Neuer Anlauf: Am 30.4. startet der Wiesentäler Wasserlauf

Auf dem Foto vlnr. Jürgen Ekert, Nicole Grether, Richard Renz und Kai Horschig

Schopfheim (hjh). Einige hundert pandemiegebeutelter Hobby-Läufer scharren längst unruhig mit den Hufen. Endlich – so jedenfalls sieht es momentan aus – dürfen sie mal wieder lange laufen für einen guten Zweck: der Wiesentäler Wasserlauf, ein sehr beliebter und weit über die Region hinaus beachteter und geschätzter Sponsorenlauf über die (auf- oder unterteilbare) Distanz von insgesamt 59 Kilometer zwischen der Wiesenquelle am Feldberg und der Mündung des Flusses in den Rhein bei Basel, geht nach zwei Jahren der „Abstinenz“ wieder in die Vollen. Den Startschuss kündigen die Organisatoren um Jürgen Ekert, Richard Renz, Kai Horschig und Nicole Grether für den 30. April 2022 an, Anmeldungen sind ab 22. März (dem „Tag des Wassers“) über alle Online-Kanäle möglich.

„Wir haben beschlossen, nach zwei Jahren physischer Pause wieder zu starten“, gab Jürgen Ekert im Pressegespräch am Mittwoch neben der Wiesenbrücke in Schopfheim bekannt. Und er betont: „Leicht haben wir uns die Entscheidung nicht gemacht. Seit Februar tragen wir uns mit dem Gedanken, das Event wieder zu organisieren.“  Immer wieder habe man auf die Corona-Regeln geschielt, die inzwischen „recht gut“ aussehen. Und zwar so gut, dass man beabsichtige, den Lauf ab 22. März, dem Weltwassertag, offiziell zu kommunizieren. Aus gutem Grund übrigens: „Unser erster Wasserlauf fand an einem Weltwassertag statt“, sagt Ekert und fügt hinzu: „Die Anmeldephase über alle zugänglichen sozialen Medien werden wir auf drei Wochen limitieren und unsere Listen dann möglichst schnell füllen.“ An Interessenten, darunter Extremläufer, Mitarbeitende von Firmen, Lang- und Langsamläufern, Bundestagsabgeordnete oder gar eine Gruppe aus Australien, mangle es nicht, betonte er und verwies auf „sehr viele Anfragen“ vieler interessierter Läufer, die vorsichtig darauf hingewiesen werden, sich mal den 30. April frei zu lassen, den Tag, an dem man starten könnte bzw. wird, wenn Die Vorkommnisse und Regeln rund um Corona dem Vorhaben keinen Riegel vorschieben. „Aber danach“, so Jürgen Ekert, „sieht es derzeit ja Gott sei Dank nicht aus.“

Und darüber freuen sich natürlich auch die Mitglieder des Dikome-Vereins, die aktuell dabei sind, Gelder für die „Wasserversorgung Lokando/Kamerun“, einem kleinen Ort  mit rund 800 Einwohnern zwischen Bakumba/Dikome zu sammeln. „Das Dorf dort hat bisher keine Wasserversorgung, die Einwohner gehen knapp zwei Kilometer bis zu einer nicht immer sprudelnden Quelle“, erklärt der Vereinsvorsitzende Richard Renz, dem das neue Wasserprojekt in Kamerun schon deshalb auf der Seele brennt, weil das bisher vorhandene Wasser „in der Regel stark verschmutzt und deshalb ein Grund für viele Infektionskrankheiten“ ist. „Unser Ziel ist es, die Quellen zu fassen und das Wasser in einen rund 1800 Meter entfernten Hochbehälter zu leiten.“ Über eine Ringleitung erfolge schließlich die Dorfversorgung an mehrere Zapfstellen, an denen sich die Bevölkerung dann „bedienen“ kann. Rund 20000 Euro wird der Verein in das Projekt investieren, dessen Umsetzung bereits begonnen habe. Der Vorsitzende des Dikome-Vereins versichert aber auch, dass die Einnahmen des Sponsorenlaufs, die dem Projekt am Ende uneingeschränkt zugute kommen werden, gut angelegt würden in einem Umfeld, in dem nach wie vor politische und auch militärische Konflikte schwelen, die es u.a. nötig machen, Sand und Zement für die Bauarbeiten „unter ständiger Angst durch unwegsame Gelände zu transportieren.“