweise wilde Strophen umfassten. Viele dieser Geschichten sind seit Sonntag im Museum der Stadt zu bewundern, wo neben teils ausgestopften Vögeln und anderen „Hochzeitsgästen“ nicht nur spannende Textpassagen, sondern auch Utensilien wie etwa ein Brautkleid, Kochtöpfe, Nachthemden, Stehkragen, Zylinder, Spazierstöcke, Pfeifen oder Stockflöten neben den obligatorischen Fotos, Kartenspielen oder Bilderbüchern an oft abenteuerliche Hochzeitsfeste erinnern. Dr. Ulla Schmid hat die Exponate zusammengetragen. Und sie hat viel Zeit und viel Herzblut investiert, um den Museumsgästen „Herkunft und Entwicklung des Liedes“ mit erläuternden Texten verständlich zu machen.

Bei der wegen Corona total abgespeckten „Vernissage“ ohne Gäste beeindruckte die Museumschefin mit einem verbalen Streifzug vorbei an Vitrinen, Glastischen und schmucken Wandgehängen, die mit erläuternden Texten zeigen, was mit dem Lied, das erstmals als „De Kuckuck und de Reigere“ (Reiher) nachweislich erwähnt wurde, im Lauf der Jahrhunderte passiert ist, bis es 1842 in der Sammlung Schlesischer Volkslieder von Hoffmann von Fallersleben in der heute noch bekannten Fassung auftauchte. Salonfähig hatte es drei Jahre zuvor Ludwig Erk gemacht. Seine Version der Vogelhochzeit stammt, so Schmid, aus Schlesien und wurde „1842 unter Weglassung der drei letzten erotischen Strophen“ quasi an die große Glocke gehängt, das heißt: veröffentlicht. Von Fallersleben habe dann „die erotisch gesäuberte Lied-Version“ übernommen, die in „ungesäuberter“ Variante leider nicht im Museum nachgelesen werden kann, obwohl Ulla Schmid dort eine wahrlich umfangreiche Schau präsentiert. An die „schlüpfrigen Texte“ ist sie aber nicht rangekommen. Der Säuberungsaktion aber sei es schließlich zu verdanken, dass die „Vogelhochzeit“ „als nun vollkommen unerotisches Lied“ Eingang in die deutsche Volkslieder-Kultur gefunden hat. Na also.

Unterstützt wurde sie dabei u.a. von Stefan Niefentaler aus dem Kleinen Wiesental und der Mannheimerin Rosmarie Wiegand, die ein paar aufwändig ausgestopfte Vögel zum gelungenen Gesamtwerk beisteuerten. Herkunft und Entwicklung seien der eine rote Faden, der sich durch die Ausstellung zieht, die „Vogelhochzeit“ als Rollenspiel der andere. Als Rollenspiel habe sich „eine 15-strophge Version“ aus der Sammlung des „Zupfgeigenhansl“ etabliert bzw. durchgesetzt. Unter die Hochzeitsgäste mischten sich auch einige wenige Nicht-Vögel, betonte Schmid und verwies auf zahlreiche Rollenspiele „rund um die Braut“, die von den Gästen oder Bediensteten erwartet oder den Gästen, darunter auch Nichtgefiederte, auf den Leib geschrieben wurden, vom Hochzeitslader angefangen über den Brautstuhl- oder Nachthemdbringer, den Ringbringer, den Koch (deshalb die oben erwähnten Töpfe), Fensterladen-Schließer, Schwätzer, Strumpfbringer oder Haubenbringer bis hin zum Verabschieder oder Festbeschließer.

Die Ausstellung ist bis Anfang September zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums unter der Überschrift „Tirilli-Tirilla“ unter Beachtung der geltenden Hygienevorschriften (u.a. Mund- und Nasenschutz sowie Abstand) zugänglich.

Autobahnraser auf der A5 bei Bad Bellingen gestellt – Zeugenaufruf

POL-FR: A5, Basel Richtung Karlsruhe, Höhe Bad Bellingen, LKr Lörrach

Freiburg (ots) – Ein vermeintliches Autorennen lieferten sich zwei Schweizer BMW am Samstagmorgen, gg. 08.20 Uhr, auf der A5 in Richtung Karlsruhe.

Beide 31-jährigen Fahrzeugführer fuhren dicht hintereinander mit gleichbleibendem Abstand in Richtung Norden. Eine mobile Geschwindigkeitsmessung des Verkehrsdienstes Weil wurde ihnen dabei zum Verhängnis. Mit nicht weniger als 245 km/h, in einem Bereich in dem 120 km/h erlaubt sind, wurden ihre Geschwindigkeiten gemessen.

Die Führerscheine der Fahrer wurden einbehalten und die Weiterfahrt in Deutschland untersagt. Zudem wurde ein Strafverfahren eingeleitet, welches ein merkliches Bußgeld und ein Fahrverbot nach sich ziehen könnte. Die Schweizer Behörden werden zudem über den Vorfall unterrichtet, was möglicherweise zu weiteren Konsequenzen für die Fahrzeugführer in der Schweiz führt.

Etwaige Zeugen oder durch die Raserei geschädigte Verkehrsteilnehmer werden gebeten, sich beim Verkehrsdienst in Weil, T: 07621-9800-0, zu melden.

Insbesondere der Fahrer eines dunklen Mercedes-Kastenwagen, ähnlich einem Vito, auf den die Schweizer gg. 08.15 Uhr im Bereich Autobahndreieck Lörrach stießen, möchte sich mit der Polizei in Verbindung setzen.

Körperverletzung – Zeugensuche

Schopfheim: (ots) – Am Donnerstag, 16.07.20, gegen 16.20 Uhr, soll es vor einem Geschäft in der Feldberg-/Hauptstraße zu einer Körperverletzung gekommen sein.

Nach bisherigen Erkenntnissen soll es zwischen zwei Autofahrern bei einem Ausparkvorgang zum Streit gekommen sein. In dessen Verlauf soll ein 37-jähriger Mann aus seinem Auto ausgestiegen und an das Fahrzeug des weiteren Beteiligten herangetreten sein. Hier soll er dem Mann mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben. Das Polizeirevier Schopfheim, Tel. 07622 66698-0, sucht Zeugen.

Verkehrsunfall mit Personenschaden – Frontalzusammenstoß – Sperrung L 145, Schopfheim in Richtung Dossenbach – Fahrzeug kommt von der Fahrbahn ab – Person schwer verletzt

Landkreis Lörrach (ots). Stadt Schopfheim, L 145 Zwischen Schopfheim und Dossenbach

Am 17.07.2020, gegen 10:35 Uhr meldete ein Verkehrsteilnehmer über Notruf, dem Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Freiburg, es habe einen Unfall auf der L 145 im Bereich der Motocrossanlage gegeben.

Vor Ort wurde festgestellt, dass ein Fahrer eines Pkw in Richtung Dossenbach aus bislang nicht bekannter Ursache in den Grünstreifen kam. Er übersteuerte sein Fahrzeug nach links und stieß mit dem entgegenkommenden Pkw zusammen. Bei dem Unfall zog sich die talwärts fahrende Pkw-Fahrerin schwerste Verletzungen zu.

Der Unfallverursacher wurde leicht verletzt. Beide wurden vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Die schwer verletzte 38-jährige Fahrerin wurde stationär aufgenommen. Der andere Unfallbeteiligte konnte nach Untersuchung und Behandlung entlassen werden.

Der Gesamtschaden an den Fahrzeugen, die Totalschaden erlitten und abgeschleppt werden mussten, liegt bei etwa 80.000 Euro. Zur Beseitigung von auslaufenden Kraftstoffen war die Feuerwehr aus Schopfheim im Einsatz.

Für die Dauer der Rettungsmaßnahmen und Fahrzeugbergung musste die L 145 für einen längeren Zeitraum voll gesperrt werden.

Abschied von Rektor Hermann Merath

Schopfheim / Langenau (hjh). Die Gitarre hatte er nicht dabei, mit der man ihn immer wieder in Verbindung bringt. Dafür aber strahlte er bei aller Wehmut, bei allem Trennungsschmerz übers ganze Gesicht wegen der tollen Aussichten, nach rund 33 Schuljahren seine neue Freiheit als Schulleiter a.D. in vollen Zügen oder besser in seiner neu entdeckten „großen Liebe“, einem „Camper“, genießen zu können.

In coronabedingt kleiner Runde wurde der Langenauer Grundschulleiter Hermann Merath am Freitag im Saal des Rathauses in den Ruhestand verabschiedet. Sieben Jahre wirkte Merath im zweitgrößten Ortsteil von Schopfheim, initiierte dort – so Ortsvorsteher Walter Würger – mit das Dorffest und brachte laut Bürgermeister Dirk Harscher und Schulrätin Regina Höfler Licht in die dunklen Schulräume und quirliges Leben in die Schullandschaft, die dank tatkräftiger Unterstützung durch die Stadt zum Bildungshaus umgestaltet wurde.

„Sie hatten in all den Jahren ein großes Herz für die Kinder“, bescheinigte Bürgermeister Dirk Harscher dem „kompetenten“ Rektor, durch dessen Schule alle seine Kinder gegangen seien. Für die Kids, aber auch für die Eltern, fürs Kollegium und fürs ganze Dorf sei Meraths Abschied ein großer Verlust, versicherte Harscher und später auch Fachbereichsleiter Jürgen Sänger, der Hermann Merath auch bei differenzierter Meinung zum einen der anderen Punkt „immer auf Augenhöhe begegnen konnte“. Und die Schulrätin, die von ihrer Nachfolgerin Jasmin Kortüm begleitet wurde, betonte, dass Schopfheim und speziell Langenau „großes Glück hatten, einen solchen Mann für ihre Schule verpflichten zu können.“ Gerade Meraths Einsatz für das Bildungshaus sei eine große Herausforderung gewesen, die er glänzend gemeistert habe. Sein Beruf sei eben vor allem Berufung gewesen. Und immer, so Höfler, „standen die Kinder bei ihm an erster Stelle.“ Er habe sich als Vorreiter in Sachen EDV / Digitalisierung einen Namen gemacht, kurz: Als Schulleiter habe er bei allen Beteiligten und Weggefährten einen bleibenden Eindruck als verlässlicher und engagierter Partner hinterlassen.

Von den Lobeshymnen und den erhebenden Worten fühlte sich Hermann Merath „gut getroffen“. Die Zeit in Langenau sei für ihn „eine sehr schöne Zeit gewesen“, sagte er. Aber nun freue er sich auch auf den neuen Lebensabschnitt, den er mit seiner Partnerin Petra Scherle und seinen Kindern genießen werde. Und dahinbegleiten ihn nicht zuletzt Dirk Harschers Wünsche, der sich mit einem Zitat von Fred Rogers verabschiedete: „Oft, wenn wir glauben, wir wären am Ende von etwas angekommen, stehen wir bereits am Anfang von etwas anderem.“

Auf dem Foto vlnr. Regina Höfler, Jasmin Kortüm, Hermann Merath, Jürgen Sänger, Dirk Harscher und Walter Würger

Christoph Nitz und Anja Herzog in Zell

Zell. Für Christof Nitz, den Landtagskandidaten der CDU im Landkreis und seine Ersatzkandidatin Anja Herzog beginnt in diesen Wochen die Tour durch den Wahlkreis. Einen langen, sicherlich beschwerlichen Weg haben sie vor sich von der südwestlichsten Ecke Baden-Württembergs in die Landeshauptstadt. Da kann es natürlich nicht schaden, die Probleme zu sammeln, welche den Menschen hier im Dreiland unter den Nägeln brennen. Es sind Themen, die Christof Nitz im Stuttgarter Landtag thematisieren will: Ärzteversorgung, ÖPNV, Schulen, Ökologie, Energie und – wie kann es bei einem so erfahrenen Ex-Bürgermeister und Diplom-Verwaltungswirt anders sein – eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung.

Zu Gast beim Zeller CDU-Stadtverband rannten beide Kandidaten mit solch brisanten Themen beim Vorstandstrio Klaus Wetzel, Daniela Rümmele-Kiefer und Thomas Schmidt natürlich offene Türen ein. Denn Zell, so hieß es, habe durchaus Nachholbedarf. Nicht alles nämlich laufe planmäßig. Die Sanierung bzw. Umgestaltung des Bahnhofbereichs stocke, bei den Schulen läuft’s nicht ganz so rund, die Ärzteversorgung bereite Probleme, die Wälder leiden und verursachen erhebliche Kosten. Sorgen bereite dem Stadtverband die Zukunft der wenigen noch vorhandenen Industriebetriebe. Und viele Menschen im Oberen Wiesental befürchten, dass sie vom Anschluss an den „Lebensquell Regio-S-Bahn“ abgehängt werden könnten.

Viele Problem also, mit denen sich die Stadt auseinandersetzen müss(t)e, diktierten die Mitglieder des CDU-Stadtverbandes jüngst ihren  Landtagskandidaten in die Mängelliste, die sicherlich im Veraluf der Wahlkampf-Tour an Umfang zunehmen wird.  Peter Palme bemühe sich, aber Thomas Schmidt würde es begrüßen, wenn der Bürgermeister die Möglichkeit zu einem Crash-Kurs beim Routinier Nitz belegen könnte. Zell habe zum Beispiel seit über zwei Jahren keine Zuschüsse oder Zuwendungen aus dem Ausgleichsstock beantragt. Und ohne solche Zuschüsse komme die finanziell klamme Stadt in ihrer Entwicklung nicht spürbar weiter, glaubt Schmidt.  Das weiß natürlich auch der erfahrene ehemalige Bürgermeister Christof Nitz: „Wenn keine Anträge gestellt werden, gibt’s kein Geld.“ Auch nicht für den Bahnhofsplatz, dessen Sanierung seit vier Jahren geplant sei, die aber ins Stocken geriet, weil sich die Stadt nicht mit der nötigen Power dahinter klemme, ärgerte sich Thomas Schmidt, der sich wie die übrigen Teilnehmer in der Runde von dem Mandat des CDU-Kandidaten Christof Nitz den vermissten Schwung  erhofft. „Schließlich“, so Thomas Schmidt, „ist es wichtig, jemand im Landtag zu wissen, der weiß, was er will und einem die richtige Tür aufmacht.“

Für Christoph Nitz ist es „selbstredend“, solche Türen „wo möglich“ aufzustoßen. Zuversichtlich zeigte er sich auch in Sachen Ärzteversorgung. Denn vom Bau des Kreisklinikums erwarte er einen Schub in die richtige Richtung. „Es wird sich im Dunstkreis des Klinikums einiges an Infrastruktur einfinden“, war er sich sicher. Zulieferer würden sich einfinden, Apotheken, Sanitätshäuser. Für die Kommunen drumherum bedeute das, Konzepte zu finden, wie die ärztliche Versorgung nicht nur in Lörrach, sondern auch hier bei uns dauerhaft gesichert werden könne. Klappen werde das, wenn nicht mehr jeder Arzt für sich alleine schafft, sondern wenn sich mehrere zusammentun und wenn sie bei ihren Vorhaben von den Kommunen nicht nur ideell, sondern auch finanziell unterstützt würden, obwohl das nicht unbedingt deren primäre Aufgabe sein würde und wenn das alles ein Umdenken der kassenärztlichen Vereinigung erfordere.

Nicht alles, was dem Stadtverband am Herzen liegt, konnten die Landtagskandidaten bei ihrem ersten Besuch in der Schwanenstadt konkret unter die Lupe nehmen. Christoph Nitz stellte den Gastgebern deshalb weitere Besuche in Aussicht. „Ich komme gerne wieder“, sagte er. Und Klaus Wetzels Team nahm dieses Versprechen gerne an. Ein vielversprechender Anfang sei gemacht. Beim nächsten Treffen wolle man sich der Offenhaltung der Landschaft, den Schulen und Hilfsprogrammen für die Wälder widmen.


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