Trachtenkapelle Häg-Ehrsberg: Corona-Frust wie weggeblasen

Häg-Ehrsberg (hjh). Endlich wieder Musik im Hinterhag, endlich wieder gute Laune beim fröhlichen Zusammentreffen von Blasmusikfreunden, die sich zwei Jahre gedulden mussten, um eine ausgewogene Mischung guter Tröpfchen und flotten Tönen wieder völlig maskenfrei genießen zu dürfen. Das Jahreskonzert der Trachtenkapelle stand an im Angenbachtal hoch auf dem Berg über Mambach. Und Tanja Köpfer, die Vorsitzende, verkündete zu Beginn vor leider nicht ganz ausverkauftem Haus, aber vor Bürgermeister Bruno Schmidt, einigen Ehrenmitgliedern, dem kath. Pfarrer, dem Ehrenvorsitzenden Werner Wassmer und den beiden Vertretern des Bundes Heimat und Volksleben Alfred Knauber und Marianne Wassmer sowie vor allen Gönnern und Freunden des Vereins hocherfreut: „Ich glaube, ich darf im Namen von allen sprechen, dass wir sehr dankbar sind, uns nach der langen Pause wieder mal in der Halle versammeln und uns ein Jahreskonzert gönnen zu können.“ Ihnen allen versprach die Vorsitzende „ein anspruchsvolles Programm“, zusammengestellt von Dirigent Jochen Mond, der die musikalische Verantwortung bei der Trachtenkapelle Häg-Ehrsberg 2013 von Martin Schmidt übernommen hat und im nächsten Jahr sein zehnjähriges Jubiläum feiern darf.

Das Programm

Der angekündigte „unterhaltsame und interessante Abend“ in der Angenbachtalhalle, durch den Sandra Köpfer und Anna Rummel gekonnt und humorvoll führten, begann mit dem „Marsch der Medici“ von Johann Wichert und mit einem Arrangement des Zeller Stadtkapellmeisters Markus Götz, bei dem Jakob Suppinger als Flügelhorn-Solist glänzte: „Bésame Mucho“ von Consuelo Vélasques. Danach sorgte Anna Rummel für fast ein wenig schadenfrohe Begeisterung im Saal mit der Ansage eines „für die Bewohner unserer Heimatgemeinde geradezu epochales Kanalbauvorhaben, dessen Teilabschnitt durch die Hauptstraße der Gemeinde Häg erst kürzlich ihren Abschluss fand“ und Jochen Mond in Anlehnung daran zur Auswahl des „ägyptischen Marsches“ inspirierte, den Johann Strauß anlässlich der Arbeiten am Suez-Kanal komponiert hatte. Und um den Vergleich vollständig zu machen fuhr die junge Dame schmunzelnd fort: „Ähnlich wie der Suez-Kanal für die Schifffahrt ist auch der Glasfaserkanal für die Bewohner unserer Gemeinde ein wichtiger Schritt in die Zukunft, bringt er doch den schnellen Zugang zu den Weltmeeren des Internet.“

Hirokazu Tanaka komponierte ein „Tetris Theme“ als musikalisches Pendant zum gleichnamigen Computerspielklassiker, den Jochen Mond ebenso auswählte wie „On Atlas *Shoulders“, den der in Laufenburg geborene Vollblutmusiker Dominik Wagner den Blasmusiken als Ode an griechische Sagen auf den Leib geschrieben hat. Und mit „Into the Storm“ gings dann recht stürmisch „into the“ Halbzeitpause, die zum Losverkauf für die Tombola genutzt wurde.

Danach folgte ein Ausflug in die „Bergwelt“ der Dolomiten, von dem sich die Zuhörer im Saal bei sanften Klängen von Josef Bönischs „Barock-Impressionen“ erholen durften, um schließlich von Billy Joels Komposition „Leningrad“ an den kalten Krieg und die Kubakrise im Jahr 1997 erinnert zu werden. Trost folgte prompt mit „ABBA“-Tönen. Die norwegische Band schuf mit „Take on me“ einen einschmeichelnden „Straßenfeger“, der die Fans im Hinterhag ebenso begeisterte wie Martin Scharnagls „a Bavarian Crossover“, ein rassiges Musikstück mit Fußgetrampel, den Jochen Mond möglicherweise als eine Art „hallo wach“ – Dosis in seine Musikauswahl eingebunden hatte, um die volle Aufmerksamkeit zu bekommen für das folgende Lied der Rock-Ikone Udo Lindenberg, der glaubte, dass es „hinterm Horizont“ des Timmendorfer Strandes für seine große Liebe „weiter gehen“ könnte.

Das Ende

Bis dahin stimmte eigentlich alles. Fast. Denn was darf im Repertoire einer so prächtigen Trachtenkapelle auf gar keinen Fall fehlen? Natürlich! Eine Polka. Die „Gablonzer Perlen“, die Antonin Borovicka zu einer tollen Kette aneinandergereiht hatte, kamen dem Publikum gerade recht, um sich im Takt mit zu wippen, zu schaukeln und sich aufzuraffen zu begeisterten Pfiffen und Zugaberufen, die ihnen Jochen Mond mit dem Lied „Guten Abend, gute Nacht“ dann auch nicht verwehrte, nachdem Tanja Köpfer die Gelegenheit genutzt und Timo Rümmele (Posaune) und Jule Kaiser (Klarinette) zu ihrem ersten gtelungenen Auftritt im rund 40köpfigen Orchester der „Großen“ gratuliert und dem Dirigenten zum nun erfolgreichen Abschluss intensiver Probenarbeit gratuliert hatte.

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