Die Jagd in Schlächtenhaus

Schlächtenhaus (hjh). Billig waren sie nicht, die zehn Böcke, sieben Geißen und zwölf Kitze, die vier Keiler, vier Bachen und vier Frischlinge, die Jagdpächter Manfred Müller mit seinen Mannen im Revier vor die Flinte liefen. Denn auch im Jagdjahr 2019 musste das Team viel Geduld, Schweiß und Zeit in den mit einer Jagdpacht nun mal verbundenen Natur- und Landschaftsschutz investieren. Allein 53 Stunden „Handarbeit“ und 21 Traktorstunden waren nötig, um Wildschäden zu beseitigen oder zu regulieren und die Pflege sowie den Schutz von Tannen, Fichten, Eichen und Buchen zu forcieren, zu der die Jäger von der Gemeinde mittlerweile verpflichtet wurden , betonte Müller am Dienstag vor den Ortschaftsräten und vor Ortsvorsteherin Almut Steyer in der locker Pandemie-bestuhlten Steinenberghalle vor einer stattlichen Anzahl Zuschauer. Der Jagdpächter räumte dabei auch auf mit romantischen Vorstellungen von Streifzügen durch die freie Natur. „Immer mehr Weideland ist in den zurückliegenden Jahren entstanden, zu Lasten der Wälder und damit der Wildtiere, die in diesen Wäldern leben“, klagte Manfred Müller und wies darauf hin, dass die Tiere dort zunehmend leiden unter Spaziergängern mit oder ohne Hunde, unter Radfahrern, Fußgängern und Joggern, die sich zudem nicht immer sehr rücksichtsvoll gegenüber den übrigen Waldbewohnern verhalten. „Morgens um sechs Uhr geht’s los mit dem Krawall. Und sagen darf man nichts“, ärgerte sich Müller über „Hinz und Kunz“, die immer öfter und in großer Zahl im Wald und auf den Wiesen auf Achse sind. Und gegen die dürfte auch das Hausmittel nichts nutzen, das Almut Steyer in ihrem Garten gegen Dachse und Füchse einsetzt: „Ich habe in meinem Garten Teebaumöl versprüht. Das stinkt zwar wie d’Sau. Aber seither habe ich Ruhe“, schmunzelte die Orstvorsteherin.