Dreilandecho

Klatsch, Tratsch und Kulinarisches aus dem Dreiländereck zwischen Müllheim, Lörrach, Schopfheim, Zell, Todtnau und Feldberg

reitschuster.de: „Unglaublich“

Corona-Test-Horror am Flughafen
Irrsinn von Amts wegen
bei Lufthansa & Co.

Es ist eine unglaubliche Geschichte! Der Chefredakteur von Focus-Money, Frank Pöpsel, war mit einem sogenannten „Corona-Flug“ der Lufthansa von München nach Hamburg unterwegs. Was er dabei erlebte, ist eine Horror-Geschichte – und zeigt, wie Unternehmen und Behörden in Deutschland völlig überfordert sind mit den Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung.

Pöpsel wurde Teil eines Experiments: Eines sogenannten „Lufthansa-Covid-19-Tested-Flugs“, bei dem alle Passagiere durch einen Corona-Test müssen. Ein klarer Wink mit dem Zaunpfahl, was uns in Zukunft blühen könnte.

Der Chefredakteur musste drei Stunden vor Abflug für den Test am Flughafen sein. Wo er dann erfuhr, dass er gar nicht getestet werde in München – sondern erst in Hamburg für den Rückflug. Prompt fiel der Test dort positiv aus. Er bekam die Aufforderung: „Begeben Sie sich bitte in verpflichtende Selbstisolation.“ Fernab von Zuhause. „Wo sollte ich hin?“, beschreibt Pöpsel seine Situation im „Editorial“ von Focus Money: „Ins Hotel an die Rezeption und sagen: ‘Hallo, ich habe Corona, haben Sie ein Zimmer für zwei Wochen?‘“ Bei der „Tested Flight Care‘-Versicherung der AXA „, die von der Lufthansa für alle Passagiere abgeschlossen wurde, landete der Focus-Money-Chef nach dem heutzutage üblichen Warteschlangen-Geduldsspiel mit Verbindungsabbruch bei einer Hotline, wo man nur französisch sprach.

Ein Versuch, sich nochmal testen zu lassen, wie es das Informationsblatt der Lufthansa empfahl, scheiterte daran, dass Pöpsel mit dem positiven Test erst gar nicht mehr in den Flughafen zum Testzentrum eingelassen wurde. Das Gesundheitsamt in Hamburg teilte ihm mit: „Nein, die Antigentests erkennen wir ohnehin nicht an. Die Fehlerhäufigkeit ist zu groß. Sie sollten einen PCR-Test machen.“ Weiter erging es dem Journalisten wie Karl Valentin, der in seiner Rolle als „Buchbinder Wanninger“ immer von einer Stelle zur nächsten verwiesen wird.

Über Google fand Pöpsel eine Praxis mit einem PCR-Schnelltest, für 235 Euro. Ergebnis: Diesmal negativ. Damit darf er wieder nach Hause fliegen.

Derweil kommt vom Testzentrum die Nachricht, man sei sich nicht mehr sicher, ob der erste positive Test zutraf: „Die unabhängige Bestätigung dieses Befunds ist technisch nicht gelungen“. Kaum in München gelandet, bekommt Pöpsel einen Anruf vom örtlichen Gesundheitsamt. Das wurde von der Lufthansa über den positiven Test informiert. Er müsse sich in Quarantäne begeben. Pöpsel verweist auf den zweiten Test, schickt das Negativ-Ergebnis. Am nächsten Tag bekommt er wieder einen Anruf vom Amt: „Ihr PCR-Test ist positiv“. Pöpsel schickt zum zweiten Mal das negative Testergebnis.“ Kurz darauf bekommt er die Nachricht, die Amtsärztin habe gesagt, er solle einen weiteren, also dritten PCR-Test machen. Bis dahin müsse er heim und in Quarantäne.

Als der arme Journalist schon wieder nach Hause will in Quarantäne, bekommt er eine Mail von der Lufthansa: Es sei jetzt endgültig klar, dass der Test ein falsches Ergebnis geliefert habe. Er sei nicht positiv, sondern negativ.

Pöpsels Fazit: Er werde nie wieder einen „Lufthansa-Covid-19-Tested-Flug“ besteigen.

Sagen Sie nicht, Sie seien nicht gewarnt worden!

Michael Engesser neuer Bürgermeister in Fröhnd

Landrätin Marion Dammann gratuliert dem „Unbekannten“

Fröhnd (hjh). Mit viel Beifall wurde er empfangen, der Manfred Michael Engesser. Und Marion Dammann lag richtig, als sie den eben frisch gewählten Bürgermeister vor der Gemeindehalle ausmachte: „Dem Beifall nach sind sie Herr Engesser. Ich bin die Landrätin.“ Und als solche gratulierte sie dem neuen Chef der 500 – Seelen – Gemeinde zum Wahlsieg über die amtierende Bürgermeisterin Tanja Steinebrunner, die vor zwei Wochen als einzige Kandidaten bei der Wahl durchgefallen erdrutschartig durchgefallen war gegen Kandidaten, die offiziell gar nicht zur Wahl standen und die nun im zweiten Wahlgang zwei „Gegner“ hatte: Roland Matzker und Michael Manfred Engesser, den selbständigen Gipser- und Stukkateurmeister aus Oberhepschingen, der seinen Hut zum zweiten Wahlgang in den Ring geworfen hatte.

Peter Schelshorn, der Verbandsvorsitzende, hofft auf gute Zusammenarbeit

Wahlleiter Marterer trat vor den Gemeindesaal, um den Ausgang der Wahl zu verkünden: „Unser neuer Bürgermeister heißt Michael Engesser.“ Er heimste 233 Stimmen (69 Prozent) von 397 möglichen ein. Für Tanja Steinbrunner hatten sich 86 (25 Prozent) Wählende entscheiden. Und Roland Matzker erhielt von neun (2,67 Prozent) Fröhndern Zuspruch. 340 (davon nur drei Stimmen ungültig) der 397 Wahlberechtigten hatten den Gang zur Urne angetreten, was einer Wahlbeteiligung von fast unglaublichen 85,6 Prozent entspricht.

Tanja Steinebrunner war natürlich sichtbar schwer enttäuscht. Trotzdem gratulierte sie in Abwesenheit dem neu gewählten Bürgermeister und wünschte ihm „eine gute Amtszeit.“ Es sei eine schöne Zeit gewesen als Bürgermeisterin der Fröhnder, sagte sie und betonte, dass sie aus ihrer Amtszeit „sehr viel Positives“ mitgenommen habe. Und dann verabschiedete sie sich: „Ich wünsche ihnen Wohlergehen und einen schönen Abend. Herzlichen Dank. Auf Wiedersehen.“

Tanja Steinebrunner schwer enttäuscht

Engesser habe es in recht kurzer Zeit geschafft, das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen. „Dazu gratuliere ich ihnen herzlich“, sagte Marion Dammann. Die Gemeinde sei zumindest touristisch „ein Highlight im Landkreis Lörrach“. Die Gemeinde sei zwar klein, aber nicht einfach zu verwalten, sagte die Landrätin und meinte: „Sie werden sicher wissen, auf was sie sich da eingelassen haben. Die Bevölkerung steht jedenfalls hinter ihnen und ich glaube, das ist viel wert.“ Das Amt habe viele schöne Facetten „in einer wunderschönen Gegend und in einem Landkreis, der sie gerne unterstützt und in diesem Sinne wünsche ich ihnen Gesundheit und das nötige Quäntchen Glück.“

Auch Peter Schelshorn gratulierte dem neuen Mitglied seines Verwaltungsverbandes nicht zuletzt im Namen aller anwesenden Bürgermeister. Er sicherte dem neuen Bürgermeister die Unterstützung seiner künftigen Kollegen, hoffte auf ein gutes Miteinander und wünschte „toi, toi, toi“ mit dem Hinweis darauf: „Es wird nicht einfach in den nächsten Jahren. Aber wir werden es gemeinsam hinbekommen. Wir lernen uns sicherlich noch kennen.“

Andreas Wießner, Todtnaus Bürgermeister, mit dem obligatorischen Fläschchen

In die Schar der Gratulanten reihten sich schließlich die Bürgermeister Bruno Schmid (Häg – Ehrsberg), Andreas Wießner (Todtnau) und Peter Palme (Zell) ein. Und auch der CDU-Landtagskandidat Christof Nitz hatte ein Fläschchen unterm Arm, das er dem neuen Mann an der Spitze der kleinen Gemeinde mit den besten Wünschen für eine erfolgreiche Zukunft überreichte, ehe die neue „First Lady“ des Dorfes die Gratulations-Zeremonie kurz unterbrach: „Jetzt muss erst mal ich meinem Schatz gratulieren.“

Bruder Leichtsinn auf der B317 unterwegs

Freiburg (ots) – Am Freitag, 13.11.2020, zwischen 14 und 17 Uhr, kontrollierte die Verkehrspolizei die Einhaltung der Gurtpflicht sowie das Verbot der Handynutzung während der Fahrt. In der rund dreistündigen Kontrolle auf der B317 bei Hausen wurden 21 Autofahrer angezeigt, welche ein Handy nutzen. Weiterhin wurden 14 Autofahrer verwarnt, weil sie den Sicherheitsgurt nicht angelegt hatten. Ein Autofahrer wurde angezeigt, weil er zwei Kinder ohne jegliche Sicherung beförderte. Weitere Informationen zum Thema „Ablenkung“ im Straßenverkehr und die daraus resultierenden Gefahren unter diesem Link

Sachbeschädigungen in der Innenstadt – Zeugensuche

Schopfheim: (ots) – In der Nacht von Sonntag auf Montag, 15./16.11.2020, kam es in Schopfheim zu mehreren Sachbeschädigungen. In Briefkästen des Amtsgerichts, der Stadt Schopfheim sowie dem Gebäude einer Zeitung in der Hauptstraße wurden Senftuben entleert, Eier auf dem Boden zerschlagen und diverser weiterer Unrat hinterlassen. Teilweise waren auch die Eingangstüren und die Fassaden betroffen.

Die genaue Höhe des Sachschadens ist noch nicht weiter bekannt. Der Tatzeitraum dürfte zwischen 02 und 07 Uhr liegen. Das Polizeirevier Schopfheim, Tel. 07622 66698-0, sucht Zeugen, denen in den genannten Bereichen verdächtige Personen aufgefallen waren.

Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Kindern

Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Lörrach: Ermittlungen wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern – 53-jähriger Tatverdächtiger festgenommen

Freiburg (ots) – Einen 53-Jährigen hat die Polizei am 12.11.2020 im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern festgenommen. Der Beschuldigte wurde anschließend dem Haftrichter beim Amtsgericht Freiburg vorgeführt, der auf Antrag der Staatsanwaltschaft den Vollzug von Untersuchungshaft angeordnet hat.

Der Tatverdächtige mit deutscher Staatsangehörigkeit, der bereits einschlägig polizeilich in Erscheinung getreten ist, wird beschuldigt, zwischen 2014 und Sommer 2020 an einer Schule im Landkreis Lörrach trotz eines bestehenden Berufsverbotes Kinder unterrichtet zu haben. In diesem Zeitraum soll es zu sexuellen Missbrauchshandlungen zum Nachteil eines Kindes gekommen sein. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an.

AfD informierte in Steinen – Spießrutenlauf zum Versammlungsort

Steinen (hjh). Sie wollten Dr. Alexander Gauland „den Abend vermiesen“. Aber der Ehrenvorsitzende der Bundes-AfD, der am Samstag Gast der Bundesfraktion und der Landesgruppe Baden-Württemberg war, ließ sich am Nationalfeiertag von seinem Vorhaben nicht abbringen, die rund 100 Gäste in der Wiesentalhalle an die Vorgänge rund um die deutsche Wiedervereinigung vor 30 Jahren zu erinnern und auf den ursprünglich angekündigten „Bericht aus Berlin“ zu verzichten. Nicht nur AfD-Mitglieder waren im großzügig auf Abstand bestuhlten Saal neugierig auf das, was der Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag und frühere CDU-Bundestagsabgeordnete aus der Zeit um 1990 zu erzählen wusste, sondern auch viele Bürgerinnen und Bürger, die sich – wie einer ausdrücklich betonte – „auch mal einige Reden von Politikern aus einer ganz anderen Ecke anhören“ wollte, um sich selbst ein Urteil zu bilden „und nicht nachzuplappern, was mir an anderen aufs Auge gedrückt wird.“ Leicht allerdings wurde ihm das zunächst einmal nicht gemacht. Wie fast alle anderen war es nämlich unmöglich, das Gros von rund 700 Antifa-Demonstranten zu passieren, die zum Widerstand gegen den „rechten Flügel rund um Neonazi Björn Höcke“ auf dem von einem recht großen Polizeiaufgebot gut abgeriegelten Parkplatz vor der Halle aufmarschiert waren. Die Besucher der Veranstaltung wurden über Schleichwege zum Eingang gebracht und – jeder kam einzeln und für sich in den zweifelhaften Genuss – auf den letzten Metern dorthin von einem gellenden Pfeifkonzert begleitet, wobei dem Verfasser dieses Artikels neben den Pfiffen in Sprechchören noch die „Lügenpresse“ um die Ohren „gehauen“ wurde.

„Eine sehr demokratische Begrüßung“, wunderte sich einer der Spießrutenläufer, die sich in absoluter Sicherheit fühlen durften, wenn sie die Eingangskontrollen des Sicherheitspersonals überstanden und einen der nummerierten Stühle im Saal ergattert hatten. Jeder und jede wurde maskiert „gefilzt“. Taschen wurden durchsucht, die Kleidung unter die Lupe genommen und selbstverständlich musste auch der Eintrag in die Coronaliste erfolgen, den Gastgeber Thomas Seitz mit dem Argument begründete: „Wir sind eine dem Rechtsstaat verpflichtete Partei. Und auch wenn wir die Masken wie fast alle anderen Coronamaßnahmen für überzogen, gänzlich falsch oder längst für unsinnig halten, werden wir die erteilten Auflagen erfüllen.“ Im übrigen gehe er, Seitz, davon aus, dass „die Pandemie in Deutschland erst vorbei ist, wenn die derzeitig hohen Umfragewerte der CDU wieder auf ein normales Maß gesunken sind“, betonte der Bundestagsabgeordnete und behauptete, dass „sämtliche bisher getroffenen Maßnahmen der Regierung zu jedem Zeitpunkt falsch oder zu spät erfolgten.“

„Es ist eine Schande, wenn Menschen daran gehindert werden, sich politisch zu orientieren“, kritisierte Thomas Seitz das „wieder einmal unglaubliche Aufgebot der Antifa“ draußen, den man mit den Aufmärschen von 1929, als „Gewalt ein übliches Mittel der Auseinandersetzung auf den Straße in Deutschland gewesen“ sei. „Die Gewalt kommt zurück. Aber sie geht nicht von uns aus“, sagte Seitz und fügte hinzu: „Es erfordert unglaublich viel Mut, in Deutschland Gesicht zu zeigen“. Er ziele damit nicht auf die Zwangsmaske ab, sondern auf „das völlig undemokratische Schauspiel draußen vor der Türe, mit dem eindeutig Besucher abgeschreckt werden sollen.“ Für ihn beginne übrigens eine Diktatur damit, wenn demokratische Parteien und ihre Mandatsträger daran gehindert werden, über ihre Arbeit frei zu berichten, „zum Beispiel dadurch, dass draußen keine freier Zugang zu dieser Halle geschaffen wird, wofür der Staat verantwortlich“ Seine Kritik richte sich nicht gegen Polizeibeamte vor Ort, sondern gegen die Herren mit den goldenen Sternen auf den Schulterklappen. Seitz wurde konkret: „Heute hätten deutlich mehr Personal und Ausrüstungsgegenstände vorhanden sein müssen, denn es kann einfach nicht sein, dass politisch interessierte Menschen attackiert werden, nur weil sie sich informieren wollen.“

„Die Grünen und die Leute, die da draußen stehen, mögen sie nicht und sie mögen auch das deutsche Volk nicht“, begann Alexander Gauland mit einer Rede, die unterm Strich darauf abzielte, die Wiedervereinigung Deutschlands als ausgeklügeltes Werk der Stasi anzuprangern. „Am dritten Oktober ist die DDR der Bundesrepublik beigetreten. Aber stimmt das überhaupt?“ Spätestens seit der Kanzlerschaft von Frau Merkel stehe die Frage im Raum: „Wer ist da eigentlich wem beigetreten?“ Der von Merkel geschasste Chef des Verfassungsschutzes habe sich kürzlich gefragt, was er getan hätte, wenn er Stasi-Chef gewesen wäre. Und seine Antwort in einem Satz: „Genau das, was passiert ist!“ In seinen weiteren Ausführungen erläuterte der Fraktionschef, welche Maßnahmen damals getroffen wurden und wie intensiv die Stasi in Ost und längst auch schon in vielen Positionen des Westens in das Projekt Wiedervereinigung involviert waren. Und während die Linken im Westen noch in Schockstarre verharrten, handelten ihre Kollegen im Osten diskret, aber massiv, sagte Gauland und zählte nach und nach all die Leute des Ostens auf, die politische Ämter übernahmen und vor dieser Zeit samt und sonders „IM der Stasi“ gewesen seien. „Die Stasi konnte die Einheit nicht aufhalten, aber sie konnte ihre Leute unterbringen“, betonte Gauland und begründete u.a. damit die Methoden, die mittlerweile dazu führen, dass z.B. Polizei und Militär unter Generalverdacht gestellt werden, während dasselbe bei Islamisten verboten sei. Das und vieles mehr seien „ungeheuerliche Freiheitseinschränkungen, gegen die man als Demokrat einfach aufstehen muss“, klagte Gauland und ärgerte sich über die „heuchlerische Regierung dieses Landes“, die nicht einmal in der Lage sei, öffentlich anzuerkennen, dass die Linke keine Nachfolgerin der SED, sondern ganz klar die SED sei. Das würden zahlreiche Personalien und die Konstrukte dahinter im Westen und Osten eindeutig belegen. „Was würde Helmut Kohl wohl sagen, wenn er erführe, wohin sein ‚Mädchen‘ dieses Land gebracht hat, fragte Gauland und meinte: „Es ist hier bei uns zusammengewachsen, was zusammengehört – aber in einem ganz anderen Sinne als Willy Brand einst gemeint hat.“  1990 sei ein totalitäres System zusammengebrochen, ein Grund zur Freude also. Aber, so Gauland, „der Untote ist zurückgekehrt“. Er halte es nur für ein kleines bisschen übertrieben, dass mit dem Regierungsantritt von Frau Merkel der Beitritt der Bundesrepublik zur DDR vollzogen wurde. Die Frage sei also nur, ob und wie man einen solchen Tag feiert. „Meine Antwort: Durch beharrlichen demokratischen Widerstand gegen diese autoritären, demokratiefeindlichen Entwicklungen. „Und dazu“, kam Alexander Gauland vor den abschließenden Referaten zu diversen bundespolitischen Themen von Dirk Spaniel und Volker Münz zu seinem persönlichen Schluss, „brauchen wir sie, meine Damen und Herren.“

Zustupf für Aiterns Feuerwehr vom BGV

Auf dem Foto vlnr. Kommandant Markus Wunderle, Ulrich Franz,
Roland Fahrner und Sigrid Böhler

Aitern (hjh). Der Zustupf ist längst überwiesen. Aber trotzdem ließen sich Beschenkte und Schenker die Freude nicht nehmen, über die edle Geste publikumswirksam laut nachzudenken. Getreu dem Motto „tue Gutes und rede darüber“ trafen sich Bürgermeisterin Sigrid Böhler, ihr Stellvertreter Roland Pfefferle, die Gemeinderäte Julian Asal und Christian Kiefer, die Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Markus Wunderle und Jürgen Walliser und natürlich auch die Vertreter des Badischen Gemeindeversicherungsverbandes (BGV) Roland Fahrner und Ulrich Franz, um die Gründe, die zur Übergabe einer BGV-Spende von 10000 Euro führten, im Vereinsraum der Landfrauen in gebührendem Abstand zu erläutern. Es ging um ein LF8, ein Fahrzeug, das bereits 30 Jahre auf dem Buckel hat und laut Markus Wunderle und nach der Bedarfsplanung 2013 spätestens im Jahr 2016 ersetzt werden sollte. Aber nichts dergleichen geschah. Aiterns Finanzlage ließ eine Ersatzbeschaffung einfach nicht zu. Also wurde 2018 eine Generalüberholung des Löschfahrzeugs ins Auge gefasst. Und der damals schon happigen Investition von 30000 Euro stimmte der Gemeinderat zu. Das Fahrzeug wurde in eine Sanierungswerkstatt überführt. Und danach häuften sich die Hiobsbotschaften. Aus 30 wurden 40000, aus 40 dann 50000 Euro und schließlich gabs die Punktlandung bei 60000 Euro und damit bei einer Summe, die laut Sigrid Böhler „für die Gemeinde eine finanzielle Kraftanstrengung sondergleichen“  bedeutete.

Die Bürgermeisterin sah sich nach Fördermöglichkeiten um und wurde bei der Jahreshauptversammlung des BGV, deren Mitglied alle Landkreise und Kommunen im Land sind, fündig. „Vorstandsmitglied Roland Fahrner und der Direktionsbevollmächtigte Ulrich Franz waren die beiden Menschen, die unser Bemühen um Zuschüsse von Anfang an wohlwollend unterstützt haben“, sagte Sigrid Böhler. Die beiden hatten da bereits bei der Direktion vorgefühlt und konkret eine Finanzspritze von 10000 Euro in Aussicht gestellt. Stellen sie sich vor, was das für ein grandioses Weihnachtsgeschenk gewesen wäre“, erinnerte sie im Pressgespräch am Dienstag an die Gespräche mit dem BGV, die sie aufpeppte mit einer Art Dringlichkeits-Mail an den Vorstand, mit der sie kurz vor Weihnachten 2018 mit dem Hinweis darauf punktete, dass man sich zur Sanierung des „eigentlich gut gepflegten LF8“ entschlossen habe, um es für mindestens weitere zehn Jahre diensttauglich auszustatten. Danach war die Sache so gut wie geritzt. Das Geld wurde vom Verband zugesagt. Schließlich, so Roland Fahrner nun bei der Übergabe des symbolischen Schecks, überweise die Versicherung Jahr für Jahr zwischen 300000 und 500000 Euro an die Mitgliedsgemeinden zur Förderung von Einrichtungen wie die Feuerwehren. „Selbstverständlich wollen wir damit nicht zuletzt auch das Ehrenamt nachhaltig belohnen“, sagte Fahrner und wies darauf hin, dass in Bereichen, in denen sich Menschen für ihre Mitbürger unentgeltlich einsetzen und teilweise Gesundheit oder Leben riskieren, „wenigstens das dazu notwendige Equipment in Ordnung sein sollte.“ Es sei für seinen Verband also geradezu unumgänglich gewesen, für das Ziel locker zu machen, einen „rundum gut gepflegten Oldtimer“ zu sanieren. Schade nur, dass das Ergebnis der Sanierung bisher noch nicht vor Ort zu bewundern ist. Denn noch immer befinde sich der Oldie nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in der Heimat in der Werkstatt. Dort erhalte er den letzten Schliff und werde auf den neusten Stand der (Ausrüstungs-)Technik gebracht. „Wenn das LF8 fertig ist, können wir eine große Steigerung seines einsatztaktischen Wertes melden“, sagte Kommandant Wunderle. Das Fahrzeug habe schon wegen der Ausrüstung mit 850 Liter Löschwasser und vollgetankt um rund eine Tonne auf 8,5 t Gesamtgewicht zugelegt, rechnete er vor und schmunzelte: „Gott sei Dank wird die Besatzung nicht gewogen. Ihr Gewicht wird pauschal mit in das Gesamtgewicht einbezogen.“

CDU-Stadtverband Zell will Baugebiet Leisenberg II (re-)aktivieren

Es soll voran gehen: 36 Bauplätze warten auf neue Eigentümer

Zell. Um die finanzielle Lage der Stadt sorgt sich u.a. natürlich auch die CDU-Fraktion. Deren Sprecher Matthias Kiefer lud die Mitglieder des Stadtverbandes auch im Namen des Vorsitzenden Klaus Wetzel zum Ideenaustausch ein. Treffpunkt war am Wochenende das Schützenhaus auf dem Leisenberg. Und dort erinnerten sich vor allem die altgedienten (Rats-)Mitglieder um die früheren Fraktionssprecher Siegfried Kiefer und Thomas Schmidt an den „rechtskräftigen Flächennutzungsplan von 1983“, in dem die Flächen am Leisenberg als Wohnbaufläche dargestellt sind, was schließlich zur Bebauung des Abschnitts Leisenberg I führte und was zur Folge hatte, dass der Gemeinderat in der Sitzung am 19.12.1991 öffentlich beschloss, den Bebauungsplan Leisenberg II aufzustellen. Und der gilt nach wie vor. Die Bürgerbeteiligung wurde im August 1992 durchgeführt, der Entwurf lag zur Einsichtnahme aus. „Damit sind alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt worden. Und damit könnte Leisenberg II ohne großen Aufwand jederzeit realisiert werden“, hieß es in der CDU-Runde, in der darauf hingewiesen wurde, dass sich die 36 geplanten Bauplätze samt und sonders im Besitz der Stadt befänden und dass sich da fast schon so etwas wie eine Goldgrube auftäte, weil sich die Grundstückspreise auf dem 3,6 Hektar umfassenden Gelände so positiv entwickelt hätten, dass sich die Investitionen der Stadt in Erschließungskosten mittlerweile gut rechnen. Es müsste sich nur noch jemand daran machen, die aktuellen Kosten zu ermitteln. Das sollte, so hieß es weiter, auch in der „etwas träge wirkenden Stadtverwaltung“ bei sinnvoller Nutzung der zur Verfügung stehenden Arbeitszeiten locker möglich sein. Zumal als Voraussetzung für eine detaillierte Kostenaufstellung lediglich ein paar Aktenordner aus dem Schrank geholt werden müssten, in denen sämtliche anfallenden Arbeiten exakt beschrieben sind, wie Thomas Schmidt ergänzte.

Siegfried Kiefer belegte die Theorie mit der schriftlichen „Begründung zum Bebauungsplan Leisenberg II“ der Stadt vom 28.7.1999. Damals ging die Veraltung davon aus, dass die Stadt mit Gesamtkosten von 2.5 Mio. „D-Mark“ oder 1,25 Mio. Euro kalkulieren müsse, von denen „ein erheblicher Teil durch die Erhebung von Anliegerbeiträgen wieder vereinnahmt“ werden könnten. Unterm Strich sind in der Begründung die Anlage eines Kinderspielplatzes, die Grünordnung, der Natur- und Landschaftsschutz, die Höchstgrenzen der baulichen Nutzung die Handhabung von Leitungsrechten zur Stromversorgung, die Abwasserbeseitigung sowie die Wasserversorgung oder die Oberflächenentwässerung detailliert beigelegt. Eine Sonderregelung erfordere das Schützenhaus, dessen Schießbetrieb damals für „nicht vereinbar mit dem Wohnbau“ eingestuft worden ist, was aber nach heutigen Maßstäben und nach heute üblichen Schutzbauten oder Änderungen des Schießbetriebs – beispielsweise Umstellung auf elektronische Anlage – durchaus revidiert werden könnte.

Wichtig ist der CDU, dass der aktuelle Pächter des landwirtschaftlich genutzten Bereichs eine Ausgleichsfläche für den Weidebetrieb erhält. Ohne eine solche Maßnahme fehle es dem Landwirt an Futter- und Weidewiesen, die existenziell wichtig zur Weiterführung seines Betriebes sind.

Für die Mitglieder der CDU stand an diesem Abend hoch oben über der Stadt fest: „Viele der finanziellen Sorgen der Stadt könnten sich mit Realisierung des Projekts „Leisenberg II“ lösen lassen. Es gelte, in die Hände zu spucken und die Dinge, die dazu nötig sind, in Angriff zu nehmen. Aber dazu, da waren sich viele in der Runde einig, fehle es der Verwaltung am nötigen Schwung. Es liege also am Gemeinderat, dessen Mitglieder vom Volk gewählte Vertreter sind, den nötigen Druck aufzubauen, um dieses Projekt voran treiben zu können. Alleine der Antrag zur Sichtung der Unterlagen von 1999 zur Bebauung des Leisenberg II reicht leider nicht. Es müsse nun der Antrag zur aktuellen Kosten- und Erlösermittlung gestellt werden als Basis für einen endgültigen Beschluss des Gremiums. Fest steht: Es muss jetzt endlich zügig voran gehen. Allein durch die Corona-Pandemie haben sich riesige Löcher im laufenden Finanzhaushalt der Stadt Zell aufgetan. Das Projekt müsse also 2021 unbedingt umgesetzt werden!

Bürstenmacher im Fokus

Todtnau eröffnet das neue Bürstenmuseum

Bürstenmacherlegende Friedrich Busse in Aktion

Todtnau (hjh). Karl-Ludwig Nessler, der Erfinder der Dauerwelle, hat Gesellschaft bekommen. Er ist umgezogen ins Obergeschoss des Kulturhauses und thront dort quasi über einem weiteren spannenden Kapitel aus der industriellen Erfolgsgeschichte der Stadt: Exponate zur Geschichte der Bürstenbinderei oder besser die sehr umfangreiche Dokumentation über 250 Jahre Bürstenhandwerk, dessen Geschichte Leodegar Thoma mit der Einführung der Arbeitsteilung 1770 zu schreiben begann. Am Samstag wurde das neu gestaltete Bürstenmuseum in – coronabedingt mehreren – Etappen eröffnet. Wie die Nessler-Ausstellung steht die in Handwerk und maschinelle Fertigung zweigeteilte Bürstenpracht zusammen ab sofort der Öffentlichkeit vorerst mal bis Dreikönig Mittwoch und Sonntag von 14 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt zur Verfügung. „Aber“, so Kulturhaus-Ressortleiter Dr. Ralf Andreas Thoma in seiner Begrüßungsrede, „das sollte niemand daran hindern, einen Beitrag in die bereit gestellten Körbchen zu geben. Denn das Museum, das Kulturhaus, der Betreiberverein brauchen Geld.“ Auch wenn dort vor allem sehr viel ehrenamtliche Arbeit geleistet wird, gelte für Besucher die Regel: „Het’s dir g’falle, dann zahl, was de magsch!“

„Es hat ein paar Jahre gedauert, bis die Idee zu diesem Museum Realität geworden ist“, sagte Thoma, bevor sich die Türen öffneten. Alle Beteiligten hätten einen langen Atem bewiesen. „Viele, viele Stunden Arbeit“ hätten seine Mitstreiter in die Einrichtung des Museums investiert und ihr „historisches Wissen“ mit ihm, Ralf Thoma, geteilt. Es sei „ihr“ Museum, betonte er. Es fehle noch an Kleinigkeiten und auch an einer „moderneren Maschine“, die von der Firma Zahoransky zur Verfügung gestellt werde. Und es werde natürlich immer wieder Veränderungen bei den Exponaten geben, die teils Leihgaben, zum großen Teil aber Eigentum des Museums sind und bleiben werden. Kurz: „Es gibt immer wieder ausreichend Gründe, auch nach der Eröffnung hie und da bei uns vorbeizuschauen“, warb Ralf Thoma um nicht nachlassendes Interesse der Museumsfreunde, die er schließlich auch mit der Erinnerung daran „impfte“, dass „unsere Heimat, der Schwarzwald“, voll sei mit Geschichten findiger Schwarzwälder und dass wohl allein die Erzählungen rund um den Silberbergbau Museen füllen könnten. Er denke u.a. an die ersten Skifahrer, an den aufkommenden Tourismus und an die vielen Geschichten, die Großeltern aus früheren Zeiten zu erzählen wüssten. Er denke aber auch an die ganz besondere Geschichte von Karl Ludwig Nessler, dem das Kulturhaus seit Jahren eine äußerst spannende Ausstellung gewidmet habe. Deshalb freue er sich sehr, auch dieses neu gestaltete Museum heute hier eröffnen zu können, versicherte der Ressortleiter. Trotzdem stehe nun natürlich die Geschichte der Bürstenindustrie im Fokus. Natürlich könnten die alten Bürstenbinder und Händler solche Geschichten erzählen. Und weil diese Erzählungen noch so frisch in den Erinnerungen haften, könne man sich durchaus die Frage stellen, wozu es eines solchen Museums bedarf. Die Antwort darauf liege auf der Hand: „Ohne die mutigen Bürstenmacher von damals wären wir alle nicht da, wo wir heute sind.“ Ein Museum habe unter anderem die Aufgabe, Geschichte lebendig zu machen und uns daran zu erinnern, wer wir sind und wo wir herkommen. Da könne es sich durchaus auch mal der Hilfe eines Mannes bedienen, der von langen und kalten Winternächten erzählen kann. Den, so Thoma, habe man gefunden: Lorenz Wunderle, der erste Schwarzwälder Bürstenhändler.

Die älteste Bürste aus dem Jahr 1760

Ein Schauspieler schlüpfte in dessen Rolle und begann zu beschrieben, was die Besucher im Museum erwartet: „Im ersten Raum sehen Sie Exponate aus der Geschichte von 1770 bis 1902, die sich mit der Bürstenmanufaktur befasst.“ Zu dieser zeit seien die Todtnauer noch in ihren kleinen Stuben gesessen, haben Bürstenhälse gefertigt, Borsten eingezogen und ihre Erzeugnisse dann von Bürstenhändlern in die weite Welt hinaus tragen lassen. Beide Stuben, die Einziehstube und die Hölzlemacherei, zeigen das eindrucksvoll. Zu sehen sind dort die verwendeten Hölzer und Borsten. In den Vitrinen seien ein paar ganz besonders schöne Stücke, u.a. wundervolle, handeingezogene Silberbürsten, darunter die Bürsten der Luise von Baden oder die allererste Bürste aus dem Jahr 1760 zu bewundern.

Der zweite Bereich der Ausstellung sei der Zeit nach 1902 bis heute gewidmet. 1902 habe Anton Zahoransky seine Firma gegründet und damit die Industrialisierung in der Stadt eingeleitet. Deshalb seien dort auch Maschinen und Werkzeuge der Todtnauer Maschinenfabriken zu finden, sagte „Lorenz Wunderle“. Wie die Maschinen funktionieren, werde den Gästen von Mitarbeitern des Museums erklärt. Und auch bekannt gemacht mit der „Ahnengalerie“ mit Bildern aus den Familien der Todtnauer Bürstenhersteller. Und selbstredend Bilder von heute noch international tätiger Todtnauer Unternehmen und deren Produkten. Dann gab der Bürstenhändler den Weg frei: „Nun raus aus der Kälte und rein in die warme Stube: Viel Spaß in unserem Bürstenmuseum.“ Und den hatten die Gäste dann auch u.a. bei Vorführungen wie der von Friedrich Busse, dem Oldie, der seit 65 Jahren Bürstenmacher ist, mit seinem Tisch schon in Amerika Werbung für die Todtnauer machte und seit 25 Jahren ehrenamtliche Museumsarbeit leistet.


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