Dreilandecho

Klatsch, Tratsch und Kulinarisches aus dem Dreiländereck zwischen Müllheim, Lörrach, Schopfheim, Zell, Todtnau und Feldberg

Aus der Region

Überladene Zugmaschine kippt Böschung hinunter und überschlägt sich – ein Schwerverletzter

Kleines Wiesental (ots) – Auf einer Zugmaschine waren am Sonntag, 15.08.2021 gegen 14.20 Uhr, fünf junge Männer auf einem Waldweg in Richtung Vorderheubronn unterwegs.

Auf der Ladefläche fuhren verbotswidrig drei Personen mit, eine weitere Person auf einem nicht zugelassenen Sitz. Auf gerader Strecke kam die Zugmaschine mit seinem 28 Jahre altem Fahrer mit dem rechten Rad der Hinterachse vom Weg ab und rutschte die steil abfallende Böschung hinunter. Die Zugmaschine überschlug sich und kam nach 25 Metern an einem Baum zum Stillstand. Ein 30-jähriger, welcher auf der Ladefläche mitfuhr, wurde bei dem Unfall schwer verletzt und mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus verbracht. Bei den vier weiteren Personen zwischen 28 und 38 Jahren wurden zwei weiterer leicht verletzt. An der Maschine entstand Sachschaden in Höhe von rund 500 Euro. Die Bergwacht Schwarzwald war mit drei Fahrzeugen und 13 Mann vor Ort. Das DRK war mit zwei Rettungswägen und zwei Rettungshubschraubern im Einsatz.

Dachstuhlbrand in Lörrach

Lörrach. Am 14.08.2021 wurde gegen 08:45 Uhr durch einen Zeugen ein Brand im Dachstuhl im Imbachweg in Lörrach gemeldet. Die ersten Polizeistreifen vor Ort führten

Absperr- und Alarmierungsmaßnahmen bei den Bewohnern durch. Die Feuerwehr hatte den Brand am Gebäudekomplex gegen 10:00 Uhr unter Kontrolle. Durch den Brand wurde niemand verletzt. Die Brandursache ist bislang unbekannt. Der entstandene Sachschaden wird im unteren sechsstelligen Bereich veranschlagt.

Der FV Fahrnau traf ins Schwarze

Der fidele Black Forest Bird sorgte sich ums Tierwohl

Fahrnau (hjh). Fast ein wenig ins Blaue hinein hatten sie geplant, mitten hinein ins Schwarze haben sie getroffen: die Jubiläumswoche des FV Fahrnau übertraf nicht nur nach Meinung von Mark Leimgruber „alle Erwartungen“. Das Wetter spielte ebenso mit wie jede Menge begeisterter Kicker, die sich am Achim-Siegel-Gedächtnisturnier (das der CF Steinen-Höllstein gewann) oder beim ebenso traditionellen Grümpelturnier im „Stadion Auf der Ruhm“ endlich mal wieder so richtig austoben durften, ohne jede Bewegung zuvor auf die Goldwaage legen zu müssen. „Alles lief genau so oder noch besser, wie wir uns das in unseren kühnsten Träumen vorgestellt hatten“, schwärmte Mark Leimgruber über neun tolle Tage in der Grienmatt. Absolut gelungen der Festakt (wir berichteten), berauschend der stimmungsgeladene Auftritt der „Brass Buebe“ nach dem „Bonbon“-Spiel, in dem die Landesliga-Mannschaft aus Rheinfelden und die Oberliga-Vertreter aus Villingen, die am kommenden Wochenende Südbaden im Pokal-Fight gegen Schalke 04 vertreten werden, zeigen konnten, was für ein faszinierendes Spiel Fußball ist oder sein kann. „Ann allen Tagen, bei jeder Veranstaltung, hatten wir unglaublich viele Zuschauer“, freute sich Mark Leimgruber am Sonntag kurz vor seinem Start in die „nach sehr stressigen Tagen“ verdienten Ferien im Süden Europas. Imponiert habe ihm die Super-Stimmung beim Grümpelturnier, bei dem im Finale der „VfL Vollsuff“ das Team von „Getränke Schindler“ bezwang. Toll sei es gewesen, dass es am (Frei-)Tag, der der Jugend gehörte, gelungen sei, das Jungvolk reibungslos ins Vereinsleben einzubinden. Und absolut bemerkenswert sei es gewesen, dass es nicht die geringsten Vorfälle, keinerlei Ärger oder Auswüchse gegeben habe. „Die Leute waren einfach nur zufrieden, endlich mal wieder frische Luft schnuppern und sich in geselliger Runde frei bewegen zu können“, strahlte Leimgruber und erinnerte nicht zuletzt daran, dass die Aktiven am Abend des Gedächtnisturniers die Tribüne in gleisendendes Licht hüllten und das riesige Transparent daran befestigten, auf dem nun für alle Zeiten des Mannes prangt, dessen unglaublichem Einsatz und Engagement die neueste Errungenschaft des FV Fahrnau zu verdanken ist: „Mark-Leimgruber-Tribüne“, vor oder besser hinter der das Spektakel am Sonntag mit einem ökumenischen Gottesdienst und mit einem – man glaubt es kaum – Frühschoppenkonzert des Musikverein Fahrnau, dessen Musiker laut seinem Vorsitzenden Benjamin Brenzinger so heiß waren, dass sie auch bei strömendem Regen gespielt hätten,  zu Ende ging.

Fast könnte man bei all den Lobeshymnen vergessen, an das Highlight zu erinnern, das auf dem FVF-Gelände vor einer Woche geradezu „zelebriert“ wurde: Kabarett mit dem regionalen Fernseh- und Rundfunkstar Fidelius Waldvogel, der sich selbst als „Lucky Black Forest Bird“ vorstellte und die Leute in über zwei Stunden von den zwischendurch regennassen Brauereibänken riss. Das Breitnauer Original ließ „s Kätzle brumme“, klagte über „Fulenzer mit Maria-Hilf-Motos“, die auf motorbetriebenen Drahteseln sitzen „un de Zinke in de Wind strecke“. Und er führte seinen Fans und denen, die an diesem Abend zwangsläufig dabei waren, Fans zu werden, vor, „was Heimet isch“: „Heimet isch do, wo mer verstande wird, au wenn mer emol nüt schwätzt“. Als er dabei „d’Rechtszünsler“ verbal in die ihnen gebührende Ecke drapierte, hatte das Publikum den fidelen Fidelius ganz gut verstanden. Wie später auch, als er beim beeindruckenden Plädoyer fürs glückliche Landschwein die Massentierhaltung und die unmenschliche Vermarktung völlig humorlos an den Pranger stellte.

Hä nei…

Waldvogel überzeugte mit einem wunderbaren „Speckseminar“  und brachte damit vielleicht sogar eingefleischte Veganer zumindest vorübergehend ins Grübeln, mal wieder zum Holzbrett und einem feinen Schwarzwälder Stück Speck zu greifen. Er machte sich jede Menge Freunde mit seinem erfolgreichen Versuch, die Zuschauer mit musikalischer Meditation von unterschwellig zweifellos vorhandenen Hemmungen zu befreien und er bedauerte, dass der eigentlich zweisilbig veranlagte Schwarzwälder, der mit den Worten „hä“ und „hä nei“ durch die Tücken des Lebens schlidderte, erst von „Touris“ bedauerlicherweise gezwungen wurde, „in ganzen Sätzen sprechen“ zu lernen.

Ärmel hoch für Herden-Immunität

Zell (hjh). Jetzt heißt’s „Dranbleiben“. Auch in Zell, wo die Stadtverwaltung in Kooperation mit dem Lörracher Impfzentrum am Freitag vor „Schmidt’s Markt“ in de Teichstraße „alle Bürgerinnen und Bürger und speziell die, die keinen Hausarzt haben“ zum „Pop-Up-Impfen“ einlud. Es sei wichtig, noch vor den Sommerferien geimpft zu werden, um im Herbst geschützt zu sein, begründet die Verwaltung diesen ungewöhnlichen Schritt, den Impfwillige ohne vorherige Anmeldung tun konnten. Für alle Altersgruppen standen die Impfstoffe von „AstraZeneca“, Johnson & Johnson“ oder „Moderna“ zur Auswahl, für Kinder und Jugendliche ab 12 bis 17 Jahre war Stoff von „BioNTech“ verfügbar, der dieser jungen nach Beratung durch einen Kinder- und Jugendarzt in den Oberarm gespritzt wurde. Selbst an Dolmetscher wurde gedacht. Ausreden waren damit von vornherein fast völlig ausgeschlossen. Aber die brauchte es an diesem sonnigen Tag eben sowenig wie Manfred Bockeis Marsch durch die Stadt, der mit dem Caritas-Megaphon die Werbetrommel rühren wollte, um eine „Pleite“ wie vor zwei Tagen beim Lörracher Elisabethenhaus, wo so gut wie niemand kam, zu vermeiden. Er wurde zumindest zunächst einmal ausgebremst von den beiden Ärzten des Impfzentrums Harald Dörr und Dirk Gräter. Die beiden waren „total überrascht“ von der Resonanz der Impfaktion, die lange Schlangen so eindrucksvoll vor der Anmeldung belegten, dass sie „Werbung für eher kontraproduktiv“ hielten. Das Team des Impfzentrums musste sich bittere Klagen der Menschen anhören, die teilweise eine bis eineinhalb Stunden in praller Sonne nicht zuletzt deshalb ausharren mussten, weil „das Mobilfunknetz extrem langsame Bandbreiten“ zur Verfügung stellte und die Leitung des Edeka-Marktes nicht zu haben war. Auffallend war, dass sehr viele Kinder und Jugendliche auf ihren Piks warteten. Es stellte sich schnell heraus, warum: „Bei den Kindeärzten gibt es Wartelisten bis weit in den Oktober hinein“, sagte eine Mutter, die ihre beiden Mädels nach Zell begleitet hatte und der die spontane Aktion in der Schwanenstadt wie gerufen kam. So gerufen wie vielen anderen, die da warteten und auf eine schnellere Abwicklung der Regularien hofften, die das Impfzentrum nach einer Stunde mit zwei eilends herbeigekarrten zusätzlichen Computern erreichen wollte. Fand es das Team um die leitenden Doktoren denn „normal, was sich da um sie herum abspielte?“ Eigentlich schon. „Normal ist nur nicht, dass ich hier stehe und bald einen Sonnenstich kriege“, flachste Harald Dörr, um dann das weitere Staunen dem Zeller Bürgermeister zu überlassen.

Der war nämlich total „geflasht“ vom riesigen Andrang. „Ja, das ist Zell. Wenn wir mal aufwachen, wachen wir richtig auf“, sagte Peter Palme, dem ein zwölfjähriger Junge, ein „Räuber-Enkel“, auf Nachfrage den Grund für seine Impfbereitschaft nannte: „Auch ich will Verantwortung übernehmen.“ Davon war selbst der erfahrene Burgi „einfach geplättet.“  Unterm strich war Palme „positiv überrascht“, fand aber keine Erklärung für den unerwarteten Andrang, der dazu führte, dass das Impfzentrum Impfstoffe nachliefern lassen musste.  Mit 20 bis 30 Personen habe er gerechnet, aber nicht mit 60 oder 70 Leuten, die sich gleich zu Beginn in die Warteschlange stellten. „Für mich ist das jetzt schon ein Riesenerfolg, obwohl wir erst am Anfang eines sicherlich überaus erfolgreichen Nachmittags stehen“, sagte Peter Palme, „verwundert über die vielen Jugendlichen“, aber auch über jede Menge älterer Mitbürger, „die wohl ganz dringend geimpft werden müssen, die wir aber anders sicherlich auch nicht so großer Zahl erwischt hätten.“ Es seien wohl Leute dabei, die gar keinen Hausarzt haben oder die Angst vor dem großen Kundendienst haben, der beim Impfen in der Praxis eventuell fällig geworden wäre. Geradezu „sensationell“ sei, dass das Angebot auf dem Supermarkt-Parkplatz im Vergleich zu anderen Städten oder Gemeinden so gut angenommen wurde. „Das ist eine ganz tolle Geschichte. Ich werde mir jetzt die Zahlen kommen lassen und bin mir ziemlich sicher, dass wir das nochmals wiederholen müssen“, versicherte Peter Palme und verwies auf „die steigenden Inzidenzen, die – wenn es so weitergeht – weitere Einschränkungen wieder notwendig machen. Um die Freiheiten, die wir jetzt gerade haben, beibehalten zu können, ist es sicherlich einfacher, wenn man geimpft ist.“

Und einfacher als am Freitag in Zell geht’s nun wirklich nicht mehr, sieht man einmal von der Sonne und dem langsamen Internet ab, das viele Impfwillige auf die Palme brachte, obwohl sie sich zwischendurch über eine lauwarme Dusche „von oben“ freuen konnten. Die Voraussetzungen dafür, den Ärmel hochkrempeln zu dürfen und sich piksen zu lassen, waren jedenfalls denkbar einfach. Es genügten Personalausweis und Versichertenkarte. Und Klamotten, die es ohne große Umstände erlaubten, den Oberarm freizulegen. Wer den Anamnese-Bogen bereits ausgefüllt mitgebracht hatte, durfte Platz nehmen. Andere mussten den Aufklärungsbogen unter Mithilfe des Personals vom Impfzentrum ausfüllen. Für Harald Dörr, einen der beiden Ärzte, stand nach diesem Erfolg fest. „Alles hier war gut vorbereitet, die Aktion wurde von der Stadt hervorragend beworben. Und wenn es nach uns geht, stehen wir für eine weiter mobile Impfung gerne zur Verfügung.“

Coronargruppe der TSG muss wegen des Ärztemangels Zwangspause einlegen

Dr. Wolfgang Huber, Frank Itzin, Carla Pfeifer und Dr. Thomas Weiß suchen Leute, die der TSG-Coronargruppe neue Perspektiven eröffnen

Schopfheim (hjh). 40 Jahre hat sie auf dem Buckel. Und 40 Jahre umspannt die Geschichte der „Coronargruppe“, die von der TSG Schopfheim im September 1981 ins Leben gerufen wurde und die nun bedauerlicherweise recht unrühmlich zu Ende geht, nachdem aktuell niemand in Sicht ist der die Arbeit der bisherigen Übungsleiterin Carla Pfeifer und der Rentner-Ärzte Thomas Weiß und Wolfgang Huber fortzuführen gedenkt. Die – sagen wir es mal etwas salopp – „Gelackmeierten“ sind die Patienten, die von dem Trio viele Jahre lang nach Operationen am Herzen intensiv betreut worden sind. In zwei Gruppen à 20 Teilnehmern genossen sie Reha-Maßnahmen, die sonst nur in entsprechenden Kliniken angeboten werden, betreut von Ärzten, die eigentlich kaum gebraucht wurden, aber den Teilnehmern ein gewisses Maß an Sicherheiten vermittelten, wenn sie sich unter den Fittichen von Carle Pfeifer austobten. Reinhold Hagist, einer der Teilnehmer, brachte es am Abend des Abschieds am Mittwoch im Gasthaus „Adler“ auf den Punkt: „“Ihr wart ein richtig tolles Team, es war einfach immer schön“, sagte er und bedankte sich im Namen aller anderen „Patienten“ für eine „tolle, tolle Zeit“, die für die Ärzte „eigentlich recht langweilig“ gewesen sein muss, weil sie  zwar da gewesen seien, aber nichts zu tun hatten bis auf eine Ausnahme, bei der sie sogar fehl am Platze waren, weil da eher ein Orthopäde benötigt worden wäre. Unterm Strich aber sei alles prima verlaufen. Hagist’ s Lob an die Adresse des Trios, das aus Altergründen nun das Handtuch warf: „Es gibt Menschen, die machen das Leben schöner, nur weil es sie gibt.“ Das sah schließlich auch TSG-Vertreter Frank Hagist so, der glaubt, dass mit dem Abschied des Trios „nicht nur den Patienten, sondern der ganzen Stadt etwas verloren geht.“ Fast jeden Mittwoch seinen sie, Carla Pfeifer voran, dabei gewesen. Dafür habe er im Namen des TSG-Vorstandes herzlich zu danken. „Wir sind euch dankbar, dass ihr das zusammen durchgezogen habt“, sagte Itzin und versicherte, dass sein Team alles daran setzen werde, so schnell wie möglich für Ersatz zu sorgen. Es sei klar, dass das nicht einfach werden wird, weil es vor allem an Ärzten mangle, die bereits sind, ein wenig ihrer Freizeit zu investieren. Aber es bestünden Aussichten, dass die bisher geltenden gesetzlichen Vorschriften gelockert werden und nicht unbedingt immer ein Arzt dabei sein muss, wenn Patienten Gesundheitsgymnastik unter fachkundiger Leitung eines dafür ausgebildeten Übungsleiters machen.

Joachim Veit: „Im Herzen jung geblieben“ – altersbedingt aber in den Ruhestand verabschiedet

Auf dem Foto ein Herz und eine Seele: Schulamtsdirektorin Regina Höfler mit Joachim Veit bei der Übergabe der Entlassungsurkunde

Weitenau (hjh). „Wer im Herzen jung geblieben ist, hat dem Alter ein Schnippchen geschlagen“, zitierte Regina Höfler die Schriftstellerin Annette Andersen und traf damit den Nagel auf den Kopf, als sie Joachim Veit, den Rektor der Nachbarschaftsschule Weitenau-Wieslet, am Mittwoch in der Weitenauer Festhalle offiziell mit Urkunde des Landes Baden-Württemberg in den Ruhestand entließ. Die Schulamtsdirektorin musste dicke Akten wälzen, um einen Überblick über Joachim Veits über 40jährige Dienstzeit zu bekommen. Er habe, sagte sie, in all den Jahren darunter drei Jahrzehnte als Rektor seiner Grundschule, „gravierende Veränderungen“ mitgemacht und mitgetragen, ohne den Fokus auf die Kinder zu verlieren, deren Wohl und deren Zukunft ihm stets am Herzen gelegen habe. „Schule war für sie eine Herzensangelegenheit“, rühmte Höfler die menschlichen Qualitäten von Joachim Veit. Dabei sei es ganz sicher nicht einfach gewesen, die Bildungseinrichtungen an gleich zwei Standorten gleichzeitig zu leiten. Zugute gekommen sei Veit u.a. die Tatsache, dass ihm der Lehrerberuf von Elternseite aus gleich mit in die Wiege gelegt wurde. Aber er habe nach dem Studium an der Lörracher PH und seiner Referendarzeit in Tegernau schlug er seinen ganz persönlichen Weg ein, der ihn zunächst in den Raum Heidenheim und dann wieder in die Heimat führte, der er ab 1991 seine Treue nicht nur als Pädagoge, sondern u.a. auch als Mitglied des Gesangvereinsbeweisen und der Festgemeinschaft beweisen konnte. Für Regina Höfler stand fest: „Joachim Veit hat diese Schule geprägt und nicht nur zu einem Lernort gemacht, sondern auch zu einem Lebensort.“

Das bestätigte auch Bürgermister Gunther Braun, der Veit als „Stütze für die Vereine“ sah und der „die Zusammenarbeit mit der Gemeinde, der Verwaltung, ungemein erleichtert hat“ und der sich „30 Jahre lang als absolut zuverlässiger Partner“ erweisen habe.  Den Dank der Eltern brachte die Beiratsvorsitzende Sabine Pfunder zum Ausdruck. Die Zusammenarbeit mit dem Schulleiter sei stets „herrlich unkompliziert und entspannt“ gewesen. Er habe die Talente und Fähigkeiten seiner Schützlinge erkannt und gefördert, soweit es möglich war, sagte sie und lobte ganz speziell „das herzliche Verhältnis Veits zu uns allen“, was sich nicht zuletzt in jüngster Vergangenheit bestätigte, als er während der Pandemie „als stabiler Anker unserer Schule alles zusammengehalten hat.“

Ähnlich sah das Christa Schmieder-Wenzel aus Sicht des Schulsekretariats: „Du warst für uns ein Fels in der Brandung“, wandte sie sich an Joachim Veit, dem es mit zu verdanken sei, „dass wir hier seit Jahrzehnten harmonisch zusammen mit dem Kindergarten in einem Bildungshaus leben dürfen.“ Sie hob Veits aktive Mitgliedschaft in der Festgemeinschaft und nicht zuletzt auch im Gesangverein „Harmonie“ hervor und rühmte seine Bereitschaft, sich „intensiv ins Dorfleben einbinden“ zu lassen. Es habe in den vielen Jahren nie ein „Nein“ gegeben, wenn Joachim Veits Mitarbeit, seine Ideen und sein Idealismus gefragt waren. Sein Motto, das er den Eltern seiner Schützlinge mitgab, habe auch sein außerschulisches Engagement beeinflusst: „Macht eure Kinder zu Auf- und nicht zu Absteigern!“

Nun sagte er bewegt „Ade!“ Auch zu seinem Kollegium, in dem Lisa Schweizer zunächst kommissarisch Verantwortung übernimmt. Seine Kolleginnen dankten Veit dafür, dass sie ihn als „gute Seele der Schule“ kennenlernen durften, Joachim Veit gab sich bescheiden und dankte allen Anwesenden dafür, „dass ich hier sein durfte, wie ich bin“ und dass er sich nicht verbiegen musste. Und Ortsvorsteherin Freya Bachmann schnappte ihr Gals Prickelwasser, um auf eine gesunde und lebhafte Zukunft des scheidenden Rektors anzustoßen und schlicht und einfach das Ende des offiziellen Parts einzuleiten: „Danke, dass du da warst!“

Kindergartengebühren erhöht

Hausen (hjh). Thema Nummer eins war bei der Ratssitzung am Dienstag in der Festhalle die geplante Erhöhung der Kindergartengebühren um 6 Prozent in diesem und um weitere sechs Prozent im nächsten Jahr, die nach den Stellungsnahmen der Fraktionen trotz Widerspruchs des Elternbeirats mit großer Mehrheit bei zwei Enthaltungen und zwei Gegenstimmen dann doch beschlossen wurde. Freie Wähler (Harald Klemm) und SPD (Harald Wetzel) signalisierten zuvor wie schon der Finanzausschuss im Vorfeld der Sitzung ihr Einverständnis zum Vorschlag der Verwaltung, der vor allem damit begründet wurde, dass die Kommune verpflichtet sei, mindestens einen Deckungsgrad von 20 Prozent der Gesamtkosten zu erreichen. Klemm fand die Erhöhung vertretbar, die sicherlich für alle schmerzlich, für den Gemeinderat aber unverzichtbar sei, Harald Wetzel, dem klar war, „dass Gebühren im Allgemeinen und Gebührenerhöhungen im Besonderen niemand schmecken und oft als ungerecht empfunden werden“, wies darauf hin: „Verwaltung und Gemeinderat müssen die Gesamtsituation im Auge haben.“

Die SPD habe das. Und sie halte deshalb die Erhöhung nicht nur für angemessen, sondern auch „für dringend nötig.“ Begründet hat Harald Wetzel das u.a. damit, dass „Hausen über eine Einrichtung auf neuestem Stand verfügt, was nicht zuletzt die anstehende Investition von drei Millionen Euro bewiesen werde. Über Monate seien den Eltern die Gebühren erlassen worden, obwohl die Kosten während des Pandemie-Stillstandes so gut wie gleich geblieben sind und sich die Personalkosten erhöht haben, was aus Sicht der SPD – Fraktion „absolut gerechtfertigt“ gewesen sei, weil „qualifiziertes Personal auch eine qualifizierte Bezahlung“ verdiene. Und Wetzel erinnerte an den vor Jahren gefassten Gemeinderatsbeschluss, die Gebührensätze regelmäßig zu erhöhen, um zu vermeiden, „dass nach Jahren der Stillstandes eine überproportionale Erhöhung ins Haus stehe, welche die momentane Elternschaft zwar freuen, künftige Eltern aber umso mehr belasten wird.“ Mit der nun zu beschließenden Erhöhung sei Hausen „nicht nur noch ein ganzes Stück vom 20 % Deckungsgrad entfernt, sondern falle sogar hinter bereits erreichte Deckungsgrade zurück“, sagte der Genosse, dessen Partei seit Jahren fordere, die Kinder-Bildungseinrichtungen wie Schulen und Hochschulen für Nutzer kostenfrei anzubieten. Aber das sei momentan zumindest politisch leider nicht durchsetzbar. Und solange das so ist, müsse die Allgemeinheit für den 80prozentigen Anteil an den Kindergartenkosten aufkommen. Und Zuschüsse fließen nur, wenn die Kommunen ihre Pflichten zur Anpassung der gebühren ausschöpfen.

Blieb noch die Stellungnahme der CDU, die im Saal leider wieder mal der miserablen Akustik zum fiel. Dennis Vogts Statement lief im Wesentlichen darauf hinaus, dass seine Fraktion zwar die erste Erhöhung von sechs Prozent in diesem Jahr mittragen könne, der Erhöhung um weitere sechs Prozent im Jahr 2022 nicht zustimmen könne. Die Begründungen dafür seien ihm und seinen Fraktionskollegen derzeit noch zu vage.

Tragkraftspritze und Hochwasserschutz

Hausen (hjh). Die Beschaffung einer Tragkraftspritze, die Feuerwehrkommandant Bernd Schneider beantragt hatte, wurde vom Gemeinderat einstimmig begrüßt. Die Kosten von 15622 Euro können nach Meinung des Bürgermeisters  mit Einsparungen beim Kauf eines Vorführ-Allroundfahrzeugs für den Bauhof kompensiert werden. Alle Ratsmitglieder sahen ein, dass es angesichts der katastrophalen Entwicklungen in Deutschland, in Europa und in der Welt nicht schaden könne, die Einsatzbereitschaft der örtlichen Feuerwehr dauerhaft zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang drängten sich natürlich auch Fragen auf, ob das Hebeldorf auch gegen drohendes Hochwasser vernünftig abgesichert ist. Bernd Schneider glaubt, wenn die Gemeinde und Privatleute in der Gemeinde ihre Bach- und Flussläufe sauber halten, damit der Ablauf des Wassers permanent erfolgen könne, drohe wegen günstigen geologischen Voraussetzungen nicht unbedingt eine Katastrophe. Aber da Vorbeugen noch immer besser als Bohren ist, könne es nicht schaden, ein paar präventive Ausrüstungen wie etwa gefüllte Sandsäcke zu beschaffen und in der Gemeinde für den Notfall zu lagern. Bürgermeister Martin Bühler vertrat die Ansicht, dass die Probleme in diesem Bereich „keinesfalls heute Abend“ gelöst werden könnten und versicherte, dass sich die Verwaltung mit der sicherlich dringend nötigen Vorsorgeplanung auseinandersetzen und Schwachstellen umgehend analysieren werde. Allerdings teilte Bühler die Meinung von Bernd Schneider, dass man sich lediglich gegen kleinere Umweltereignisse wappnen könne. „Gegen größere Vorkommnisse kann man im Grunde nicht sehr viel tun“, meinte er.

Kaufm. Jahresabschluss zur Kenntnis genommen

Hausen (hjh). Zur Kenntnis genommen haben die Gemeinderäte  in der Sitzung am Dienstag den „kaufmännischen Jahresabschluss der Wasserversorgung 2019“. Mit einer verkauften Jahresmenge  von 101628 Kubikmeter Wasser (Vorjahr 97665 cbm) wurde nach Berechnungen der KPMG ein Jahresüberschuss nach Steuern in Höhe von 17254,93 Euro (Vorjahr 7804,88 Euro) bei Erträgen von 213466,49 Euro (VJ 212710,39 Euro) und Aufwendungen von 191166,71 Euro (VJ 204320,44 Euro) erzielt, gab die Verwaltung bekannt.

Hausen erhält weitere Mittel aus dem Ausgleichsstock

Hausen (hjh). Mit einem weiteren Zustupf aus Mitteln des Ausgleichsstocks zur Innenentwicklung/Bürgerzentrum darf die Gemeinde demnächst rechnen. Bewilligt wurden 300000 Euro für den Bauabschnitt II (Hebelstraße/Wege/Schulhof). 40000 Euro wurden 2020 bereits überwiesen. Und im nächsten Jahr rechnet Bürgermeister Martin Bühler mit weiteren 300000 der beantragten 909000 Euro. Der Bewilligungsbescheid liege allerdings derzeit noch nicht vor.

Ausgegeben hat die Gemeinde per Eilentscheid des Bürgermeisters 24450 Euro für die Auskleidung von fünf Quellschächten, nachdem Martin Bühler das Einverständnis des Gemeinderates eingeholt hat. Weitere Ausgaben über 8000 Euro stehen kommende Woche an, weil da „die nötigen 30er-Zone.Markierungen auf den Gemeindestraßen aufgebracht werden. Die Mittel dafür seien in den Haushaltsplan 2021 eingestellt, sagte Bühler, der schließlich noch ankündigte, dass die Eingangstüre zur WC-Anlage am Friedhof  mit „Schloss, Schiebetüre und Zeitschaltuhr“ ausgerüstet werde, weil es dem Bauhof nicht möglich sein, täglich jemand für den Schließdienst zum Friedhof zu delegieren.

Hermann Lederer mahnt anderen Umgangston an

Hausen (hjh). Als „sehr seltsam und fragwürdig“ beurteilte Hermann Lederer den Umgangston, den der Elternbeirat der Schule in einer „Online-Petition“ gegenüber der Verwaltung anschlug. Die Petition wurde zum Thema „Lüftungsanlagen in der Grundschule“ auf den Weg nach Stuttgart gebracht. Und darin heißt es: „Cer Bürgermeister dieses beschaulichen Dorfes blockt jede Diskussion über die Anlagen im Keime ab und lässt es nicht einmal zu, dass darüber gesprochen wird. Mit Argumenten dafür oder dagegen hält er sich gar nicht erst auf.“

Martin Bühler ersparte sich jeden Kommentar dazu. Er betonte aber, dass die Verwaltung aktuell Informationen und Meinungen zu diesen nicht ganz unumstrittenen Anlagen sammle. Nach den Sommerferien werde er dem Gemeinderat über das Ergebnis der Sammlung berichten. Und dieses Versprechen gab er nicht erst jetzt nach der Petition ab, sondern hatte es bereits in einer der Sitzungen gegeben, in der Gemeinderäte und Eltern ihren Wunsch vorgetragen hatten. Nun noch einmal zurück zu Hermann Lederer, der sagte: „Ich möchte den Elternbeirat bitten, zu einer konstruktiven Form des Umgangs zurückzukehren. Das hilft nämlich allen Beteiligten mehr als mit Holzhammermethoden und Unterstellungen zu arbeiten.“ Lederers Statement blieb von allen Seiten unkommentiert.