Dreilandecho

Klatsch, Tratsch und Kulinarisches aus dem Dreiländereck zwischen Müllheim, Lörrach, Schopfheim, Zell, Todtnau und Feldberg

Archives September 2020

CDU-Stadtverband Zell will Baugebiet Leisenberg II (re-)aktivieren

Es soll voran gehen: 36 Bauplätze warten auf neue Eigentümer

Zell. Um die finanzielle Lage der Stadt sorgt sich u.a. natürlich auch die CDU-Fraktion. Deren Sprecher Matthias Kiefer lud die Mitglieder des Stadtverbandes auch im Namen des Vorsitzenden Klaus Wetzel zum Ideenaustausch ein. Treffpunkt war am Wochenende das Schützenhaus auf dem Leisenberg. Und dort erinnerten sich vor allem die altgedienten (Rats-)Mitglieder um die früheren Fraktionssprecher Siegfried Kiefer und Thomas Schmidt an den „rechtskräftigen Flächennutzungsplan von 1983“, in dem die Flächen am Leisenberg als Wohnbaufläche dargestellt sind, was schließlich zur Bebauung des Abschnitts Leisenberg I führte und was zur Folge hatte, dass der Gemeinderat in der Sitzung am 19.12.1991 öffentlich beschloss, den Bebauungsplan Leisenberg II aufzustellen. Und der gilt nach wie vor. Die Bürgerbeteiligung wurde im August 1992 durchgeführt, der Entwurf lag zur Einsichtnahme aus. „Damit sind alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt worden. Und damit könnte Leisenberg II ohne großen Aufwand jederzeit realisiert werden“, hieß es in der CDU-Runde, in der darauf hingewiesen wurde, dass sich die 36 geplanten Bauplätze samt und sonders im Besitz der Stadt befänden und dass sich da fast schon so etwas wie eine Goldgrube auftäte, weil sich die Grundstückspreise auf dem 3,6 Hektar umfassenden Gelände so positiv entwickelt hätten, dass sich die Investitionen der Stadt in Erschließungskosten mittlerweile gut rechnen. Es müsste sich nur noch jemand daran machen, die aktuellen Kosten zu ermitteln. Das sollte, so hieß es weiter, auch in der „etwas träge wirkenden Stadtverwaltung“ bei sinnvoller Nutzung der zur Verfügung stehenden Arbeitszeiten locker möglich sein. Zumal als Voraussetzung für eine detaillierte Kostenaufstellung lediglich ein paar Aktenordner aus dem Schrank geholt werden müssten, in denen sämtliche anfallenden Arbeiten exakt beschrieben sind, wie Thomas Schmidt ergänzte.

Siegfried Kiefer belegte die Theorie mit der schriftlichen „Begründung zum Bebauungsplan Leisenberg II“ der Stadt vom 28.7.1999. Damals ging die Veraltung davon aus, dass die Stadt mit Gesamtkosten von 2.5 Mio. „D-Mark“ oder 1,25 Mio. Euro kalkulieren müsse, von denen „ein erheblicher Teil durch die Erhebung von Anliegerbeiträgen wieder vereinnahmt“ werden könnten. Unterm Strich sind in der Begründung die Anlage eines Kinderspielplatzes, die Grünordnung, der Natur- und Landschaftsschutz, die Höchstgrenzen der baulichen Nutzung die Handhabung von Leitungsrechten zur Stromversorgung, die Abwasserbeseitigung sowie die Wasserversorgung oder die Oberflächenentwässerung detailliert beigelegt. Eine Sonderregelung erfordere das Schützenhaus, dessen Schießbetrieb damals für „nicht vereinbar mit dem Wohnbau“ eingestuft worden ist, was aber nach heutigen Maßstäben und nach heute üblichen Schutzbauten oder Änderungen des Schießbetriebs – beispielsweise Umstellung auf elektronische Anlage – durchaus revidiert werden könnte.

Wichtig ist der CDU, dass der aktuelle Pächter des landwirtschaftlich genutzten Bereichs eine Ausgleichsfläche für den Weidebetrieb erhält. Ohne eine solche Maßnahme fehle es dem Landwirt an Futter- und Weidewiesen, die existenziell wichtig zur Weiterführung seines Betriebes sind.

Für die Mitglieder der CDU stand an diesem Abend hoch oben über der Stadt fest: „Viele der finanziellen Sorgen der Stadt könnten sich mit Realisierung des Projekts „Leisenberg II“ lösen lassen. Es gelte, in die Hände zu spucken und die Dinge, die dazu nötig sind, in Angriff zu nehmen. Aber dazu, da waren sich viele in der Runde einig, fehle es der Verwaltung am nötigen Schwung. Es liege also am Gemeinderat, dessen Mitglieder vom Volk gewählte Vertreter sind, den nötigen Druck aufzubauen, um dieses Projekt voran treiben zu können. Alleine der Antrag zur Sichtung der Unterlagen von 1999 zur Bebauung des Leisenberg II reicht leider nicht. Es müsse nun der Antrag zur aktuellen Kosten- und Erlösermittlung gestellt werden als Basis für einen endgültigen Beschluss des Gremiums. Fest steht: Es muss jetzt endlich zügig voran gehen. Allein durch die Corona-Pandemie haben sich riesige Löcher im laufenden Finanzhaushalt der Stadt Zell aufgetan. Das Projekt müsse also 2021 unbedingt umgesetzt werden!

Bürstenmacher im Fokus

Todtnau eröffnet das neue Bürstenmuseum

Bürstenmacherlegende Friedrich Busse in Aktion

Todtnau (hjh). Karl-Ludwig Nessler, der Erfinder der Dauerwelle, hat Gesellschaft bekommen. Er ist umgezogen ins Obergeschoss des Kulturhauses und thront dort quasi über einem weiteren spannenden Kapitel aus der industriellen Erfolgsgeschichte der Stadt: Exponate zur Geschichte der Bürstenbinderei oder besser die sehr umfangreiche Dokumentation über 250 Jahre Bürstenhandwerk, dessen Geschichte Leodegar Thoma mit der Einführung der Arbeitsteilung 1770 zu schreiben begann. Am Samstag wurde das neu gestaltete Bürstenmuseum in – coronabedingt mehreren – Etappen eröffnet. Wie die Nessler-Ausstellung steht die in Handwerk und maschinelle Fertigung zweigeteilte Bürstenpracht zusammen ab sofort der Öffentlichkeit vorerst mal bis Dreikönig Mittwoch und Sonntag von 14 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt zur Verfügung. „Aber“, so Kulturhaus-Ressortleiter Dr. Ralf Andreas Thoma in seiner Begrüßungsrede, „das sollte niemand daran hindern, einen Beitrag in die bereit gestellten Körbchen zu geben. Denn das Museum, das Kulturhaus, der Betreiberverein brauchen Geld.“ Auch wenn dort vor allem sehr viel ehrenamtliche Arbeit geleistet wird, gelte für Besucher die Regel: „Het’s dir g’falle, dann zahl, was de magsch!“

„Es hat ein paar Jahre gedauert, bis die Idee zu diesem Museum Realität geworden ist“, sagte Thoma, bevor sich die Türen öffneten. Alle Beteiligten hätten einen langen Atem bewiesen. „Viele, viele Stunden Arbeit“ hätten seine Mitstreiter in die Einrichtung des Museums investiert und ihr „historisches Wissen“ mit ihm, Ralf Thoma, geteilt. Es sei „ihr“ Museum, betonte er. Es fehle noch an Kleinigkeiten und auch an einer „moderneren Maschine“, die von der Firma Zahoransky zur Verfügung gestellt werde. Und es werde natürlich immer wieder Veränderungen bei den Exponaten geben, die teils Leihgaben, zum großen Teil aber Eigentum des Museums sind und bleiben werden. Kurz: „Es gibt immer wieder ausreichend Gründe, auch nach der Eröffnung hie und da bei uns vorbeizuschauen“, warb Ralf Thoma um nicht nachlassendes Interesse der Museumsfreunde, die er schließlich auch mit der Erinnerung daran „impfte“, dass „unsere Heimat, der Schwarzwald“, voll sei mit Geschichten findiger Schwarzwälder und dass wohl allein die Erzählungen rund um den Silberbergbau Museen füllen könnten. Er denke u.a. an die ersten Skifahrer, an den aufkommenden Tourismus und an die vielen Geschichten, die Großeltern aus früheren Zeiten zu erzählen wüssten. Er denke aber auch an die ganz besondere Geschichte von Karl Ludwig Nessler, dem das Kulturhaus seit Jahren eine äußerst spannende Ausstellung gewidmet habe. Deshalb freue er sich sehr, auch dieses neu gestaltete Museum heute hier eröffnen zu können, versicherte der Ressortleiter. Trotzdem stehe nun natürlich die Geschichte der Bürstenindustrie im Fokus. Natürlich könnten die alten Bürstenbinder und Händler solche Geschichten erzählen. Und weil diese Erzählungen noch so frisch in den Erinnerungen haften, könne man sich durchaus die Frage stellen, wozu es eines solchen Museums bedarf. Die Antwort darauf liege auf der Hand: „Ohne die mutigen Bürstenmacher von damals wären wir alle nicht da, wo wir heute sind.“ Ein Museum habe unter anderem die Aufgabe, Geschichte lebendig zu machen und uns daran zu erinnern, wer wir sind und wo wir herkommen. Da könne es sich durchaus auch mal der Hilfe eines Mannes bedienen, der von langen und kalten Winternächten erzählen kann. Den, so Thoma, habe man gefunden: Lorenz Wunderle, der erste Schwarzwälder Bürstenhändler.

Die älteste Bürste aus dem Jahr 1760

Ein Schauspieler schlüpfte in dessen Rolle und begann zu beschrieben, was die Besucher im Museum erwartet: „Im ersten Raum sehen Sie Exponate aus der Geschichte von 1770 bis 1902, die sich mit der Bürstenmanufaktur befasst.“ Zu dieser zeit seien die Todtnauer noch in ihren kleinen Stuben gesessen, haben Bürstenhälse gefertigt, Borsten eingezogen und ihre Erzeugnisse dann von Bürstenhändlern in die weite Welt hinaus tragen lassen. Beide Stuben, die Einziehstube und die Hölzlemacherei, zeigen das eindrucksvoll. Zu sehen sind dort die verwendeten Hölzer und Borsten. In den Vitrinen seien ein paar ganz besonders schöne Stücke, u.a. wundervolle, handeingezogene Silberbürsten, darunter die Bürsten der Luise von Baden oder die allererste Bürste aus dem Jahr 1760 zu bewundern.

Der zweite Bereich der Ausstellung sei der Zeit nach 1902 bis heute gewidmet. 1902 habe Anton Zahoransky seine Firma gegründet und damit die Industrialisierung in der Stadt eingeleitet. Deshalb seien dort auch Maschinen und Werkzeuge der Todtnauer Maschinenfabriken zu finden, sagte „Lorenz Wunderle“. Wie die Maschinen funktionieren, werde den Gästen von Mitarbeitern des Museums erklärt. Und auch bekannt gemacht mit der „Ahnengalerie“ mit Bildern aus den Familien der Todtnauer Bürstenhersteller. Und selbstredend Bilder von heute noch international tätiger Todtnauer Unternehmen und deren Produkten. Dann gab der Bürstenhändler den Weg frei: „Nun raus aus der Kälte und rein in die warme Stube: Viel Spaß in unserem Bürstenmuseum.“ Und den hatten die Gäste dann auch u.a. bei Vorführungen wie der von Friedrich Busse, dem Oldie, der seit 65 Jahren Bürstenmacher ist, mit seinem Tisch schon in Amerika Werbung für die Todtnauer machte und seit 25 Jahren ehrenamtliche Museumsarbeit leistet.

Mit leisem Zischen durchs Wiesental

Schönau (hjh). Wetter machte dem absolut lärmfreien Öko-Spektakel rund um die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) mehr als nur einen Strich durch die Rechnung. Alles fiel ein klein wenig kleiner aus als geplant. Trotzdem kamen die e-Motorräder aus Deutschland, Österreich und aus der Schweiz am Ende dann doch noch ganz groß raus. Und zwar nicht nur in einem drei-Minuten-Bericht in den SWR-Nachrichten am Sonntagabend, in der neben der Fröhnder Bürgermeisterin Tanja Steinebrunner („Es muss leiser werden, aber Straßensperrungen kommen bei uns nicht in Frage“) und dem Kürnberger Ortsvorsteher Peter Ulrich („Ich muss die extreme Zurückhaltung hiesiger Behörden in Bezug auf die Anordnung von Geschwindigkeitsbegrenzungen kritisieren“) auch ein paar Biker zu Wort kamen, die sintflutartigem Regen, einer deshalb um die Hälfte auf 40 Kilometer gekürzten Rundstrecke durchs Wiesental und der auf 20 halbierten Teilnehmerzahl zum Trotz das Fazit zogen: „Es hat Spaß gemacht. Und auch wenn die Einwohner der von uns besuchten Orte witterungsbedingt fehlten, konnten wir Menschen um uns herum eindeutig beweisen: Man kann auch ohne die Produktion von Lärm und Gestank Fahrspaß haben und die Natur genießen.“

Ein leises Zischen begleitete den Tross durchs Wiesental. Die Verkehrsteilnehmer, die das mitbekamen, staunten also nicht schlecht, wie lautlos dieser von den EWS organisierte «Electric Ride Schönau im Schwarzwald» (ERS) über die Bühne ging. Es klang durchaus glaubhaft, was eine Dame im Sattel eines dieser elektrisierenden „fliegenden Kisten“ unter „etwas anderen Wettervoraussetzungen“ am Ritt durch die Natur u.a. fasziniert: „Bei Fahrten durch die Landschaft hören wir die Vögel zwitschern.“ Dabei geht die Post auch hier mächtig ab. Das aktuellste Modell , eine „ZERO SR/F“, hat 110 Pferdestärken unter der Haube, beeindruckt mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h und schafft es von „Null auf Hundert“ in sagenhaften drei Sekunden. Rund 200 Kilometer weit führt die Reise, dann muss der Stromstecker irgendwo rein. An der Steckdose dauert der Aufenthalt 60 Minuten, dann kann es wieder losgehen zu dem nicht ganz billigen Vergnügen. Das Modell des amerikanischen Herstellers, der in Schönau mehrheitlich am Start gewesen ist, kostet etwas mehr als 20000 Euro. Für 21000 Euro ist der „Streetfighter“ aus Modena zu haben. Den flotten Italiener bringen 145 PS zügig auf Touren. Im Stadtverkehr bewältigt eine volle Batterie laut Hersteller bei moderater Geschwindigkeit rund 400 Kilometer, die sich bei Autobahnfahrten mit bis zu 200 Sachen auf gut die Hälfte halbieren, wobei ein Teilnehmer in Schönau darauf hinwies, dass diese Reichweiten nur zu schaffen seien, wenn man sein Fahrverhalten entsprechend anpasst und beispielsweise Möglichkeiten zum Windschattenfahren nutze. Im übrigen aber beteuerte er, dass er diese Art von Fragen nach möglichen Reichweiten „nicht mehr hören“ könne. „Die Reichweite reicht in Deutschland von der Küste bis zu den Alpen. Denn überall gibt es mittlerweile Steckdosen, an denen unsere Motorräder wieder flott gemacht werden können.“ Auch die „Neue“ im Bunde, eine „Schwedin“, mit der es um ein paar Nuancen gemütlicher auf Reisen geht. Das „Retro“-Modell aus Schweden, das seit Mai dieses Jahres auf dem Markt ist und für das laut ADAC etwas mehr als 10000 Euro zu berappen sind, schafft 150 Kilometer. Dann erwartet der 20 PS-Boliden eine Steckdosen-Pause. Auf die Notwendigkeit, tanken zu müssen, macht an diesem – so der ADAC – „optischen Leckerbissen, dessen Design an eine Yamaha SR 500 erinnert“, ein „gar nicht retro-konformes“ digitales Cockpit mit zeitgemäßem Touchscreen aufmerksam.

Sie sind also im Kommen, werden nach und nach salonfähig und begeistern die größer werdende Fan-Gemeinde mit schier unglaublichen Leistungen. Kein Wunder also, dass sich die EWS zu diesem Event motiviert fühlte, getrieben vom eigenen „Kampf für mehr Klimaschutz und für eine nachhaltige, bürgernahe Energiezukunft“. Man fühle sich geradezu verpflichtet, für eine „generelle Verkehrswende weg vom Lärm und CO2-Emissionen“ einzutreten und damit die Bemühungen zur „Stärkung ökologischer E-Mobilität jenseits von Kohle- und Atomstrom“ nachhaltig zu unterstützen. Immer drängender würden Lösungen zur Eindämmung des Motorenlärms gesucht. Die elektrische Mobilität könne entscheidend dazu beitragen, „die Lärmemissionen zu reduzieren, nachhaltige Mobilitätskonzepte umzusetzen und damit die Lebensqualität aller zu steigern“. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am ERS bewiesen nach Ansicht der EWS, dass sich „Engagement für die Umwelt und Rücksicht auf andere durchaus mit dem vergnügen an einem interessanten Hobby sinnvoll verknüpfen lassen.“ Mit dem Event wollten die Herrschaften Veränderungen anstoßen. Und das, so die EWS, sei eine Haltung, die sich im Betrieb der Schönauer Stromer wiederfinde. Auch deshalb stellten sie der illustren Reisegesellschaft nach der Tour „grünen Ladestrom“ zur Weiterfahrt in eine hoffentlich rosige Zukunft bereit.

Corona-Maßnahmen

Ein Leserbrief vom Samstag, 19.9. in der Badischen Zeitung verdient es sicherlich, gelesen zu werden:

Das Virus ist keine hinreichende Rechtfertigung für die meisten Maßnahmen / Zu: „Weniger Corona-Fälle im Wochenvergleich“, Agenturbeitrag (Politik, 31. August)

Laut Robert Koch Institut (RKI) sind Stand 16. September gut 19 000 Corona-Infektionen in Deutschland bekannt. Das sind bei einer Gesamtbevölkerung von 83 Millionen etwa 0,02 Prozent, selbst eine zehnmal so hohe Dunkelziffer angenommen, käme man über 0,2 Prozent nicht hinaus. Ausweislich RKI sind im Juni 473 Menschen im Zusammenhang mit Corona gestorben, im Juli 200, im August 167. Das sind keine Zahlen, die in einem Land, in dem jeden Monat knapp 20 000 Menschen an Krebs und fast 30 000 an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben, irgendwen über Gebühr beunruhigen müssten.
Mit dem starken Fokus auf die Zahl der Neuinfizierten ignoriert man den Unterschied zwischen der Gefährlichkeit, die von einem Ereignis ausgeht, und der Gefahr, dass es eintritt. Das ist keine Wortklauberei, sondern darauf beruht unter anderem unsere gesamte Versicherungswirtschaft. Jedes Feuer, das plötzlich ausbricht, ist brandgefährlich, die Gefahr oder die Wahrscheinlichkeit, dass ein Feuer plötzlich ausbricht, ist dagegen überschaubar. Wäre es anders, könnte sich niemand eine Brandschutzversicherung leisten. Die Gefährlichkeit des Bisses einer Giftschlange ist über die Maßen groß; die Gefahr, in unseren Breiten von einer Giftschlange gebissen zu werden, ist über die Maßen gering. Die Gefahr einer Ansteckung mit Corona mag deutlich größer sein als die Gefahr, von einer Schlange gebissen zu werden, die Gefährlichkeit des Virus ist jedenfalls deutlich geringer als die eines Schlangenbisses.
Es ist keine hinreichende Rechtfertigung für die meisten Maßnahmen der letzten Monate und die Art, wie darüber polemisiert wird. Darum ist es auch keine demokratische Zumutung, wie Frau Merkel behauptet. Denn das Virus ist unpolitisch, es hat weder Schulen geschlossen und eine Maskenpflicht verordnet, noch hat es eine Verschwörungstheorie in die Welt gesetzt. Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern die Meinungen und Urteile über die Dinge (Epiktet).

Motorrad Fahrer schwer verletzt mit Rettungshelikopter in Uniklinik

Todtnau: (ots) – Die L 151 befuhr am Sonntag, 13.09.2020 gegen 14.40 Uhr ein 59 Jahre alter Mann mit seiner Yamaha bergwärts von Präg kommend in Fahrtrichtung Passhöhe Hochkopf. In einer Linkskurve kam er nach rechts von der Fahrbahn ab und stieß dort gegen einen Leitpfosten sowie einem Betonschacht. Durch den Aufprall an dem Betonschacht überschlug sich der 59-Jährige und kam auf der Fahrbahn zum Liegen. Der Krad Fahrer verletzte sich bei dem Unfall sehr schwer und wurde vom Rettungshubschrauber in die Uniklinik nach Freiburg verbracht.

Unfallursache könnte laut Zeugen sein, dass der Kradfahrer seinen Spiegel am Motorrad einstellte und dadurch ein entgegenkommendes Fahrzeug zu spät wahrnahm, erschrak und seine Maschine ruckartig nach rechts zog. An der Yamaha entstand Sachschaden in Höhe von 7500 Euro.

Zwei Einbruchsversuche – Polizei sucht Zeugen!

Steinen/ Endenburg: (ots) – Zu zwei Einbruchsversuchen kam es zwischen Freitag, 11.09.2020 und Samstag, 12.09.2020 in der Straße „Im Hofacker“. Unbekannte versuchten auf der Rückseite einer Werkstatt ein Fenster aufzubohren, was jedoch misslang. Über eine Tür konnte er dann ins Gebäude eindringen und Bargeld aus einem Geldbeutel und der Kaffeekasse entwenden. Bei dem zweiten Einbruch in der gleichen Straße scheiterte der Täter beim Einbruch, da er auf frischer Tat ertappt wurde.

Währenddessen sich der Einbrecher am Fenster zu schaffen machte wurde der Bewohner auf diesen aufmerksam, woraufhin er flüchtete. Er wurde als Mann zwischen 30 und 40 Jahre alt und einer stämmigen Figur beschrieben. Bekleidet mit einem schwarzen Pullover, einer kurzen hellen Hose und einem hellen Basecap.

Das es sich in beiden Fällen um den gleichen Täter handelt ist wahrscheinlich.

Der Polizeiposten Steinen (07627/970) hat die Ermittlungen übernommen und bittet Zeugen, die verdächtige Wahrnehmungen in der Nacht von Freitag auf Samstag im und um den Hofacker gemacht haben, sich mit ihnen in Verbindung zu setzen.

Unfallbeteiligter Traktor gesucht – Zeugenaufruf

Efringen-Kirchen: (ots) – Am Donnerstag, 10.09.2020, gegen 18.30 Uhr, kam es auf der K6320 zu einem Verkehrsunfall. Ein Seat-Fahrer fuhr von Efringen-Kirchen in Richtung Blansingen. Auf der Strecke überholte er nach eigenen Angaben einen Traktor und streifte diesen mit seiner rechten Fahrzeugseite. Da er keine Möglichkeit sah, seinen Seat sofort anzuhalten, fuhr er etwas weiter und verständigte die Polizei. Der Traktor konnte jedoch nicht mehr angetroffen werden und dessen Fahrer meldete sich bislang nicht bei der Polizei. Ob an dem Traktor ein Schaden entstanden ist, ist nicht bekannt. Deshalb sucht das Polizeirevier Weil am Rhein, Tel. 07621 9797-0, den Traktor-Fahrer. Der Traktor soll weiß-grau mit grüner Fahrerkabine gewesen sein.

Öffentlichkeitsfahndung – 26-jährige Frau wird vermisst

St. Blasien: (ots) – Die Polizei sucht nach einer 26-jährigen Frau, die seit dem

09.09.2020 vermisst wird. Sie wollte im Bereich Südschwarzwald alleine wandern gehen. Letzte Bilder wurden von ihr aus St. Blasien übermittelt. Möglicherweise wollte sie zuletzt durch das Wehratal in Richtung Wehr gehen.

Zuletzt bestand am 10.09.2020 durch Angehörige Kontakt mit der Vermissten über Whatsapp.

Die junge Frau ist 26 Jahre alt, 160 cm groß, schlank, ca. 50 kg, dunkelblonde an den Spitzen blonde Haare, sie führt einen roten Trekking-Rucksack der Marke Osprey und vermutlich ein graues Zelt mit.

Die Kriminalpolizei Bad Säckingen wendet sich an die Öffentlichkeit: Wer hat die Vermisste gesehen oder kann Hinweise auf ihren Aufenthaltsort machen.

Hinweisgeber werden gebeten, sich an die Kriminalpolizei Bad Säckingen Telefon 07761 934 500 oder jede andere Polizeidienststelle zu wenden.

Zeller Bürgerverein bläst zur Attacke: „Eifach mache!“

Zell (hjh). Auf das übliche Erfrischungsgetränk zu Lasten des Bürgervereins mussten die Mitglieder bei der Hauptversammlung am Freitag im Pfarrsaal aus verständlichen Gründen verzichten, nicht aber auf die innovativen Gedanken und Ideen, die das komplett einstimmig gewählte Vorstandsteam um seinen Vorsitzenden Michael Gehri wie in der Vergangenheit auch in den nächsten drei oder vier Jahren an- oder umtreiben. „Weil Stillstand Rückschritt bedeutet, haben wir uns Ziele gesetzt, die wir mit ihrem Einverständnis auf jeden Fall umsetzen werden“, sagte Gehri, der die geplanten Aktivitäten seiner Mitstreiter an der Spitze des 384 Mitglieder zählenden Bürgervereins mit zwei Worten auf einen Nenner bringen und publik machen will: „Eifach mache!“

Geplant sei – nun mit dem einstimmigen Votum der Mitglieder im Rücken – in den nächsten vier Jahren nicht nur die begonnene Förderung von Vereinen und Institutionen (das waren im Jahr 2019 rund 30000 Euro und in den zurückliegenden zehn Jahren knapp 300000 Euro) fortzuführen, sondern – als „Leuchtturmprojekt“ – 100000 Euro in die Stadtentwicklung zu investieren mit dem erklärten Ziel, ein einheitliches Erscheinungsbild zu schaffen, das der Schwanenstadt – aus welchen Gründen auch immer – in der Vergangenheit nach und nach verloren ging. Die Stadt soll laut Michael Gehri „sauberer, schöner und attraktiver“ werden.

Dafür sei sein Verein bereit, tiefer als bisher in die Tasche zu greifen und die Rücklagen ein wenig anzutasten, die auf dem Bankkonto deponiert eh keine Erträge mehr bringen. Über 200000 Euro stünden dafür zur Verfügung. Und die würden sich in den jetzt beschlossenen vier Jahren um ungefähr 62000 Euro reduzieren, wenn sich die bisherigen jährlichen Einnahmen von rund 30000 Euro bestätigen, die Sponsorengespräche sich weiter so positiv entwickeln wie bisher und die Stadt wie von Bürgermeister Peter Palme am Abend der JHV erneut versprochen mit ins Boot bequemt. Weiter auf dem Zettel hat die Vorstandschaft, die in alter Formation antritt bis auf Oldie und Gründungsmitglied Peter Kiefer, der nach 29 Jahren der Jugend den Vortritt lassen wollte und für den deshalb Uli Merkle als zweiter Vorsitzender in die Bresche sprang, die Mitgliederzahlen im Fokus, die bis 2023 auf 450 Mitglieder gesteigert werden sollen. „Es lohnt sich Mitglied zu werden“, warb in seinen Grußworten auch Bürgermeister Peter Palme für „Neuzugänge“ in der Registratur von Kassierer Andreas Müller. Palme machte damit vor, was Michael Gehri so umgesetzt wissen wollte: „Wenn jeder der heute hier Anwesenden zwei neue Mitglieder wirbt, haben wir schon 50 mehr.“ Persönliche Ansprachen, Werbung in den Vereinen, die vom Bürgerverein mit Zuschüssen bedacht wurden und ein neues Flyer sollen die Anstrengungen unterstützen, die helfen könnten, das Ziel der Vorstandschaft zu realisieren. Schließlich, so Gehri, sei sein Verein finanziell bestens aufgestellt, mit Bürgerheim, Begegnungsstätte und betreutem Wohnen in über 90 (bezahlten) Wohnungen inzwischen hervorragend etabliert in der Stadt und genieße einen so guten Ruf, das Werbung „eigentlich problemlos“ zum Erfolg führen wird.

Es versteht sich von selbst, dass die anwesenden Mitglieder die Pläne ihrer Vorstandsmitglieder einstimmig gut hießen. Immerhin durften sie im Pfarrsaal mehr als zufrieden zur Kenntnis nehmen, was im Vorfeld der JHV alles geleistet wurde und wie gut Gehris Team die nun vorgesehene Neuorientierung des 1991 zur Förderung des Bürgerheimbaus gegründeten und 2012 zur jetzigen Form umgemodelten Bürgervereins vorbereitet hat. Nichts blieb da dem Zufall überlassen. Andreas Müller, der Finanzjongleur, rechnete „das beste Jahr, das wir je hatten“ ab. Und der Vorsitzende reihte u.a. die aus den Vorjahren bereits gewohnten großzügig „vergebenen Gelder“ oder den Weihnachtsmarkt beim Bürgerheim aneinander, erinnerte aber auch an die zusätzliche „Anerkennung der aufopferungsvollen Arbeit von Pflegekräften im Pflegeheim, der Sozialstation und der Hausarztpraxis von Dr. Koch“ mit 105 Essensgutscheinen. Außerdem sei der Bürgerverein aktuell noch dabei, notleidenden Vereinen, denen die gewohnten Einnahmen wegen der Pandemie weggebrochen sind, mit Soforthilfen unter die Arme zu greifen. „Insgesamt haben wir in zehn Jahren 248 Projekte finanziell bedient. Und ich glaub, das hat Zell und den Teilorten gut getan“, sagte Michael Gehri, der hofft, dass der Bürgerverein damit auch etwas zur Motivation der ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger beitragen konnte, ohne die es nicht nur im Vereinsleben der Stadt düster aussehen würde.

Wahlen

„Ich freue mich auf die nächsten drei Jahre“, gab Michael Gehri nach seiner 100-Prozent-Quoten-Wahl zu. Dem dürften zumindest insgeheim die übrigen Vorstandsmitglieder beigepflichtet haben, die ebenfalls ohne Gegenstimmen in ihren Ämtern bestätigt wurden. Einen Wechsel gabs lediglich unter Gehris Stellvertretern, weil Peter Kiefer, das einzige noch aktive Gründungsmitglied, nach 29 Dienstjahren das Handtuch geworfen hatte. „Ruhig, überzeugend und konstruktiv“ habe Kiefer mit dazu beigetragen, „dass unser Verein so dasteht, wie er dasteht“, lobte Michael Gehri seinen Stellvertreter, der von Uli Merkle ersetzt wird, der dem Bürgerverein aber als Ehrenvorsitzender erhalten bleibt. Neu in den Vorstand gewählt wurde Nicole Brutschin, Lothar Müller, Matthias Kiefer, Jürgen Philipp und Manfred Schmittel fungieren wieder als Beisitzer, Caroline Gehri bleibt Schriftführerin, Andreas Müller „hütet“ weiter die Kasse und Brigitte Rümmele wird mit Uli Merkle den Vorsitzenden vertreten. Udo Bauer und Thomas Döbele wählten die Mitglieder ein weiteres Mal zu Kassenprüfern.

Grußwort

Peter Palme sah in der Neuorientierung des Bürgervereins „für die Stadt eine Chance, die Stadtentwicklung voranzubringen, die von Thomas Schmidt schon im Jahr 2018 angeleiert wurde. Aber ihm war auch klar: „Es gibt sehr viele Punkte, die angegangen werden müssen.“ Für ihn bedeute das Motto „eifach mache!“, den Menschen in der Stadt, aber auch der Verwaltung zu vermitteln, dass es an der zeit ist, „endlich anzufangen“. Sich selbst und seine Mitarbeiter sehe er in der Pflicht, Möglichkeiten auszuloten, die geeignet sind, an Fördermittel zu kommen. Insgesamt hoffe er als Bürgermeister „auf einen neuen Ruck durch alle Bevölkerungsschichten, durch Gemeinderat, Bürger und Vereine und nicht zuletzt eine neue Motivation, sich für die Stadt und die Menschen, die in ihr leben, ehrenamtlich zu engagieren. Auf alle Fälle sei das Geld des Bürgervereins in solchen Projekten gut angelegt. Aber es sei auch Geduld vonnöten, bis sichtbare Ergebnisse eventuell ´schon in diesem Jahr vorliegen. Die Stadt erwarte wegen Corona sechs- bis siebenstellige Einnahmeverluste. Deshalb bat Palme um Verständnis dafür, dass „nicht alles gleich machbar“ sein werde.

Mögliche sexuelle Nötigung – Kriminalpolizei sucht Zeugen

Schopfheim: (ots) – Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen und des Polizeipräsidiums Freiburg:

Die Polizei sucht Zeugen zu einer möglichen sexuell motivierten Straftat, die sich am Samstag, 05.09.2020, gegen 19.50 Uhr, auf einer Parkbank beim Hauptfriedhof in Gündenhausen zugetragen haben soll. Ein bisher namentlich nicht bekannter Zeuge meldete, dass hier zwei Männer am Boden liegen würden und ein Mann um Hilfe schreien würde. Die beiden Männer konnten am gemeldeten Ort durch die Polizei angetroffen werden. Nach bisherigen Erkenntnissen besteht der dringende Verdacht, dass ein 28-jähriger Mann an einem 41-Jährigen gewaltsam entgegen dessen Willen sexuelle Handlungen vorgenommen haben soll. Aufgrund des Verdachts eines Sexualdeliktes wurde der 28-jährige deutsche Staatsbürger vorläufig festgenommen. Er wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen am Sonntag dem zuständigen Haftrichter vorgeführt, welcher Untersuchungshaft anordnete. Die Kriminalpolizei Lörrach, Tel. 07621 176-0, hat die Ermittlungen übernommen und sucht Zeugen, insbesondere den bislang unbekannten Anrufer.


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