Dreilandecho

Klatsch, Tratsch und Kulinarisches aus dem Dreiländereck zwischen Müllheim, Lörrach, Schopfheim, Zell, Todtnau und Feldberg

Aus der Region

„S’isch halt, wie’s isch“

Langenau (hjh). „S’isch halt, wie’s isch!“ stellte Hans-Jörg Sprich lapidar fest und stimmte am Ende wie seine übrigen Ratskollegen dem Vorschlag Walter Würgers zu, „auch wenn es weh tut“ in den sauren Apfel zu beißen und in den nächsten drei Jahren auf 15 Prozent oder 4500 Euro der städtischen Investitionspauschale zu verzichten und parallel dazu einfach auf bessere Zeiten zu hoffen. Walter Würger hatte daran erinnert, dass die Kommunalaufsicht der Stadt in Bezug auf den Haushalt die Daumenschrauben angesetzt hat. Sparen in allen Bereichen ist Trumpf oder muss Trumpf sein. Und da seien die Pauschalen von 20 Euro pro Einwohner, die allen Ortsteilen Jahr für Jahr an Eigenmitteln zur Verfügung gestellt werden, eine von hundert Positionen, die auf den Prüfstand müssen. Kleinvieh macht halt bekanntlich auch Mist. Und da sich die Stadt an die heiligen Kühe unter den freiwilligen Leistungen, das Schwimmbad beispielsweise oder die VHS nicht ranzutrauen scheint, müssen halt viele kleinere Ausgaben dem Sparzwang geopfert werden. Einstimmig votierten die Ortschaftsräte für die Kürzung. „Wir haben damit hoffentlich ein Zeichen gesetzt“, hieß es, nachdem Walter Würger ihnen die Entscheidung mit Hinweisen darauf, dass in der Stadt aktuell und unter vielem anderen „so guet wie kei Stroß g’macht“ werde. Es führe kein Weg am Sparen vorbei, betonte der Ortsvorsteher und wies darauf hin, dass nur so eine amtlich verfügte Haushaltssperre vermieden werden kann, um seinen Ratskollegen die Entscheidung ein wenig leichter zu machen.

Oder doch nicht? „Vor zehn Jahren schon hätte man sich auf schlechte Haushaltslagen vorbereiten und entsprechend Weichen stellen sollen“, schimpfte Jörg Schön und machte aus seinem Herzen keine Mördergrube, als er hinzufügte: „Mich kotzt das richtig an!“ Es sei Geld zum Fenster rausgeworfen worden, zuletzt auch bei den Hochwassersicherungsmaßnahmen. Dabei hätte man lediglich etwas nachdenken müssen, dann wäre man drauf gekommen, dass es genügen würde, den Bach bei Enkenstein auszuheben. Es wäre allein in diesem Bereich dadurch möglich gewesen, eine rund Million Euro einzusparen. „Aber nichts da! Und wir bezahlen nun die Zeche“, ärgerte sich Schön und hob anschließend dem Beschlussvorschlag aus Gründen der Solidarität schweren Herzens zustimmend seine Hand.

Lichtblick für den „Lichtblick“

Auf dem Foto vlnr. Uschi Schmitthenner, Georg Schenk, Ulrike Krumm, Andreas Leimpek-Mohler, Karin Racke und Petra Klement-Dreyer

Schopfheim (hjh). Lichtblick für den ehrenamtlichen „Besuchsdienst Lichtblick“, der – gefördert von der evangelischen Landeskirche – in den vergangenen zwei Jahren aufgebaut wurde und sich längst einen festen Platz in der breiten Angebotspalette des Diakonischen Werks im Landkreis Lörrach „erobert“ hat. Das Projekt war erfolgreich. Aber: Der ursprünglich vereinbarte Zeitraum von zwei Jahren ist abgelaufen. Aber: „Es ist uns gelungen, weitere zwei Jahre zu sichern“, gaben die Projekt-Verantwortlichen Uschi Schmitthenner (Ev. Kirchengemeinde Schopfheim), Ulrike Krumm (Ev. Kirchengemeinden Fahrnau, Gersbach und Hausen), Georg Schenk (Leiter der Sozialstation), Karin Racke (Diakonisches Werk) und die Diakonie-Mitarbeiterin, bei der die Fäden zusammenlaufen, Petra Klement-Dreyer bei einem Pressegespräch am Donnerstag im Evangelischen Gemeindehaus bekannt. Und sie präsentierten bei dieser Gelegenheit als neues Mitglied in ihrem illustren Kreis die Katholische Kirchengemeinde Mittleres Wiesental, die von Diakon Andreas Leimpek-Mohler vertreten wird. Damit, so hieß es, „ist der Besuchsdienst konfessionsübergreifend ökumenisch aufgestellt.“

Zu verdanken sei die zunächst für zwei Jahre gesicherte Zukunft des Projektes zum einen dem Engagement der oben genannten Partner, aber auch den stark eingebundenen kirchlichen und weltlichen Krankenpflegevereinen in und um Schopfheim, der Aktion „Leser helfen Lesern“ des Verlagshauses Jaumann sowie den Bürgerstiftungen im mittleren Wiesental. Sie alle haben dazu beigetragen, das „großartige Angebot für alle Senioren im Wiesental“ aufrecht erhalten und sogar weiterentwickeln zu können, denn nun seien Aktivitäten über Schopfheim hinaus zwischen Steinen und Hausen möglich. Die ehrenamtlich tätigen Mitarbeitenden, die von den „Profis“ im Hintergrund geschult, geleitet und unterstützt werden, wirken dem Trend der „Vereinsamung und Isolation, aber auch der Überforderung älterer Menschen“, die allein leben und mit ihrem Alleinsein nicht zurecht kommen, entgegen. Viele dieser Menschen fühlen sich von der Gesellschaft ausgeschlossen und verlassen. Sie aufzuspüren sei kein sehr einfaches Unterfangen. Deshalb komme dem Mitwirken beispielswiese der Sozialstation eine besondere Bedeutung zu. „Wir sind draußen bei den Menschen, sehen, wo die Not groß und großer Bedarf da ist“, sagt Georg Schenk, der die Arbeit des Besuchsdienstes aus Sicht seiner Mitarbeiter*innen „als ganz tolle Geschichte“ wertet und Vorteile vor allem in der Tatsache ausmacht, dass „Hilfen über den professionellen Bereich hinaus angeboten werden können, ohne gleich über Geld reden zu müssen.“ Das erleichtere auch die Arbeit seiner Belegschaft ungemein.

Diakon Leimpek-Mohler bekannte, „ein gutes Gefühl“ zu haben, „dass es diese Bewegung gibt.“ Und er fand, dass das Projekt „für die Weiterentwicklung der Arbeit der Kirchengemeinden ein wichtiges Pfund“ sei. Uschi Schmitthenner hat sich für die Verlängerung des Projektzeitraums u.a. stark gemacht, weil sie „einen Bedarf, der ständig zunimmt“, erkannte. Und Ulrike Krumm schrieb „den besonderen Charme des Lichtblicks“ mit der Tatsache zu, dass da „ein Schirm gebastelt wurde, unter dem alle Arten von Besuchsdiensten zuhause sein können, aber nicht müssen.“

Die eingangs erwähnte „Steuerungsgruppe“ werde sich um den weiteren Ausbau des Besuchsdienstes kümmern, bereits aktive Ehrenamtliche begleiten, neue Interessierte schulen und auf dem Weg in eine neue Aufgabe fördern. Mit auf dem Zettel stehen „die Förderung eines guten Miteinanders zwischen Kirchengemeinden, Diakonischem Werk und Sozialstation sowie anderen Akteuren in den Sozialräumen. Man werde Besuchsdienste nach Kräften unterstützen und sich bemühen, Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen. Wichtig sonst noch zu wissen: „Das Projekt ist offen für alle.“ Weder für die Ehrenamtlichen noch für die Nutzer des Besuchsdienst sei eine Bindung an eine der beteiligten Institutionen notwendig. Die Kirche agiere im Sinne von „Kirche für andere“ nach Bonhoeffer. Sie verstünden sich als Teil des sozialen Gefüges und übernehmen Verantwortung für das gemeinsame Miteinander. Es gelte, Hemmschwellen zu überwinden, gab Ulrike Krumm zu bedenken. Karin Racke fand, es sei wichtig, „den Fokus aufs Ehrenamt zu lenken“ und „etwas für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“ zu tun. Außerdem versucht sie, Helferinnen und Helfer mit dem Argument zu motivieren, dass aktive Teilnahme am Projekt nicht mit einer Verpflichtung auf die nächsten 100 Jahre verbunden sei, sondern jederzeit in andere Bahnen gelenkt oder ganz aufgelöst werden könne.

Weitere Informationen bei:

Petra Klement-Dreyer, Diakonisches Werk im Landkreis Lörrach, Hauptstraße 94, 79650 Schopfheim, Tel.: 07622 697596 34, eMail: petra.klement-dreyer@diakonie.ekiba.de

Wieder vier Einbrüche in einer Nacht – Polizei bittet um Hinweise und um Vorsicht!

Wiesental/Hausen/Tegernau (ots) – Wiederholt waren dreiste Täter in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 06.07./07.07.2021, in Hausen und in Tegernau unterwegs. Bereits in der Nacht zuvor wurde in drei Geschäftsgebäude eingebrochen (wir berichteten) und nun stiegen der oder die Täter in vier Privatwohnungen/ -häuser ein. Gesucht wurde hauptsächlich nach Bargeld. Über die Terrassentüre verschafften sich die Unbekannten Zutritt in zwei Häuser im Gresgerweg. In einem wurde das Büro durchwühlt und ein höherer Bargeldbetrag entwendet, in dem anderen die Küche durchsucht und eine Uhr und ein Geldbeutel aus einer Handtasche gestohlen. In der gleichen Nacht wurde auch in ein Haus in der Bergwerkstraße in Hausen und dem Moosmattweg in Niedertegernau eingebrochen. In der Bergwerkstraße wurde sich wieder Zutritt über die Terrasse verschafft und Bargeld aus einem Geldbeutel entwendet. Im Moosmattweg wurde aus einem Auto, welches in einer verschlossenen Garage stand, Bargeld gestohlen. Weiter wurden Schränke und ein Rucksack durchsucht. Wie die Täterschaft in die Garage gelangte ist derzeit noch unklar.

Der Diebstahlschaden in allen betroffenen Häusern bewegt sich im fünfstelligen Eurobereich. Der Sachschaden an den betroffenen Fenstern beläuft sich auf mehrere Hundert Euro. Vermutlich handelt es sich bei allen Einbrüchen um die gleiche Täterschaft. Die Polizei rät zur Aufmerksamkeit und sucht Zeugen, die verdächtige Wahrnehmungen im oben genannten Zeitraum in Hausen oder Tegernau gemacht haben. Diese werden gebeten, sich mit dem Kriminalkommissariat Lörrach, Telefon 07621 176-0, in Verbindung zu setzen.

Auto auf Gegenfahrbahn gekommen, Unfall verursacht und weitergefahren – Polizei sucht Zeugen!

Zell im Wiesental (ots) – Mit seinem Renault Trafic befuhr am Dienstag, 06.07.2021 gegen 09.20 ein 52 Jahre alter Mann die B 317 von Fröhnd herkommend in Richtung Schopfheim. Auf Höhe des Kraftwerks in Mambach kam ihm in der dortigen Kurve ein schwarzer Golf auf seiner Fahrbahn entgegen, woraufhin der Renault-Fahrer nach rechts auswich um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Dabei fuhr er in die Leitplanke, wodurch an seinem Fahrzeug ein Sachschaden von rund 4000 Euro verursacht wurde. Der schwarze Golf fuhr weiter und kümmerte sich nicht um den Unfall. Das Polizeirevier Schopfheim (07622/666980) bittet Zeugen, die Hinweise zum Unfallverursacher machen können, sich mit ihnen in Verbindung zu setzen.

Darlehensaufnahme „splitten“

Schönau (hjh). „Also gut. Dann machen sie das doch so“, sagte Michael Sladek und begrüßte damit den Vorschlag von Peter Schelshorn, die geplante Darlehensaufnahme zum Kauf des Willig-Areals, der nach Ratsbeschluss bereits notariell besiegelt worden ist, zu splitten, um alle Wege offenzuhalten, die sich nach einem Verkauf des Werkhofgeländes (zwei Interessenten gebe es bereits, versicherte Peter Schelshorn) auftun könnten. Schelshorn hatte vorgeschlagen, statt der vorgesehenen 850000 Euro ein Darlehen von 500000 fest, und weitere 300000 Euro variabel aufzunehmen. Und die restlichen 50000 Euro dort zu beschaffen, wo statt anfallender Zinsen sogar noch Geld ausbezahlt wird, wenn die Gelder fließen. Bisher hätte sich die Stadt 30 Jahre fest an eine Bank und die ausgehandelten Konditionen binden müssen. Aber das hielt weder der Bürgermeister noch die Mehrheit der Mitglieder des Gremiums unter Berücksichtigung des möglichen Werkhofverkaufs sowie angesichts aktueller Darlehensangebote für empfehlenswert.

Hält es, was versprochen wurde? Das Verkehrskonzept fürs Hebeldorf eckt an

Hausen (hjh). Das hatten sich Bürgermeister Martin Bühler und die Planerinnen Anna Berger und Alexandra Diewald vom Büro „dwd“ sicher ein wenig anders vorgestellt. Gleich mehrere Gemeinderäte zeigten sich nach einer über Stunden dauernden Präsentation des „Verkehrskonzeptes Hausen im Wiesental“ bei der Sitzung am Dienstag in der Festhalle „enttäuscht“ von dem, was ihnen da „an unverständlichen Folien“ (Wernfried Hübschmann) vorgesetzt wurde. Ganz stark vermissten Gemeinderäte wie Dennis Vogt oder Annette Jehle sowie einige Zuhörende einen „Schulwegeplan“, um schließlich vom Bürgermeister zu hören, dass der „nicht Bestandteil des Auftrages an das Planungsbüro“ gewesen sei. Während sich Harald Klemm für die zur Umsetzung von vielen Maßnahmen notwendigen Genehmigungsverfahren und schließlich für die Kosten interessierte, die auf die Gemeinde zukommen könnten, wenn die eine oder andere Maßnahme umgesetzt würde (und auf seine konkrete Frage nur die Antwort erhielt, dass die Planer „keine Kosten erhoben“ hätten, weil das nicht Aufgabe der Konzeptentwicklung gewesen sei), gewann ein „von inhaltlichen Punkten schlicht enttäuschter“ Wernfried Hübschmann aus der Präsentation die Erkenntnis, dass „noch jede Menge Gesprächsbedarf“ bestehe und sein Fraktionskollege Hermann Lederer pochte auf eine Änderung der Beschlussvorlage, die ursprünglich lautete: „Das Verkehrskonzept wird zustimmend zur Kenntnis genommen“ und von der Verwaltung nach Lederers Protest ohne das Wort „zustimmend“ neu gefasst wurde: „Das Verkehrskonzept wird zur Kenntnis genommen.“ Von Zustimmung war denn auch keine Rede mehr.

Einig waren sich alle Ratsmitglieder, dass nichts von dem Konzept umgesetzt werden dürfe, ehe nicht eine allumfassende Bürgerbeteiligung stattgefunden hat. Das wieder sah auch Martin Bühler so, der dazu aufforderte, das Gehörte „erst mal ordentlich sacken zu lassen“, dann bevorzugte Themen oder Projekte herauszupicken und die dann zusammen mit den Bürgern umzusetzen versuchen. Notwendig sei eine „kurz-, mittel- und langfristige Priorisierungsliste“, betonte Martin Bühler, sichtbar enttäuscht über die Anmerkungen aus den Reihen der Zuhörer und des Ratsgremiums. Ihm sei klar, dass es im Nachgang „den einen oder anderen Aufschrei Betroffener“ geben würde und dass „ganz sicher nicht alle glücklich sein werden mit dem, was sie zu hören und zu sehen bekommen.“ Die Verwaltung sorge allerdings dafür, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger ein Bild machen können, um was es in dem Verkehrskonzept gehe. Dazu werde auf der offiziellen Webseite Hausens die komplette, im Gemeinderat nun vorgestellte Präsentation mit den ermittelten zahlreichen Verkehrsproblemen im Ort und den aufgezeigten Lösungsempfehlungen, Ergebnisanalysen in den Bereichen „ruhender Verkehr“, „Fußgänger“, „Radler“, mangelhafter „Beschilderung“ sowie „Verkehrsberuhigung“ veröffentlicht. Zu finden sind in der Präsentation Vorschläge zur Verbesserung für „zu Fuß Gehende“ wie etwa Absenkungen der Bordsteinkanten, Querungshilfen – darunter eine Lichtsignalanlage für Fußgänger in der Mitteldorfstraße, die es den Planern ganz besonders angetan zu haben scheint, aber nur unter erheblichen Schwierigkeiten (Gehwege vollständig in Privatbesitz usw.) realisiert werden könnte – und jede Menge Vorschläge, wie Radfahrer beispielsweise durch die Installation einer Fahrradstraße im Bereich Bergwerkstraße Süd / Burichweg, durch Geschwindigkeitskontrollen mit entsprechenden Sanktionen, regelmäßigen Kontrollen durch den Vollzugsdienst, durch Sperrflächenmarkierung zur Freihaltung der Kreuzungsbereiche, durch die Ausweisung von Pendlerrouten dem normalen Straßenverkehr gegenüber bevorrechtigt und dadurch vor den trotz Tempo 30 im ganzen Dorf rasenden Autofahrern so geschützt werden können, wie das in Freiburg auch gelungen sei. Wobei sich Harald Klemm bemüßigt fühlte, darauf hinzu weisen, dass das Beispiel Freiburg auf keinen Fall mit Hausener Verhältnissen zu vergleichen sei, weil dort „ein ganz anders Publikum“ verkehre.

Laut Planern fehle in Hausen so gut wie alles. Fahrradabstellanlagen werden vermisst vor allem beim Rathaus, bei der Festhalle und auf dem Schulhof. Es fehle an eBike-Ladestationen und am Bahnhof Fahrradboxen, die wie alles andere dazu dienen, „den Radverkehr wie gewünscht attraktiver zu gestalten“, was die Planerinnen „für äußerst erstrebenswert“ halten, auch weil die Umsetzungskosten „überwiegend verhältnismäßig gering“ ausfallen würden, was nicht zuletzt auch für „dringend notwendige ordnende Maßnahmen“ im ruhenden Verkehr gelte, der großes Konfliktpotential in sich berge, die durch verkehrswidrig abgestellte Fahrzeuge erzeugt oder verstärkt werden.

Am Ende brachte Anna Berger ihre Ausführungen auf den Punkt, indem sie all das, was sie zuvor im Detail erläutert hatte, nochmals in Kurzform aufzählte und auf zahlreiche Fördermöglichkeiten aufmerksam machte. Sie forderte dazu auf, einen Schulwegeplan zu erstellen und zeitnah zu realisieren und die Maßnahmen umzusetzen, die durch verhältnismäßig geringen Aufwand positive Effekte erzielen könnten. Und sie stellte „weitreichende Verbesserungen der Hausener Verkehrssituation in Aussicht, wenn alle empfohlenen Maßnahmen unabhängig voneinander nach und nach realisiert werden.  Schnellstmögliche Verbesserungen aber seien zu erwarten, nachdem die empfohlenen Maßnahmen unter Einbeziehung der jeweiligen Verkehrsbehörde in Angriff genommen würden. Dazu zählen die Neuorganisation des Parkens mit Markierung von Parkflächen und der Einrichtung eingeschränkter Halteverbotszonen, die Markierung von Sperrflächen in Kreuzungsbereichen, ein Geschwindigkeitstrichter (schon vor dem Ortsschild 100 – 70 – 50 – 30) an der Maibergstraße (weil sonst auf der engen Straße vom Maiberg runter ins Dorf anscheinend mit Tempo 100 runtergekesselt wird) und die ohnehin bereits beschlossene „Verkehrsberuhigung in der Hebelstraße“ sowie der Asphaltierung des Radweges von Zell nach Hausen, die eine Zuhörerin zum Widerspruch reizte: „Dort wird jetzt schon wild gerast. Und als ich einen Radfahrer darauf ansprach, wurde mir entgegnet: Halt den Mund, du blöde Kuh.“

Es geht wieder rund im Höhenbad Schweigmatt

Björn Keller und Thomas Jost (rechts) brauchen zum Auftakt Abkühlung

Schweigmatt (hjh). „Pack die Badehose ein, schnür dein Freizeitköfferlein und dann nix wie rauf nach Schweigmatt“: im symbadischen Bad in luftiger Höhe ertönte am Samstag wie immer, wenn es endlich wieder los geht, das Badner Lied und Thomas Jost, die gute Seele des Bades, das sein Förderverein seit Jahren in Eigenregie betreibt, hisste dazu die Badener Flagge, die derzeit allerdings nur auf Halbmast wehen sollte. Denn: „Die Stadt hat uns den Geldhahn zugedreht“, meint Jost traurig und fügt hinzu: 2wenn sich daran nichts ändert, steht das 86 Jahre alte Schwimmbad auf der Kippe.“ Ab 2022 sei voraussichtlich Schluss, das Bad, in das der Verein viel Zeit und Geld investierte und das bisher von städtischen Zuschüssen in unterschiedlicher Höhe zwischen 25000 und 45000 Euro (über-)lebte, könne auch von den vielen ehrenamtlichen Helfern dann nicht mehr gehalten werden.

Noch einmal habe die klamme Stadt 26000 Euro locker gemacht, betonte Jost, aber Ortsvorsteher Wilhelm Tholen ergänzte: „Es müssten 40000 Euro sein. Um den Rest würden wir uns selbst kümmern.“ Dazu sei die Gründung eines Fördervereins im Gespräch. Obwohl allen klar sei, dass „die Spender dann nicht gerade Schlange stehen werden“, sei man sich relativ sicher, die notwendigen Mittel zusammenkratzen zu können, kündigten Tholen und Jost vor zahlreichen Eröffnungsgästen am Samstag bei herrlichem Badewetter an. Schließlich kämpfe man in der Gewissheit ums Überleben des Bades, dass die Schopfheimer Bevölkerung bei einer Umfrage, welche Kleinode in der Stadt unbedingt zu erhalten seien, „unsere Perle, das Freibad Schweigmatt“, unter die ersten Drei gehievt. Jetzt buhle man um weitere Unterstützung der Bevölkerung, aber auch der Politiker, sagte der Raitbacher Ortsvorsteher, nachdem die Gäste um ihn herum auf ein gutes Gelingen all der gehörten Vorsätze mit einem guten Tröpfchen angestoßen hatten und Thomas Jost zusammen mit seinem Ratskollegen Björn Keller mutig in die „Fluten“ gesprungen war, wie es seit Jahren schon Usus ist in dem kleinen Bad, in dessen Nachbarschaft Kuhherden grasen und über dessen grüne Hecken Pferde nach den Badegästen sehen. Im Bad selbst wird Stephanie Schaerer nach dem Rechten sehen, die ab Mitte Juli vom Maulburger Bademeister Ekki Maas unterstützt werden wird. Obwohl zwei Aufsichten gewonnen werden konnten, sucht Thomas Jost weitere Helferinnen und Helfer, die das Projekt „Höhenschwimmbad“ mehr oder weniger aus Idealismus fördern wollen. Eine der Helferinnen, Patrizia Lutz, ergänzt das Team von Thomas Jost aufgrund der Empfehlung der dortigen Bademeisterin Susi Dede. Und einem Tipp von Nadine Siebold sei zu verdanken, dass Jörg Wagner gewonnen werden konnte.

Leider, so Jost, wird es heuer kaum möglich sein, Schwimmkurse anzubieten. Auch wenn jedem längst klar sei, dass immer weniger Kinder schwimmen können, fehlen in Deutschland rund 2500 Fachkräfte für Bädertechnik und Rettungsschwimmer mit DLRG-Silberschein. Und da mache Schweigmatt natürlich keine Ausnahme.

Aus dem Kiosk sei inzwischen „Beates Stübli“ geworden, weil Beate Höller aus Wehr sich vorgenommen hat, die Badegäste kulinarisch zu verwöhnen. Außerdem seien wieder zahlreiche Helferinnen und Helfer hinter den Kulissen stark engagiert. Ohne sie, so Jost, wäre das Bad längst geschlossen.

Geöffnet sei derzeit unter Beachtung der Auflagen wegen Corona zu den üblichen Zeiten je nach Wetter bis 17 oder bis 19 Uhr. Die Eintrittspreise wurden nur leicht angehoben. Zu erfragen und zu bestellen sind Karten direkt im Bad. Bei Zweifeln wegen der Öffnungszeiten wegen ungewisser Wetterlage sei ein Anruf im Bad unter der Schopfheimer Rufnummer 3811 zu empfehlen. Und: Am 25. Juli dieses Jahres steht um 10.30 Uhr ein Schwimmbadgottesdienst auf dem Programm. Die Beckenbenutzung ist während des Gottesdienstes eine Stunde lang nicht möglich.

Siegfried Kiefer erhält Landes-Ehrennadel

Zell (hjh). „Wenn ich heute fürs Ehrenamt politisch werben sollte, dann würde ich einen Film machen über Siegfried Kiefer“, sagte Armin Schuster am Freitag im „Löwen“ als Gast der Stadt, Klaus Wetzel, dem Vorsitzenden des CDU-Ortsverbandes, und der Familie Kiefer über einen Bürger der Stadt, der sich jetzt einreihen darf in eine kleine Schar illustrer Zeller, die wie er im Auftrag von Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg samt Urkunde für viele Jahre außergewöhnliches Engagement in gleich mehreren Ehrenämtern verliehen bekamen. Mit Thomas Kaiser, Thomas Dietsche, Alfred Knauber, Agnes Zimmermann, Manfred Dietsche und Edith Ganter sowie den mittlerweile verstorbenen Herren Gerhard Schittenhelm und Bernhard Huck ist die Runde der Geehrten noch überschaubar klein, was beweist, dass die Verdienstnadel noch längst nicht den inflationären Touch hat wie mach andere Auszeichnung. Das hob auch Armin Schuster hervor, der Chef des Amtes für Katastrophenschutz, das „wie keine andere Behörde auf ehrenamtliche Helferinnen und Helfer“ kompromisslos angewiesen sei. Siegfried Kiefer habe es in einem hart umkämpften Metier u.a. verstanden, einen Stadtverband über Jahre sehr erfolgreich zu führen, ohne zu polarisieren. Er sei nie zu weit außen, nie zu sehr konservativ gewesen. Er sei ein Musterbeispiel dafür, wie man jungen Leuten heute vorführen müsste, wie ein von Hause aus konservativer CDU-Politiker mit beiden Beinen in der Mitte der politischen Landschaft steht und sich dort behaupten kann. Siegfried Kiefer und er, Armin Schuster, seien sich immer auf Augenhöhe und mit persönlichem, nicht formalen Respekt begegnet. Was Kiefer für die CDU gemacht habe, trete noch immer nach. Und dafür danke er ihm bei dieser Gelegenheit auch im Namen der CDU des Kreises Lörrach.

Bürgermeister Peter Palme war in diesem Fall formell der verlängerte Arm des Ministerpräsidenten. Die CDU habe ihn bereits vor einem Jahr gebeten, die Verleihung in Stuttgart zu beantragen. Dem Wunsch wurde „zeitnah“ entsprochen, die Bitte vom Land erfüllt. Der Festakt allerdings, er war „geheim“ im Rahmen des Neujahrsempfangs als Überraschung vorgesehen, fiel wie so vieles andere Corona zum Opfer. Um so schöner sei es nun, an einem Tag, an dem man sich seit Monaten des Verzichts endlich mal wieder unter fast normalen Umständen treffen könne, die Übergabe der Ehrennadel endlich vornehmen könne. Siegfried Kiefer habe sich im Musikverein Atzenbach als Vorstandmitglied, Vorsitzender und Dirigent und seit 58 Jahren als aktiver Musiker große Verdienste erworben. 15 Jahre sei er im Gemeinderat Mitglied der CDU-Fraktion gewesen. Er war Fraktionsvorsitzender und zweiter BM-Stellvertreter. Eingesetzt habe er sich vor allem in den Bereichen Innenstadtentwicklung, in der ehemaligen städtischen Wohnbau GmbH sowie im Gewerbeverein. Er war viele Jahre erster Vorsitzender der Zeller CDU, Mitglied in der Jungen Union und sei nun Ehrenvorsitzender des Stadtverbandes, Mitglied im Kreisvorstandes und seit einem ehrenamtlicher Richter am Veraltungsgericht Freiburg. Sehr aktiv sei Kiefer im Förderverein Wiesentäler Textilmuseum und 2019 habe er die Seniorenakademie mit gegründet, in der er aktuell den „Digitalkompass“ in Schwung bringt und den älteren Mitbürgern die Angst vor dem Umgang mit den digitalen Medien nimmt.

Der Streifzug, das wussten die Anwesenden und auch Peter Palme, hat Lücken, zeigt aber doch auch, wie vielseitig Siegfried Kiefers Wirken in der Stadt gewesen ist. „Ein Ehrenamt kann man nur richtig ausfüllen, wenn man gute Leute um sich hat“, sagte der Geehrte. Alle die Ämter seien auch mit einem Stück Verantwortung verbunden. Es sei immer sein Bestreben gewesen, Verantwortung auch für andere Leute zu übernehmen. Und das sei ihm nun wieder bei der Arbeit mit dem Digitalkompass möglich, einer vom Bund geförderten Einrichtung, die es in Deutschland genau 100 mal gebe und Zell der letzte Standort gewesen sei, dem das Prädikat zugesprochen wurde. Alles, was er derzeit noch bewegen könne, sei teilweise neu, hochinteressant und spannend. Und er – wie alle anderen im Kreis seiner Gäste – hoffe, dass er in all diesen Dingen noch lange aktiv sein könne.

Versuchter Wohnungseinbruch am helllichten Tag

Weil am Rhein (ots) – Ein Unbekannter versuchte am Donnerstag, 24.06.2021, zwischen 07.45 Uhr und 16.00 Uhr, eine Wohnungstür in einem Mehrfamilienhaus in Haltingen, Im Rad, aufzuhebeln. Dem Unbekannten gelang es nicht in die Wohnung zu kommen. Vielleicht wurde er auch bei der Tatausführung gestört. Die Höhe des Sachschadens ist hier momentan nicht bekannt. Die Kriminalpolizei Lörrach, Telefon 07621 176-0, sucht Zeugen, welche sachdienliche Hinweise geben können.

Entfeuchtungsgerät aus Grundschule gestohlen – Polizei bittet um Hinweise!

Hasel: (ots) – Unbekannte haben in der Zeit zwischen Mitte Mai und dem 07.06.2021 ein Entfeuchtungsgerät aus der Grundschule in Hasel gestohlen. Das Gerät war im Kellerabgang an der Wand fest verankert. Da keine Aufbruchspuren vorhanden sind, kann das Gerät nur während den Schulöffnungszeiten entwendet worden sein. Das Gerät der Firma AHT ist weiß, misst ca. 30 cm x 30 cm x 30 cm und hat einen Wert von knapp 10000 Euro. Um sachdienliche Hinweise bittet das Polizeirevier Schopfheim, Tel. 07622 66698-0.