Würdigung von Dr. Karl Fritz zum 90. Todestag

Zell (hjh). Einen besseren Zeitpunkt und einen würdigeren Rahmen an einem Ort, der sich aus der Historie heraus geradezu aufdrängt hätte es für die Würdigung des ersten Ehrenbürgers der Stadt, den Erzbischof Dr. Karl Fritz, anlässlich seines 90. Todestages (7.12.1931) nicht geben können. Am 20. August 1864 kam Karl Fritz als Sohn des Pfaffenberger Paares Wilhelm und Theresia Fritz geb. Herzog in Adelhausen zur Welt. 1873 kehrte die Familie nach Pfaffenberg zurück, wo der junge Mann seine Jugendjahre verbrachte und wo der damalige Zeller Stadtpfarrer Karl Kißling die „besondere Begabung des jungen Ministranten“ erkannte und zu fördern begann. Das jedenfalls war der Laudatio zu entnehmen, mit der Bürgermeister Peter Palme am Samstag im Rahmen einer Vorabendmesse in der Atzenbacher Kirche den Werdegang des späteren Erzbischofs würdigte, also exakt in der Kirche, an deren Grundsteinlegung er 1928 anlässlich der Feierlichkeiten Fritz anlässlich seines 40jährigen Priesterjubiläums und der gleichzeitigen Ernennung zum Ehrenbürger der Schwanenstadt „maßgeblich beteiligt“ gewesen sei.

Am 7. Dezember 1931 verstarb Fritz im Alter von 67 Jahren. Seine letzte Ruhestätte fand er im Freiburger Münster „unserer lieben Frau“, wo eine Steintafel „an unseren Erzbischof“ erinnere. Aber: „Bis zu seinem Tod hat Karl Fritz auch in der Rolle als Erzbischof von 1920 bis 1931 seine Herkunft nicht vergessen“, betonte zunächst Pfarrer Martin Schlick und danach Peter Palme. Er habe als Anwalt der kleinen Leute unter anderem die Arbeitervereine (mit-)begründet und nachhaltig auch in seiner Heimat geprägt, was laut Peter Palme dazu führte, dass „man ihn auch im Wiesental sehr verehrte“, obwohl er natürlich auch in anderen Regionen wie etwa in Oberkirch, Mannheim oder Bernau, wo er 1896 Pfarrer wurde und stets die sozialen Sorgen seiner Schäfchen getreu dem Grundsatz „Zur Ehre Gottes für des Volkes Wohl“ im Blick hatte, seine Sporen verdiente.

1899 wurde Karl Fritz Kollegialmitglied des Katholischen Oberstiftungsrates in Karlsruhe, 1911 Kanzleidirektor des Ordinariats Freiburg und am 6. September 1920 schließlich Erzbischof von Freiburg. Und – so Palme am Ende – ein Idol der Katholiken im Wiesental und in Zell, die deutlich wurde, als bei der Renovierung der Fridolinskirche die neu eingebrachte Decke ein ovales Gemälde zierte, welches die Schlüsselübergabe von Jesus an den Apostel Petrus darstellte, der Apostel Petrus allerdings die Gesichtszüge von Dr. Karl Fritz trug. Leider sei dieses Deckengemälde beim Brand der Fridolinskirche 1956 verloren gegangen.