Dreilandecho

Klatsch, Tratsch und Kulinarisches aus dem Dreiländereck zwischen Müllheim, Lörrach, Schopfheim, Zell, Todtnau und Feldberg

Archives Juli 2021

Verkehrsschild gestohlen

Kleines Wiesental/ Wieslet: (ots) – Unbekannte entwendeten ein Halteschild in der Weitenauer Straße, Höhe der Einmündung „Im Ackerle“. Der Tatzeitraum liegt zwischen Samstag, 10.07.2021 und Montag, 12.07.2021. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf 120 Euro. Im gleichen Zeitraum wurden auch zwei landwirtschaftliche Plastikschilder mit Schriftzügen in Bezug auf Hundehalter entwendet. Sie waren einmal im Lambachweg und einmal im Eselweidweg im Kleinen Wiesental angebracht.

Das Polizeirevier Schopfheim (07622/666980) hat die Ermittlungen aufgenommen.

Revierförster Michael Schilli tritt in die Fußstapfen von Rolf Berger

Pfaffenberg (hjh). Vorgestellt hat sich bei der letzten Sitzung des Ortschaftsrates unter Leitung von Harald Fritz der neue Revierförster Michael Schilli, der im Forstbezirk Todtnau die nachfolge von Rolf Berger übernimmt. Schilli ist gebürtiger Gengenbacher (Ortenau) , war einige Jahre nach der Ausbildung in Rheinland-Pfalz in privaten Forstbereichen tätig und kam – wie er betonte – 2014 „zurück ins Ländle“ nach Lörrach. Seit 2017 arbeitet Schilli im Innendienst beim Todtnauer Forstamt. Und nun werde er neben seiner Verwaltungstätigkeit dort zu einem Drittel im Außendienst für Pfaffenbergs und Mambachs Wälder zuständig sein. Christof Philipp gab dem neuen Revierförster mit auf den Weg, sich mal Gedanken darüber zu machen, dass in den letzten Jahren „immer, wenn die Stadt Zell Geld benötigte, der Wald Pfaffenbergs herhalten musste.“ Es wäre also dringend notwendig, dass sich der Forst „auch mal woanders umschaut“. Denn an den bisherigen Gepflogenheiten müsse sich dringend etwas ändern.

Schließlich gab es in der Runde um Harald Fritz noch Kritik an der neuen Polizeiverordnung, die vor der Sommerpause vom Stadtrat verabschiedet werden soll. Stefan Ackermann beispielsweise klagte darüber, dass im § 15 u.a. das Aufstellen von Wohnwagen und Zelten auch auf Privatgrundstücken und trotz Erlaubnis der Grundstücksbesitzer verboten sei. „So etwas kann ich ganz sicher nicht zustimmen“, ärgerte sich Ackermann und auch Christof Philipp fand diesen Absatz “scho e wenig komisch.“ Es sei ein „massiver Einschnitt“ in seine Rechte als Besitzer von Grundstücken, fand Ackermann und verweigerte sein Votum für die Verordnung, auch wenn die anderen am Ratstisch damit leben konnten, dass Zelten wenigstens für eine Nacht – man denke da vor allem an Kindergeburtstage oder private kleinere Feiern – erlaubt sein müsse und dass diese Ausnahme in der neuen Verordnung auch unbedingt festgeschrieben werden müsse.

Pfaffenberg hat einen neuen Ortsvorsteher: Peter Strohmeier

Auf dem Foto vlnr. Peter Strohmeier, der (vermutlich) neue Ortsvorsteher, Werner Ganter, sein Stellvertreter und rechts Harald Fritz, der das OV-Amt noch bis zu Strohmeiers Bestätigung durch den Stadtrat am 26.7.2021 kommissarisch ausübt.

Pfaffenberg (hjh). Peter Strohmeier wird, wenn nicht alle Stricke reißen, der neue Ortsvorsteher im kleinsten Teilort Zells, in Pfaffenberg. Mit den erforderlichen vier von sechs Stimmen hievten die Ortschaftsräte den bisherigen Stellvertreter von Harald Fritz gleich im ersten Wahlgang, als noch die absolute Mehrheit notwendig war,  ins neue Amt. So hatten es die Herrschaften in der Sitzung am 24.6. dieses Jahres vorgesehen. Und so zogen sie es durch, nachdem weitere Wahlvorschläge seitens der Bevölkerung weder im Rathaus noch bei den Mitgliedern des Rates eingetrudelt sind. Und auch am Sitzungsabend – bis Sitzungsbeginn waren Vorschläge erlaubt – gabs wahrlich kein großes Gedränge um die Nachfolge von Fritz, dem seine bisherigen Kollegen für zwölf engagierte Jahre an der Spitze des Dorfes „herzlichst dankten“. Reihum wünschten die Räte dem neuen Mann an der Veraltungsspitze ihres Dorfes Glück und Gesundheit im wohlverdienten (politischen) Ruhestand. Sie alle fanden es schade, dass Fritz das Handtuch warf, zeigten aber auch Verständnis für den Rückzug aus privaten Gründen. Gute Wünsche begleiten schließlich auch den „Neuen“. Man danke ihm, dass er sich für den Posten zur Verfügung gestellt habe und wünsche ihm ein glückliches Händchen in der Hoffnung, dass „alles im bisher gewohnten Rahmen weiterläuft“, wie das u.a. Christof Philipp formulierte. Strohmeiers künftiger Stellvertreter Werner Ganter betonte: „Wir stehen alle hinter Dir. Zusammen packen wir das schon!“ Und er erinnerte daran, dass Harald Fritz auch im Gemeinderat starke Präsenz gezeigt und sich stets für sein Dorf eingesetzt habe. Dem pflichtete Thomas Kaiser in Vertretung des Bürgermeisters bei. Fritz habe auch im Stadtrat immer die Belange seines Dorfes, das gut dastehe, im Blick gehabt, dabei aber auch wieder über den Tellerrand hinausgeblickt und das Wohl der Stadt nicht aus den Augen verloren. Den Ortschaftsräten attestierte Kaiser nach der Wahl Peter Strohmeiers Weitsicht. Sie hätten eine gute Wahl getroffen. Stohmeier sei im Dorf bekannt und kenne das Dorf, habe viele Posten und Positionen schon innegehabt, sei also erfahren genug, seine neue Aufgabe zu meistern. Im Namen der Stadt danke er ihm vor allem dafür, dass er sich „zur Annahme des Postens“ entschieden habe. Und wie Klaus Wetzel, der die gute Zusammenarbeit mit Harald Fritz auch im Namen seiner Ortsvorsteher-Kollegen heraushob und nicht vergas, die ganze Familie Fritz in die Lobeshymnen einzubeziehen, weil ohne Unterstützung der Familien so gut wie gar nichts laufe, hoffte auch der Mambacher Ortsvorsteher „auf gute Zusammenarbeit“ mit Peter Strohmeier, dem ganzen Gremium und Werner Ganter.

Peter Lastein nach 27 Dirigenten-Jahren im verdienten Ruhestand

Schönau (hjh). „Wenn ich jetzt durch diese Türe gehe, lasse ich sie, liebe Aktive der Stadtmusik, nicht hier. Ich nehme sie in meinem Herzen mit“, sagte Peter Lastein, der das Orchester bis Ende 2020 leitete und nach 27 äußerst erfolgreichen Jahren aus Altersgründen verließ. Das geplante Abschiedskonzert „in großem Rahmen“ und gespickt mit den Lieblingsmelodien Lasteins fiel Corona zum Opfer. Und auch in diesem Jahr musste der offizielle Abschied immer wieder verschoben werden, obwohl die Vorsitzende Diana Ruch bereit war, pandemiebedingt kleinere Brötchen zu backen und den schweren Abschied von einem bei jungen und bei gestandenen Musikern äußerst beliebten Dirigenten „in kleiner Runde“ zu feiern. Dabei war „feiern“ ganz und gar nicht das richtige Wort. Denn viel Wehmut lag über dem, was am Samstag in der Aula des Gymnasiums nach ein paar aufmunternden Orchesterbeiträgen und dem finalen „Badner Lied“ unter zunehmend bewölkten Himmel, denen der Wettergott mit dicken Regentropfen ein unliebsames Ende setzte.

Verhindern, dass Peter Lastein seinen Ruhestand nun endlich offiziell antreten darf, konnte er nicht. Diana Ruch – „endlich mal wieder zusammen mit allen anderen in schmucker Tracht“ – betonte: „Wir freuen uns riesig, dass es heute wie vorgehabt klappt.“ 1993 habe der gebürtige Rumäne Peter Lastein die musikalische Verantwortung im Verein übernommen. Und: „Beim Probedirigieren sprang der Funke zwischen Dirigent und Musiker sofort über.“ So stand, sagte die Vorsitzende, „dem Beginn einer einzigartigen Erfolgsgeschichte nichts mehr im Weg.“ Die Entscheidung für Peter Lastein sein „die absolut richtige“ gewesen. Seine musikalischen und pädagogischen Fähigkeiten sowie sein außergewöhnliches Engagement“ habe die Stadtmusik unglaublich weit nach vorne gebracht. Und „viele interessante Auftritte auf Initiative des Stadtkapellmeisters wie etwa 1995 der Besuch  des rumänischen Theaterorchesters N. Leonhard aus Galati, dem Heimatort Lasteins, entwickelten sich zu einem „zwischenmenschlichen Erlebnis“, das schließlich in einem Gegengesuch der rumänischen Musikanten in Schönau gipfelte. Diana Ruch erinnerte an das Serenadenkonzert 2018 im Buchenbrändle, das in lauer Sommernacht „überraschte, begeisterte und berührte“. Sie blickte zurück auf Musikausflüge nach Heidelberg, nach Mailand, nach Prag und an den Bodensee und sie vergaß nicht zu erwähnen, dass Peter Lastein eine Jugendkapelle gründete, die er 25 Jahre leitete, „menschlich, kameradschaftlich, vorbildlich“, mit viel Humor und immer für ein Späßchen zu haben.

Das gläserne Wappen zum Abschied

Gerührt nahm Peter Lastein die Laudatio der Vorsitzenden entgegen. Viel Spaß gemacht habe ihm die Arbeit mit dem Orchester. Rund 2500 Stunden sei er mit den Musikern in den 27 Jahren zusammen gewesen. Ich bedanke mich herzlich für diese gemeinsame Zeit. Der Kapellmeister versicherte, dass es ihm nichts ausgemacht habe, von Freiburg durch die Höhen des Schwarzwalds nach Schönau zu fahren. Im Gegenteil. Die Fahrten haben ihm viele Impulse gegeben. Auch sprachliche Barrieren konnten locker überwunden werden. Mitunter machten die sogar das Leben leichter. Denn: „Wenn ich im hiesigen Dialekt mit meinen Musikern geredet hätte, hätten die sicherlich nicht so aufmerksam zugehört. So mussten sie sich wesentlich mehr konzentrieren“, gab er zu bedenken.

Peter Schelshorn betonte, dass er sich „außerordentlich freut“, den scheidenden Dirigenten als Präsident der Stadtmusik und auch als Bürgermeister im Namen der Stadt verabschieden zu dürfen. Nicht nur weil draußen gerade „der Himmel weint“ sei es ein Abschied mit Tränen, den er vorzunehmen habe. Schließlich gehen „eine große, lange Ära zu Ende.“ Viele Musiker*innen kennen außer Peter Lastein keinen anderen Dirigenten. Er habe da etwas mit Angela Merkel und Jogi Löw gemein, schmunzelte Schelshorn. Er danke „für über 27 Jahre Auftritte auch für die Stadt“, sagte er und fügte hinzu: „Ich habe letzte Woche einen Bürgermeisterkollegen gesprochen und der hat mir versichert, dass die Stadtmusik Schönau derzeit die beste Musik im ganzen Landkreis“ sei. „Und das“, wandte sich Peter Schelshorn an Lastein, „ist vor allem dein Verdienst.“

„Mir bleibt also nur, zu danken dafür, was du geleistet hast“, sagte Schelshorn und überreichte dem Dirigenten neben ein paar guten Tröpfchen auch das gläserne Stadtwappen, das ihn an die schöne Au erinnern soll wie übrigens auch die Bildbände, die Diana Ruch weißhaarigen Kapellmeister a.D. überreichte oder der von einem Künstler gefertigte „Dirigent“ in Kleinformat, mit dem sich Alexander Schlachta, der Vorsitzende der Jugendkapelle, für Peter Lasteins unermüdlichen Einsatz über 25 Jahre hinweg in Diensten und für die Jugendausbildung, die mit dazu betrug, dass das Aktiv-Orchester in 27 Lastein-Jahren von 35 auf 55 Mitglieder angewachsen ist.

„Damit Frieden bleibt im Tal“

Zell (hjh). Im Juli 1946 wurde sie als „Mahnmal zur Wahrung des Friedens“ eingeweiht, heuer feiert die „Königin des Friedens“ mit Freunden und Gönnern ihren 75. Geburtstag: die Kapelle Maria Frieden, zu deren Bau der damalige Pfarrer Eugen Thoma gleich nach dem zweiten Weltkrieg den Anstoß gegeben hat und die nach Plänen des Künstlers Hans Franke mit Steinen gebaut wurde, die von Schulkindern auf den Berg transportiert worden seien. Peter Kiefer, Vorstandsmitglied der Seniorenakademie Zell und viele Jahre Mitglied des Pfarrgemeinderates in Atzenbach, arbeitet aktuell die spannende Geschichte der ebenso kleinen wie feinen Kapelle auf, die sowohl von Atzenbach als von Mambach aus über geteerte Wege zu Fuß (Höhendifferenz 150 Meter) in etwa einer halben Stunde zu erreichen ist. Daraus wird eine Broschüre entstehen, die anlässlich des Jubiläums der Kapelle zu haben sein wird.

Vlnr. Jürgen Wenk, Michaela Schenkewitz, Peter Kiefer und vorn kniend Ramona Oswald, die das Projekt von Seiten der Bank begleitete

Am Geld scheitert das Projekt ja nun nicht mehr. Denn dank tatkräftiger Mithilfe der VR-Bank Schopfheim-Maulburg, die auf Antrag der Seniorenakademie Hochrhein-Wiesental am 4.2.2021 ein Crowdfunding-Projekt startete, kann das Vorhaben von Projektleiter Kiefer umgesetzt werden. Locker wurde die beim Start angegebene Zielsumme von 1500 Euro nicht nur erreicht, sondern deutlich überschritten. Am Donnerstag konnte Peter Kiefer in Schopfheim von Prokurist Jürgen Wenk und der Zeller Geschäftsstellenleiterin Michaela Schenkewitz einen Spenden-Scheck einschließlich eines Zustupfs der Bank in Höhe von 515 Euro in Empfang nehmen, auf dem die imponierende Zahl 3850 Euro zu lesen stand. Mit dem Geld, sagen Peter Kiefer und die Bankvertreter, „wird die Erstellung der Broschüre  finanziert. Außerdem sollen die Mittel dazu beitragen, die Gestaltung des zur Kapelle führenden ‚Friedensweges‘ ermöglichen. In Zusammenarbeit mit dem Schwarzwaldverein sei, so Kiefer, die Montage von vier großen Hinweistafeln entlang des Weges geplant, auf denen u.a. „das Thema Frieden und zweiter Weltkrieg“ intensiv beleuchtet und unter die Lupe genommen werden soll getreu dem Motto der Crowdfunding-Aktion, das Eugen Thomas Idee vorgegeben hatte: „Damit Frieden bleibt im Tal!“

Peter Kiefer war „von der enormen Resonanz, die das Projekt landauf, landab bis weit über die Grenzen des Wiesentals hinaus gefunden hat, total überrascht.“ Er hätte es auch nicht für möglich gehalten, dass so viel Geld in relativ kurzer Zeit – es waren drei Monate – zusammenkommen würde. Zeller und Mambacher Bürgerinnen und Bürger haben gespendet, aber auch ehemalige Wiesentäler, die durch die Aktion an den Bau der Kapelle und an die Ursache dieses Baus, den Krieg, erinnert worden sind. Sie werden nun bald Gelegenheit haben, die Geschichte des mahnenden Kirchleins in bebilderter Form zu erhalten. Und nicht nur das. Derzeit werde aus alten Filmen ein recht lebendiges Video zusammengebastelt, das u.a. über Youtube zu erhalten sein wird, versicherte Peter Kiefer.

Reviergrenzen wurden „verschoben“

Langenau (hjh). „Wir können mit der neuen Regelung leben. Sie macht absolut Sinn“, befürwortete Ortsvorsteher Walter Würger die neu festgelegten Grenzen der Schopfheimer Jagdreviere. Jagdpächter Uwe Dabelstein auch. Und am Ende gab auch Karlheinz Marksthaler zu verstehen, dass er die Neureglungen ebenfalls begrüße, weil sie u.a. für mehr Klarheit bei den Pachtvergaben und bei den Zuordnungen der Reviergrenzen sorgen. Die Jagdreviere, die von den Langenauer Jägern gepachtet wurden, seien nicht kleiner geworden. Es hätten sich lediglich die Grenzen etwas verschoben, versicherte Uwe Dabelstein, der bei der Neueinteilung dabei gewesen ist und dessen Vorschläge in der Runde mit Vertretern der Stadt akzeptiert worden seien. Und er kündigte an, sich auch bei der anstehenden Neuvergabe der Pacht zusammen mit seinem Kollegen wieder zu bewerben. Selbstverständlich akzeptierten auch die übrigen Ratsmitglieder die neuen Regelungen, mit denen endlich klare Verhältnisse geschaffen wurden, mit einem einstimmigen Votum.

„S’isch halt, wie’s isch“

Langenau (hjh). „S’isch halt, wie’s isch!“ stellte Hans-Jörg Sprich lapidar fest und stimmte am Ende wie seine übrigen Ratskollegen dem Vorschlag Walter Würgers zu, „auch wenn es weh tut“ in den sauren Apfel zu beißen und in den nächsten drei Jahren auf 15 Prozent oder 4500 Euro der städtischen Investitionspauschale zu verzichten und parallel dazu einfach auf bessere Zeiten zu hoffen. Walter Würger hatte daran erinnert, dass die Kommunalaufsicht der Stadt in Bezug auf den Haushalt die Daumenschrauben angesetzt hat. Sparen in allen Bereichen ist Trumpf oder muss Trumpf sein. Und da seien die Pauschalen von 20 Euro pro Einwohner, die allen Ortsteilen Jahr für Jahr an Eigenmitteln zur Verfügung gestellt werden, eine von hundert Positionen, die auf den Prüfstand müssen. Kleinvieh macht halt bekanntlich auch Mist. Und da sich die Stadt an die heiligen Kühe unter den freiwilligen Leistungen, das Schwimmbad beispielsweise oder die VHS nicht ranzutrauen scheint, müssen halt viele kleinere Ausgaben dem Sparzwang geopfert werden. Einstimmig votierten die Ortschaftsräte für die Kürzung. „Wir haben damit hoffentlich ein Zeichen gesetzt“, hieß es, nachdem Walter Würger ihnen die Entscheidung mit Hinweisen darauf, dass in der Stadt aktuell und unter vielem anderen „so guet wie kei Stroß g’macht“ werde. Es führe kein Weg am Sparen vorbei, betonte der Ortsvorsteher und wies darauf hin, dass nur so eine amtlich verfügte Haushaltssperre vermieden werden kann, um seinen Ratskollegen die Entscheidung ein wenig leichter zu machen.

Oder doch nicht? „Vor zehn Jahren schon hätte man sich auf schlechte Haushaltslagen vorbereiten und entsprechend Weichen stellen sollen“, schimpfte Jörg Schön und machte aus seinem Herzen keine Mördergrube, als er hinzufügte: „Mich kotzt das richtig an!“ Es sei Geld zum Fenster rausgeworfen worden, zuletzt auch bei den Hochwassersicherungsmaßnahmen. Dabei hätte man lediglich etwas nachdenken müssen, dann wäre man drauf gekommen, dass es genügen würde, den Bach bei Enkenstein auszuheben. Es wäre allein in diesem Bereich dadurch möglich gewesen, eine rund Million Euro einzusparen. „Aber nichts da! Und wir bezahlen nun die Zeche“, ärgerte sich Schön und hob anschließend dem Beschlussvorschlag aus Gründen der Solidarität schweren Herzens zustimmend seine Hand.

Lichtblick für den „Lichtblick“

Auf dem Foto vlnr. Uschi Schmitthenner, Georg Schenk, Ulrike Krumm, Andreas Leimpek-Mohler, Karin Racke und Petra Klement-Dreyer

Schopfheim (hjh). Lichtblick für den ehrenamtlichen „Besuchsdienst Lichtblick“, der – gefördert von der evangelischen Landeskirche – in den vergangenen zwei Jahren aufgebaut wurde und sich längst einen festen Platz in der breiten Angebotspalette des Diakonischen Werks im Landkreis Lörrach „erobert“ hat. Das Projekt war erfolgreich. Aber: Der ursprünglich vereinbarte Zeitraum von zwei Jahren ist abgelaufen. Aber: „Es ist uns gelungen, weitere zwei Jahre zu sichern“, gaben die Projekt-Verantwortlichen Uschi Schmitthenner (Ev. Kirchengemeinde Schopfheim), Ulrike Krumm (Ev. Kirchengemeinden Fahrnau, Gersbach und Hausen), Georg Schenk (Leiter der Sozialstation), Karin Racke (Diakonisches Werk) und die Diakonie-Mitarbeiterin, bei der die Fäden zusammenlaufen, Petra Klement-Dreyer bei einem Pressegespräch am Donnerstag im Evangelischen Gemeindehaus bekannt. Und sie präsentierten bei dieser Gelegenheit als neues Mitglied in ihrem illustren Kreis die Katholische Kirchengemeinde Mittleres Wiesental, die von Diakon Andreas Leimpek-Mohler vertreten wird. Damit, so hieß es, „ist der Besuchsdienst konfessionsübergreifend ökumenisch aufgestellt.“

Zu verdanken sei die zunächst für zwei Jahre gesicherte Zukunft des Projektes zum einen dem Engagement der oben genannten Partner, aber auch den stark eingebundenen kirchlichen und weltlichen Krankenpflegevereinen in und um Schopfheim, der Aktion „Leser helfen Lesern“ des Verlagshauses Jaumann sowie den Bürgerstiftungen im mittleren Wiesental. Sie alle haben dazu beigetragen, das „großartige Angebot für alle Senioren im Wiesental“ aufrecht erhalten und sogar weiterentwickeln zu können, denn nun seien Aktivitäten über Schopfheim hinaus zwischen Steinen und Hausen möglich. Die ehrenamtlich tätigen Mitarbeitenden, die von den „Profis“ im Hintergrund geschult, geleitet und unterstützt werden, wirken dem Trend der „Vereinsamung und Isolation, aber auch der Überforderung älterer Menschen“, die allein leben und mit ihrem Alleinsein nicht zurecht kommen, entgegen. Viele dieser Menschen fühlen sich von der Gesellschaft ausgeschlossen und verlassen. Sie aufzuspüren sei kein sehr einfaches Unterfangen. Deshalb komme dem Mitwirken beispielswiese der Sozialstation eine besondere Bedeutung zu. „Wir sind draußen bei den Menschen, sehen, wo die Not groß und großer Bedarf da ist“, sagt Georg Schenk, der die Arbeit des Besuchsdienstes aus Sicht seiner Mitarbeiter*innen „als ganz tolle Geschichte“ wertet und Vorteile vor allem in der Tatsache ausmacht, dass „Hilfen über den professionellen Bereich hinaus angeboten werden können, ohne gleich über Geld reden zu müssen.“ Das erleichtere auch die Arbeit seiner Belegschaft ungemein.

Diakon Leimpek-Mohler bekannte, „ein gutes Gefühl“ zu haben, „dass es diese Bewegung gibt.“ Und er fand, dass das Projekt „für die Weiterentwicklung der Arbeit der Kirchengemeinden ein wichtiges Pfund“ sei. Uschi Schmitthenner hat sich für die Verlängerung des Projektzeitraums u.a. stark gemacht, weil sie „einen Bedarf, der ständig zunimmt“, erkannte. Und Ulrike Krumm schrieb „den besonderen Charme des Lichtblicks“ mit der Tatsache zu, dass da „ein Schirm gebastelt wurde, unter dem alle Arten von Besuchsdiensten zuhause sein können, aber nicht müssen.“

Die eingangs erwähnte „Steuerungsgruppe“ werde sich um den weiteren Ausbau des Besuchsdienstes kümmern, bereits aktive Ehrenamtliche begleiten, neue Interessierte schulen und auf dem Weg in eine neue Aufgabe fördern. Mit auf dem Zettel stehen „die Förderung eines guten Miteinanders zwischen Kirchengemeinden, Diakonischem Werk und Sozialstation sowie anderen Akteuren in den Sozialräumen. Man werde Besuchsdienste nach Kräften unterstützen und sich bemühen, Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen. Wichtig sonst noch zu wissen: „Das Projekt ist offen für alle.“ Weder für die Ehrenamtlichen noch für die Nutzer des Besuchsdienst sei eine Bindung an eine der beteiligten Institutionen notwendig. Die Kirche agiere im Sinne von „Kirche für andere“ nach Bonhoeffer. Sie verstünden sich als Teil des sozialen Gefüges und übernehmen Verantwortung für das gemeinsame Miteinander. Es gelte, Hemmschwellen zu überwinden, gab Ulrike Krumm zu bedenken. Karin Racke fand, es sei wichtig, „den Fokus aufs Ehrenamt zu lenken“ und „etwas für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“ zu tun. Außerdem versucht sie, Helferinnen und Helfer mit dem Argument zu motivieren, dass aktive Teilnahme am Projekt nicht mit einer Verpflichtung auf die nächsten 100 Jahre verbunden sei, sondern jederzeit in andere Bahnen gelenkt oder ganz aufgelöst werden könne.

Weitere Informationen bei:

Petra Klement-Dreyer, Diakonisches Werk im Landkreis Lörrach, Hauptstraße 94, 79650 Schopfheim, Tel.: 07622 697596 34, eMail: petra.klement-dreyer@diakonie.ekiba.de

Wieder vier Einbrüche in einer Nacht – Polizei bittet um Hinweise und um Vorsicht!

Wiesental/Hausen/Tegernau (ots) – Wiederholt waren dreiste Täter in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 06.07./07.07.2021, in Hausen und in Tegernau unterwegs. Bereits in der Nacht zuvor wurde in drei Geschäftsgebäude eingebrochen (wir berichteten) und nun stiegen der oder die Täter in vier Privatwohnungen/ -häuser ein. Gesucht wurde hauptsächlich nach Bargeld. Über die Terrassentüre verschafften sich die Unbekannten Zutritt in zwei Häuser im Gresgerweg. In einem wurde das Büro durchwühlt und ein höherer Bargeldbetrag entwendet, in dem anderen die Küche durchsucht und eine Uhr und ein Geldbeutel aus einer Handtasche gestohlen. In der gleichen Nacht wurde auch in ein Haus in der Bergwerkstraße in Hausen und dem Moosmattweg in Niedertegernau eingebrochen. In der Bergwerkstraße wurde sich wieder Zutritt über die Terrasse verschafft und Bargeld aus einem Geldbeutel entwendet. Im Moosmattweg wurde aus einem Auto, welches in einer verschlossenen Garage stand, Bargeld gestohlen. Weiter wurden Schränke und ein Rucksack durchsucht. Wie die Täterschaft in die Garage gelangte ist derzeit noch unklar.

Der Diebstahlschaden in allen betroffenen Häusern bewegt sich im fünfstelligen Eurobereich. Der Sachschaden an den betroffenen Fenstern beläuft sich auf mehrere Hundert Euro. Vermutlich handelt es sich bei allen Einbrüchen um die gleiche Täterschaft. Die Polizei rät zur Aufmerksamkeit und sucht Zeugen, die verdächtige Wahrnehmungen im oben genannten Zeitraum in Hausen oder Tegernau gemacht haben. Diese werden gebeten, sich mit dem Kriminalkommissariat Lörrach, Telefon 07621 176-0, in Verbindung zu setzen.

Auto auf Gegenfahrbahn gekommen, Unfall verursacht und weitergefahren – Polizei sucht Zeugen!

Zell im Wiesental (ots) – Mit seinem Renault Trafic befuhr am Dienstag, 06.07.2021 gegen 09.20 ein 52 Jahre alter Mann die B 317 von Fröhnd herkommend in Richtung Schopfheim. Auf Höhe des Kraftwerks in Mambach kam ihm in der dortigen Kurve ein schwarzer Golf auf seiner Fahrbahn entgegen, woraufhin der Renault-Fahrer nach rechts auswich um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Dabei fuhr er in die Leitplanke, wodurch an seinem Fahrzeug ein Sachschaden von rund 4000 Euro verursacht wurde. Der schwarze Golf fuhr weiter und kümmerte sich nicht um den Unfall. Das Polizeirevier Schopfheim (07622/666980) bittet Zeugen, die Hinweise zum Unfallverursacher machen können, sich mit ihnen in Verbindung zu setzen.


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