Hasler Gemeinderäte pochen auf Prioritäten

Hasel (hjh). Viel stand am Montag nicht auf der Tagesordnung. Aber mit dem Wenigen taten sich die Ratsmitglieder ohne den wegen Krankheit entschuldigten Bürgermeister Helmut Kima schwer. Dabei sollten sie lediglich einen Vorentwurf zur Gestaltung der “Außenanlage Grundschule Hasel” zur Kenntnis nehmen, den Manuel Decker vom Todtnauberger Büro “galaplan” als “in allen Teilen veränderbaren Vorschlag” präsentierte. Sauer aufgestoßen ist in der Runde vor allem die Ankündigung der Kosten, die rund 250000 Euro ausmachen würden. Das, so der Tenor, sei dann doch sehr viel Geld in ein Projekt, in dem die längst fällige, dringend notwendige Innensanierung des in die Jahre gekommenen Schulgebäudes noch gar nicht berücksichtigt worden sei. So wurde denn zunächst einmal der Wunsch laut, ein Konzept für den gesamten Komplex zu entwickeln. Ausschlaggebend dafür war vor allem der Einwand des Bürgermeister-Stellvertreters, dass es eigentlich jeder Logik widerspreche, zuerst den Außenbereich neu zu gestalten und anschließend eine Baustalle einzurichten für die Arbeiten an und in der Schule selbst. Auch die Zuschussfrage sei nicht geklärt. 

Aufschieben allerdings mochte man das Projekt aber auch nicht, weil spätestens mit Beginn der Pflicht, eine Ganztagsschule in Hasel zu etablieren, die jetzigen Gegebenheiten im gesamten Schulbereich “nie und nimmer” den Vorschriften genügen werde. Für Sybille Matzner stand – unterstützt von Katja Stoißer – fest: “Seit Jahren schieben wir das Problem vor uns her. Hätten wir das alles gleich gemacht, wäre uns das angesichts der explodierenden Kosten viel billiger gekommen.” Und sie fügte erbost hinzu: “Es wurde jahrelang regelrecht verpennt, Geld in die Schule zu investieren. Und jetzt haben wir den Salat!”. Sie erwarte, dass auf jeden Fall ausreichend Mittel in den Haushalt eingestellt werden, um die Schule auf Vordermann bringen zu können. Auch sie hielt es für angebracht, im Innenbereich zu beginnen und erst dann über die Ideen der Planungsgruppe zu diskutieren, wie der Außenbereich – ohne (wie am Montag beispielhaft vorgestellt) zu sehr den Spielplatzcharakter zu betonen – Schulkind gerecht gestaltet werden könnte. Erfreulich sei, dass die Planer in Abstimmung mit der Schule das Gelände modellieren wollen, um die Bewegung der Kids zu fördern. Die nämlich komme gerade in Hasel, wo es so gut wie keine Sportmöglichkeiten für Schulkinder gebe, absolut zu kurz, bedauerten die Ratsmitglieder, die schließlich den Planungsentwurf zur Kenntnis nahmen, aber dann doch auch in ihrem Beschluss betonten, dass Gelder zwar für den Haushalt 2023 in ausreichender Höhe vorzusehen seien, ohne die Ausgaben aber auf den Schulhof, sondern auf die gesamte Schule zu konzentrieren. Der Sitzungsleiter hielt es für “dringend geboten, Prioritäten zu setzen.” Und dem stimmte das Gremium ausnahmslos zu.

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