Bürgermeister darf Staubsauger kaufen…

Über die Zusammenlegung der Kindergärten Schönau und Utzenfeld haben die, die es betrifft, schon Beschlüsse gefasst. Die Anpassung der Hauptsatzung war lediglich reine Formsache (unter anderem wurden die Geldmittel, über die ein Bürgermeister im Rahmen des genehmigten Haushalts verfügen darf, erhöht) und es wurde nach ausführlicher Debatte beschlossen, dass der Bürgermeister auf Wunsch der Putzfrau einen neuen Staubsauger für 200 Euro anschaffen darf, weil der nicht nur Staub, sondern auch Wasser saugen kann…

Angst vor dem bösen Wolf

Fröhnd (hjh). Er ist (und bleibt hoffentlich noch lange) unsichtbar. Trotzdem sorgt der graue Vierbeiner bei den Landwirten im Belchengebiet für Angst und Schrecken. Und den Gemeinderäten, die sich seit Monaten gegen die Ansiedlung des Wolfes ebenso massiv wie erfolglos wehren, große Sorgen. Sie tun sich schwer damit, Lösungen zum Schutz der Nutztiere zu favorisieren. Ist ein Schutzzaun empfehlenswert? Welche Vorteile bringt er? Zufriedenstallende Antworten fanden die Gemeinderäte mit ihrem Bürgermeister Michael Engesser auch bei einer weiteren Diskussionsrunde im Rahmen der Sitzung am Mittwoch nicht. Aber sie haben – weil ihnen „von oben“ die Genehmigung von Wolfszäunen ins Pflichtenheft geschrieben wurde – den „schwarzen Peter“ in der Hand und sind deshalb Zielscheiben des Unmuts vieler Betroffener. Den aktuell drei Abtragstellern – einer hat die Genehmigung bereits in der Tasche und sorgt sich nun, dass daran „nach nur wenigen Wochen schon wieder gerüttelt wird“ – legte Michael Engesser ans Herz, sich Gedanken darüber zu machen, ob sie den „riesigen Aufwand“, der mit der Hege und Pflege des Zauns nach den Richtlinien und Auflagen der Ministerien das ganze Jahr über verbunden sei, tatsächlich auf sich nehmen wollen. Schließlich, so Bernhard Stiegeler, könne es im schlimmsten Fall dazu kommen, dass es die für den Schadensfall versprochenen Entschädigungen nicht gibt, wenn der Zaun nicht den Richtlinien entsprechend aufgestellt sei. „Wer will, der findet dann auch etwas, um sich aus der Verantwortung stehlen zu können“, mahnte Stiegeler zur Vorsicht. Und unisono stellten die Ratsherren mit ihrem Bürgermeister die Frage in den Raum: „Ist es wirklich realistisch, das alles jahrelang durchzuziehen?“ Und zwar auf die Gefahr hin, dass es am Ende dann doch kein Geld gibt. Das Schreckensszenario wurde weiter ausgeschmückt. „Wer einen Zaun aus welchen Gründen auch immer aufstellt, ist für Schäden jeder Art verantwortlich.“ Das betreffe natürlich in erster Linie Spaziergänger, Wanderer und nicht zuletzt Skifahrer, die nicht mehr wie gewohnt querbeet durch die Landschaft streifen könnten, wenn große Flächen eingezäunt sind und die bei entsprechenden Schneehöhen einen Zaun zwar nicht sehen könnten, aber darüber stolpern. So richtig helfen konnten Argumente wie die eines Ratsmitglieds, dass Landwirte, die nichts machen, auch garantiert keinerlei Vergütungen bekommen, nichts. Und hilfreich war auch der Hinweis nicht, dass mit den Vorschriften lediglich EU-Recht umgesetzt werde, das von Fröhnder Seite nicht anfechtbar sei. Bernhard Stiegeler zum Beispiel fiel dem Bürgermeister in die Parade. „EU-Recht hin oder her. In Deutschland ist es leider so, dass dieses Recht nie angepasst wird, sondern dass meist noch eins draufgesetzt wird“, ärgerte sich der Gemeinderat. Beschlossen wurde am Ende, jeden Antragsteller mehr oder weniger individuell zu behandeln, grundsätzlich aber dem Wunsch, einen Zaun erstellen zu dürfen, unter Hinweis auf die eventuellen Besonderheiten der Gebiete wie etwa Skipisten zu entsprechen. Michael Engesser versprach, Abweichungen in Einzelfällen mit dem Gremium zu besprechen. Aber er hoffe auch, dass sich die Antragsflut in Grenzen halte: „wer weiß, vielleicht bleibts bei den drei Anträgen, die wir jetzt vorliegen haben.“

Glasfaserkabel werden schnell verlegt

Fröhnd (hjh). Die Verlegung der Glasfaserkabel von Holz nach Stutz hat mit der Einrichtung der Baustelle in Holz begonnen und geht laut Michael Engesser zügig voran. Im Zuge der Arbeiten wurde wohl auch über die Erneuerung der Wasserleitung in dem 700 Meter langen Bauabschnitt zischen den Hochbehältern gesprochen. Es habe sich aber gezeigt, dass die Zusammenlegung beider Projekte nicht möglich ist, weil das Glasfaser in 60 Zentimetern Tiefe verlegt werden kann, während für Wasserleitungen wegen der Frostgefahr 130 Zentimeter vorgeschrieben sind. Jetzt wird das Projekt Wasser Planern übergeben. Seine Realisierung sei trotz desolater Rohre nicht in diesem und auch nicht im nächsten Jahr möglich, sondern werde so vorbereitet, dass Zuschussanträge (Engesser rechnet mit 80 Prozent) gestellt werden können, wenn es gelinge, den Behörden klar zu machen, dass es Engpässe in der Wasserversorgung von Holz, Stutz und Künaberg geben könnte.

Ein Konzept zur Sanierung der Gemeindehalle wurde beauftragt

Fröhnd (hjh). Den im kleinen Ratskreis besprochenen Auftrag zur Ausarbeitung eines Sanierungskonzeptes für die Gemeindehalle ließ sich Michael Engesser in der Sitzung am Mittwoch offiziell absegnen. Vor zahlreichen neugierigen Zuhörern erläuterte der Bürgermeister die Vorstellungen seiner Kollegen, wie das Konzept am Ende aussehen könnte. Unter anderem soll der jetzige Eingangsbereich zu einem (behindertengerechten) WC umgebaut werden. Den (überdachten) neuen Eingang will man auf die Frontseite zur Straße hin verlegen und mit einer Rampe für Rollstuhlfahrer versehen. Geplant sei im Oberstübchen des Rathaustrakts ein Sitzungszimmer mit Archiv, das über eine Treppe erschlossen werden könnte. Und schließlich sei geplant, das jetzige Sitzungszimmer zum Seniorentreff umzubauen, die Fensterfront zu erneuern sowie das Dach vom Eternit zu befreien. Ob und wie das Gebäude künftig beheizt wird, müsse noch geklärt werden. Michael Engesser hält es u.a. für möglich, die Gemeindehalle in ein Nahwärmenetz zu integrieren. Und er gibt Gas: „Wir werden jetzt Planungen erstellen und Ausschreibungen in die Weg leiten, damit die Zuschussanträge rechtzeitig gestellt und möglichst mit den Umbauten im kommenden Jahr begonnen werden kann.