Feuerwehr Hasel startet nach turbulentem Jahr wieder durch

Hasel (hjh). Ein „turbulentes Jahr ohne viele Aktivitäten, ohne große Übungen und vor allem ohne die so wichtige Kameradschaftspflege“ liegt hinter den aktuell 52 Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr. Das jedenfalls stellte der stellvertretende Kreisbrandmeister Claus Werner am Samstag bei seinem Besuch im Gemeindesaal fest, nachdem er „aussagekräftige Berichte“ des Teams um Kommandant Jan Meurkes zur Kenntnis genommen hatte. Vor allem Michael Gebhardts Streifzug durchs Jugendlager hatte es ihm angetan. Denn der Jugendwart verwies stolz auf das Ergebnis eines Werbetages rund ums Feuerwehrgerätehaus, welcher der Wehr gleich fünf neue Mitglieder bescherte, so dass die auf drei geschrumpfte Mitgliederzahl zum Jahresende 2021 nun wieder auf zehn angestiegen ist. Und noch etwas bereitete dem Jugendwart großes Vergnügen: „Die Beteiligungsquote an Übungen liegt bei 75 Prozent.“ Und davon, merkte Claus Werner an, „können viele Aktive der Wehren im Landkreis nur träumen.“ Michael Gebhardt fühlt sich für die Zukunft hochmotiviert. Seinen Schützlingen kündigte er einen Übernachtungsabend, ein Hüttenwochenende und Ausflüge an. Und er ist sicher, dass neun Jungs und ein Mädchen unter seinen Fittichen auch bei den anstehenden Spielläufen oder beim Kreiszeltlager eine gute Figur abgeben werden.

Natürlich litt das abgelaufene Feuerwehrjahr wie über all im Land unter dem Virus. Nur nötigste Ausbildungsveranstaltungen und Lehrgänge wurden besucht. Übungen beschränkten sich zwischen zwei Lockdowns auf die Zeit von Mitte Juni bis Ende November. Nur Einsätze konnten selbstverständlich nicht ver- oder aufgeschoben werden: Neunmal leistete die Wehr technische Hilfen, zweimal musste zu Rettungs- und viermal rückten die Aktiven zu Bränden aus. Lohn für die Mühen und Entsagungen ständigen Bereitschaftsdienstes wird u.a. das Sommerfest für die Familien der Aktiven sein. Auf dem Zettel hat Meurkes das Fest beim Dreschschopf und schließlich einen größeren Ausflug, der Anfang September geplant ist.

Auf dem Foto vlnr. Claus Werner, Kommandant Jan Meurkes und der Gold-Junge Reiner Jost, der im nächsten Jahr in die Altersmannschaft verabschiedet wird.

Am Ende des offiziellen Abends überbrachte Bürgermeister Helmut Kima die Grüße der Gemeinde. Es war das letzte Mal, dass er in offizieller Mission zu den Mitgliedern der Feuerwehr sprach, denn er wird bekanntlich nicht mehr zur Wahl im Herbst dieses Jahres stehen. „Viele fröhliche und gesellige Momente“ habe er im Kreis der Wehr erleben dürfen. Er habe sich gefreut über die Kameradschaft, die in Hasel gepflegt werde und die in seinen Augen eine „ganz hohe Priorität“ habe, weil sie vor allem in kleineren Dörfern besonders viel Gewicht haben müsse, wenn man die Mannschaftsstärken erhalten will. Kima ließ noch einmal das Großprojekt „Gerätehaus“ Revue passieren, welches die Gemeinde zusammen mit der Feuerwehr im Jahr 2000 gestartet hat und das 2005 abgeschlossen werden konnte. Hinter dem Kraftakt habe eine „unglaubliche, auch ehrenamtliche Leistung“ gesteckt. Auch der Bauhof habe sein Scherflein mit rund 1000 Arbeitsstunden zum guten Gelingen beigetragen in „arbeitsreichen, intensiven Jahren, in denen in sehr angenehmer Atmosphäre konstruktive Diskussionen den Bau begleiteten, Debatten, die stets fair verliefen und im Sinne aller endeten, auch wenn es hie und da mal etwas knirschte im Gebälk. „Und dafür bin ich heute noch sehr dankbar“, sagte Helmut Kima und verabschiedete sich mit dem Wunsch: „Kommt nach euren Einsätzen immer gesund nach Hause!“

Ehrungen

Lisa Haberer, Patrick Greiner und Lukas Schuster erhielten von Claus Werner für 15 aktive Jahre das Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes in Bronze. Das Ehrenzeichen in Silber wird Stefan Tischer für 25 Aktivjahre nachgereicht. Und Michael Feucht, Wolfgang Geiger, Georg Linsin und Albert Senger dürfen sich nach 40 Jahren das Ehrenzeichen in Gold ans Revers heften. Zu einer ganz seltenen, aber sicherlich hoch verdienten Ehrung zog sich ein aufgeregter Reiner Jost zunächst die etwas weite Uniformjacke seines Tischnachbarn, dann aber doch die besser passende eigene Jacke an, die Claus Werner im Auftrag des Innenministers unter stehendem Beifall der Anwesenden mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold „in besonderer Ausführung“ schmückte.