„Wir hatten viel Waidmannsheil“

Weitenau (hjh). „Wölfe haben wir keine im Revier, dafür aber Wolfgegner und ein paar Wildkatzen“, sagte Jagdpächter Günther Dreher, der den Ortschaftsräten bei der Sitzung am Mittwoch in der großzügig Corona-bestuhlten Festhalle den Jagdbericht 2019/20 seiner beiden Pachtkollegen und der drei im Revier eingesetzten drei Jäger zur Kenntnis gab. Dreher, in der Lörracher Jägervereinigung auch als stellvertretender Leiter des Hegerings 4 aktiv, gab den Abschuss von 28 Rehen, 42 Wildsauen, sechs Füchsen, zehn Dachsen („die sind auf dem Vormarsch, da müssen wir darauf achten“) und einem Marder zu Protokoll und betonte, dass er mit seinem Team fast auf den Punkt die Zahlen des früher vom Landratsamt erstellten Abschussplans erreicht habe. Vor allem bei den Sauen habe sich die inzwischen erlaubte und deshalb auch gerne eingesetzte Nachtsicht- bzw. Wärmebildkamera bewährt, betonte Dreher und versicherte, dass die „natürlich nicht als Hilfe beim Zielen eingesetzt werde, sondern helfe, Schweinerotten auch gegen den Wind und damit unbemerkt von diesen schlauen Wildtieren auszumachen. „Insgesamt“, so der erfahrene Jagdpächter zufrieden, „hatten wir sehr viel Waidmannsheil. Und das ist gut.“

28 Fische am Haken

Über ein ordentliches „Petri heil“ dürfte sich der Pächter der, so Ortsvorsteherin Freya Bachmann, „gut gehegten und gepflegten Fischwasser“ auf Gemarkung Weitenau gefreut haben.  An den Haken gingen den Anglern 22 Forellen und Sechs Döbel, also „relativ viele Fische“, hieß es im alljährlich vorzulegenden „Fischereipachtbericht“, den Bachmann ihren Ratskollegen am Mittwoch zur Kenntnis gab. Lediglich ein Wermutströpfchen trübte die Freude der Fischwasserpächter ein wenig: „Weiter auf dem Vormarsch ist neben dem fast schon obligatorischen Plastikmüll auch der amerikanische Flusskrebs“, klagt der Pächter über ein Krustentier, das in den Gewässern als Überträger der Krebspest gilt und damit als Auslöser eines Massensterbens unter seinen „deutschen“ Artgenossen gilt.

Vorbildliche Disziplin

Ortvorsteherin Freya Bachmann lobte im Rahmen der „ersten Sitzung des Ortschaftsrates in Corona-Zeiten“ die Disziplin der Bevölkerung, vor allem der Eltern und der Kinder, die alle notwendigen Maßnahmen geduldig ertragen bzw. mitgemacht haben. „Es ist bei uns im Dorf super gelaufen“, sagte Bachmann und wies darauf hin, dass es wohl auch aus diesem Grund keine bestätigte Erkrankung in Weitenau gegeben hat. Die Notgruppe musste im Kindergarten bisher nicht eingerichtet werden, weil zunächst kein Bedarf bestand. Das werde sich nach der Ausweitung auf zunächst nicht berechtigte Antragsteller allerdings demnächst ändern, kündigte die Ortsvorsteherin an und betonte, dass jetzt auf alle Fälle in der Schule eine Notgruppe an den Start gehen wird.