Dicke Luft im Gemeindesaal

Auf dem Foto vlnr. Dirk Harscher, Johannes Bauer und Peter Ulrich

Kürnberg (hjh). „Gut vorbereitet“ geht anders, sollte man meinen. Trotzdem kamen die Ortschaftsräte um Ortsvorsteher Peter Ulrich nach einer längeren, pandemiebedingten Pause zu einem Resultat: Sie befürworteten Gerold Schmidts Vorschlag, die Motorräder im jetzt wieder zunehmenden Straßenverkehr endlich zählen zu lassen, um Argumente für verkehrsbeschränkende Maßnahmen zu erhalten. Und sie wählten mit tatkräftiger Unterstützung durch Schopfheims Bürgermeister Dirk Harscher (endlich) einen stellvertretenden Ortsvorsteher auf den nach Florian Lüttners „Umsiedlung“ frei gewordenen Posten. Das allerdings erst, nachdem sich die dicke Luft verzogen hatte, für die Michael Schmidts Auslassungen über „geheime Gespräche zu diesem Thema im Vorfeld des Sitzungsabends hintenrum und Absprachen an ihm vorbei“ sorgten. Ihm sei es, so Michael Schmidt, „eine Herzensangelegenheit, jemand auf dem Posten zu wissen, dem Kürnberg nachweislich am Herzen liegt und der sich im Dorf weit übers normale Maß hinaus engagiert“, sagte er und ließ keine Zweifel daran aufkommen, dass „Josh“ – also Johannes – „Bauer ein solcher Kandidat ist“ und damit eindeutig sein Favorit für die Wahl sei. Bauer revanchierte sich prompt mit dem Gegenvorschlag Michael Schmidt zu wählen, weil der im Dorf noch andere wichtige Ämter innehabe und „weil der weiß, wie Kürnberg und die Kürnberger ticken.“ Der so Gelobte verweigerte aber die Kandidatur. Dirk Harscher gab die Wahlzettel aus, sammelte die fünf Stimmzettel wieder ein und stellte fest: „Johannes Bauer wurde bei einer Enthaltung einstimmig zum Stellvertreter Peter Ulrichs gewählt. Herzlichen Glückwunsch.“

Dass es hinter den Kulissen in diesem Gremium brodelt, war nicht zu überhören. Der Kessel scheint unter Dampf. Und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis einem der gewählten Volksvertreter der Kragen platzt, weil – so wurde schon mal sanft angedeutet – nicht alles so rund läuft, wie es im Sinne der alteingesessenen Kürnberger laufen sollte. Viele Themen nämlich scheinen an denen vorbei diskutiert zu werden und sich vor allem auf neu zugezogene zu konzentrieren. Zwei Themen aber kamen dann doch noch zur Sprache, die Grillstelle nämlich am Bolzplatz, die aus Haushaltsmitteln entweder noch in diesem Jahr, aber spätestens 2022 eingerichtet werden soll. Und schließlich die Dorfbrunnen, von denen einer stillgelegt bleibt, weil er von Grund auf saniert werden muss, ein anderer inzwischen wieder sprudelt, bis bei der nächsten Sitzung über die Zukunft beider Wasserspender geredet wird, die auf dem Dorf unverzichtbar und laut Johannes Bauer Kulturgüter sind, „die dringend erhalten werden müssen.“