Dreilandecho

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Joachim Veit: „Im Herzen jung geblieben“ – altersbedingt aber in den Ruhestand verabschiedet

Joachim Veit: „Im Herzen jung geblieben“ – altersbedingt aber in den Ruhestand verabschiedet

Auf dem Foto ein Herz und eine Seele: Schulamtsdirektorin Regina Höfler mit Joachim Veit bei der Übergabe der Entlassungsurkunde

Weitenau (hjh). „Wer im Herzen jung geblieben ist, hat dem Alter ein Schnippchen geschlagen“, zitierte Regina Höfler die Schriftstellerin Annette Andersen und traf damit den Nagel auf den Kopf, als sie Joachim Veit, den Rektor der Nachbarschaftsschule Weitenau-Wieslet, am Mittwoch in der Weitenauer Festhalle offiziell mit Urkunde des Landes Baden-Württemberg in den Ruhestand entließ. Die Schulamtsdirektorin musste dicke Akten wälzen, um einen Überblick über Joachim Veits über 40jährige Dienstzeit zu bekommen. Er habe, sagte sie, in all den Jahren darunter drei Jahrzehnte als Rektor seiner Grundschule, „gravierende Veränderungen“ mitgemacht und mitgetragen, ohne den Fokus auf die Kinder zu verlieren, deren Wohl und deren Zukunft ihm stets am Herzen gelegen habe. „Schule war für sie eine Herzensangelegenheit“, rühmte Höfler die menschlichen Qualitäten von Joachim Veit. Dabei sei es ganz sicher nicht einfach gewesen, die Bildungseinrichtungen an gleich zwei Standorten gleichzeitig zu leiten. Zugute gekommen sei Veit u.a. die Tatsache, dass ihm der Lehrerberuf von Elternseite aus gleich mit in die Wiege gelegt wurde. Aber er habe nach dem Studium an der Lörracher PH und seiner Referendarzeit in Tegernau schlug er seinen ganz persönlichen Weg ein, der ihn zunächst in den Raum Heidenheim und dann wieder in die Heimat führte, der er ab 1991 seine Treue nicht nur als Pädagoge, sondern u.a. auch als Mitglied des Gesangvereinsbeweisen und der Festgemeinschaft beweisen konnte. Für Regina Höfler stand fest: „Joachim Veit hat diese Schule geprägt und nicht nur zu einem Lernort gemacht, sondern auch zu einem Lebensort.“

Das bestätigte auch Bürgermister Gunther Braun, der Veit als „Stütze für die Vereine“ sah und der „die Zusammenarbeit mit der Gemeinde, der Verwaltung, ungemein erleichtert hat“ und der sich „30 Jahre lang als absolut zuverlässiger Partner“ erweisen habe.  Den Dank der Eltern brachte die Beiratsvorsitzende Sabine Pfunder zum Ausdruck. Die Zusammenarbeit mit dem Schulleiter sei stets „herrlich unkompliziert und entspannt“ gewesen. Er habe die Talente und Fähigkeiten seiner Schützlinge erkannt und gefördert, soweit es möglich war, sagte sie und lobte ganz speziell „das herzliche Verhältnis Veits zu uns allen“, was sich nicht zuletzt in jüngster Vergangenheit bestätigte, als er während der Pandemie „als stabiler Anker unserer Schule alles zusammengehalten hat.“

Ähnlich sah das Christa Schmieder-Wenzel aus Sicht des Schulsekretariats: „Du warst für uns ein Fels in der Brandung“, wandte sie sich an Joachim Veit, dem es mit zu verdanken sei, „dass wir hier seit Jahrzehnten harmonisch zusammen mit dem Kindergarten in einem Bildungshaus leben dürfen.“ Sie hob Veits aktive Mitgliedschaft in der Festgemeinschaft und nicht zuletzt auch im Gesangverein „Harmonie“ hervor und rühmte seine Bereitschaft, sich „intensiv ins Dorfleben einbinden“ zu lassen. Es habe in den vielen Jahren nie ein „Nein“ gegeben, wenn Joachim Veits Mitarbeit, seine Ideen und sein Idealismus gefragt waren. Sein Motto, das er den Eltern seiner Schützlinge mitgab, habe auch sein außerschulisches Engagement beeinflusst: „Macht eure Kinder zu Auf- und nicht zu Absteigern!“

Nun sagte er bewegt „Ade!“ Auch zu seinem Kollegium, in dem Lisa Schweizer zunächst kommissarisch Verantwortung übernimmt. Seine Kolleginnen dankten Veit dafür, dass sie ihn als „gute Seele der Schule“ kennenlernen durften, Joachim Veit gab sich bescheiden und dankte allen Anwesenden dafür, „dass ich hier sein durfte, wie ich bin“ und dass er sich nicht verbiegen musste. Und Ortsvorsteherin Freya Bachmann schnappte ihr Gals Prickelwasser, um auf eine gesunde und lebhafte Zukunft des scheidenden Rektors anzustoßen und schlicht und einfach das Ende des offiziellen Parts einzuleiten: „Danke, dass du da warst!“