Erfolg, Spaß und Freude beim Jahreskonzert der Stadtmusik

Gelungen Premiere: Joachim Pfläging beim ersten Jahreskonzert

Schönau (hjh). Sie können’s noch, die Stadtmusikanten: Mit einem grandiosen Jahreskonzert meldeten sich die Jungmusiker und das Aktiv-Orchester am Samstag in der Mehrzweckhalle eindrucksvoll zurück. Und zwar mit gleich zwei Premieren. Zum einen war es der erste Auftritt in der neuen Halle zum anderen feierte Peter Lasteins Nachfolger Joachim Pfläging einen überaus bemerkenswerten Einstand am Dirigentenpult. „Nach turbulenter Zeit freuen wir uns ungemein, sie endlich zu dem Konzert begrüßen zu dürfen, das bereist am 4. Dezember 2021 geplant war“, begrüßte die Vorsitzende Diana Ruch eine stattliche Anzahl Blasmusik-Fans in neuer Umgebung. Die Vorbereitung auf den Abend sei eine „Herausforderung in Vielerlei Hinsicht“ gewesen, sagte Ruch und erinnerte an „kontaktlose“ Proben und Treffen mit und ohne den neuen Dirigenten, der sich aber gerade unter den misslichen Umständen als „äußerst kompetent und kameradschaftlich“ erwiesen habe.

Natürlich begrüßte auch Bürgermeister Peter Schelshorn als Präsident der Stadtmusik den „Neuen“ mit dem Taktstock. „Ich wünsche ihnen bei ihr Tätigkeit ganz viel Erfolg, Spaß und Freude“, meinte er und vergab gleich einige Vorschusslorbeeren, die – wie sich im Lauf des Konzerts herausstellte – als fast noch ein wenig untertrieben waren. „Mit großer Leidenschaft hat unser Dirigent mit dem Orchester ein tolles Programm einstudiert“, machte Schelshorn dem Publikum jedenfalls vorab schon den Mund wässrig und kündigte „einen unvergesslichen Konzertabend mit vielen musikalischen Höhepunkten und Glücksmomenten“ an und fügte hinzu: „Genießen sie die Weltsprache Musik, das reine Geschenk und die Gabe Gottes.“ Was soll man sagen: die Leute im Saal lehnten sich zurück und genossen, was die Jugend- und die Stadtmusik unter Pflägings Leitung zu bieten hatte. Und das war erstaunlich viel, wie ein Tischnachbar schon nach den ersten Takten feststellte: „Die können Musik, die Stadtmusikanten.“

Sieben Vorbereitungsmonate reichten, um der Jugend „Coldwater Crossing“ (Michael Sweeney), „Pirates of the Carribean“ (Klaus Badelt) und einen Zusammenschnitt aus der Erfolgsserie „Game if Thrones“ von Ramin Djawadi so nachhaltig einzuimpfen, dass die Zugabeforderungen nicht nur Lippenbekenntnisse waren. Das kam natürlich nicht von ungefähr, wie sich zeigte, als Jugendleiter Alexander Schlachta gleich acht seiner Schützlinge als frischgebackene Träger des bronzenen Leistungsabzeichens des Musikverbandes vorstellte: Amelie Engesser, Alisa Lauber, Anna Klingele, Simon Anschütz, Yves Schwaab, Sarah Pfefferle, Madita Prekur und Moritz Zimmermann.

Danach gabs exzellente konzertante Blasmusik auf und um die Ohren. Mit Josefs Bachs Marsch „Viribus Unitis“ gings nämlich gleich richtig in die Vollen. Der Hochgenuss ließ auch nicht nach, als Joachim Pflägings Orchester das Publikum mitnahm auf eine „Reise um die Welt“, die im Original 80 Tage dauerte, in Schönaus Halle aber nach Noten von Otto M. Schwarz auf gerade mal 12 Minuten zusammengestaucht wurde, ehe ein echter Meilenstein klassischer Musik, die „First Suite in Es“ von Gustav Holst bereits den Part Ehrungen und die Pause einleitete.

In den zweiten Teil starteten die Musikanten mit ihrem Dirigenten, der sich mitunter als sehr humoriger Moderator erwies, über den großen Teich, aber nur kurz. Auf dem Zettel hatte Pfläging nach der „Overture on an early American Folksong“ Steven Bryants Werk „Dusk“, das der Dirigent zu einer Art Zwischenlandung auf dem Belchen nutzte, um schließlich – unterstützt von den Solisten Jürgen Klingele (Akkordeon), Andreas Wetzel (Trompete) und Andreas Kaiser (Posaune) – im Pariser „Montmartre“ das „savoir-vivre“, die französische Lebensart, in einer Art und Weise zu präsentieren, die das Publikum zu Jubelstürmen animierte. Das Ende nahte nach dem tollen Konzertmarsch „Arsenal“ mit gleich drei wunderschönen Themen, die der Belgier Jan van der Roost in Töne gepackt hatte. Und es wurde mit zwei prächtigen Zugaben zementiert, von denen eine wegen der aktuellen Weltlage und auch zuliebe der im Saal anwesenden Ukrainer nicht die große Freude ausdrücken durfte, die man sonst so gerne nach einem absolut gelungenen Konzertabend zu spielen gewohnt ist.  

vlnr. Stephanie Keller, Alexander Schlachta, Klaus Wunderle, Moritz Seger, Eberhard Asal, Larissa Wetzel, Katharina Kiefer und die Vorsitze

Ehrungen

Von Holger Gertz, dem Vizepräsidenten des Alemannischen Musikverbandes, wurde Eberhard Asal für 40 aktive Musikantenjahre mit der silbernen Ehrennadel des Bundes Deutscher Blasmusikverbände ausgezeichnet. Und Diana Ruch ehrte Stephanie Keller, Katharina Kiefer, Larissa Wetzel, Alexander Schlachta, Klaus Wunderle, Moritz Seger und in Abwesenheit Jonas Faller für zwölf aktive Jahre im Kreis der Aktiven ihres Orchesters.