Zeller Nächte: (f)lauer Tanz in den Mai

Zell (hjh). Er hatte Haken und Ösen, der Übergang vom launigen April in den Wonnemonat. Dabei waren die ersten „Zeller Nächte“ auch rund um Ralf Schindlers Freizeitpark angenehm lau. Die Stunden davor – die „Nächte“ dauerten am Freitag von 16 bis 21 Uhr, am Samstag von 14 bis nach Mitternacht und am Sonntag von 14 bis 17 Uhr – zeigte sich die Sonne von ihrer besten Seite. Und trotzdem hinkte der Besuch trotz teurer Werbung, trotz des in der Form bisher einzigartigen Veranstaltung recht weit hinter den Erwartungen von Ralf Schindlers Team und sicherlich auch von den gewerblichen Ausstellern, den Vereinen und Musikanten her. Aber warum?

Eine Antwort darauf wusste am Samstagabend, als sich so nach und nach dann doch noch eine stattliche Anzahl tanzlustiger Fans einfanden, um sich im Untergeschoss des riesigen Gebäudekomplexes, in dem der MSC-Vorsitzende Karlheinz Renner gerne „ein Navi“ dabeigehabt hätte, vom exzellenten  „Wow“-Trio „Originals“ schwungvoll in den Mai „befördern“ zu lassen, niemand. Auch Ralf Schindler nicht. Aber er betonte, dass die zumindest bis Samstag spärliche Ausbeute nicht an den Zellern lag. Im Gegenteil. Aus der Bevölkerung habe er im Vorfeld sehr viel Zuspruch erfahren. Auch die Vereine und einige Gewerbebetrieb zogen mit ihm an einem Strang, beteuerte der umtriebige Parkbetreiber und Organisator der ersten „Zeller Nächte“, der es verstanden hat, rund 35 Firmen, Vereine und Organisatoren für sein Projekt zu begeistern und so weit zu motivieren, dass sich einige von ihnen ansprechende Unterhaltungsprogramme ausdachten, um die Besucher, die dann nicht kamen, bei Laune zu halten. Wie etwa der Motorsportclub Schopfheim, der für rennsportbegeisterte Kids einen Motocross-Parcours aufbaute, auf dem sich am Samstag grade mal zwei Jungs vergnügten. Schade.

Bei freiem Eintritt hätten sich die Gäste im Park in einem Tattoo-Studio, auf dem angeschlossenen Bauernmarkt und zwischen Oldtimern, Motorrädern und Cross-Gespannen umsehen können. Auf dem Präsentierteller standen aktuelle zwei- und vierrädrige Luxuskarossen und Traktoren. Den Kindern stand der Vergnügungspark selbstverständlich offen. Es fehlte schlicht an nichts, denn auch für das leibliche Wohl der Parkgäste war bestens gesorgt. Und da landet man unumgänglich wieder bei dem „warum“. Am Geld kann es nicht gelegen haben. Denn wie erwähnt: der Eintritt zu allen Attraktionen, darunter Bull-Riding, Hau-den-Lukas, die Hüpfburg im Außenbereich neben der Würstchenbude, zu den Lokalen, zum Western-Salon, zu den Elektro-Cars, zur Ritterburg, zum Baumhaus in luftiger Höhe, zur Mammut- und Hängebrücke, zum Trampolin oder zu den Vulkanrutschen war frei bei diesem „Wochenende für die ganze Familie“, an dem auch die obligatorische „Mai-Schänke“ nicht fehlte und niemand Angst haben musste wegen möglicher Wetter-Kariolen auf das eine oder andere verzichten zu müssen, weil so gut wie alle Aktionen und Attraktionen überdacht zugänglich gewesen sind.