Dreilandecho

Klatsch, Tratsch und Kulinarisches aus dem Dreiländereck zwischen Müllheim, Lörrach, Schopfheim, Zell, Todtnau und Feldberg

Renaturierung Wiese

Renaturierung Wiese

Schopfheim (hjh). Das Wasser der Wiese hat ganze Arbeit geleistet. „Bis auf die Felsen“ habe es sich ins Flussbett eingegraben, sagt Bruno Imbery, der feststellen musste, dass sich „auf dem glattgeschliffenen Untergrund weder „Geschiebe“ noch „Sediment“ ansammelt, in dem sich Makrozoobenthos – also Kleinlebewesen – ansiedeln könnte. Und nicht nur das: auch Fische können in solch einem Gewässer nicht oder nur sehr schwer ablaichen. Für Schopfheims Angler, die sich für gesunde Gewässer ehrenamtlich engagieren, Gründe genug also, schnellstens zu handeln.

Sie nahmen sich vor, Baumstämme in der Wiese zu deponieren. Vor denen – so die Idee, die nun in die Tat umgesetzt ist – kann sich nicht nur das Geschiebe ansammeln. Sie können auch als Strömungslenker dienen, helfen, Niedrigwasser durchs Flussbett manövrieren und das Wasser, das über sie hinwegplätschern muss, mit Sauerstoff anzureichern. Außerdem, so Bruno Imbery, fänden Fische bei Hochwasser quasi im „Schatten“ der Stämme Bereiche mit wenig Strömung.

Ans Werk ging dieser Tage im Auftrag des ASV und abgestimmt mit der Naturschutzbehörde ein Schreitbagger. Drei Meter lange Stahlstangen wurden in die Felsen gebohrt. An ihnen befestigten fleißige Hände die Baumstämme. Die damit an Ort und Stelle gehalten werden können. Zusätzlich wurden die „Hürden“ mit Findlingen beschwert, die den Fischen ebenfalls Unterstände bieten, erklärt Bruno Imbery den enormen Aufwand, den er mit seinem Team immer mal wieder betreibt, um den Lebensraum von Fischen, Insekten, Kleinstlebewesen und allerlei anderem Getier intakt zu halten. Das ist beileibe nicht selbstverständlich. Denn der ASV zählt „nur“ 34 aktive Mitglieder. Und die lehnen sich nicht nur mit ihrem Einsatzwillen aus dem Fenster, sondern engagieren sich trotz Unterstützung beispielsweise durch das Regierungspräsidium – die Behörde „spendierte die Findlinge – auch finanziell fast bis an die Schmerzgrenze. 15000 Euro steuerten sie zu der beispielhaften Renaturierungsaktion bei, 3000 Euro spendierten naturverbundene Bürgerinnen und Bürger. Und die Baumstämme lieferte ein ASV-Mitglied aus seinem Bestand gratis frei Baustelle.

Info

Aufgrund der extremen Niedrigwasser Situation hat der Angelsportverein Schopfheim die Fischerei seit Anfang Juli eingestellt, um den Fischen nicht noch mehr Stress auszusetzen. Leider hat auf Grund von Covid 19 das Baden und spielen an der Wiese stark zugenommen. Und viele Kinder mit Keschern stellen trotz der Verbote den Fischen nach. Die kommen deshalb an vielen Stellen einfach nicht zur Ruhe und leiden unter dem zusätzlichen Stress ungemein. Deshalb bittet der Angelsportverein um etwas mehr Verständnis auch für die Tierwelt unter Wasser.

Schreitbagger (Quelle: Wikipedia)

Der Schreitbagger (auch Spinnenbagger) ist eine Baumaschine und wird den Standbaggern zugeordnet, da er Arbeitsvorgänge überwiegend im Stand ausführt. Ähnlich einem konventionellen Hydraulikbagger hat der Schreitbagger einen drehbaren Oberwagen, an dem sich der Ausleger mit Anbaugerät befindet. Unterschiedlich ausgebildet ist die Konstruktion des Unterwagens. Statt mit einem herkömmlichen Rad- oder Raupenfahrwerk sind Schreitbagger mit vier Schreitbeinen ausgestattet. An den Beinen können sowohl Räder als auch Abstützfüße montiert sein. Mit Hilfe dieser voneinander unabhängig steuerbaren Schreitbeine ist es dem Geräteführer möglich, auch in schwierigem Gelände oder im Flussbett sicher zu stehen und Arbeitsvorgänge auszuführen. Schreitbagger werden im Erdbau, in der Forstwirtschaft oder in der Landschaftspflege verwendet.