Dreilandecho

Klatsch, Tratsch und Kulinarisches aus dem Dreiländereck zwischen Müllheim, Lörrach, Schopfheim, Zell, Todtnau und Feldberg

Aus der Region

Abschied von Rektor Hermann Merath

Schopfheim / Langenau (hjh). Die Gitarre hatte er nicht dabei, mit der man ihn immer wieder in Verbindung bringt. Dafür aber strahlte er bei aller Wehmut, bei allem Trennungsschmerz übers ganze Gesicht wegen der tollen Aussichten, nach rund 33 Schuljahren seine neue Freiheit als Schulleiter a.D. in vollen Zügen oder besser in seiner neu entdeckten „großen Liebe“, einem „Camper“, genießen zu können.

In coronabedingt kleiner Runde wurde der Langenauer Grundschulleiter Hermann Merath am Freitag im Saal des Rathauses in den Ruhestand verabschiedet. Sieben Jahre wirkte Merath im zweitgrößten Ortsteil von Schopfheim, initiierte dort – so Ortsvorsteher Walter Würger – mit das Dorffest und brachte laut Bürgermeister Dirk Harscher und Schulrätin Regina Höfler Licht in die dunklen Schulräume und quirliges Leben in die Schullandschaft, die dank tatkräftiger Unterstützung durch die Stadt zum Bildungshaus umgestaltet wurde.

„Sie hatten in all den Jahren ein großes Herz für die Kinder“, bescheinigte Bürgermeister Dirk Harscher dem „kompetenten“ Rektor, durch dessen Schule alle seine Kinder gegangen seien. Für die Kids, aber auch für die Eltern, fürs Kollegium und fürs ganze Dorf sei Meraths Abschied ein großer Verlust, versicherte Harscher und später auch Fachbereichsleiter Jürgen Sänger, der Hermann Merath auch bei differenzierter Meinung zum einen der anderen Punkt „immer auf Augenhöhe begegnen konnte“. Und die Schulrätin, die von ihrer Nachfolgerin Jasmin Kortüm begleitet wurde, betonte, dass Schopfheim und speziell Langenau „großes Glück hatten, einen solchen Mann für ihre Schule verpflichten zu können.“ Gerade Meraths Einsatz für das Bildungshaus sei eine große Herausforderung gewesen, die er glänzend gemeistert habe. Sein Beruf sei eben vor allem Berufung gewesen. Und immer, so Höfler, „standen die Kinder bei ihm an erster Stelle.“ Er habe sich als Vorreiter in Sachen EDV / Digitalisierung einen Namen gemacht, kurz: Als Schulleiter habe er bei allen Beteiligten und Weggefährten einen bleibenden Eindruck als verlässlicher und engagierter Partner hinterlassen.

Von den Lobeshymnen und den erhebenden Worten fühlte sich Hermann Merath „gut getroffen“. Die Zeit in Langenau sei für ihn „eine sehr schöne Zeit gewesen“, sagte er. Aber nun freue er sich auch auf den neuen Lebensabschnitt, den er mit seiner Partnerin Petra Scherle und seinen Kindern genießen werde. Und dahinbegleiten ihn nicht zuletzt Dirk Harschers Wünsche, der sich mit einem Zitat von Fred Rogers verabschiedete: „Oft, wenn wir glauben, wir wären am Ende von etwas angekommen, stehen wir bereits am Anfang von etwas anderem.“

Auf dem Foto vlnr. Regina Höfler, Jasmin Kortüm, Hermann Merath, Jürgen Sänger, Dirk Harscher und Walter Würger

Christoph Nitz und Anja Herzog in Zell

Zell. Für Christof Nitz, den Landtagskandidaten der CDU im Landkreis und seine Ersatzkandidatin Anja Herzog beginnt in diesen Wochen die Tour durch den Wahlkreis. Einen langen, sicherlich beschwerlichen Weg haben sie vor sich von der südwestlichsten Ecke Baden-Württembergs in die Landeshauptstadt. Da kann es natürlich nicht schaden, die Probleme zu sammeln, welche den Menschen hier im Dreiland unter den Nägeln brennen. Es sind Themen, die Christof Nitz im Stuttgarter Landtag thematisieren will: Ärzteversorgung, ÖPNV, Schulen, Ökologie, Energie und – wie kann es bei einem so erfahrenen Ex-Bürgermeister und Diplom-Verwaltungswirt anders sein – eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung.

Zu Gast beim Zeller CDU-Stadtverband rannten beide Kandidaten mit solch brisanten Themen beim Vorstandstrio Klaus Wetzel, Daniela Rümmele-Kiefer und Thomas Schmidt natürlich offene Türen ein. Denn Zell, so hieß es, habe durchaus Nachholbedarf. Nicht alles nämlich laufe planmäßig. Die Sanierung bzw. Umgestaltung des Bahnhofbereichs stocke, bei den Schulen läuft’s nicht ganz so rund, die Ärzteversorgung bereite Probleme, die Wälder leiden und verursachen erhebliche Kosten. Sorgen bereite dem Stadtverband die Zukunft der wenigen noch vorhandenen Industriebetriebe. Und viele Menschen im Oberen Wiesental befürchten, dass sie vom Anschluss an den „Lebensquell Regio-S-Bahn“ abgehängt werden könnten.

Viele Problem also, mit denen sich die Stadt auseinandersetzen müss(t)e, diktierten die Mitglieder des CDU-Stadtverbandes jüngst ihren  Landtagskandidaten in die Mängelliste, die sicherlich im Veraluf der Wahlkampf-Tour an Umfang zunehmen wird.  Peter Palme bemühe sich, aber Thomas Schmidt würde es begrüßen, wenn der Bürgermeister die Möglichkeit zu einem Crash-Kurs beim Routinier Nitz belegen könnte. Zell habe zum Beispiel seit über zwei Jahren keine Zuschüsse oder Zuwendungen aus dem Ausgleichsstock beantragt. Und ohne solche Zuschüsse komme die finanziell klamme Stadt in ihrer Entwicklung nicht spürbar weiter, glaubt Schmidt.  Das weiß natürlich auch der erfahrene ehemalige Bürgermeister Christof Nitz: „Wenn keine Anträge gestellt werden, gibt’s kein Geld.“ Auch nicht für den Bahnhofsplatz, dessen Sanierung seit vier Jahren geplant sei, die aber ins Stocken geriet, weil sich die Stadt nicht mit der nötigen Power dahinter klemme, ärgerte sich Thomas Schmidt, der sich wie die übrigen Teilnehmer in der Runde von dem Mandat des CDU-Kandidaten Christof Nitz den vermissten Schwung  erhofft. „Schließlich“, so Thomas Schmidt, „ist es wichtig, jemand im Landtag zu wissen, der weiß, was er will und einem die richtige Tür aufmacht.“

Für Christoph Nitz ist es „selbstredend“, solche Türen „wo möglich“ aufzustoßen. Zuversichtlich zeigte er sich auch in Sachen Ärzteversorgung. Denn vom Bau des Kreisklinikums erwarte er einen Schub in die richtige Richtung. „Es wird sich im Dunstkreis des Klinikums einiges an Infrastruktur einfinden“, war er sich sicher. Zulieferer würden sich einfinden, Apotheken, Sanitätshäuser. Für die Kommunen drumherum bedeute das, Konzepte zu finden, wie die ärztliche Versorgung nicht nur in Lörrach, sondern auch hier bei uns dauerhaft gesichert werden könne. Klappen werde das, wenn nicht mehr jeder Arzt für sich alleine schafft, sondern wenn sich mehrere zusammentun und wenn sie bei ihren Vorhaben von den Kommunen nicht nur ideell, sondern auch finanziell unterstützt würden, obwohl das nicht unbedingt deren primäre Aufgabe sein würde und wenn das alles ein Umdenken der kassenärztlichen Vereinigung erfordere.

Nicht alles, was dem Stadtverband am Herzen liegt, konnten die Landtagskandidaten bei ihrem ersten Besuch in der Schwanenstadt konkret unter die Lupe nehmen. Christoph Nitz stellte den Gastgebern deshalb weitere Besuche in Aussicht. „Ich komme gerne wieder“, sagte er. Und Klaus Wetzels Team nahm dieses Versprechen gerne an. Ein vielversprechender Anfang sei gemacht. Beim nächsten Treffen wolle man sich der Offenhaltung der Landschaft, den Schulen und Hilfsprogrammen für die Wälder widmen.

Lob fürs Werkhof-Team

Endenburg (hjh). Es werde kritisiert, wenn es etwas zu kritisieren gibt. Deshalb dürfe man durchaus auch mal Lob an die Adresse des Werkhofes senden: Die Werkhofmitarbeiter, die in den vergangenen Wochen am Katzhaldenweg unterwegs waren, haben laut Ortsverwaltung und auch laut dem Bekunden einiger Ortschaftsräte eine „sehr gute, hervorragende Arbeit abgeliefert“. Das jedenfalls stellten die Ratsmitglieder bei der Sitzung am Mittwoch in der Halle fest, nachdem Daniela Trefzer ihrem Gremium und den Zuhörern verdeutlicht hatte, dass wohl Mitte August mit den Arbeiten zur Breitbandversorgung begonnen werde. Parallel dazu werde mit den Hauseigentümern über deren Anschlüsse gesprochen, kündigte Trefzer an, die schließlich noch andeutete, das – wenn es keine gravierenden Verschlechterungen in Bezug auf die Pandemie gebe, die Ortsverwaltung nach den Sommerferien wieder normal geöffnet würde und dass die wegen Corona ausgefallene Papiersammlung zwar im Frühjahr ersatzlos gestrichen wurde, im Oktober aber voraussichtlich wieder in normalem Umfang stattfinden werde.

Gebührenschraube

Auf Abstand bedacht

Endenburg (hjh). Mit den Hallengebühren, einem Thema, das laut Daniela Trefzer in Steinen erneut „aufgerollt“ wird, hatte sich der Ortschaftsrat schon nichtöffentlich auseinandergesetzt. Auf den Vorschlag der Gemeinde reagierten die Endenburger, die es „unfair finden“, dass Ortsteile mit alten Hallen denen mit relativ neuen Hallen gleichgesetzt werden, mit einem Gegenvorschlag. Für Endenburg halten die Ortschaftsräte eine Gebühr für Vereine von 75 Euro pro Veranstaltungstag für angemessen. Die Küche soll generell für 50 Euro zu haben sein, auch für Privatleute oder ortsansässige Firmen, die für die Halle den doppelten Satz berappen müssen, während auswärtige Mieter mit einem Aufschlag von 200 Prozent kalkulieren müssen. Der Vollständigkeit halber kommt aus Endenburg der Vorschlag, Trainingsstunden einmal jährlich mit einem Euro pro Stunde abzurechnen. Außerdem legt Daniela Trefzer „großen Wert“ auf die Feststellung, dass jeder örtliche Verein die Halle für eine Veranstaltung pro Jahr kostenlos zur Verfügung gestellt bekommt.

LEV-Beitritt der Stadt nach Votum des Gemeinderates Zell

Zell (hjh). Bisher zierte die Karte der Mitgliedsgemeinden des LEV im Landkreis Lörrach ein großer weißer Fleck, ab 2021 wird sich das aber ändern: Einstimmig beschloss der Gemeinderat in der Sitzung am Donnerstag in der Stadthalle, dem Verband zum nächstmöglichen Termin beizutreten. 2012 war der Beitritt gescheitert, weil die Gemeinderäte u.a. davon ausgingen, dass die Mitgliedschaft im Biosphärengebiet genüge, um an mögliche Fördertöpfe zu gelangen. Dem war aber nicht so, wie das Gremium inzwischen feststellte. Und so gab es kaum Diskussionen über den Beitritt, den LEV-Geschäftsführerin Simona Moosmann mit einleuchtenden Argumenten schmackhaft machte.

Ihr Verband sei keine Behörde, sondern ein Verein, der quasi eine Art Puffer zwischen der unteren Naturschutzbehörde und den Landwirten im Kreis fungiere, betonte Moosmann und verwies darauf, dass dem LEV aktuell 30 Gemeinden und 17 Verbände sowie einige Privatpersonen angehören. Arbeitsschwerpunkte seien alle Arten der Landschaftspflege auch oder gerade in schwierigem Terrain mit seinen Neophyten und Problempflanzen, die den Landwirten das Arbeitsleben schwer machen. Der LEV widme seine Arbeit Bereichen mit Obstwiesen, magerem Grünland sowie Feuchtgrünland, lote aus, welche Fördermittel in Frage kommen könnten, helfe bei Anträgen oder stelle die gleich selbst für seine Klientel und unterstütze seine Mitglieder im Bemühen, den Einklang von Natur und Landschaft herzustellen, die Kulturlandschaften offen zu halten und zu erhalten und dabei ein Auge auf die besondere Rolle der biologischen Vielfalt zu haben.

All dem wollten sich die Gemeinderäte nicht verschließen, auch wenn die Stadt den Mitgliedsbeitrag von insgesamt 880 Euro pro Jahr aufbringen muss. Ausnahmslos votierten sie für den Vorschlag der Verwaltung, dem LEV schnellstmöglich beizutreten. Die Zustimmung erleichtert dürfen ein paar Zahlen haben, die von Simona Moosmann vorgetragen worden waren: 2019 habe der LEV 333 Landschaftspflegeverträge verwaltet und dafür gesorgt, dass etwas mehr als eine Million Euro an Fördermittel an die Mitglieder ausbezahlt worden sind. Und Moosmann versicherte, dass mitunter auch dort Mittel zur Verfügung gestellt wurden, „wo keine andere Fördermöglichkeit griff.“ Peter Eichin (SPD) fand, dass die Offenhaltung der Landschaft „für uns ganz ganz wichtig“ und deshalb die 880 Euro unbedingt wert sei. Dem pflichteten die Fraktionen der CDU und der FWV bei, die bekundeten, dass sie sich „mit der vorgetragenen Argumentation durchaus anfreunden können. Schließlich unterstützte auch Klaus Wetzel den Beitritt im Namen des Landschaftspflegevereins den Vorstoß der Verwaltung, die – so Bürgermeister Peter Palme – die Ausgaben der Stadt „als sinnvolle Investition“ bezeichnete, „zumal in dem Gebiet mit 240 Hektar Almendflächen ganz schwierig zu bewirtschaftende Bereiche dabei sind, auf denen die Arbeit „möglicherweise künftig mit Unterstützung des LEV etwas einfacher“ ausfallen werde.

Sicherstellung der Wasserversorgung Pfaffenberg und Vergaben zur Realschul-Sanierung

Zell (hjh). „Wir hatten uns das einfacher vorgestellt, sind aber jetzt sehr froh, dass wir nun soweit sind“, kommentierte Pfaffenergs Ortsvorsteher Harald Fritz die wohlwollende Kenntnisnahme der Ratsmitglieder, die darauf hindeutet, dass einer Vergabe der Arbeiten zur Sanierung der drei Quellleitungen zwischen Käsern und Pfaffenberg in der nächsten Gemeinderatsitzung am 27. Juli für voraussichtlich 230000 Euro nichts mehr entgegen steht. Planer Stefan Scheurer war am Donnerstag zum Sachstandsbericht in der Stadthalle angetreten, um dem Gremium die Notwendigkeit der Erneuerung von drei Quellfassungen, der Quellwassertransportleitungen sowie des Quellsammelschachtes zu erläutern. Pfaffenbergs „Enge-Quellen“ rückten 2018 ins Rampenlicht, als die Bevölkerung nach längerer Trockenheit von der Stadt mit Wasser auf Lastwagen versorgt werden mussten. Untersuchungen im Jahr danach hätten ergeben, dass die Wasserversorgung des Dorfes nicht der Trockenheit angelastet werden konnte, sondern dass Wurzelgeflecht in die Leitungen eingedrungen war und zwei von drei Quellfassungen trocken gelegt hatte.

Laut Peter Palme steht fest, dass eine Sanierung der Rohre alleine nicht in Frage komme. Eine Komplettsanierung sei notwendig, um weitere Schäden zu vermeiden. Deshalb habe man im Wirtschaftsplan der Stadtwerke 230000 Euro für die Maßnahme vorsehen müssen. Inzwischen seien die Arbeiten vom Planungsbüro ausgeschrieben worden, am Freitag, also gestern, stand die Submission auf dem Programm und am 27. Juli müsse der Gemeinderat über die Auftragsvergaben entscheiden, damit die Abreiten wie vorgesehen Mitte August nach den Bauferien zügig begonnen werden kann. Werner Ganter (CDU) erinnerte daran, dass die Quellfassungen zum großen Teil auf Privatgrundstücken liegen und wurde beruhigt: „Die Vorgehensweise zur Sanierung ist weitestgehend geregelt.“ Und die Bäume, deren Wurzeln mit ursächlich für die Beschädigungen waren, sind bereits gefällt. Also konnte auch Werner Ganter „Gott froh“ sein, „dass die Sache nun endlich läuft“, auch wenn zusätzliche Hindernisse berücksichtigt werden müssen, weil einige Arbeiten in einem Biotopbereich stattfinden und deshalb „verschiedene naturschutzrechtliche Belange berücksichtigt werden“ müssen.

Zell (hjh). Fachbereichsleiter Jörg Schmidt bat den Gemeinderat um Zustimmung zur Ausstattung der Realschule mit den notwendigen Schultafeln. Im Rahmen der Sanierung sei der Ersatz der alten Tafeln durch neue „Pylonentafel-Systeme“ erforderlich. Zu haben sind die Digital-Systeme zum Angebotspreis von knapp 34000 Euro. Laut Vorlage der Verwaltung sei diese Investition in den Gesamtprojektkosten von 8652260 Euro enthalten und im Rahmen der Haushaltsberatungen als „ergänzende Ansätze für Ausstattungen“ in die Projektkalkulation aufgenommen worden. In den Haushalt 2020 seien die Baukosten anteilig entsprechend dem Fortschritt der Arbeiten und in die Abrufe der Fördermittel eingeplant, betont die Verwaltung, die schließlich noch einmal ausdrücklich darauf hinwies, dass sie „eine laufende Überwachung der Projektkostenfinanzierung“ durchführe.

Lob und Tadel im Gemeinderat Zell

Zell (hjh). Claudia Dolzer (SPD) erinnerte an den Antrag von Klaus Wetzel (CDU) und pochte bei der Gemeinderatssitzung darauf, dass die Verwaltung hartnäckiger Ausschau nach Fördermöglichkeiten halten und vermehrt Mittel aus dem Ausgleichsstock beantragen solle. Das sagte Peter Palme zu. Er habe das inzwischen mit dem zuständigen Fachbereich besprochen, bitte aber auch die Gemeinderäte „um entsprechende Vorschläge“, hakte der Bürgermeister dieses Thema zügig ab. Es gab zum Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ aber nicht nur Kritik, sondern auch Lob, mit dem man nicht hinterm Berg halten sollte. Elfriede Fessmann nämlich bedankte sich nicht nur dafür, dass das Schwimmbad den Zellern wieder zur Verfügung steht, sondern auch für die „angenehmen und unkomplizierten Bedingungen, unter denen das Baden wieder erlaubt worden ist.“

Wunschkonzert in Endenburg

Endenburg (hjh). „Alle Wünsche kann man nicht erfüllen …“, wusste Michael Holm schon 1964 und unterstrich das in seinem Hit mit einem vielsagenden: „… und nicht alle Träume werden wahr.“ Und das vermutet auch die Ortsvorsteherin Daniela Trefzer, die bei der Sitzung ihrer Mitstreiter in der auf Abstand getrimmten Halle auf Zustimmung hoffte zur Bedarfsanmeldung ihres Dorfes für den Haushalt 2021. Vorsichtig sei das Gremium im Vorfeld schon einmal nichtöffentlich an das heikle Thema Haushalt herangegangen. Keinem der Ratsmitglieder sei die prekäre Haushaltssituation der klammen Gemeinde verborgen geblieben, versicherte Trefzer. Trotzdem habe man sich erneut an Projekte gewagt, die nicht zum ersten Mal die Endenburger Liste füllen, die bisher aber immer wieder „geschoben“ wurden, obwohl sie dringend in Angriff genommen werden müssten.

Einige Hauszufahrten beispielsweise seien in einem „erbärmlichen“ Zustand, klagte Trefzer und nannte beispielhaft Bereiche „Am Hasel“, „Kohlgrube“ oder „Tiergarten“, die allesamt auf einen Asphaltbelag warten. Erneuert werden müsste die sanitäre Anlage im Rathaus (ca. 8000 Euro). Der Wasserlauf Staltenweg darf eventuell darauf warten, im Zuge der Breitbandarbeiten saniert zu werden, die Außenfassade des öffentlichen Toilettenhäuschens „Auf der Stelle“ aber nicht. Für diese Arbeiten seien laut Schätzung 9000 Euro erforderlich. Dass es an manchen Stellen im Dorf zum Himmel stinkt, sei hinlänglich bekannt. Deshalb fordere der Ortschaftsrat eine effektive Planung zur Entlüftung der Kanalisation in freiem Gelände, weg von der Wohnbebauung, erklärte Daniela Trefzer, um ihrer lang und länger werdenden Liste das Aufbringen einer Asphaltdecke im Heidelweg (Kostenermittlung durchs Bauamt erforderlich), die Umgestaltung des Kindergarten-Spielplatzes (ca. 20000 Euro) sowie den neuen Bodenbelag im zweiten Raum des KiGa (Bauhof) hinzuzufügen. Komplettiert wurde die Bedarfsanmeldung, die mit dem Segen der Ortschaftsräte nun ins Rathaus nach Steinen unterwegs ist, vom Wunsch des Gemeindearbeiters, eine Heckenschere sowie einen Rasenmäher für die Flächen am Friedhof (zusammen rund 2500 Euro) anzuschaffen, weil für diese Arbeiten bisher Privatgeräte benutzt werden mussten.

Ergänzt schließlich wurde die Liste verständlicher Forderungen von einer Aufzählung „jährlich wiederkehrender Mittel“ wie etwa für Gemeindeverbindungsstraßen (5000 Euro), Feld- und Waldwege (rund 9500 Euro), Turnhalle (400 Euro) Friedhof (1000 Euro), Weidegemeinschaft (1500 Euro), Ortspauschale (4000 Euro) sowie Geschäftsaufwendungen (1600 Euro).

Und jetzt sind alle gespannt, was auch in diesem Jahr wieder „geschoben“ werden muss und was tatsächlich die Chance hat, mit einem „grünen Licht“ den Gemeinderat passieren zu dürfen.

Glück im Markus-Pflüger-Heim

Schopfheim (hjh). „Guten Tag, guten Tag, wünsch ich allen und viel Glück“, sangen die Knirpse aus den Kindergärten Lus und Wiechs. Mit jedem Ton leuchteten die Augen ihrer Zuhörer im Hof des Markus-Pflüger-Heims ein klein wenig mehr. Und dazwischen schummelte sich das eine oder andere Tränchen der Rührung wie das einer Rollstuhlfahrerin, die ihrer Betreuerin ins Ohr flüsterte: „Immer wenn so etwas Schönes passiert, kann ich die Tränen nicht zurückhalten. Die Kinder sind lieb, und die Überraschung ist perfekt.“

Sie sind nicht verwöhnt, die Herrschaften, die im Heim auf dem Buckel ihren Lebensnachmittag oder -abend verbringen. Da kam das Paket natürlich besonders gut an, das Dagmar Stettner von ihren Schützlingen in rund vier zurückliegenden Wochen schnüren ließ. „Kleine und große Akteure haben im Rahmen des Mehrgenerationen-Hauses zusammengeholfen, um Bewohnern des Markus-Pflüger-Heims eine Freude machen zu können“, erklärte sie den Coup, mit dem sie die Schutzbefohlenen von Heimleiter Michael Schreiner am Dienstag begeisterte. Fröhliche Gesänge umrahmten die „Bescherung“. Selbst gefertigte Malarbeiten, süße Kekse aus der Küche der Senioren von Schärers Au und nette Worte von Michael Schreiner und Dagmar Stettner wechselten die Besitzer. Und ein klein wenig schimmerte durch, was Dagmar Stettner mit ihrem Team des Seniorenbüros vorsichtig, aber nachhaltig erreichen möchte: „Den Abbau möglicher Berührungsängste auf beiden Seiten“, die Scheu, Menschen zu begegnen, die mitunter außergewöhnliche Krankheiten, ungewöhnliche Krankheitsbilder gezeichnet haben. Ein gelungener Anfang dazu wurde von den Teilnehmern dieser in jeder Beziehung bemerkenswerten Aktion gemacht.

Körperverletzung – Zeugensuche

Steinen: (ots) – Zwei Männer sollen sich am Dienstag, 14.07.20, gegen 18 Uhr, in der Kanderner Straße geschlagen haben. Wahrscheinlich kam es aufgrund seit längerem anhaltenden Streitigkeiten nun zur körperlichen Auseinandersetzung.

Hierbei soll ein 19-Jähriger zunächst auf seinen 24-Jährigen Kontrahenten, der in einem Auto saß, eingeschlagen haben, wobei auch der Außenspiegel beschädigt wurde. Nachdem der 24-Jährige ausgestiegen war, versuchte der 19-Jährige wegzulaufen, stürzte jedoch. Der Ältere soll dann auf den am Boden liegenden Mann eingeschlagen haben. Der Polizeiposten Steinen, Tel. 07627 970-250, ermittelt wegen Körperverletzung und sucht Zeugen.