Höhenbad mit Zukunft?

Viele Argumente für den Bad-Erhalt hatten die Gründer des neuen Fördervereins

Schweigmatt (hjh). Der Andrang war riesig. Und Willi Tholen, der Ortsvorsteher von Raitbach, strahlte mit der Sonne um die Wette, als er die vielen Menschen begrüßte, die sich mit ihm und einem mehrköpfigen Vorstandsteam des kürzlich neu gegründeten Fördervereins zum Erhalt des Höhenbades eingefunden hatten, um den Startschuss zu einer bemerkenswerten Rettungsaktion mitzuerleben. Und nicht nur das: Die meisten Gäste standen Schlange, um die ausgelegten Beitrittsformulare ausfüllen zu können. Schon da kristallisierte sich heraus: Es gibt jede Menge Menschen rund um Raitbach und Schweigmatt, die keine Absicht haben, aufzugeben und einfach nicht glauben wollen, dass die Tage ihrer „Perle“ in luftiger Höhe endgültig gezählt sein könnten, wenn der Pachtvertrag mit der Stadt, der in diesem Jahr ausläuft, nicht verlängert wird oder die Stadt nicht wieder selbst das Heft in die Hand nimmt und das Bad – dann unterstützt von einem gemeinnützigen Förderverein und unzähligen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern – selbst betreibt.

Eingeladen dazu hatte das Vorstandstrio Natascha Reichert, Achim Hacken und Benjamin Bielawski. Die drei und ihre Mitstreiter Andrea Strübe, Sebastian Bach, Thomas Jost, Willi Tholen und Andreas Strübe versicherten der Zuhörerschar, dass sie sich mit viel Herzblut, Leidenschaft und Freude für das große Ziel, die Rettung des Schwimmbades, das der Bevölkerung auch als Treffpunkt und der Feuerwehr als unverzichtbarer Löschwasserteich diene, einsetzen werden. Benjamin Bielawski an „viele emotionale Geschichten“, die das im Jahr 1935 für 9000 Reichsmark auf kostenlos von Privatleuten zur Verfügung gestelltem Grundstück gebaute und in den 70er-Jahren grundlegend modernisierte Freibad zu erzählen „oder manchmal vielleicht auch besser nicht“ zu erzählen habe.

Schlange stehen für eine Mitgliedschaft

Willi Tholen betonte, dass sich im solarbeheizten Bad bis zu 12000 Besucher tummeln. Schon das beweise eine doch eindrucksvolle Attraktivität nicht nur für das Dorf, sondern „für die Region und darüber hinaus.“ Für Erwachsene, aber auch für Kids und nicht zuletzt für die Kinder- und Jugendeinrichtung der Michael-Gemeinschaft in unmittelbarer Nachbarschaft sei es ein wichtiger sozialer Treff. Dazu trage auch bei, dass das Bad mit seinem 25 x 10 Meter großen und 400 Kubikmeter fassendem Becken mit separatem Kleinkinderbecken und einem abgetrennten Nichtschwimmerbereich samt Rutsche „allen Bedürfnissen gerecht“ werde.

Die Ziele des Vereins, der sich da trotz der Sonne bei nicht gerade einladendem Badewetter vorstellte, sind klar definiert: „Wir wollen die Stadt als eventuell neuer Betreiberin partnerschaftlich durch Arbeitsleistungen, mit finanziellem Zustupf aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden unterstützen.“ Sämtliche eingenommenen Gelder, die wohl an Veranstaltungen wie der am Samstag, an dem der Würstle-Griller Höchstarbeit zu leisten hatte und Handarbeiten, Kaffee und Kuchen reißenden Absatz fanden erwirtschaftet werden, kommen „dem Erhalt, der Pflege, anstehenden Modernisierungen und dem Betreiber des Schwimmbades zugute. Mit diesen Argumenten sollen die Stadt und die Gemeinderäte überzeugt werden, „dass das Höhenschwimmbad eine gute Zukunft hat.“