Frisch gestylt zu neuen Ufern

Bettina Janietz – Andreas Müller und Thomas Döbele

Zell (hjh). Vielleicht hat das gewisse „weibliche Händchen“ gefehlt, vielleicht spielte auch die gewaltig abgespeckte Fastnacht im Städtchen eine Rolle.  Ganz sicher aber setzte sich die Einsicht durch, nach so vielen Betriebsjahren einmal richtig Hand anzulegen im ebenso schmucken wie „symbadischen“ Textilmuseum, das nun pünktlich zur Saison-Eröffnung noch wesentlich schmucker dasteht als in jüngster – von Corona gebeutelter – Vergangenheit. Entsprechend stolz führten Thomas Döbele und Andreas Müller am Dienstag durch die neu gestylten und teilweise um das eine oder andere Zuckerle wie beispielsweise die „Färberei“ erweiterten Räumlichkeiten. Rund 12000 Euro hatten sie in den vergangenen Wochen in eine umfangreiche Sanierung in die Hand genommen. Maschinen wurden geputzt und auf Hochglanz poliert, Böden geschrubbt und neu gestrichen. Und der Eingangsbereich wurde komplett umgestaltet, so dass dort nicht nur viel mehr Raum gewonnen werden konnte, sondern Besuchern quasi im Vorbeigehen gezeigt werden kann, welche Schätze bisher mehr oder weniger zwangsweise im Verborgenen blühten, obwohl sie sich für einen „Tapetenwechsel“ als Mitbringsel aus dem Museum geradezu aufdrängen könnten. Rund 1000 Quadratmeter erstrahlen nun in wunderbar neuem Glanz, großzügig in Gelb markierte Fußwege laden zu einem nach wie vor sehr informativen Spaziergang durch das Museum und damit durch die bewegte und bewegende Geschichte der Textilindustrie im ganzen Wiesental, aber auch in Baden und im übrigen Musterländle ein.

Der neu gestylte Eingangsbereich des Texttilmuseums

Natürlich laufen nun auf den auch wegen Corona ein wenig eingerosteten Schienen die Bemühungen der Vorstandschaft des Museums wieder an, Menschen für die Geschichte der Textilindustrie im Land und im Bereich zwischen Basel und Zell wieder an. Nach den derzeitigen Lockerungen im Umgang mit der Pandemie hoffen die „Macher“ des Museums, wieder mehr Menschen für ihr Angebot begeistern zu können. Wie Bettina Janietz setzen auch sie dabei auf Schulen und Kindergärten, deren Schützlinge in der Vergangenheit immer wieder restlos begeistert gewesen seien, zu sehen, welche Industrien für die Blütezeit ihrer Heimat und damit für den Wohlstand ihrer Vorfahren verantwortlich gewesen sind. Aber auch Vereine oder Gruppen, die sich unabhängig von den Öffnungszeiten auf der Homepage des Textilmuseums oder telefonisch für Touren mit Führung (an-)melden können, sind zu den ausgiebigen Zeitreisen herzlichst eingeladen. Thomas Döbele verspricht, dass es im Laufe dieses Jahres immer wieder mal Sonderausstellungen zu reichlich vorhanden Themen rund um die Textilbranche geben werde. Und er sagt zu, dass sich bei der einen oder anderen Veranstaltung das Biosphärengebiet oder der „Naturpark Südschwarzwald“ mit aus dem Fenster lehnen wird. „Wes wird“, kündigen Döbele und Müller unisono an, „ein spannendes Jahr“ – mit einer Einschränkung: „Soweit es Corona erlaubt.“

Öffnungszeiten und weitere Infos

Das Museum ist bis 30. November 2022 dienstags von 14 bis 17 Uhr und an Samstagen und Sonntagen von 10 bis 12 Uhr für jedermann/frau geöffnet. Andere Termine sind nach Anmeldung selbstverständlich ebenfalls möglich.

Weitere Infos und aktuelle Meldungen sind unter https://www.wiesentaeler-textilmuseum.de zu finden.