Dreilandecho

Klatsch, Tratsch und Kulinarisches aus dem Dreiländereck zwischen Müllheim, Lörrach, Schopfheim, Zell, Todtnau und Feldberg

Zustupf für Aiterns Feuerwehr vom BGV

Zustupf für Aiterns Feuerwehr vom BGV

Auf dem Foto vlnr. Kommandant Markus Wunderle, Ulrich Franz,
Roland Fahrner und Sigrid Böhler

Aitern (hjh). Der Zustupf ist längst überwiesen. Aber trotzdem ließen sich Beschenkte und Schenker die Freude nicht nehmen, über die edle Geste publikumswirksam laut nachzudenken. Getreu dem Motto „tue Gutes und rede darüber“ trafen sich Bürgermeisterin Sigrid Böhler, ihr Stellvertreter Roland Pfefferle, die Gemeinderäte Julian Asal und Christian Kiefer, die Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Markus Wunderle und Jürgen Walliser und natürlich auch die Vertreter des Badischen Gemeindeversicherungsverbandes (BGV) Roland Fahrner und Ulrich Franz, um die Gründe, die zur Übergabe einer BGV-Spende von 10000 Euro führten, im Vereinsraum der Landfrauen in gebührendem Abstand zu erläutern. Es ging um ein LF8, ein Fahrzeug, das bereits 30 Jahre auf dem Buckel hat und laut Markus Wunderle und nach der Bedarfsplanung 2013 spätestens im Jahr 2016 ersetzt werden sollte. Aber nichts dergleichen geschah. Aiterns Finanzlage ließ eine Ersatzbeschaffung einfach nicht zu. Also wurde 2018 eine Generalüberholung des Löschfahrzeugs ins Auge gefasst. Und der damals schon happigen Investition von 30000 Euro stimmte der Gemeinderat zu. Das Fahrzeug wurde in eine Sanierungswerkstatt überführt. Und danach häuften sich die Hiobsbotschaften. Aus 30 wurden 40000, aus 40 dann 50000 Euro und schließlich gabs die Punktlandung bei 60000 Euro und damit bei einer Summe, die laut Sigrid Böhler „für die Gemeinde eine finanzielle Kraftanstrengung sondergleichen“  bedeutete.

Die Bürgermeisterin sah sich nach Fördermöglichkeiten um und wurde bei der Jahreshauptversammlung des BGV, deren Mitglied alle Landkreise und Kommunen im Land sind, fündig. „Vorstandsmitglied Roland Fahrner und der Direktionsbevollmächtigte Ulrich Franz waren die beiden Menschen, die unser Bemühen um Zuschüsse von Anfang an wohlwollend unterstützt haben“, sagte Sigrid Böhler. Die beiden hatten da bereits bei der Direktion vorgefühlt und konkret eine Finanzspritze von 10000 Euro in Aussicht gestellt. Stellen sie sich vor, was das für ein grandioses Weihnachtsgeschenk gewesen wäre“, erinnerte sie im Pressgespräch am Dienstag an die Gespräche mit dem BGV, die sie aufpeppte mit einer Art Dringlichkeits-Mail an den Vorstand, mit der sie kurz vor Weihnachten 2018 mit dem Hinweis darauf punktete, dass man sich zur Sanierung des „eigentlich gut gepflegten LF8“ entschlossen habe, um es für mindestens weitere zehn Jahre diensttauglich auszustatten. Danach war die Sache so gut wie geritzt. Das Geld wurde vom Verband zugesagt. Schließlich, so Roland Fahrner nun bei der Übergabe des symbolischen Schecks, überweise die Versicherung Jahr für Jahr zwischen 300000 und 500000 Euro an die Mitgliedsgemeinden zur Förderung von Einrichtungen wie die Feuerwehren. „Selbstverständlich wollen wir damit nicht zuletzt auch das Ehrenamt nachhaltig belohnen“, sagte Fahrner und wies darauf hin, dass in Bereichen, in denen sich Menschen für ihre Mitbürger unentgeltlich einsetzen und teilweise Gesundheit oder Leben riskieren, „wenigstens das dazu notwendige Equipment in Ordnung sein sollte.“ Es sei für seinen Verband also geradezu unumgänglich gewesen, für das Ziel locker zu machen, einen „rundum gut gepflegten Oldtimer“ zu sanieren. Schade nur, dass das Ergebnis der Sanierung bisher noch nicht vor Ort zu bewundern ist. Denn noch immer befinde sich der Oldie nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in der Heimat in der Werkstatt. Dort erhalte er den letzten Schliff und werde auf den neusten Stand der (Ausrüstungs-)Technik gebracht. „Wenn das LF8 fertig ist, können wir eine große Steigerung seines einsatztaktischen Wertes melden“, sagte Kommandant Wunderle. Das Fahrzeug habe schon wegen der Ausrüstung mit 850 Liter Löschwasser und vollgetankt um rund eine Tonne auf 8,5 t Gesamtgewicht zugelegt, rechnete er vor und schmunzelte: „Gott sei Dank wird die Besatzung nicht gewogen. Ihr Gewicht wird pauschal mit in das Gesamtgewicht einbezogen.“