Dreilandecho

Klatsch, Tratsch und Kulinarisches aus dem Dreiländereck zwischen Müllheim, Lörrach, Schopfheim, Zell, Todtnau und Feldberg

Aus der Region

Aus und vorbei: Die Freunde von St. Agathe lösen ihren Verein auf

Fahrnau (hjh). Sie bleiben „Freunde von St. Agathe in Fahrnau“. Aber den Verein, der im Milleniumsjahr 2000 vom Ehrenbürger Walter Flößer gegründet wurde und in dem sich stets rund 20 Mitglieder um die Sanierung der über 800 Jahre alten Kirche mühten, haben sie nun endgültig aufgelöst. Notgedrungen. Denn es fand sich trotz intensiver Suche niemand, der (oder die) das Ruder übernehmen wollte. Gerhard Brutschin, der Sohn des letzten Fahrnauer Bürgermeisters, Bettina Bethlen und „Kassierer“ Jürgen Jäckh gaben „aus Altersgründen“ auf und stellten zum Ende des Pressegesprächs am Mittwoch mit einem weinenden, aber auch mit einem lachenden Auge fest: „Es tut uns leid, dass es nicht weiterläuft. Es tut weh. Und trotzdem sind wir happy.“

Gerhard Brutschin und Bettina Bethlen lösen ihren Verein
mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf

Leid tuts, weil in das Projekt Walter Flößers, das zum Ziel hatte, eine „ideelle, materielle und praktische Unterstützung und Förderung kultureller Nutzung der alten Kirche St. Agathe nach ihrer Restaurierung im Jahr 2000“ zu erreichen, von jedem einzelnen Mitglied und zahlreichen Spendern „jede Menge Herzblut“ investiert wurde. Und Geld, womit die beiden treibenden Kräfte an der Vereinsspitze zum „lachenden Auge“ kamen: „Der Zeitpunkt, aufzuhören, ist günstig. Die große Aufgabe, die Außenhaut der Kirche zu sanieren, wurde 20 Jahre nach der Renovation des Innenraums unter Federführung des Vereins erfolgreich abgeschlossen.“ 44000 Euro wurden gesammelt. Und die noch fehlenden 8500 Euro konnte der Verein zum guten Gelingen beisteuern, obwohl die in einem Buch verewigte und im Auftrag des Vereins gedruckt wurde, leider nicht den reißenden Absatz fand, den man sich insgeheim erhoffte. Schließlich, so Gerhard Brutschin und Bettina Bethlen ein wenig enttäuscht, ist darin die bewegte Dorfgeschichte und die Geschichte einer Kirche nachzulesen, die ab 1965 nicht mehr gebraucht, als Abstellkammer benutzt und total vernachlässigt wurde, bis sie von der Gruppe um Walter Flößer 1997 und nach Genehmigung durch das Landesdenkmalamt im Jahr 1998 aus ihrem Dornröschenschlaf wachgeküsst wurde. Stadt und Kirchengemeinde, zwischen denen schon Jahre zuvor ein „Ehevertrag“ geschlossen wurde, hatten plötzlich ein „Kind“, das – so hatte es Walter Flößer umschrieben – „gedieh, nachdem es von einem Paten – den Agathe-Freunden – umsorgt wurde.“

Die Freunde von Agathe begnügten sich aber nicht „nur“ damit, das Kirchlein zu sanieren und bis dahin verborgene Schätze an den Wänden freizulegen. Sie brachten die Unterstützung kultureller Nutzung in Schwung, übernahmen die Mietkosten bei Konzerten der Musikschule und gaben „den Anstoß zur Dämmung der Decke“, für welche die Stadt die Kosten übernahm. Kurz: St. Agathe mauserte sich zum würdigen Rahmen für festliche Konzerte, Vorträge, Ausstellungen und Begegnungen. Ein neuer Abschnitt ihrer Geschichte begann. Walter Flößers Idee hat Früchte getragen. Die Kirche hat einen guten Ruf, Agathe wurde zum wohlklingenden Markenzeichen.

Leider sei es nicht gelungen, jüngere Fahrnauer in die Vorstandschaft zu integrieren. „Rückmeldungen kamen erst, als wir die Vereinsauflösung bekannt gaben“, ärgerte sich Gerhard Brutschin über das frustrierende Ergebnis der Jahre dauernden Rettungsversuche. „Einige kamen, als der Markt verlaufen war“. Aber da sei es zu spät gewesen. Die Auflösung war initiiert und ist von Ruthard Hirschner vorbildlich abgewickelt worden. Gerhard Brutschin schloss das Kapitel einer überaus bewegten Kirchengeschichte, das „Gott sei Dank“ ein gutes Ende genommen hat: „Nachdem die Mitglieder wegen Corona per Post der Auflösung des Vereins zugestimmt haben, liegt er nun – gesetzlich vorgeschrieben und betreut von Ruthard Hirschner – ein Jahr und drei Tage im Leichenschauhaus.“ Danach ist die Sache endgültig. Das Vermögen, das sich sehen lassen kann, wird der Stadt Schopfheim übertragen mit der Auflage, die Gelder lediglich in den Erhalt der Gebäudesubstanz zu investieren.

Bürgermeister darf Staubsauger kaufen…

Über die Zusammenlegung der Kindergärten Schönau und Utzenfeld haben die, die es betrifft, schon Beschlüsse gefasst. Die Anpassung der Hauptsatzung war lediglich reine Formsache (unter anderem wurden die Geldmittel, über die ein Bürgermeister im Rahmen des genehmigten Haushalts verfügen darf, erhöht) und es wurde nach ausführlicher Debatte beschlossen, dass der Bürgermeister auf Wunsch der Putzfrau einen neuen Staubsauger für 200 Euro anschaffen darf, weil der nicht nur Staub, sondern auch Wasser saugen kann…

Angst vor dem bösen Wolf

Fröhnd (hjh). Er ist (und bleibt hoffentlich noch lange) unsichtbar. Trotzdem sorgt der graue Vierbeiner bei den Landwirten im Belchengebiet für Angst und Schrecken. Und den Gemeinderäten, die sich seit Monaten gegen die Ansiedlung des Wolfes ebenso massiv wie erfolglos wehren, große Sorgen. Sie tun sich schwer damit, Lösungen zum Schutz der Nutztiere zu favorisieren. Ist ein Schutzzaun empfehlenswert? Welche Vorteile bringt er? Zufriedenstallende Antworten fanden die Gemeinderäte mit ihrem Bürgermeister Michael Engesser auch bei einer weiteren Diskussionsrunde im Rahmen der Sitzung am Mittwoch nicht. Aber sie haben – weil ihnen „von oben“ die Genehmigung von Wolfszäunen ins Pflichtenheft geschrieben wurde – den „schwarzen Peter“ in der Hand und sind deshalb Zielscheiben des Unmuts vieler Betroffener. Den aktuell drei Abtragstellern – einer hat die Genehmigung bereits in der Tasche und sorgt sich nun, dass daran „nach nur wenigen Wochen schon wieder gerüttelt wird“ – legte Michael Engesser ans Herz, sich Gedanken darüber zu machen, ob sie den „riesigen Aufwand“, der mit der Hege und Pflege des Zauns nach den Richtlinien und Auflagen der Ministerien das ganze Jahr über verbunden sei, tatsächlich auf sich nehmen wollen. Schließlich, so Bernhard Stiegeler, könne es im schlimmsten Fall dazu kommen, dass es die für den Schadensfall versprochenen Entschädigungen nicht gibt, wenn der Zaun nicht den Richtlinien entsprechend aufgestellt sei. „Wer will, der findet dann auch etwas, um sich aus der Verantwortung stehlen zu können“, mahnte Stiegeler zur Vorsicht. Und unisono stellten die Ratsherren mit ihrem Bürgermeister die Frage in den Raum: „Ist es wirklich realistisch, das alles jahrelang durchzuziehen?“ Und zwar auf die Gefahr hin, dass es am Ende dann doch kein Geld gibt. Das Schreckensszenario wurde weiter ausgeschmückt. „Wer einen Zaun aus welchen Gründen auch immer aufstellt, ist für Schäden jeder Art verantwortlich.“ Das betreffe natürlich in erster Linie Spaziergänger, Wanderer und nicht zuletzt Skifahrer, die nicht mehr wie gewohnt querbeet durch die Landschaft streifen könnten, wenn große Flächen eingezäunt sind und die bei entsprechenden Schneehöhen einen Zaun zwar nicht sehen könnten, aber darüber stolpern. So richtig helfen konnten Argumente wie die eines Ratsmitglieds, dass Landwirte, die nichts machen, auch garantiert keinerlei Vergütungen bekommen, nichts. Und hilfreich war auch der Hinweis nicht, dass mit den Vorschriften lediglich EU-Recht umgesetzt werde, das von Fröhnder Seite nicht anfechtbar sei. Bernhard Stiegeler zum Beispiel fiel dem Bürgermeister in die Parade. „EU-Recht hin oder her. In Deutschland ist es leider so, dass dieses Recht nie angepasst wird, sondern dass meist noch eins draufgesetzt wird“, ärgerte sich der Gemeinderat. Beschlossen wurde am Ende, jeden Antragsteller mehr oder weniger individuell zu behandeln, grundsätzlich aber dem Wunsch, einen Zaun erstellen zu dürfen, unter Hinweis auf die eventuellen Besonderheiten der Gebiete wie etwa Skipisten zu entsprechen. Michael Engesser versprach, Abweichungen in Einzelfällen mit dem Gremium zu besprechen. Aber er hoffe auch, dass sich die Antragsflut in Grenzen halte: „wer weiß, vielleicht bleibts bei den drei Anträgen, die wir jetzt vorliegen haben.“

Glasfaserkabel werden schnell verlegt

Fröhnd (hjh). Die Verlegung der Glasfaserkabel von Holz nach Stutz hat mit der Einrichtung der Baustelle in Holz begonnen und geht laut Michael Engesser zügig voran. Im Zuge der Arbeiten wurde wohl auch über die Erneuerung der Wasserleitung in dem 700 Meter langen Bauabschnitt zischen den Hochbehältern gesprochen. Es habe sich aber gezeigt, dass die Zusammenlegung beider Projekte nicht möglich ist, weil das Glasfaser in 60 Zentimetern Tiefe verlegt werden kann, während für Wasserleitungen wegen der Frostgefahr 130 Zentimeter vorgeschrieben sind. Jetzt wird das Projekt Wasser Planern übergeben. Seine Realisierung sei trotz desolater Rohre nicht in diesem und auch nicht im nächsten Jahr möglich, sondern werde so vorbereitet, dass Zuschussanträge (Engesser rechnet mit 80 Prozent) gestellt werden können, wenn es gelinge, den Behörden klar zu machen, dass es Engpässe in der Wasserversorgung von Holz, Stutz und Künaberg geben könnte.

Ein Konzept zur Sanierung der Gemeindehalle wurde beauftragt

Fröhnd (hjh). Den im kleinen Ratskreis besprochenen Auftrag zur Ausarbeitung eines Sanierungskonzeptes für die Gemeindehalle ließ sich Michael Engesser in der Sitzung am Mittwoch offiziell absegnen. Vor zahlreichen neugierigen Zuhörern erläuterte der Bürgermeister die Vorstellungen seiner Kollegen, wie das Konzept am Ende aussehen könnte. Unter anderem soll der jetzige Eingangsbereich zu einem (behindertengerechten) WC umgebaut werden. Den (überdachten) neuen Eingang will man auf die Frontseite zur Straße hin verlegen und mit einer Rampe für Rollstuhlfahrer versehen. Geplant sei im Oberstübchen des Rathaustrakts ein Sitzungszimmer mit Archiv, das über eine Treppe erschlossen werden könnte. Und schließlich sei geplant, das jetzige Sitzungszimmer zum Seniorentreff umzubauen, die Fensterfront zu erneuern sowie das Dach vom Eternit zu befreien. Ob und wie das Gebäude künftig beheizt wird, müsse noch geklärt werden. Michael Engesser hält es u.a. für möglich, die Gemeindehalle in ein Nahwärmenetz zu integrieren. Und er gibt Gas: „Wir werden jetzt Planungen erstellen und Ausschreibungen in die Weg leiten, damit die Zuschussanträge rechtzeitig gestellt und möglichst mit den Umbauten im kommenden Jahr begonnen werden kann.

Amtsgericht Schopfheim: Gefährliche Körperverletzung

Schopfheim (hjh). „Es tut mir leid. Ich werde mich ehrlich bemühen, dass es mit meinem Leben wieder nach oben geht“, warb der 43jährige Angeklagte am Ende einer fast zweistündigen Verhandlung unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Stefan Götz um ein außergewöhnlichen Umständen angepasstes Urteil. „Gefährliche Körperverletzung“ wurde ihm von der Staatsanwältin vorgeworfen, weil er im Laufe eines mehr und mehr eskalierenden Zanks übers „Fremdgehen“ zuerst die Tür seiner damaligen Wohnung n Maulburg eintrat, dann mit wilden Bewegungen seiner Arme einen Schrank und den Tisch „abräumte“ und schließlich seine Verlobte zuerst mit Schimpfworten beleidigte und dann ein noch auf dem Tisch übrig gebliebenes „kleines“ Trinkglas nach seiner Verlobten warf, die dadurch an Brust und Unterschenkel verletzt wurde. Für die Staatsanwaltschaft war damit der Tatbestand einer gefährlichen Körperverletzung erfüllt, auch wenn sich im Verlauf der Verhandlung vor allem nach den Aussagen der Verlobten und eines weiteren zufällig im Raum anwesenden Mannes mit großen Gedächtnislücken nicht zweifelsfrei nachweisen ließ, ob der Angeklagte den Treffer absichtlich oder versehentlich landete. Wie auch immer: seine Verlobte hatte die Polizei gerufen, weil sie sich „allein nicht mehr zu helfen wusste.“ Es schien ihr später Leid zu tun. Aber das Kind war da bereits in den Brunnen gefallen. Die Beamten machten die Verletzungen aktenkundig und einen Alkoholgehalt von über 1.2 Promille.

Am Donnerstag stand der Sünder nun vor Gericht. Irgendwie scheint er sich auf der Anklagebank fast schon heimisch zu fühlen. Den Eindruck jedenfalls musste man bekommen, als Stefan Götz die lange Liste von 34 Straftaten (von 1991 bis Oktober 2020, zwei weitere seien momentan aktenkundig) derzeit darunter eine „schwere räuberische Erpressung“, ein „schwerer Raub mit Körperverletzung“ (dafür gabs eine vierjährige Haftstrafe in Freiburg) sowie ein „versuchter Mord“, der den jungen Mann in Stuttgart für weitere fünf Jahre hinter Gitter brachte. Dazwischen und danach häuften sich Diebstähle, Körperverletzungen, Drogendelikte und Schwarzfahrten mit der S-Bahn im Wiesental. Oder sie füllten Lücken, die eigentlich den zahlreichen Anläufen zu verschiedenen Entzugsmaßnahmen oder Langzeittherapien vorbehalten waren, die samt und sonders nicht genutzt oder immer wieder abgebrochen wurden.

Das Problem des Angeklagten und seiner Verlobten hieß oder heißt „Alkohol“. Damals – also zur Tatzeit – hat das Paar nach eigenem Bekunden „täglich zwei bis drei Flaschen Wodka getrunken.“ Da sind die eineinhalb Flaschen, die heute im Schnitt fällig sein sollen, nach Meinung der Verlobten schon ein deutlicher Schritt in Richtung Besserung, was der Amtsrichter allerdings nicht so ganz zu glauben  vermochte. Und auch der Verteidiger stellte fest: „Der Lebenslauf meines Mandanten zeigt einen eben nicht ganz gradlinigen Verlauf.“ Wie auch immer. An den „strittigen“ Abend in Maulburg konnten sich weder die Geschädigte noch ihr Verlobter erinnern. Er hatte wegen des Alkohols einen kompletten Filmriss („Ich habe getrunken, etwas gekifft und plötzlich war die Polizei da. Mehr weiß ich nicht“). Und sie fand, dass die Tatzeit schon so lange zurückliegt, dass da ihr Erinnerungsvermöge möglicherweise Streiche spielen könnte.“ Nachdem die beiden dieses Schicksal mit dem männlichen Zeugen („Ich war geschockt, bekam Angst und verdrückte mich in eine Ecke. Ich habe gesehen, dass das Glas vom Tischgefegt wurde und in eine Richtung flog, in der zufällig auch die Geschädigte stand. Außerdem: Mich ging der Beziehungsstreit ja auch wirklich nichts an“) teilten, blieb weiter im Dunkeln, ob der Wurf des Glases nun mit Absicht erfolgte oder nicht. Stefan Götz stellte lediglich fest, dass das Glas mit Wucht geschlagen wurde und gut getroffen hat.“

Die Staatsanwaltshaft forderte als Sühne für die schwere Körperverletzung sechs Monate und fürs Schwarzfahren einschließlich Hausfriedensbruch (der Angeklagte hatte in den Zügen der SBB ein Jahr lang Hausverbot wegen wiederholter Schwarzfahrerei) weitere zwei Wochen Haft, die allein schon wegen des Vorstrafenregisters nicht zur Bewährung ausgesetzt werden dürften. Die Verteidigung ging von fahrlässiger Körperverletzung aus, weil die Verletzung nicht beabsichtigt war oder nicht absichtlich in Kauf genommen worden ist, weil es am entsprechenden Vorsatz fehlte und weil die wahren Schuldigen „ein falsches Umfeld, Alkohol und Drogen“ seien, die der Angeklagte nun mit einer weiteren aktuell anstehenden Therapie auf Reichenau ernsthaft zu bekämpfen beabsichtigt. Und das Urteil? Stefan Götz verhängte für die schwere Körperverletzung eine Haftstrafe von vier, fürs Schwarzfahren eine von zwei Monaten. „Und weil“, wie er sagte, „im Juristendeutsch vier plus zwei nicht sechs, sondern fünf ist, kam eine fünfmonatige Haftstrafe heraus, der nicht zur Bewährung ausgesetzt wurde. „Ich gehe nämlich davon aus, dass man in den Haftanstalten Waldshut oder Lörrach nicht so leicht an Drogen herankommt wie etwa in Freiburg. Deshalb glaube ich, dass dem Angeklagten ein Aufenthalt in einer dieser beiden Einrichtungen nur gut tun kann.“

Kunst & Kultur Steinen trotz Corona auf Kurs

Steinen (hjh). Zwei Jahre sind „abgehakt“. Der Verein „Kunst & Kultur“ hat Rechenschaft abgelegt. Mit jeweils großer Mehrheit haben die Mitglieder den Jahresberichten von Christel Mohr und Joachim Blanz ihren Segen gegeben und Stephan Mohrs Kassenbericht zugestimmt. Es ist also alles weiter im grünen Bereich. Das Team kann seine Arbeit, die in jüngster Vergangenheit unter erschwerten Bedingungen  zu leiden hatte, fortsetzen und – wie Christel Mohr sagte – „abwarten und abwägen, was in Zukunft läuft oder laufen kann, nachdem „Indoor“ kaum Veranstaltungen möglich sind und auch in der „Kaffeemühle“ aktuell nicht viel gehen kann, weil die in diesem Jahr umgebaut wird und deshalb so gut wie nicht zur Verfügung steht.“

Es lief also alles ab wie in all den erfolgreichen Jahren zuvor? Nun, nicht ganz. Die Jahreshauptversammlung ging nämlich erstmals „online“ über die Bühne. Die Mitglieder wurden per Mail angeschrieben und mit den Gegebenheiten vertraut gemacht. 24 von 86 Mitgliedern betraten zusammen mit dem Vorstandsteam das „Neuland“, von dem Christel Mohr sprach und zu dem ihr Stellvertreter Joachim Blanz den „erstmal aufwändigen“ Weg ebnete. Für Christel Mohr war das schon die erste Überraschung. Denn: Im Vorjahr waren elf Mitglieder präsent, jetzt eben 24 oder 29 Prozent, was die Vorstandschaft als „überaus positiv“ wertete und die Vorsitzende zur Schluss kommen ließ, das es Sinn mache, „dieses Format dauerhaft ins Vereinsrecht zu integrieren.“

Nun aber zum eigentlichen Thema: Finanziell gingen die beiden Jahre unterm Strich „Null auf Null“ auf, was nicht zuletzt daran lag, dass so gut wie alle Künstler oder Referenten nach abgesagten Events auf ihr Honorar verzichteten. Trotzdem waren die vielen Verschiebungen und Absagen natürlich unangenehm. Schließlich warte die Bevölkerung „sehnsüchtig und ungeduldig auf kulturelle Veranstaltungen, ohne die wir alle arm dran wären“, sagte Christel Mohr, deren Verein bereits 2019 Versuche startete, zusammen mit der VHS und der Bibliothek Lesungen zu organisieren, was aber an dem Honorar-Prozedere scheiterte. „Highlight“ der Veranstaltungen sei die Konzertreihe „Klassik@5“, in die „hochkarätige Ensembles“ der Musikschule Mittleres Wiesental integriert werden konnten. Ausfallen musste das „Kindertheater“. Dafür erfreuten sich 295 Gäste an acht „fast“ aktuellen Kinofilmen, die im Mühlehof im Rahmen des vom Land geförderten Projektes „Kino für ältere und behinderte Menschen“ in Zusammenarbeit mit der SGS, dem Seniorenzentrum und der VHS bei freiem Eintritt gezeigt wurden. Leider, so Christel Mohr, mussten im Jahr darauf, also 2020, alle geplanten Vorführungen abgesagt werden, weshalb das Projektende vorerst mal bis 30. Juni 2021 verlängert wurde.

Prima angenommen wurden (und werden hoffentlich bald wieder) die Vorlese-Stunden im Mühlehof-Café. „Es ist phantastisch, wie Bürger, Kindergärten, Schulen, Kirchen und Menschen aus dem öffentlichen Leben mit ihrem selbstbestimmten Beitrag dieses ehrenamtliche Angebot so abwechslungsreich gestalten“, freute sich die Vorsitzende und erinnerte an weitere Erfolge wie „Musik im Garten“, „Akkorde am Hochrhein“, eine Dorweiler-Lesung, die Kunstausstellung zum 90. Geburtstag von Waldemar Dinkat oder die Reiseberichte über Island und den Schwarzwald, um dann auf die Events im Jahr 2020 einzugehen, die „Corona“ nach vielversprechendem Auftakt mit Multivisonsvorträgen „Zu zweit am See“ und „Namibia“ zunichte gemacht hat. Aus der Notlage heraus sei die Idee für ein spontanes Open-Air-Konzert entstanden. Man wollte „zeigen, dass es den Verein noch gibt“, hieß es. Und das war wohl auch Motivation für „Musik und Picknick am Pool“, also Musik unter freiem Himmel, mit corona-konformem Sitzen auf Decken oder Klappstühlen sowie Essen und Trinken, das jeder Besucher „nach eigenem Gusto“ mitbringen durfte. Das Ergebnis spricht für sich: „Die 80 möglichen Tickets waren innerhalb eines Tages ausverkauft.“ Und das Wettersorgte für den bleibenden Eindruck, das Freibad in Steinen als Ort für spontane Veranstaltungen im Blick zu behalten.

Den Ausblick aufs laufende Jahr machte Christel Mohr von der Pandemie-Entwicklung abhängig. Kurzfristig seien zwei Outdoor-Konzerte möglich. Dem eingeschränkten Angebot hat die Vorstandschaft, die sich u.a. ausdrücklich bei Sponsoren wie der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden sowie dem Verlagshaus Jaumann bedankt, ohne deren Engagement alle Programme „nicht durchführbar“ wären, Rechnung getragen mit einem „Corona-Ticket-Gutschein“ von 5 Euro, der zu ermäßigten Eintrittspreisen berechtigt. „Die meisten Mitglieder haben uns auch während der Pandemie die treue gehalten. Dafür bedanken wir uns sehr herzlich“, unterschrieb das Vorstandsteam die in jeder Beziehung außergewöhnlichen Jahresberichte, die der Presse im Rahmen einer Video-Sitzung am Freitag vorgestellt wurden.

Verein Kunst&Kultur
Hans-Adolf-Bühler-Str. 5,  79585 Steinen
info@kunstundkultur-steinen.de

Vorstand:  1. Vorsitz: Christel Mohr,  2. Vorsitz: Joachim Blanz, Kassenwart: Stephan Mohr, Protokoll: Ingrid Borst, Beisitzer: Ingeborg Pallaske, Rupert Saumweber und Hans-Günter Wenk

Wiechser Splitter

Dauerbrenner Hohe-Flum

Wiechs (hjh). Mit dem Dauerbrenner „Hohe-Flum“ oder besser den primitiven Rabauken, die glauben, ihre „Mütchen“ am Turm auf der Höhe kühlen zu müssen. „Ich war oben und total geschockt. Wie kann jemand nur so etwas machen“, sagte Bärbel Hagist und schilderte den Ortschaftsräten „unglaubliche“ Zustände: „Die Eingangstüre wurde herausgerissen worden, Sandsteine liegen zerbröselt weit verstreut um den Turm herum, es ist verheerend.“ Und zu allem Überfluss würden auf dem Gelände volle Hundetüten herumliegen und ein Zuhörer ergänzte: „Die Mülleimer werden von der Stadt zwar geleert. Aber der ‚drumherum‘ liegende Müll bleibt unbeachtet liegen.“ Das sei – gelinde gesagt – „eine Sauerei“, ärgerte er sich.

„OK“, kommentierte Ortsvorsteher Ino Hodapp die Beanstandungen, die leider inzwischen wohl schon alltäglich zu sein scheinen und die er ein weiteres Mal nach Schopfheim weitergeben werde.

Blutspenderehrung

vlnr. Klaus Dietsche, Steffen Häuptli, Ortsvorsteher Ino Hodapp und OR Martin Gebhardt

Wiechs (hjh). „Verhältnismäßig viele Blutspender zu ehren“ hatte Ino Hodapp bei der Ratssitzung am Freitag in der Mehrzweckhalle. Allen voran habe Klaus Dietsche den wertvollen  „Lebenssaft“ bereits 75 mal zur Verfügung gestellt und steuere – so Hodapp – nun auf die Hundert zu.“ Dietsche widersprach nicht: „Mal sehen, ob ich so lange fit bleibe“, meinte er und nahm den Rotwein aus dem Fundus von Ino Hodapp „zum Auffüllen“ in Empfang. Martin Gebhardt eifert ihm sicherlich nach. Der Ortschaftsrat brachte es inzwischen auf 50 Blutspenden, Kitty Obst erhielt für 25 Spenden die Ehrennadel in Gold mit Lorbeerkranz und Steffen Häuptli hat mit seinen zehn Blutspenden die erste Hürde auf dem Weg zu Gold mit goldenem Eichenkranz genommen, die Klaus Dietsche in Empfang nehmen durfte.

Viel Staub um die Wasserbrunnen

Wiechs (hjh). Zwei Brunnen, das „Blattenbrünnli“ und der Brunnen in der Rathausstraße, sollen laut Ino Hodapp trotz des von der Stadt aufgelegten Wasser-Sparprogramms weiter sprudeln. Die beiden anderen werden wohl zusammen mit den übrigen 20 Wasserspendern im Stadtgebiet zumindest vorübergehend abgestellt. „Sie werden“, wie das Ino Hodapp elegant umschrieb, „nicht bewässert.“ Rund 40000 Euro wolle die Stadt einsparen. Deshalb habe sie den Betrieb der Brunnen in der Stadt und in den Teilorten „massiv“ reduziert. Kosten seien zudem für die „Wiederauffrischung“ der Brunnen die weiter funktionieren sollen, ermittelt. „Deshalb die Frage jetzt an Euch: Was können wir dazu beitragen, die Brunnen zu sanieren?“ Sandstrahlen wäre eine Möglichkeit. Oder die Reinigung mit Hockdruck. Und danach innen streichen. Um die genaue Vorgehensweise festlegen zu können, wurden Besichtigungstermine vor Ort ins Auge gefasst, auch mit Einwohnern, die sich bereit erklärten sich übers Jahr verteilt um den einen oder anderen Brunnen privat zu kümmern. Ino Hodapp hofft, der Bereitschaft der Stadt zur weiteren Betriebserlaubnis mit Eigenleistungen oder zumindest der Bereitschaft dazu einen kleinen Schub geben zu können.

Zustupf für Schule und Kindergarten

Wiechs (hjh). Einen weiteren Griff in die Kasse der Verfügungsmittel genehmigten die Ortschaftsräte nach dem Antrag von Schulleiterin Roswitha Jäkel, die in der Grundschule eine kleine Küche einzurichten gedenkt. Etwas mehr als 5000 Euro werde die Einrichtung kosten. 4000 Euro seien dafür bereits angespart, und 1000 Euro schießt nun der Ortschaftsrat zu.

Und damit sich die jüngsten Wiechser im Kindergarten nicht benachteiligt fühlen, genehmigte das Gremium bei einer Vor-Ort-Besichtigung im Kindergarten vor der eigentlichen Sitzung die Beschaffung einer Lampe für die Leseecke und die Anschaffung von Ersatz für die von den Ordnungshütern beanstandeten Geräte im Außenbereich, an denen sich die Kids verletzen könnten und die deshalb entfernt werden müssen, obwohl sie bei den Mädchen und Jungs außergewöhnlich beliebt seien und viel genutzt werden.

Geschwindigkeitskontrollen im gesamten Zuständigkeitsgebiet des Polizeipräsidiums Freiburg – Mehr als 1.700 Fahrzeuge kontrolliert

Freiburg (ots) – Am 21.04.2021 hat die Polizei im gesamten Zuständigkeitsgebiet des Polizeipräsidiums Freiburg die Einhaltung der Geschwindigkeitsbeschränkungen kontrolliert. Gemessen wurde an 26 Kontrollstellen in den Landkreisen Lörrach, Waldshut, Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald.

Es wurden insgesamt 1.774 Fahrzeuge gemessen, dabei wurden 514 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. In 19 Fällen müssen die beanstandeten Fahrer zudem mit einem Fahrverbot rechnen.

In einem Fall überschritt ein Fahrzeugführer die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der A98 um 76 km/h.

Am europaweit zeitgleich stattfindende „Speedmarathon“ beteiligen sich sowohl die europäischen Verkehrspolizeien als auch Kommunen. Zu schnelles Fahren ist weiterhin eine der Hauptursachen für schwere Verkehrsunfälle. Das Polizeipräsidium wird daher auch künftig Geschwindigkeitskontrollen durchführen und Verstöße konsequent ahnden.

Polizeieinsätze anlässlich von Versammlungen

Lörrach/ Stadt Lörrach/ Weil am Rhein: (ots) – Am Sonntag, 21.02.2021, kam es anlässlich von mehreren Versammlungen zu Polizeieinsätzen in den Stadtgebieten von Lörrach sowie in Weil am Rhein. Eine zunächst angemeldete Versammlung auf dem Meeraner Platz/ LÖ, wurde noch vor dem regulären Beginn gegen 13 Uhr abgesagt. Weiter bildeten sich nach einer genehmigten Gegendemonstration (Alter Markt) nach deren Beendigung gegen 13:50 Uhr, zwei neue Spontanversammlungen vor den Zugängen zum Platz „Neuer Markt“ mit ca. 100 Teilnehmern. Um 13:45 Uhr begann eine Versammlung mit Info-Stand einer Partei auf dem Platz „Neuer Markt“/LÖ vor ungefähr 100 Teilnehmern.

Bei der genehmigten Versammlung in Weil am Rhein nahmen ca. 25 Personen teil.

Hier hielten sich alle Teilnehmer an die Auflagen.

Im Nachgang an die Versammlungslagen, sammelten sich ca. 20 Personen vor dem Polizeirevier Lörrach. Diese Personen warteten auf die vorläufig festgenommene Person und missachteten die geltenden Regelungen der Corona Verordnung des Landes Baden-Württemberg. Trotz polizeilicher Aufforderung diese einzuhalten, weigerten sich einige von ihnen. Fünf Verstöße gegen die Corona Verordnung wurden daraufhin zur Anzeige gebracht.

Streit über Mund-Nasen-Bedeckung – Zeugen gesucht

Bad Krozingen/Staufen (ots) – Wie erst jetzt bekannt wurde, kam es bereits am 15.01.2021, gegen 14.05 Uhr, in der Regionalbahn der SWEG, welche vom Bahnhof Bad Krozingen in Richtung Staufen fuhr, zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen. Der Vorfall ereignete sich im Streckenabschnitt zwischen Bad Krozingen und Staufen.

Die Geschädigte, welche aus gesundheitlichen Gründen vom Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung befreit ist, wurde in der Bahn zunächst von einer Frau spöttisch auf ihre fehlende Maske angesprochen. Als die Geschädigte ihre Situation erklären wollte, sprang eine männliche Person von seinem Sitz auf, zog seine eigene Maske herunter und spuckte der Geschädigten ins Gesicht.

Weiterhin wurde sie von dem Mann getreten und mit dessen Walkingstöcken traktiert. Schlussendlich stiegen die männliche Person, dessen weibliche Begleitung, sowie die Frau, welche die Dame zuvor angesprochen hatte, am Bahnhof in Staufen aus. Bei der Weiterfahrt des Zuges schlugen sie noch mit ihren Stöcken gegen die Scheiben des anfahrenden Zuges.

Gesucht werden Zeugen und Fahrgäste der besagten Regionalbahn, welche Angaben zum geschilderten Sachverhalt machen können. Nach Angaben der Geschädigten befanden sich zum Zeitpunkt des Vorfalls noch weitere Fahrgäste im Wagon. Zeugen werden gebeten, sich beim Polizeirevier Müllheim unter 07631/1788-0 zu melden.

Vermeintlicher Gasaustritt ruft Feuerwehr auf den Plan

Zell im Wiesental: (ots) – In einem Mehrfamilienhaus in der Obermattstraße wurde am Mittwoch, 17.02.2021 gegen 21.30 Uhr ein vermeintlicher Gasaustritt gemeldet.

Die Feuerwehren Zell und Schopfheim rückten mit fünf Fahrzeugen und 13 Mann an.

Wie sich vor Ort herausstellte, hatte ein Nachbar im Nebenhaus Flaschen vom 30 Jahre alten Schnaps seines Vaters durch den Küchenabfluss entsorgt. Im Nachhinein wurde dann festgestellt, dass sich darunter vermutlich zwei Flaschen mit einer Eigenmischung Zweitacktbenzin befunden haben, welche nicht eindeutig gekennzeichnet waren. Der Inhalt ließ sich lediglich durch den Geruch vermuten.

Durch den geringen Wasserspiegel des betreffenden Hauses entfaltete sich dieser Geruch im gesamten Gebäude. Durch die Feuerwehr wurden Messungen in beiden Wohnhäusern durchgeführt, eine Gefährdung konnte ausgeschlossen werden.