Dreilandecho

Klatsch, Tratsch und Kulinarisches aus dem Dreiländereck zwischen Müllheim, Lörrach, Schopfheim, Zell, Todtnau und Feldberg

Der FV Fahrnau traf ins Schwarze

Der FV Fahrnau traf ins Schwarze

Der fidele Black Forest Bird sorgte sich ums Tierwohl

Fahrnau (hjh). Fast ein wenig ins Blaue hinein hatten sie geplant, mitten hinein ins Schwarze haben sie getroffen: die Jubiläumswoche des FV Fahrnau übertraf nicht nur nach Meinung von Mark Leimgruber „alle Erwartungen“. Das Wetter spielte ebenso mit wie jede Menge begeisterter Kicker, die sich am Achim-Siegel-Gedächtnisturnier (das der CF Steinen-Höllstein gewann) oder beim ebenso traditionellen Grümpelturnier im „Stadion Auf der Ruhm“ endlich mal wieder so richtig austoben durften, ohne jede Bewegung zuvor auf die Goldwaage legen zu müssen. „Alles lief genau so oder noch besser, wie wir uns das in unseren kühnsten Träumen vorgestellt hatten“, schwärmte Mark Leimgruber über neun tolle Tage in der Grienmatt. Absolut gelungen der Festakt (wir berichteten), berauschend der stimmungsgeladene Auftritt der „Brass Buebe“ nach dem „Bonbon“-Spiel, in dem die Landesliga-Mannschaft aus Rheinfelden und die Oberliga-Vertreter aus Villingen, die am kommenden Wochenende Südbaden im Pokal-Fight gegen Schalke 04 vertreten werden, zeigen konnten, was für ein faszinierendes Spiel Fußball ist oder sein kann. „Ann allen Tagen, bei jeder Veranstaltung, hatten wir unglaublich viele Zuschauer“, freute sich Mark Leimgruber am Sonntag kurz vor seinem Start in die „nach sehr stressigen Tagen“ verdienten Ferien im Süden Europas. Imponiert habe ihm die Super-Stimmung beim Grümpelturnier, bei dem im Finale der „VfL Vollsuff“ das Team von „Getränke Schindler“ bezwang. Toll sei es gewesen, dass es am (Frei-)Tag, der der Jugend gehörte, gelungen sei, das Jungvolk reibungslos ins Vereinsleben einzubinden. Und absolut bemerkenswert sei es gewesen, dass es nicht die geringsten Vorfälle, keinerlei Ärger oder Auswüchse gegeben habe. „Die Leute waren einfach nur zufrieden, endlich mal wieder frische Luft schnuppern und sich in geselliger Runde frei bewegen zu können“, strahlte Leimgruber und erinnerte nicht zuletzt daran, dass die Aktiven am Abend des Gedächtnisturniers die Tribüne in gleisendendes Licht hüllten und das riesige Transparent daran befestigten, auf dem nun für alle Zeiten des Mannes prangt, dessen unglaublichem Einsatz und Engagement die neueste Errungenschaft des FV Fahrnau zu verdanken ist: „Mark-Leimgruber-Tribüne“, vor oder besser hinter der das Spektakel am Sonntag mit einem ökumenischen Gottesdienst und mit einem – man glaubt es kaum – Frühschoppenkonzert des Musikverein Fahrnau, dessen Musiker laut seinem Vorsitzenden Benjamin Brenzinger so heiß waren, dass sie auch bei strömendem Regen gespielt hätten,  zu Ende ging.

Fast könnte man bei all den Lobeshymnen vergessen, an das Highlight zu erinnern, das auf dem FVF-Gelände vor einer Woche geradezu „zelebriert“ wurde: Kabarett mit dem regionalen Fernseh- und Rundfunkstar Fidelius Waldvogel, der sich selbst als „Lucky Black Forest Bird“ vorstellte und die Leute in über zwei Stunden von den zwischendurch regennassen Brauereibänken riss. Das Breitnauer Original ließ „s Kätzle brumme“, klagte über „Fulenzer mit Maria-Hilf-Motos“, die auf motorbetriebenen Drahteseln sitzen „un de Zinke in de Wind strecke“. Und er führte seinen Fans und denen, die an diesem Abend zwangsläufig dabei waren, Fans zu werden, vor, „was Heimet isch“: „Heimet isch do, wo mer verstande wird, au wenn mer emol nüt schwätzt“. Als er dabei „d’Rechtszünsler“ verbal in die ihnen gebührende Ecke drapierte, hatte das Publikum den fidelen Fidelius ganz gut verstanden. Wie später auch, als er beim beeindruckenden Plädoyer fürs glückliche Landschwein die Massentierhaltung und die unmenschliche Vermarktung völlig humorlos an den Pranger stellte.

Hä nei…

Waldvogel überzeugte mit einem wunderbaren „Speckseminar“  und brachte damit vielleicht sogar eingefleischte Veganer zumindest vorübergehend ins Grübeln, mal wieder zum Holzbrett und einem feinen Schwarzwälder Stück Speck zu greifen. Er machte sich jede Menge Freunde mit seinem erfolgreichen Versuch, die Zuschauer mit musikalischer Meditation von unterschwellig zweifellos vorhandenen Hemmungen zu befreien und er bedauerte, dass der eigentlich zweisilbig veranlagte Schwarzwälder, der mit den Worten „hä“ und „hä nei“ durch die Tücken des Lebens schlidderte, erst von „Touris“ bedauerlicherweise gezwungen wurde, „in ganzen Sätzen sprechen“ zu lernen.