500 Bikes im Hochschwarzwald – “Papa gib Gummi!”

Todtnau / Notschrei (hjh). Knapp 500 Biker folgten am ersten von vier Etappentagen des vierten „Rothaus Bike Giro Hochschwarzwald“ der Aufforderung eines kleinen Jungen, der seinen Vater schon im Startbereich per handgemaltem Karton anfeuerte: „Papa gib Gummi!“ 21,8 Kilometer lagen nach dem Startschuss vom Todtnauer Bürgermeister Andreas Wießner noch vor „Papa“ und seinem geländegängigen Drahtesel. 560 Höhenmeter musste er wie das übrige erlesene, mit deutschen Meistern und Olympiateilnehmern gespickte Teilnehmerfeld bewältigen. Und hatte trotz solch liebevoller Motivation durch seine Sprößling kaum Chancen auf den Etappensieg. Um den stritt erfolgreich der Lokalmatador David List, der seine Mannschaftskollegen Luca Schwarzbauer und Georg Egger vom „Lexware Mountainbike Team“ nach 43:19,7 Minuten und denkbar knappem Vorsprung von sieben bzw. acht Sekunden auf die Platze zwei und drei verwies. Vorjahressieger Julian Schelb (Startnumer 1) landete mit einem Rückstand von 22 Sekunden auf Rang sechs. Das gelbe Trikot der „Elite-Herren“ und damit eine gute Ausgangsposition für die nächste Etappe, die wie die erste erstmals in Todtnau startet und endet, übernahm also ein Fahrer aus der Breisgaumetropole Freiburg. Das Pendant bei den Damen übernahm die Schweizerin Irina Lützelschwab (51:47 Minuten) mit einem Vorsprung von 14 Sekunden vor Leonie Daubermann (Deutsche Nationalmannschaft) und Vanessa Schmidt weitere drei Sekunden dahinter und damit mit noch immer guten Aussichten für einen der vorderen Plätze, über die nach Etappe zwei – 65,8 Kilometer rund um Todtnau – am Freitag und den beiden Schlussetappen im Bereich Grafenhausen rund um die Rothaus-Brauerei, der das Biker-Spektakel seinen Namen verdankt. 

Zuschauer waren in Zeiten der Pandemie selbstverständlich Mangelware. Streng wurde auf Einhaltung der Masken- und Abstandsregeln geachtet. Lange hatten die Veranstalter um Kai und Rik Sauser um das „grüne Licht“ zittern müssen, das die Landesregierung mit einer neuen Verordnung erst Ende Juni zündete. Viel Zeit hatten sie also nicht, das Großereignis vorzubereiten. Aber sie erledigten ihre Aufgabe mit Bravour – und mit einem erfahrenen Team des Skiweltcup-erprobten Skiclub Todtnau an ihrer Seite, das für dieses Event die Biathlon-Arena auf dem Notschrei erfolgreich „zweckentfremdete“.