Lichtblick für den “Lichtblick”

Auf dem Foto vlnr. Uschi Schmitthenner, Georg Schenk, Ulrike Krumm, Andreas Leimpek-Mohler, Karin Racke und Petra Klement-Dreyer

Schopfheim (hjh). Lichtblick für den ehrenamtlichen „Besuchsdienst Lichtblick“, der – gefördert von der evangelischen Landeskirche – in den vergangenen zwei Jahren aufgebaut wurde und sich längst einen festen Platz in der breiten Angebotspalette des Diakonischen Werks im Landkreis Lörrach „erobert“ hat. Das Projekt war erfolgreich. Aber: Der ursprünglich vereinbarte Zeitraum von zwei Jahren ist abgelaufen. Aber: „Es ist uns gelungen, weitere zwei Jahre zu sichern“, gaben die Projekt-Verantwortlichen Uschi Schmitthenner (Ev. Kirchengemeinde Schopfheim), Ulrike Krumm (Ev. Kirchengemeinden Fahrnau, Gersbach und Hausen), Georg Schenk (Leiter der Sozialstation), Karin Racke (Diakonisches Werk) und die Diakonie-Mitarbeiterin, bei der die Fäden zusammenlaufen, Petra Klement-Dreyer bei einem Pressegespräch am Donnerstag im Evangelischen Gemeindehaus bekannt. Und sie präsentierten bei dieser Gelegenheit als neues Mitglied in ihrem illustren Kreis die Katholische Kirchengemeinde Mittleres Wiesental, die von Diakon Andreas Leimpek-Mohler vertreten wird. Damit, so hieß es, „ist der Besuchsdienst konfessionsübergreifend ökumenisch aufgestellt.“

Zu verdanken sei die zunächst für zwei Jahre gesicherte Zukunft des Projektes zum einen dem Engagement der oben genannten Partner, aber auch den stark eingebundenen kirchlichen und weltlichen Krankenpflegevereinen in und um Schopfheim, der Aktion „Leser helfen Lesern“ des Verlagshauses Jaumann sowie den Bürgerstiftungen im mittleren Wiesental. Sie alle haben dazu beigetragen, das „großartige Angebot für alle Senioren im Wiesental“ aufrecht erhalten und sogar weiterentwickeln zu können, denn nun seien Aktivitäten über Schopfheim hinaus zwischen Steinen und Hausen möglich. Die ehrenamtlich tätigen Mitarbeitenden, die von den „Profis“ im Hintergrund geschult, geleitet und unterstützt werden, wirken dem Trend der „Vereinsamung und Isolation, aber auch der Überforderung älterer Menschen“, die allein leben und mit ihrem Alleinsein nicht zurecht kommen, entgegen. Viele dieser Menschen fühlen sich von der Gesellschaft ausgeschlossen und verlassen. Sie aufzuspüren sei kein sehr einfaches Unterfangen. Deshalb komme dem Mitwirken beispielswiese der Sozialstation eine besondere Bedeutung zu. „Wir sind draußen bei den Menschen, sehen, wo die Not groß und großer Bedarf da ist“, sagt Georg Schenk, der die Arbeit des Besuchsdienstes aus Sicht seiner Mitarbeiter*innen „als ganz tolle Geschichte“ wertet und Vorteile vor allem in der Tatsache ausmacht, dass „Hilfen über den professionellen Bereich hinaus angeboten werden können, ohne gleich über Geld reden zu müssen.“ Das erleichtere auch die Arbeit seiner Belegschaft ungemein.

Diakon Leimpek-Mohler bekannte, „ein gutes Gefühl“ zu haben, „dass es diese Bewegung gibt.“ Und er fand, dass das Projekt „für die Weiterentwicklung der Arbeit der Kirchengemeinden ein wichtiges Pfund“ sei. Uschi Schmitthenner hat sich für die Verlängerung des Projektzeitraums u.a. stark gemacht, weil sie „einen Bedarf, der ständig zunimmt“, erkannte. Und Ulrike Krumm schrieb „den besonderen Charme des Lichtblicks“ mit der Tatsache zu, dass da „ein Schirm gebastelt wurde, unter dem alle Arten von Besuchsdiensten zuhause sein können, aber nicht müssen.“

Die eingangs erwähnte „Steuerungsgruppe“ werde sich um den weiteren Ausbau des Besuchsdienstes kümmern, bereits aktive Ehrenamtliche begleiten, neue Interessierte schulen und auf dem Weg in eine neue Aufgabe fördern. Mit auf dem Zettel stehen „die Förderung eines guten Miteinanders zwischen Kirchengemeinden, Diakonischem Werk und Sozialstation sowie anderen Akteuren in den Sozialräumen. Man werde Besuchsdienste nach Kräften unterstützen und sich bemühen, Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen. Wichtig sonst noch zu wissen: „Das Projekt ist offen für alle.“ Weder für die Ehrenamtlichen noch für die Nutzer des Besuchsdienst sei eine Bindung an eine der beteiligten Institutionen notwendig. Die Kirche agiere im Sinne von „Kirche für andere“ nach Bonhoeffer. Sie verstünden sich als Teil des sozialen Gefüges und übernehmen Verantwortung für das gemeinsame Miteinander. Es gelte, Hemmschwellen zu überwinden, gab Ulrike Krumm zu bedenken. Karin Racke fand, es sei wichtig, „den Fokus aufs Ehrenamt zu lenken“ und „etwas für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“ zu tun. Außerdem versucht sie, Helferinnen und Helfer mit dem Argument zu motivieren, dass aktive Teilnahme am Projekt nicht mit einer Verpflichtung auf die nächsten 100 Jahre verbunden sei, sondern jederzeit in andere Bahnen gelenkt oder ganz aufgelöst werden könne.

Weitere Informationen bei:

Petra Klement-Dreyer, Diakonisches Werk im Landkreis Lörrach, Hauptstraße 94, 79650 Schopfheim, Tel.: 07622 697596 34, eMail: petra.klement-dreyer@diakonie.ekiba.de