Alles ist anders

Schopfheim (hjh). „In diesem Jahr ist alles anders“, steht in der Einladung des diakonischen Werkes an alleinstehende, alleingebliebene oder alleingelassene Menschen im Raum Schopfheim und Maulburg. Und zwar verbunden mit der Ankündigung: „Der offene Weihnachtsabend geht auf Tour!“ Seit über einem Jahrzehnt treffen sich alle, denen speziell am Heiligen Abend zuhause schnell die Decke auf den Kopf zu fallen droht, im Augarten-Café zu einem Plauderstündchen mit Gleichgesinnten, aber auch mit den Helferinnen und Helfern des Diakonischen Werkes, dem SKM und aus den Kirchengemeinde Schopfheims und Maulburgs und mit den Vertretern der Kirchen. Auf dem Programm u.a.: das gemeinsame, völlig kostenlose Festmahl, das fein gewürzt wurde mit Musik und Gesang, mit Geschichten und Gedichten aus der Rubrik „Weisch no?“, mit denen alle in der Runde erfolgreich versuchten, sich und die anderen in Weihnachtslaune zu versetzen oder zu halten. Tränen der Rührung, manchmal auch des Schmerzes nach der Trennung von geliebten Menschen sah man beim einen oder anderen Café – Gast, aber auch durchweg strahlende und dankbare Gesichter.

Und nun? Wie überall haben Corona-Verordnungen auch vor den Türen der Diakonie nicht Halt gemacht. Vorschriften, vielleicht auch Vorsorgemaßnahmen verhindern den gemütlichen Plausch unter Gleichgesinnten. Jetzt schwärmen am heiligen Abend motorisierte und selbstverständlich ehrenamtlich engagierte Helferinnen und Helfer aus und bringen denen, die sich bis zum 17. Dezember mittels verteiltem Vordruck oder telefonisch beim Diakonischen Werk (Tel.: 07622 6975960) angemeldet haben, das (hygienisch verschweißte und Metzger Stich spendierte) Weihnachtsmahl zusammen mit einem kleinen Präsent der Fa. Hieber und einer von Dorothea Schaupp liebevoll verpackten „Andacht in der Tüte“ frei Haus an die Türe. „Uns ist klar, dass diese Geste, ein nettes Gespräch an der Haustüre und ein kleines Präsent  auf keinen Fall das gemeinsame Feiern ersetzen kann“, sagte die Organisatorin Sonja Steiger. Die Veranstalter wollen aber ein klares Zeichen setzen und den Menschen am Heiligen Abend signalisieren: Ihr seid nicht allein!“ Und wenn das gelingt, sind auch die, die in die Hilfen ihre Freizeit uneigennützig investieren, „selig“.