Die Stadt Zell erhält neues Gesicht

Michael gehri, Uli Merkle, Peter Palme und Dominika Anti

Zell (hjh). Die ersten Formulare und Briefbögen sind gedruckt, ein Auto feilt bereits öffentlichkeitswirksam am neuen Image der Schwanenstadt: Zell im Wiesental soll – einer Intention des Bürgervereins folgend – in einheitlichem Gewand schöner werden. „Wir haben uns vorgenommen, alles zu tun, damit unsere Heimatstadt eine positive Entwicklung nimmt“, erklärte Michael Gehri, der Vorsitzende des Bürgervereins bei der Präsentation und der Übergabe des neuen Corporate Designs (CD) an die Stadt am Mittwoch im Forum des Rathauses.  Und dazu habe der Verein eine Anzahl ehrenamtlicher Helfer ins Boot geholt, die für ihre tolle Arbeit auch keine Aufwandsentschädigungen erwarten oder erhalten, sondern sich reinknien, weil sie Zeller sind und weil das – so Gehris Stellvertreter Uli Merkle – „in unserer Stadt seit vielen Jahren schon selbstverständlich ist: es gibt so gut wie nie ein Nein.“

Das neue Logo

Hintergrund der Aktion ist ein Beschluss des Fördervereins, innerhalb von vier Jahren 100000 Euro in das Verschönerungs-Projekt zu investieren. Zwei Jahre sind um. Und rund 50000 Euro sind zur Erreichung des Ziels ausgegeben. „Wir liegen im Plan“, bestätigte Michael Gehri. Und das, obwohl Bürgermeister Peter Palme zu wissen glaubt, dass die bisher schon erzielten Fortschritte nicht zuletzt wegen der ausufernden Pandemie schneller als geplant zu erzielen waren.

„Gerne möchte ich Sie zur Vorstellung unseres neuen Style Guides der Stadt Zell in Verbindung mit unserem neuen CI einladen“, stand im Schreiben von Dominika Anti an die Redaktion. Und keiner konnte sich zunächst vorstellen, was das zu bedeuten hatte. Erste Neugier stillte Wikipedia: „Ein Styleguide (oder deutsch Gestaltungsrichtlinie) beschreibt, wie bestimmte Elemente eines Druckerzeugnisses oder einer Website zu gestalten sind.“ Die Richtlinien würden mit dem Ziel eingesetzt, Produkte als zusammengehörig darzustellen und so helfen, dass sich Menschen schneller und nachhaltiger mit der verbundenen Marke identifizieren.

Auf Basis dieser Erläuterungen bastelten Uli Merkle, Michael Gehri, Bürgermeister Peter Palme, Peter Zluhan, Ralf Vogel („Land in Bildern“, Freiburg) zusammen mit Projektleiterin Dominika Anti am „neuen Erscheinungsbild“ der Stadt. Und wozu? Uli Merkle erläutert: „Es geht um ein einheitliches, professionelles Auftreten“ offizieller Stellen, um ein „junges, frisches Image, darum zu zeigen, dass „in der Stadt etwas geht“, um Gemeinschaftsgefühle, Identifikation, Zells Bekanntheitsgrad und nicht zuletzt auch darum, Kosten zu sparen, weil das Rad (z.B. Grafiken oder Präsentationen usw.) nicht ständig neu erfunden werden müsse.

Ein Logo wurde neu entworfen und inzwischen vom Gemeinderat gebilligt. Und „Styles Guides“ (Gestaltungsrichtlinien) erarbeitet. Darin sind Farben, Schriftarten, Briefformulare, Schriftschnitte, Typografie und Schreibweisen (bspw. Montfort-Realschule und nicht MORZ, zu Händen und nicht z.H., Zell im Wiesental und nicht Zell oder Zell i. W.) sowie das künftige Design der Zeller Nachrichten zwingend vorgeschrieben.

Am Mittwoch wurden die Richtlinien an den Bürgermeister offiziell übergeben. Sie gelten ab sofort, hieß es. Gleichzeitig signalisierten alle Beteiligten, dass nicht alles, was in diesem „Handbuch für Mitarbeiter“ festgezurrt ist, „von heute auf morgen umsetzbar“ sein werde. Für alle aber gelte die vom Bürgerverein vor zwei Jahren ausgegebene Devise: „Eifach mache!“ Es sei nicht schwer, sich das zu merken. Und es sei auch nicht sonderlich schwer, sich selbst und seine Arbeitsweise an diesem Motto zu orientieren. Das Werk, das dank des außergewöhnlichen Engagements von Dominika Anti, Uli Merkle und den übrigen Helferinnen und Helfern entstanden sei, beweise eindrucksvoll, dass speziell in diesem Fall das geflügelte Wort „alles, was nichts kostet, taugt nichts“ nicht gilt, betonte Michael Gehri und bekannte: „Ich bin richtig stolz auf das, was wir hier heute zeigen und der Stadt übergeben können.“ Und er ist felsenfest davon überzeugt, dass mit fest zugesagter „finanzieller und ideeller Unterstützung“ durch den Bürgerverein auch in den kommenden Jahren am erklärten Ziel des Vereins und der Stadtverwaltung, die Lebensqualität im Städtchen zu verbessern, festgehalten werden kann.