“S’isch halt, wie’s isch”

Langenau (hjh). „S’isch halt, wie’s isch!“ stellte Hans-Jörg Sprich lapidar fest und stimmte am Ende wie seine übrigen Ratskollegen dem Vorschlag Walter Würgers zu, „auch wenn es weh tut“ in den sauren Apfel zu beißen und in den nächsten drei Jahren auf 15 Prozent oder 4500 Euro der städtischen Investitionspauschale zu verzichten und parallel dazu einfach auf bessere Zeiten zu hoffen. Walter Würger hatte daran erinnert, dass die Kommunalaufsicht der Stadt in Bezug auf den Haushalt die Daumenschrauben angesetzt hat. Sparen in allen Bereichen ist Trumpf oder muss Trumpf sein. Und da seien die Pauschalen von 20 Euro pro Einwohner, die allen Ortsteilen Jahr für Jahr an Eigenmitteln zur Verfügung gestellt werden, eine von hundert Positionen, die auf den Prüfstand müssen. Kleinvieh macht halt bekanntlich auch Mist. Und da sich die Stadt an die heiligen Kühe unter den freiwilligen Leistungen, das Schwimmbad beispielsweise oder die VHS nicht ranzutrauen scheint, müssen halt viele kleinere Ausgaben dem Sparzwang geopfert werden. Einstimmig votierten die Ortschaftsräte für die Kürzung. „Wir haben damit hoffentlich ein Zeichen gesetzt“, hieß es, nachdem Walter Würger ihnen die Entscheidung mit Hinweisen darauf, dass in der Stadt aktuell und unter vielem anderen „so guet wie kei Stroß g’macht“ werde. Es führe kein Weg am Sparen vorbei, betonte der Ortsvorsteher und wies darauf hin, dass nur so eine amtlich verfügte Haushaltssperre vermieden werden kann, um seinen Ratskollegen die Entscheidung ein wenig leichter zu machen.

Oder doch nicht? „Vor zehn Jahren schon hätte man sich auf schlechte Haushaltslagen vorbereiten und entsprechend Weichen stellen sollen“, schimpfte Jörg Schön und machte aus seinem Herzen keine Mördergrube, als er hinzufügte: „Mich kotzt das richtig an!“ Es sei Geld zum Fenster rausgeworfen worden, zuletzt auch bei den Hochwassersicherungsmaßnahmen. Dabei hätte man lediglich etwas nachdenken müssen, dann wäre man drauf gekommen, dass es genügen würde, den Bach bei Enkenstein auszuheben. Es wäre allein in diesem Bereich dadurch möglich gewesen, eine rund Million Euro einzusparen. „Aber nichts da! Und wir bezahlen nun die Zeche“, ärgerte sich Schön und hob anschließend dem Beschlussvorschlag aus Gründen der Solidarität schweren Herzens zustimmend seine Hand.