Dreilandecho

Klatsch, Tratsch und Kulinarisches aus dem Dreiländereck zwischen Müllheim, Lörrach, Schopfheim, Zell, Todtnau und Feldberg

Aus der Region

Bernd Benz auf Abschiedstour

Langenau (hjh). Viel zusammen erlebt hat Fachgruppenleiter Bernd Benz mit den Ortsvorstehern Elke und Walter Würger, aber auch mit deren Vorgänger Hans Weinbrechtinger. Verschlissen hat Benz nach eigenem Bekunden während seiner 34jährigen Amtszeit die Bürgermeister Klaus Fleck und Christof Nitz bei deren jeweils zwei Amtsperioden und nun auch schon über ein Jahr den amtierenden Bürgermeister Dirk Harscher. Eine reife Leistung, fand auch Walter Würger, der sich bei Bernd Benz mit einer Flasche Wein für seinen Einsatz im Ortsteil Langenau revanchierte.

Vogelhochzeit

Schopfheim (hjh). Besungen wurden „Vogelhochzeiten“ schon vor mehr als 500 Jahren. Beschrieben werden die Hochzeiten der Vögel aber immer wieder in sehr wechselhaften Geschichten, die im Jahr 1470 im Wienhäuser Liederbuch zunächst 37, später – nach Streichung von fünf zu stark „erotischen“ Texten – noch 32 teilweise wilde Strophen umfassten. Viele dieser Geschichten sind seit Sonntag im Museum der Stadt zu bewundern, wo neben teils ausgestopften Vögeln und anderen „Hochzeitsgästen“ nicht nur spannende Textpassagen, sondern auch Utensilien wie etwa ein Brautkleid, Kochtöpfe, Nachthemden, Stehkragen, Zylinder, Spazierstöcke, Pfeifen oder Stockflöten neben den obligatorischen Fotos, Kartenspielen oder Bilderbüchern an oft abenteuerliche Hochzeitsfeste erinnern. Dr. Ulla Schmid hat die Exponate zusammengetragen. Und sie hat viel Zeit und viel Herzblut investiert, um den Museumsgästen „Herkunft und Entwicklung des Liedes“ mit erläuternden Texten verständlich zu machen.

Bei der wegen Corona total abgespeckten „Vernissage“ ohne Gäste beeindruckte die Museumschefin mit einem verbalen Streifzug vorbei an Vitrinen, Glastischen und schmucken Wandgehängen, die mit erläuternden Texten zeigen, was mit dem Lied, das erstmals als „De Kuckuck und de Reigere“ (Reiher) nachweislich erwähnt wurde, im Lauf der Jahrhunderte passiert ist, bis es 1842 in der Sammlung Schlesischer Volkslieder von Hoffmann von Fallersleben in der heute noch bekannten Fassung auftauchte. Salonfähig hatte es drei Jahre zuvor Ludwig Erk gemacht. Seine Version der Vogelhochzeit stammt, so Schmid, aus Schlesien und wurde „1842 unter Weglassung der drei letzten erotischen Strophen“ quasi an die große Glocke gehängt, das heißt: veröffentlicht. Von Fallersleben habe dann „die erotisch gesäuberte Lied-Version“ übernommen, die in „ungesäuberter“ Variante leider nicht im Museum nachgelesen werden kann, obwohl Ulla Schmid dort eine wahrlich umfangreiche Schau präsentiert. An die „schlüpfrigen Texte“ ist sie aber nicht rangekommen. Der Säuberungsaktion aber sei es schließlich zu verdanken, dass die „Vogelhochzeit“ „als nun vollkommen unerotisches Lied“ Eingang in die deutsche Volkslieder-Kultur gefunden hat. Na also.

Unterstützt wurde sie dabei u.a. von Stefan Niefentaler aus dem Kleinen Wiesental und der Mannheimerin Rosmarie Wiegand, die ein paar aufwändig ausgestopfte Vögel zum gelungenen Gesamtwerk beisteuerten. Herkunft und Entwicklung seien der eine rote Faden, der sich durch die Ausstellung zieht, die „Vogelhochzeit“ als Rollenspiel der andere. Als Rollenspiel habe sich „eine 15-strophge Version“ aus der Sammlung des „Zupfgeigenhansl“ etabliert bzw. durchgesetzt. Unter die Hochzeitsgäste mischten sich auch einige wenige Nicht-Vögel, betonte Schmid und verwies auf zahlreiche Rollenspiele „rund um die Braut“, die von den Gästen oder Bediensteten erwartet oder den Gästen, darunter auch Nichtgefiederte, auf den Leib geschrieben wurden, vom Hochzeitslader angefangen über den Brautstuhl- oder Nachthemdbringer, den Ringbringer, den Koch (deshalb die oben erwähnten Töpfe), Fensterladen-Schließer, Schwätzer, Strumpfbringer oder Haubenbringer bis hin zum Verabschieder oder Festbeschließer.

Die Ausstellung ist bis Anfang September zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums unter der Überschrift „Tirilli-Tirilla“ unter Beachtung der geltenden Hygienevorschriften (u.a. Mund- und Nasenschutz sowie Abstand) zugänglich.

Autobahnraser auf der A5 bei Bad Bellingen gestellt – Zeugenaufruf

POL-FR: A5, Basel Richtung Karlsruhe, Höhe Bad Bellingen, LKr Lörrach

Freiburg (ots) – Ein vermeintliches Autorennen lieferten sich zwei Schweizer BMW am Samstagmorgen, gg. 08.20 Uhr, auf der A5 in Richtung Karlsruhe.

Beide 31-jährigen Fahrzeugführer fuhren dicht hintereinander mit gleichbleibendem Abstand in Richtung Norden. Eine mobile Geschwindigkeitsmessung des Verkehrsdienstes Weil wurde ihnen dabei zum Verhängnis. Mit nicht weniger als 245 km/h, in einem Bereich in dem 120 km/h erlaubt sind, wurden ihre Geschwindigkeiten gemessen.

Die Führerscheine der Fahrer wurden einbehalten und die Weiterfahrt in Deutschland untersagt. Zudem wurde ein Strafverfahren eingeleitet, welches ein merkliches Bußgeld und ein Fahrverbot nach sich ziehen könnte. Die Schweizer Behörden werden zudem über den Vorfall unterrichtet, was möglicherweise zu weiteren Konsequenzen für die Fahrzeugführer in der Schweiz führt.

Etwaige Zeugen oder durch die Raserei geschädigte Verkehrsteilnehmer werden gebeten, sich beim Verkehrsdienst in Weil, T: 07621-9800-0, zu melden.

Insbesondere der Fahrer eines dunklen Mercedes-Kastenwagen, ähnlich einem Vito, auf den die Schweizer gg. 08.15 Uhr im Bereich Autobahndreieck Lörrach stießen, möchte sich mit der Polizei in Verbindung setzen.

Körperverletzung – Zeugensuche

Schopfheim: (ots) – Am Donnerstag, 16.07.20, gegen 16.20 Uhr, soll es vor einem Geschäft in der Feldberg-/Hauptstraße zu einer Körperverletzung gekommen sein.

Nach bisherigen Erkenntnissen soll es zwischen zwei Autofahrern bei einem Ausparkvorgang zum Streit gekommen sein. In dessen Verlauf soll ein 37-jähriger Mann aus seinem Auto ausgestiegen und an das Fahrzeug des weiteren Beteiligten herangetreten sein. Hier soll er dem Mann mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben. Das Polizeirevier Schopfheim, Tel. 07622 66698-0, sucht Zeugen.

Verkehrsunfall mit Personenschaden – Frontalzusammenstoß – Sperrung L 145, Schopfheim in Richtung Dossenbach – Fahrzeug kommt von der Fahrbahn ab – Person schwer verletzt

Landkreis Lörrach (ots). Stadt Schopfheim, L 145 Zwischen Schopfheim und Dossenbach

Am 17.07.2020, gegen 10:35 Uhr meldete ein Verkehrsteilnehmer über Notruf, dem Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Freiburg, es habe einen Unfall auf der L 145 im Bereich der Motocrossanlage gegeben.

Vor Ort wurde festgestellt, dass ein Fahrer eines Pkw in Richtung Dossenbach aus bislang nicht bekannter Ursache in den Grünstreifen kam. Er übersteuerte sein Fahrzeug nach links und stieß mit dem entgegenkommenden Pkw zusammen. Bei dem Unfall zog sich die talwärts fahrende Pkw-Fahrerin schwerste Verletzungen zu.

Der Unfallverursacher wurde leicht verletzt. Beide wurden vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Die schwer verletzte 38-jährige Fahrerin wurde stationär aufgenommen. Der andere Unfallbeteiligte konnte nach Untersuchung und Behandlung entlassen werden.

Der Gesamtschaden an den Fahrzeugen, die Totalschaden erlitten und abgeschleppt werden mussten, liegt bei etwa 80.000 Euro. Zur Beseitigung von auslaufenden Kraftstoffen war die Feuerwehr aus Schopfheim im Einsatz.

Für die Dauer der Rettungsmaßnahmen und Fahrzeugbergung musste die L 145 für einen längeren Zeitraum voll gesperrt werden.

Abschied von Rektor Hermann Merath

Schopfheim / Langenau (hjh). Die Gitarre hatte er nicht dabei, mit der man ihn immer wieder in Verbindung bringt. Dafür aber strahlte er bei aller Wehmut, bei allem Trennungsschmerz übers ganze Gesicht wegen der tollen Aussichten, nach rund 33 Schuljahren seine neue Freiheit als Schulleiter a.D. in vollen Zügen oder besser in seiner neu entdeckten „großen Liebe“, einem „Camper“, genießen zu können.

In coronabedingt kleiner Runde wurde der Langenauer Grundschulleiter Hermann Merath am Freitag im Saal des Rathauses in den Ruhestand verabschiedet. Sieben Jahre wirkte Merath im zweitgrößten Ortsteil von Schopfheim, initiierte dort – so Ortsvorsteher Walter Würger – mit das Dorffest und brachte laut Bürgermeister Dirk Harscher und Schulrätin Regina Höfler Licht in die dunklen Schulräume und quirliges Leben in die Schullandschaft, die dank tatkräftiger Unterstützung durch die Stadt zum Bildungshaus umgestaltet wurde.

„Sie hatten in all den Jahren ein großes Herz für die Kinder“, bescheinigte Bürgermeister Dirk Harscher dem „kompetenten“ Rektor, durch dessen Schule alle seine Kinder gegangen seien. Für die Kids, aber auch für die Eltern, fürs Kollegium und fürs ganze Dorf sei Meraths Abschied ein großer Verlust, versicherte Harscher und später auch Fachbereichsleiter Jürgen Sänger, der Hermann Merath auch bei differenzierter Meinung zum einen der anderen Punkt „immer auf Augenhöhe begegnen konnte“. Und die Schulrätin, die von ihrer Nachfolgerin Jasmin Kortüm begleitet wurde, betonte, dass Schopfheim und speziell Langenau „großes Glück hatten, einen solchen Mann für ihre Schule verpflichten zu können.“ Gerade Meraths Einsatz für das Bildungshaus sei eine große Herausforderung gewesen, die er glänzend gemeistert habe. Sein Beruf sei eben vor allem Berufung gewesen. Und immer, so Höfler, „standen die Kinder bei ihm an erster Stelle.“ Er habe sich als Vorreiter in Sachen EDV / Digitalisierung einen Namen gemacht, kurz: Als Schulleiter habe er bei allen Beteiligten und Weggefährten einen bleibenden Eindruck als verlässlicher und engagierter Partner hinterlassen.

Von den Lobeshymnen und den erhebenden Worten fühlte sich Hermann Merath „gut getroffen“. Die Zeit in Langenau sei für ihn „eine sehr schöne Zeit gewesen“, sagte er. Aber nun freue er sich auch auf den neuen Lebensabschnitt, den er mit seiner Partnerin Petra Scherle und seinen Kindern genießen werde. Und dahinbegleiten ihn nicht zuletzt Dirk Harschers Wünsche, der sich mit einem Zitat von Fred Rogers verabschiedete: „Oft, wenn wir glauben, wir wären am Ende von etwas angekommen, stehen wir bereits am Anfang von etwas anderem.“

Auf dem Foto vlnr. Regina Höfler, Jasmin Kortüm, Hermann Merath, Jürgen Sänger, Dirk Harscher und Walter Würger

Christoph Nitz und Anja Herzog in Zell

Zell. Für Christof Nitz, den Landtagskandidaten der CDU im Landkreis und seine Ersatzkandidatin Anja Herzog beginnt in diesen Wochen die Tour durch den Wahlkreis. Einen langen, sicherlich beschwerlichen Weg haben sie vor sich von der südwestlichsten Ecke Baden-Württembergs in die Landeshauptstadt. Da kann es natürlich nicht schaden, die Probleme zu sammeln, welche den Menschen hier im Dreiland unter den Nägeln brennen. Es sind Themen, die Christof Nitz im Stuttgarter Landtag thematisieren will: Ärzteversorgung, ÖPNV, Schulen, Ökologie, Energie und – wie kann es bei einem so erfahrenen Ex-Bürgermeister und Diplom-Verwaltungswirt anders sein – eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung.

Zu Gast beim Zeller CDU-Stadtverband rannten beide Kandidaten mit solch brisanten Themen beim Vorstandstrio Klaus Wetzel, Daniela Rümmele-Kiefer und Thomas Schmidt natürlich offene Türen ein. Denn Zell, so hieß es, habe durchaus Nachholbedarf. Nicht alles nämlich laufe planmäßig. Die Sanierung bzw. Umgestaltung des Bahnhofbereichs stocke, bei den Schulen läuft’s nicht ganz so rund, die Ärzteversorgung bereite Probleme, die Wälder leiden und verursachen erhebliche Kosten. Sorgen bereite dem Stadtverband die Zukunft der wenigen noch vorhandenen Industriebetriebe. Und viele Menschen im Oberen Wiesental befürchten, dass sie vom Anschluss an den „Lebensquell Regio-S-Bahn“ abgehängt werden könnten.

Viele Problem also, mit denen sich die Stadt auseinandersetzen müss(t)e, diktierten die Mitglieder des CDU-Stadtverbandes jüngst ihren  Landtagskandidaten in die Mängelliste, die sicherlich im Veraluf der Wahlkampf-Tour an Umfang zunehmen wird.  Peter Palme bemühe sich, aber Thomas Schmidt würde es begrüßen, wenn der Bürgermeister die Möglichkeit zu einem Crash-Kurs beim Routinier Nitz belegen könnte. Zell habe zum Beispiel seit über zwei Jahren keine Zuschüsse oder Zuwendungen aus dem Ausgleichsstock beantragt. Und ohne solche Zuschüsse komme die finanziell klamme Stadt in ihrer Entwicklung nicht spürbar weiter, glaubt Schmidt.  Das weiß natürlich auch der erfahrene ehemalige Bürgermeister Christof Nitz: „Wenn keine Anträge gestellt werden, gibt’s kein Geld.“ Auch nicht für den Bahnhofsplatz, dessen Sanierung seit vier Jahren geplant sei, die aber ins Stocken geriet, weil sich die Stadt nicht mit der nötigen Power dahinter klemme, ärgerte sich Thomas Schmidt, der sich wie die übrigen Teilnehmer in der Runde von dem Mandat des CDU-Kandidaten Christof Nitz den vermissten Schwung  erhofft. „Schließlich“, so Thomas Schmidt, „ist es wichtig, jemand im Landtag zu wissen, der weiß, was er will und einem die richtige Tür aufmacht.“

Für Christoph Nitz ist es „selbstredend“, solche Türen „wo möglich“ aufzustoßen. Zuversichtlich zeigte er sich auch in Sachen Ärzteversorgung. Denn vom Bau des Kreisklinikums erwarte er einen Schub in die richtige Richtung. „Es wird sich im Dunstkreis des Klinikums einiges an Infrastruktur einfinden“, war er sich sicher. Zulieferer würden sich einfinden, Apotheken, Sanitätshäuser. Für die Kommunen drumherum bedeute das, Konzepte zu finden, wie die ärztliche Versorgung nicht nur in Lörrach, sondern auch hier bei uns dauerhaft gesichert werden könne. Klappen werde das, wenn nicht mehr jeder Arzt für sich alleine schafft, sondern wenn sich mehrere zusammentun und wenn sie bei ihren Vorhaben von den Kommunen nicht nur ideell, sondern auch finanziell unterstützt würden, obwohl das nicht unbedingt deren primäre Aufgabe sein würde und wenn das alles ein Umdenken der kassenärztlichen Vereinigung erfordere.

Nicht alles, was dem Stadtverband am Herzen liegt, konnten die Landtagskandidaten bei ihrem ersten Besuch in der Schwanenstadt konkret unter die Lupe nehmen. Christoph Nitz stellte den Gastgebern deshalb weitere Besuche in Aussicht. „Ich komme gerne wieder“, sagte er. Und Klaus Wetzels Team nahm dieses Versprechen gerne an. Ein vielversprechender Anfang sei gemacht. Beim nächsten Treffen wolle man sich der Offenhaltung der Landschaft, den Schulen und Hilfsprogrammen für die Wälder widmen.

Lob fürs Werkhof-Team

Endenburg (hjh). Es werde kritisiert, wenn es etwas zu kritisieren gibt. Deshalb dürfe man durchaus auch mal Lob an die Adresse des Werkhofes senden: Die Werkhofmitarbeiter, die in den vergangenen Wochen am Katzhaldenweg unterwegs waren, haben laut Ortsverwaltung und auch laut dem Bekunden einiger Ortschaftsräte eine „sehr gute, hervorragende Arbeit abgeliefert“. Das jedenfalls stellten die Ratsmitglieder bei der Sitzung am Mittwoch in der Halle fest, nachdem Daniela Trefzer ihrem Gremium und den Zuhörern verdeutlicht hatte, dass wohl Mitte August mit den Arbeiten zur Breitbandversorgung begonnen werde. Parallel dazu werde mit den Hauseigentümern über deren Anschlüsse gesprochen, kündigte Trefzer an, die schließlich noch andeutete, das – wenn es keine gravierenden Verschlechterungen in Bezug auf die Pandemie gebe, die Ortsverwaltung nach den Sommerferien wieder normal geöffnet würde und dass die wegen Corona ausgefallene Papiersammlung zwar im Frühjahr ersatzlos gestrichen wurde, im Oktober aber voraussichtlich wieder in normalem Umfang stattfinden werde.

Gebührenschraube

Auf Abstand bedacht

Endenburg (hjh). Mit den Hallengebühren, einem Thema, das laut Daniela Trefzer in Steinen erneut „aufgerollt“ wird, hatte sich der Ortschaftsrat schon nichtöffentlich auseinandergesetzt. Auf den Vorschlag der Gemeinde reagierten die Endenburger, die es „unfair finden“, dass Ortsteile mit alten Hallen denen mit relativ neuen Hallen gleichgesetzt werden, mit einem Gegenvorschlag. Für Endenburg halten die Ortschaftsräte eine Gebühr für Vereine von 75 Euro pro Veranstaltungstag für angemessen. Die Küche soll generell für 50 Euro zu haben sein, auch für Privatleute oder ortsansässige Firmen, die für die Halle den doppelten Satz berappen müssen, während auswärtige Mieter mit einem Aufschlag von 200 Prozent kalkulieren müssen. Der Vollständigkeit halber kommt aus Endenburg der Vorschlag, Trainingsstunden einmal jährlich mit einem Euro pro Stunde abzurechnen. Außerdem legt Daniela Trefzer „großen Wert“ auf die Feststellung, dass jeder örtliche Verein die Halle für eine Veranstaltung pro Jahr kostenlos zur Verfügung gestellt bekommt.

LEV-Beitritt der Stadt nach Votum des Gemeinderates Zell

Zell (hjh). Bisher zierte die Karte der Mitgliedsgemeinden des LEV im Landkreis Lörrach ein großer weißer Fleck, ab 2021 wird sich das aber ändern: Einstimmig beschloss der Gemeinderat in der Sitzung am Donnerstag in der Stadthalle, dem Verband zum nächstmöglichen Termin beizutreten. 2012 war der Beitritt gescheitert, weil die Gemeinderäte u.a. davon ausgingen, dass die Mitgliedschaft im Biosphärengebiet genüge, um an mögliche Fördertöpfe zu gelangen. Dem war aber nicht so, wie das Gremium inzwischen feststellte. Und so gab es kaum Diskussionen über den Beitritt, den LEV-Geschäftsführerin Simona Moosmann mit einleuchtenden Argumenten schmackhaft machte.

Ihr Verband sei keine Behörde, sondern ein Verein, der quasi eine Art Puffer zwischen der unteren Naturschutzbehörde und den Landwirten im Kreis fungiere, betonte Moosmann und verwies darauf, dass dem LEV aktuell 30 Gemeinden und 17 Verbände sowie einige Privatpersonen angehören. Arbeitsschwerpunkte seien alle Arten der Landschaftspflege auch oder gerade in schwierigem Terrain mit seinen Neophyten und Problempflanzen, die den Landwirten das Arbeitsleben schwer machen. Der LEV widme seine Arbeit Bereichen mit Obstwiesen, magerem Grünland sowie Feuchtgrünland, lote aus, welche Fördermittel in Frage kommen könnten, helfe bei Anträgen oder stelle die gleich selbst für seine Klientel und unterstütze seine Mitglieder im Bemühen, den Einklang von Natur und Landschaft herzustellen, die Kulturlandschaften offen zu halten und zu erhalten und dabei ein Auge auf die besondere Rolle der biologischen Vielfalt zu haben.

All dem wollten sich die Gemeinderäte nicht verschließen, auch wenn die Stadt den Mitgliedsbeitrag von insgesamt 880 Euro pro Jahr aufbringen muss. Ausnahmslos votierten sie für den Vorschlag der Verwaltung, dem LEV schnellstmöglich beizutreten. Die Zustimmung erleichtert dürfen ein paar Zahlen haben, die von Simona Moosmann vorgetragen worden waren: 2019 habe der LEV 333 Landschaftspflegeverträge verwaltet und dafür gesorgt, dass etwas mehr als eine Million Euro an Fördermittel an die Mitglieder ausbezahlt worden sind. Und Moosmann versicherte, dass mitunter auch dort Mittel zur Verfügung gestellt wurden, „wo keine andere Fördermöglichkeit griff.“ Peter Eichin (SPD) fand, dass die Offenhaltung der Landschaft „für uns ganz ganz wichtig“ und deshalb die 880 Euro unbedingt wert sei. Dem pflichteten die Fraktionen der CDU und der FWV bei, die bekundeten, dass sie sich „mit der vorgetragenen Argumentation durchaus anfreunden können. Schließlich unterstützte auch Klaus Wetzel den Beitritt im Namen des Landschaftspflegevereins den Vorstoß der Verwaltung, die – so Bürgermeister Peter Palme – die Ausgaben der Stadt „als sinnvolle Investition“ bezeichnete, „zumal in dem Gebiet mit 240 Hektar Almendflächen ganz schwierig zu bewirtschaftende Bereiche dabei sind, auf denen die Arbeit „möglicherweise künftig mit Unterstützung des LEV etwas einfacher“ ausfallen werde.