Dreilandecho

Klatsch, Tratsch und Kulinarisches aus dem Dreiländereck zwischen Müllheim, Lörrach, Schopfheim, Zell, Todtnau und Feldberg

Archives August 2021

Überladene Zugmaschine kippt Böschung hinunter und überschlägt sich – ein Schwerverletzter

Kleines Wiesental (ots) – Auf einer Zugmaschine waren am Sonntag, 15.08.2021 gegen 14.20 Uhr, fünf junge Männer auf einem Waldweg in Richtung Vorderheubronn unterwegs.

Auf der Ladefläche fuhren verbotswidrig drei Personen mit, eine weitere Person auf einem nicht zugelassenen Sitz. Auf gerader Strecke kam die Zugmaschine mit seinem 28 Jahre altem Fahrer mit dem rechten Rad der Hinterachse vom Weg ab und rutschte die steil abfallende Böschung hinunter. Die Zugmaschine überschlug sich und kam nach 25 Metern an einem Baum zum Stillstand. Ein 30-jähriger, welcher auf der Ladefläche mitfuhr, wurde bei dem Unfall schwer verletzt und mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus verbracht. Bei den vier weiteren Personen zwischen 28 und 38 Jahren wurden zwei weiterer leicht verletzt. An der Maschine entstand Sachschaden in Höhe von rund 500 Euro. Die Bergwacht Schwarzwald war mit drei Fahrzeugen und 13 Mann vor Ort. Das DRK war mit zwei Rettungswägen und zwei Rettungshubschraubern im Einsatz.

Dachstuhlbrand in Lörrach

Lörrach. Am 14.08.2021 wurde gegen 08:45 Uhr durch einen Zeugen ein Brand im Dachstuhl im Imbachweg in Lörrach gemeldet. Die ersten Polizeistreifen vor Ort führten

Absperr- und Alarmierungsmaßnahmen bei den Bewohnern durch. Die Feuerwehr hatte den Brand am Gebäudekomplex gegen 10:00 Uhr unter Kontrolle. Durch den Brand wurde niemand verletzt. Die Brandursache ist bislang unbekannt. Der entstandene Sachschaden wird im unteren sechsstelligen Bereich veranschlagt.

Der FV Fahrnau traf ins Schwarze

Der fidele Black Forest Bird sorgte sich ums Tierwohl

Fahrnau (hjh). Fast ein wenig ins Blaue hinein hatten sie geplant, mitten hinein ins Schwarze haben sie getroffen: die Jubiläumswoche des FV Fahrnau übertraf nicht nur nach Meinung von Mark Leimgruber „alle Erwartungen“. Das Wetter spielte ebenso mit wie jede Menge begeisterter Kicker, die sich am Achim-Siegel-Gedächtnisturnier (das der CF Steinen-Höllstein gewann) oder beim ebenso traditionellen Grümpelturnier im „Stadion Auf der Ruhm“ endlich mal wieder so richtig austoben durften, ohne jede Bewegung zuvor auf die Goldwaage legen zu müssen. „Alles lief genau so oder noch besser, wie wir uns das in unseren kühnsten Träumen vorgestellt hatten“, schwärmte Mark Leimgruber über neun tolle Tage in der Grienmatt. Absolut gelungen der Festakt (wir berichteten), berauschend der stimmungsgeladene Auftritt der „Brass Buebe“ nach dem „Bonbon“-Spiel, in dem die Landesliga-Mannschaft aus Rheinfelden und die Oberliga-Vertreter aus Villingen, die am kommenden Wochenende Südbaden im Pokal-Fight gegen Schalke 04 vertreten werden, zeigen konnten, was für ein faszinierendes Spiel Fußball ist oder sein kann. „Ann allen Tagen, bei jeder Veranstaltung, hatten wir unglaublich viele Zuschauer“, freute sich Mark Leimgruber am Sonntag kurz vor seinem Start in die „nach sehr stressigen Tagen“ verdienten Ferien im Süden Europas. Imponiert habe ihm die Super-Stimmung beim Grümpelturnier, bei dem im Finale der „VfL Vollsuff“ das Team von „Getränke Schindler“ bezwang. Toll sei es gewesen, dass es am (Frei-)Tag, der der Jugend gehörte, gelungen sei, das Jungvolk reibungslos ins Vereinsleben einzubinden. Und absolut bemerkenswert sei es gewesen, dass es nicht die geringsten Vorfälle, keinerlei Ärger oder Auswüchse gegeben habe. „Die Leute waren einfach nur zufrieden, endlich mal wieder frische Luft schnuppern und sich in geselliger Runde frei bewegen zu können“, strahlte Leimgruber und erinnerte nicht zuletzt daran, dass die Aktiven am Abend des Gedächtnisturniers die Tribüne in gleisendendes Licht hüllten und das riesige Transparent daran befestigten, auf dem nun für alle Zeiten des Mannes prangt, dessen unglaublichem Einsatz und Engagement die neueste Errungenschaft des FV Fahrnau zu verdanken ist: „Mark-Leimgruber-Tribüne“, vor oder besser hinter der das Spektakel am Sonntag mit einem ökumenischen Gottesdienst und mit einem – man glaubt es kaum – Frühschoppenkonzert des Musikverein Fahrnau, dessen Musiker laut seinem Vorsitzenden Benjamin Brenzinger so heiß waren, dass sie auch bei strömendem Regen gespielt hätten,  zu Ende ging.

Fast könnte man bei all den Lobeshymnen vergessen, an das Highlight zu erinnern, das auf dem FVF-Gelände vor einer Woche geradezu „zelebriert“ wurde: Kabarett mit dem regionalen Fernseh- und Rundfunkstar Fidelius Waldvogel, der sich selbst als „Lucky Black Forest Bird“ vorstellte und die Leute in über zwei Stunden von den zwischendurch regennassen Brauereibänken riss. Das Breitnauer Original ließ „s Kätzle brumme“, klagte über „Fulenzer mit Maria-Hilf-Motos“, die auf motorbetriebenen Drahteseln sitzen „un de Zinke in de Wind strecke“. Und er führte seinen Fans und denen, die an diesem Abend zwangsläufig dabei waren, Fans zu werden, vor, „was Heimet isch“: „Heimet isch do, wo mer verstande wird, au wenn mer emol nüt schwätzt“. Als er dabei „d’Rechtszünsler“ verbal in die ihnen gebührende Ecke drapierte, hatte das Publikum den fidelen Fidelius ganz gut verstanden. Wie später auch, als er beim beeindruckenden Plädoyer fürs glückliche Landschwein die Massentierhaltung und die unmenschliche Vermarktung völlig humorlos an den Pranger stellte.

Hä nei…

Waldvogel überzeugte mit einem wunderbaren „Speckseminar“  und brachte damit vielleicht sogar eingefleischte Veganer zumindest vorübergehend ins Grübeln, mal wieder zum Holzbrett und einem feinen Schwarzwälder Stück Speck zu greifen. Er machte sich jede Menge Freunde mit seinem erfolgreichen Versuch, die Zuschauer mit musikalischer Meditation von unterschwellig zweifellos vorhandenen Hemmungen zu befreien und er bedauerte, dass der eigentlich zweisilbig veranlagte Schwarzwälder, der mit den Worten „hä“ und „hä nei“ durch die Tücken des Lebens schlidderte, erst von „Touris“ bedauerlicherweise gezwungen wurde, „in ganzen Sätzen sprechen“ zu lernen.

Ärmel hoch für Herden-Immunität

Zell (hjh). Jetzt heißt’s „Dranbleiben“. Auch in Zell, wo die Stadtverwaltung in Kooperation mit dem Lörracher Impfzentrum am Freitag vor „Schmidt’s Markt“ in de Teichstraße „alle Bürgerinnen und Bürger und speziell die, die keinen Hausarzt haben“ zum „Pop-Up-Impfen“ einlud. Es sei wichtig, noch vor den Sommerferien geimpft zu werden, um im Herbst geschützt zu sein, begründet die Verwaltung diesen ungewöhnlichen Schritt, den Impfwillige ohne vorherige Anmeldung tun konnten. Für alle Altersgruppen standen die Impfstoffe von „AstraZeneca“, Johnson & Johnson“ oder „Moderna“ zur Auswahl, für Kinder und Jugendliche ab 12 bis 17 Jahre war Stoff von „BioNTech“ verfügbar, der dieser jungen nach Beratung durch einen Kinder- und Jugendarzt in den Oberarm gespritzt wurde. Selbst an Dolmetscher wurde gedacht. Ausreden waren damit von vornherein fast völlig ausgeschlossen. Aber die brauchte es an diesem sonnigen Tag eben sowenig wie Manfred Bockeis Marsch durch die Stadt, der mit dem Caritas-Megaphon die Werbetrommel rühren wollte, um eine „Pleite“ wie vor zwei Tagen beim Lörracher Elisabethenhaus, wo so gut wie niemand kam, zu vermeiden. Er wurde zumindest zunächst einmal ausgebremst von den beiden Ärzten des Impfzentrums Harald Dörr und Dirk Gräter. Die beiden waren „total überrascht“ von der Resonanz der Impfaktion, die lange Schlangen so eindrucksvoll vor der Anmeldung belegten, dass sie „Werbung für eher kontraproduktiv“ hielten. Das Team des Impfzentrums musste sich bittere Klagen der Menschen anhören, die teilweise eine bis eineinhalb Stunden in praller Sonne nicht zuletzt deshalb ausharren mussten, weil „das Mobilfunknetz extrem langsame Bandbreiten“ zur Verfügung stellte und die Leitung des Edeka-Marktes nicht zu haben war. Auffallend war, dass sehr viele Kinder und Jugendliche auf ihren Piks warteten. Es stellte sich schnell heraus, warum: „Bei den Kindeärzten gibt es Wartelisten bis weit in den Oktober hinein“, sagte eine Mutter, die ihre beiden Mädels nach Zell begleitet hatte und der die spontane Aktion in der Schwanenstadt wie gerufen kam. So gerufen wie vielen anderen, die da warteten und auf eine schnellere Abwicklung der Regularien hofften, die das Impfzentrum nach einer Stunde mit zwei eilends herbeigekarrten zusätzlichen Computern erreichen wollte. Fand es das Team um die leitenden Doktoren denn „normal, was sich da um sie herum abspielte?“ Eigentlich schon. „Normal ist nur nicht, dass ich hier stehe und bald einen Sonnenstich kriege“, flachste Harald Dörr, um dann das weitere Staunen dem Zeller Bürgermeister zu überlassen.

Der war nämlich total „geflasht“ vom riesigen Andrang. „Ja, das ist Zell. Wenn wir mal aufwachen, wachen wir richtig auf“, sagte Peter Palme, dem ein zwölfjähriger Junge, ein „Räuber-Enkel“, auf Nachfrage den Grund für seine Impfbereitschaft nannte: „Auch ich will Verantwortung übernehmen.“ Davon war selbst der erfahrene Burgi „einfach geplättet.“  Unterm strich war Palme „positiv überrascht“, fand aber keine Erklärung für den unerwarteten Andrang, der dazu führte, dass das Impfzentrum Impfstoffe nachliefern lassen musste.  Mit 20 bis 30 Personen habe er gerechnet, aber nicht mit 60 oder 70 Leuten, die sich gleich zu Beginn in die Warteschlange stellten. „Für mich ist das jetzt schon ein Riesenerfolg, obwohl wir erst am Anfang eines sicherlich überaus erfolgreichen Nachmittags stehen“, sagte Peter Palme, „verwundert über die vielen Jugendlichen“, aber auch über jede Menge älterer Mitbürger, „die wohl ganz dringend geimpft werden müssen, die wir aber anders sicherlich auch nicht so großer Zahl erwischt hätten.“ Es seien wohl Leute dabei, die gar keinen Hausarzt haben oder die Angst vor dem großen Kundendienst haben, der beim Impfen in der Praxis eventuell fällig geworden wäre. Geradezu „sensationell“ sei, dass das Angebot auf dem Supermarkt-Parkplatz im Vergleich zu anderen Städten oder Gemeinden so gut angenommen wurde. „Das ist eine ganz tolle Geschichte. Ich werde mir jetzt die Zahlen kommen lassen und bin mir ziemlich sicher, dass wir das nochmals wiederholen müssen“, versicherte Peter Palme und verwies auf „die steigenden Inzidenzen, die – wenn es so weitergeht – weitere Einschränkungen wieder notwendig machen. Um die Freiheiten, die wir jetzt gerade haben, beibehalten zu können, ist es sicherlich einfacher, wenn man geimpft ist.“

Und einfacher als am Freitag in Zell geht’s nun wirklich nicht mehr, sieht man einmal von der Sonne und dem langsamen Internet ab, das viele Impfwillige auf die Palme brachte, obwohl sie sich zwischendurch über eine lauwarme Dusche „von oben“ freuen konnten. Die Voraussetzungen dafür, den Ärmel hochkrempeln zu dürfen und sich piksen zu lassen, waren jedenfalls denkbar einfach. Es genügten Personalausweis und Versichertenkarte. Und Klamotten, die es ohne große Umstände erlaubten, den Oberarm freizulegen. Wer den Anamnese-Bogen bereits ausgefüllt mitgebracht hatte, durfte Platz nehmen. Andere mussten den Aufklärungsbogen unter Mithilfe des Personals vom Impfzentrum ausfüllen. Für Harald Dörr, einen der beiden Ärzte, stand nach diesem Erfolg fest. „Alles hier war gut vorbereitet, die Aktion wurde von der Stadt hervorragend beworben. Und wenn es nach uns geht, stehen wir für eine weiter mobile Impfung gerne zur Verfügung.“